Impuls für Mittwoch, 11. Dezember 2024

Losung
Das Warten der Gerechten wird Freude werden.
Sprüche 10,28

Lehrtext
Seid gleich den Menschen, die auf ihren Herrn warten, wann er aufbrechen wird von der Hochzeit, auf dass, wenn er kommt und anklopft, sie ihm sogleich auftun.
Lukas Evangelium 12,36

Impuls für den Tag
Warten bis der Zug kommt, bis ein Kind geboren wird, auf den Geliebten, auf eine bessere Zukunft. Meine Großmutter, musste fünf Jahre warten, bis ihr Mann aus der Gefangenschaft zurückkam. Er kam zurück, das Warten hat sich gelohnt. Viele haben leider umsonst gewartet. Da verwandelte sich das Warten nicht in Freude. Worauf dann hoffen? In meinem Lieblingskinderbuch sagt Tomte Tumetotte zu den Tieren im Hof im tiefsten Winter kurz vor Weihnachten: „Geduld nur Geduld, der Frühling kommt wieder“. In der Losung ist Hoffnung zu spüren – „nur nicht aufgeben“. Wir sollten die Augen offen für den Frühling halten, ein Lichtlein der Hoffnung, das kommen soll und schon da war. „Zeichen und Wunder sahen wir geschehn in längst vergangnen Tagen“ so heißt es in einem Lied. In der französischen Originalfassung heißt es: Wird er wiederkommen auf unseren Wegen laufen, unsere Herzen aus Stein verwandeln? Wird er wiederkommen, um die Liebe und das Licht in unsere Hände zu säen? – ich sang damals den Refrain nicht als Frage, sondern als Bestätigung: Er wird wiederkommen. Halten wir Ausschau
nach seinem Licht, auch nach Weihnachten.

Sophie Heinzelmann, Hainichen

Impuls für Dienstag, 10. Dezember 2024

Losung
Deine Sonne wird nicht mehr untergehen und dein Mond nicht den Schein verlieren; denn der HERR wird dein ewiges Licht sein.
Jesaja 60,20

Lehrtext
Gott, der da sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben, dass die Erleuchtung entstünde zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi.
2.Korinther 4,6

Impuls für den Tag
Es ist finster im Lande. Und nicht nur wegen der dunklen Jahreszeit, sondern auch im übertragenen Sinn. Da gibt es so viel Hass und Bitterkeit, Unversöhnlichkeit und Härte, Krieg im Großen und auch im Kleinen… Die Liste der menschlichen Dunkelheiten ließe sich weiter fortsetzen.
Wer schon einmal im Stockdunklen war, weiß wie beängstigend sich das anfühlt, wie orientierungslos man da ist. Welch eine Wohltat, wenn dann plötzlich ein kleines Licht aufleuchtet – schon weicht die Angst der Hoffnung.
Bei Erschaffung der Welt ist Gott selbst als Licht aufgetreten, nachdem es vorher stockfinster war. Gott sprach „Es werde Licht!“ so lesen wir es ganz am Anfang der Bibel (1. Mose 1,3). Und vor ca. 2000 Jahren ist in der nächtlichen Dunkelheit eines ärmlichen Stalles in Bethlehem etwas ganz weltbewegendes passiert. Gott selbst hat in der Gestalt von Jesus Christus Sein Licht auf die Erde gebracht – und so leuchtet es uns bis heute.
Wenn Du dieses Licht auch in Dein Herz aufnimmst, wird es dort nie mehr dunkel sein und Du kannst den Menschen in Deiner Umgebung ein dringend benötigtes kleines Licht zur Orientierung sein.

Almut Bieber, Arnsdorf

Impuls für Montag, 9. Dezember 2024

Losung
Lass sich freuen alle, die auf dich trauen.
Psalm 5,12

Lehrtext
Paulus schreibt: In allem erweisen wir uns als Diener Gottes: als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts haben und doch alles haben.
2.Korinther 6,4.10

Impuls für den Tag
Der Psalm ermutigt alle, die auf Gott vertrauen, sich zu freuen. Dieses Gott-Vertrauen ist in der heutigen schnelllebigen und oft herausfordernden Welt besonders wichtig. Menschen suchen nach Beständigkeit und Zuversicht in einer unsicheren Zeit. Unser Glaube kann uns helfen, innere Freude und Frieden zu finden, unabhängig von äußeren Umständen.

Paulus spricht in seinem Brief von der Kraft, trotz Traurigkeit fröhlich zu sein und trotz materieller Armut reich zu sein. Auch heute können wir lernen, inmitten von Schwierigkeiten dankbar zu sein und die Freude zu finden, die aus dem Vertrauen auf Gott kommt. In einer Welt, die oft den Wert eines Menschen nach materiellen Besitztümern bemisst, erinnert uns Paulus daran, dass wahre Erfüllung und Reichtum darin liegen, das Leben Anderer zu bereichern.

Mögen wir in allem, was wir tun, Freude und Erfüllung finden, die aus unserem Vertrauen auf Gott und unseren Diensten für Andere entspringt.
Amen.

Christiane Ranft, Neugepülzig

Impuls für Sonntag, 8. Dezember 2024 – 2. Advent

Losung
Wir haben gesündigt samt unsern Vätern, wir haben unrecht getan und sind gottlos gewesen.
Psalm 106,6

Lehrtext
So halten wir nun dafür, dass der Mensch gerecht wird ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben.
Römer 3,28

Impuls für den Tag
Vor dem Verfasser des heutigen Losungspsalms ziehe ich den Hut. Meist ist es ja eher so, dass wir als Kinder ziemlich gut darin sind, die Fehler und Unzulänglichkeiten unserer Eltern(generation) zu finden und anzuprangern. Und: Wir machen es natürlich besser. Niemals würden wir unsere Kinder mit diesen oder jenen Methoden erziehen, auf keinen Fall würden wir uns einfach so den willkürlichen Vorgaben einer Staatsmacht beugen oder unsere Freizeit zugunsten eines guten Verhältnisses zum Vorgesetzten opfern. Naja… wer genauer hinschaut, erkennt die Muster seiner Herkunftsfamilie bestimmt auch hier und da im eigenen Verhalten. Und selbst abgesehen davon steht einfach fest: „Wir haben Fehler gemacht — so wie alle vor uns.“ Und nicht nur das: Wir werden es auch immer wieder tun, egal wie sehr wir uns anstrengen, das zu verhindern. Genau deshalb ist die frohe Botschaft aus dem Römerbrief so erhellend: Nicht durch Werke, nein — allein durch Glaube werden wir gerecht. Weder durch Selbstgerechtigkeit noch durch Selbstverdammnis ebnen wir uns den Weg zu Gott. ER ebnet uns den Weg durch seinen Sohn. An ihn dürfen wir glauben. Er macht uns gerecht. Danke Jesus!

Johanna Seidel, Moosheim

Impuls für Samstag, 7. Dezember 2024

Losung
Der HERR sprach zu Kain: Was hast Du getan? Die Stimme des Blutes deines Bruders schreit zu mir von der Erde.
1. Mose 4, 10

Lehrtext
Das ist gewisslich wahr und ein teuer wertes Wort: Christus Jesus ist in die Welt gekommen, die Sünder selig zu machen, unter denen ich der erste bin.
1. Tim 1,18

Impuls für den Tag
Wir sind nicht Kain. Wir bringen unseren Bruder nicht um, aber die Losung erinnerte mich an eine Karikatur: Da stand zu einem Bild von armen und hungernden Menschen: Was muss man tun, damit Millionen von Menschen jedes Jahr in Kriegen oder im Hunger sterben? Die Antwort stand in einer Sprechblase: Nichts.
Weil wir nicht wissen oder vorgeben nicht zu wissen, was zu tun ist, tun wir nichts. Aber wir sind damit dennoch beteiligt an den Zuständen dieser Welt. Das zu wissen, kann uns sehr belasten, führt uns unseren Zustand Gott gegenüber vor Augen. Die Bibel nennt das Sünde. Vielleicht bringt diese Erkenntnis aber gerade die Motivation, da wo Gott uns hingestellt hat, das Notwendige und Mögliche zu tun. Gerade wenn wir wissen, dass wir beteiligt sind, ist der Lehrtext dann ein Evangelium für uns.

Gerold Heinke, Marbach

Impuls für Freitag, 6. Dezember 2024

Losung
Ach HERR, siehe, du hast Himmel und Erde gemacht durch deine große Kraft und durch deinen ausgereckten Arm, und es ist kein Ding vor dir unmöglich.
Jeremia 32,17

Lehrtext
Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.
Johannes 3,16

Impuls für den Tag
Heute ist Nikolaustag und nicht mehr lang, dann ist Weihnachten, das Fest der Liebe. Warum eigentlich das Fest der Liebe? Unser Lehrtext heute gibt einen Hinweis darauf. Gott hat die Welt geliebt und er gab seinen einzigen Sohn – Jesus. Seine Geburt feiern wir zu Weihnachten. Mit ihm und seiner Botschaft kommt die Liebe Gottes in diese Welt.
Liebe, die nicht mehr selbstverständlich ist, wenn wir unsere Welt anschauen. Liebe, die nichts mit ‚verliebt sein‘ zu tun hat, sondern eher mit einer Grundeinstellung. Wie begegne ich dem Anderen? Wie begegne ich mir selbst? Wie begegne ich dieser Welt?
Doch warum tut Gott das? Unser Text sagt, dass wir nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Verloren – von verlieren. Gott möchte uns finden. Und wir? Was können wir tun? Uns finden lassen und glauben, ganz fest!
Wie klingt unser Lehrtext, wenn Sie ihn für sich persönlich sprechen und das ‚alle‘ mit Ihrem Namen austauschen: Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeboren Sohn gab, auf dass… (Name), die/der an ihn glaubt, nicht verloren werde, sondern das ewige Leben hat.
Ich wünsche Ihnen diesen festen Glauben.

Sandra Barthel, Raußlitz

Impuls für Donnerstag, 5. Dezember 2024

Losung
Liebt Wahrheit und Frieden! (Sacharja 8,19)

Lehrtext
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne in Christus Jesus bewahren. (Philipper 4,7)

Impuls für den Tag
Der Kreis ist überschaubar geworden – vier, fünf Leute, manchmal mehr. Jeden Donnerstag kommen wir in der Roßweiner Kirche zusammen und beten für den Frieden: die Glocken läuten, drei Kerzen brennen für unsere Anliegen, ein Lied wird gesungen, eine Geschichte lädt zum Nachdenken ein, ein Gebet wird gesprochen. Es ist das, was wir tun können. Wir beten für den Frieden, Woche für Woche – nicht mit vielen anderen zusammen, wie in den ersten Märzwochen 2022, sondern in kleiner Runde.
Der Wunsch nach Frieden ist schon sehr alt und immer geblieben. Der Prophet Sacharja ermahnt uns dazu. Der Apostel Paulus setzt ihn über alle Vernunft und schreibt ihn uns ins Herz. Auch wenn der Wunsch nach Frieden nur flackert wie ein kleines Licht, so wie unser Friedensgebet an jedem Donnerstag in kleiner Runde. Das kleine Licht des Friedens durchbricht die Finsternis von Krieg und Gewalt, es weckt Hoffnung auf eine friedliche Welt. Amen

Heiko Jadatz (Roßwein)

Impuls für Mittwoch, 04. Dezember 2024

Losung
O dass du auf meine Gebote gemerkt hättest, so würde dein Friede sein wie ein Wasserstrom und deine Gerechtigkeit wie Meereswellen.
Jesaja 48, 18

Lehrtext
Die Frucht der Gerechtigkeit wird gesät in Frieden für die, die Frieden stiften.
Jakobus 3, 18

 

Impuls für den Tag

Das geht ja gut los heute Morgen. Nichts Böses ahnend öffne ich mein Mail-Fach. Eine bitterböse Mail ist das Erste, was ich lese. Der Schreiber hat sich dafür viel Zeit genommen, obwohl er mir immer wieder versichert, dass er davon gerade gar keine hat. Auf zwei A4 Seiten sammelt sich geballter Ärger. Ich merke, wie mein Puls steigt. In mir regt sich heftiger Widerstand. Am liebsten möchte ich gleich darauf antworten. Jetzt, solange meine Argumente noch mit geballter Ladung und ordentlich Schusskraft zurückfliegen können. Was denkt der sich denn? Das Klingeln meines Telefons hindert mich daran. Es gibt noch mehr zu tun heute, nicht nur diese ärgerliche Mail. Ein, zwei Tage später nehme ich sie mir noch mal vor und antworte darauf. Kurz und bündig biete ich einen Gesprächstermin an. Die dicke Luft ist raus. Mein Kopf ist wieder in der Lage zu denken und zu sortieren. Trotzdem, ich merke, der Umgangston ist allgemein rauer geworden, aggressiver, auch in kirchlichen Kreisen. Wir machen da leider keinen Unterschied. Im Alten Testament heißt es: Wer Wind sät, wird Sturm ernten. Wir brauchen einen
anderen Samen. Einen, der nicht verletzt, sondern
weiterhilft. Eine Übungsaufgabe, auch für mich.

Bezirkskatechetin Angelika Schaffrin, Marbach

Impuls für Dienstag, 3. Dezember 2024

Losung
Samuel sprach zu Saul: Der Geist des HERRN wird über dich kommen; da wirst du umgewandelt und ein anderer Mensch werden.
1.Samuel 10,6

Lehrtext
Der Geist selbst gibt Zeugnis unserm Geist, dass wir Gottes Kinder sind.
Römer 8,16

Impuls für den Tag
Juhu, es ist wieder Advent! So werden sich sicher die meisten von uns freuen. Es ist ja auch eine wunderbare und so bedeutsame Zeit im Jahr: Wir erfreuen uns an all den Lichtern und anderen Symbolen und bleiben hoffentlich nicht dabei stehen, sondern bereiten uns auf Weihnachten vor: Eben darauf, das Gott selbst zu uns kommen will. Und genau da könnten wir doch einmal innehalten und an uns heranlassen, was das eigentlich ist: Gott wird uns Menschen gleich in dem neuen Erdenbürger in der Krippe. Ist uns das vielleicht denn doch zu nahe? Manchmal ist ja ein bisschen ganz persönliches Privatleben auch nicht schlecht… Da gilt’s, Acht zu geben, denn Gottes Geist, wenn wir ihn einmal in uns wirken lassen, verwandelt uns wirklich völlig, so dass wir andere Menschen werden, wie es dem späteren König Saul zugesagt wird. Wollen wir das? Haben wir den Mut dazu? Immerhin ist es eine spannende Reise mit vorerst ungewissem Ausgang außer dem, dass wir uns dann als Gottes Kinder, sogar als „Miterben Christi“ wiederfinden. Und dieses Ziel allein schon sollte uns aufbrechen lassen.

Friedemann Neef, Roßwein

Impuls für Montag, 2. Dezember 2024

Losung
Verlasst euch auf den HERRN immerdar; denn Gott der HERR ist ein Fels ewiglich.
Jesaja 26, 4

Lehrtext
Jesus spricht: Wer zu mir kommt und hört meine Rede und tut sie – ich will euch zeigen, wem er gleicht. Er gleicht einem Menschen, der ein Haus baute und grub tief und legte den Grund auf Fels.
Lukas 6, 47–48

Impuls für den Tag
Auf dem Fensterbrett in unserer Küche liegt ein kleiner Stein. Ein Bruchstück. Sehr alltäglich. Keiner besonderen Beachtung wert. Eigentlich. Aber dieser Stein ist besonders. Denn er ist der erste, den unsere Tochter am See aufgelesen hat und uns zum Mitnehmen gab. Vielleicht etwas zu gerührt sagte ich, den müssten wir aufheben. Nun liegt er auf dem Fensterbrett und bleibt im Vorbeigehen viele Male unbeachtet. Doch manchmal fällt er mir ins Auge und ich erinnere, weshalb der kleine Stein so besonders ist: Sicher, weil unsere Tochter es für mich ist; aber auch, weil er mich daran erinnert, dass Sie die Welt neu entdeckt und selbst das Einfache außergewöhnlich ist; weil er mich daran erinnert, dass die Welt voller Bruchstücke vom großen Felsen ist; und dass Momente mit ihr wie solche Bruchstücke sind; und dass das Meer der Zeit viel Abrieb vom großen Felsen in diese Welt spült und ich mich darauf verlassen kann, dass der Herr, der ewige Fels, nicht nur ein guter Grund ist, sondern sich auch beharrlich um mich schmiegt und sich hergibt, um mir nahe zu sein. Und wie ich so darüber nachdenke, merke ich: Auf dem Fensterbrett in unserer Küche liegt ein Adventsstein. Ein Bruchstück. Sehr besonders.

Sebastian Schirmer, Leipzig