Impuls für Dienstag, 30. September 2025

Losung
Mache dich auf, hilf uns und erlöse uns um deiner Güte willen!
Psalm 44, 27

Lehrtext
Der Gott aller Gnade aber, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus, der wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, aufrichten, stärken, kräftigen, gründen.
1.Petrus 5, 10

Impuls für den Tag
Heute denke ich an das alte Ehepaar von nebenan. Beide über 90, wohnen sie noch in ihrem eigenen Haus. Der Alltag ist beschwerlich geworden. Gesundheitlich sind beide schwer angeschlagen. Der Pflegedienst kommt und doch wird jeder Tag zur Last. Wie lange wird das noch gehen?
Ich denke an Julia. Sie ist eine wunderbare Mutter, alleinerziehend. Die Schule musste sie abbrechen als das Kind kam. Jetzt will sie ihren Abschluss schaffen und einen Beruf erlernen. Andere in ihrem Alter genießen das Leben, bereisen die Welt. Julia muss sich um ihren kleinen Sohn kümmern, für die Schule lernen, den Haushalt führen mit wenig Geld. Und das alles allein. Wie soll sie das nur schaffen?
Ich denke an Tommi aus der 3. Klasse. Er ist anders als die andern, zarter, kleiner, stiller. Außerdem ist er neu in der Klasse. Manchmal lachen die anderen über ihn. Das tut weh. Am liebsten ist Tommi mit Beppo zusammen, seinem Hund. Beppo versteht ihn wenigstens.
Für sie alle bete ich heute: Gott, schenke was sie heute brauchen. Stärke sie. Schenke ihnen ein Licht für diesen Tag. Und Menschen, die es gut mit ihnen meinem. Eine Bitte für alle, denen das Leben nicht nur Sonnenseiten beschert.

Bezirkskatechetin Angelika Schaffrin, Marbach

Impuls für Montag, 29. September 2025

Losung
Ich bin dein, hilf mir.
Psalm 119,94

Lehrtext
Plötzlich stand da der Engel des Herrn, und die ganze Zelle war von strahlendem Licht erfüllt. Der Engel weckte Petrus durch einen Stoß in die Seite und sagte: Schnell, steh auf! Da fielen Petrus die Ketten von den Händen.
Apostelgeschichte 12,7

Impuls für den Tag
Herr N. konnte nicht mehr. Einst war er glücklich gewesen. Aber das war vorbei, und er saß in dieser öden Zelle, auf seine Abschiebung wartend in ein Land, dass er nicht mehr kannte. Aus dem Land, in dem er gelernt hatte, sich wohlzufühlen. Aber die Meinung der Leute und die politische Lage hatten sich gedreht, und so fühlten manche sich von ihm bedroht, auch einige, die sich ihm stets freundlich gezeigt hatten. Wohl als Ausgleich sollte er nun dorthin, wo er selbst bedroht wurde und wo er gar nicht mehr zu Hause war. Er fühlte sich vollkommen leer, „versunken in tiefem Schlamm“, wie es ihm jetzt aus dem christlichen Psalm einfiel, den er in der Gemeinde kennengelernt hatte. Sie verehren Gott ja hier auf ihre Weise, und er hatte in dieser Art vieles entdecken können, was ihm gefiel und was er bestaunte. Ja, da hatte er sich heimisch gefühlt.
Jetzt, so ganz am Ende, betete es aus ihm heraus: „Ich bin dein. Hilf mir.“
Nach langem spürte er Erleichterung, und er ahnte: Gott würde mit ihm gehen, überallhin…

Friedemann Neef, Roßwein

 

Impuls für Sonntag, 28. September 2025

Losung
Der HERR behütet die Fremdlinge und erhält Waisen und Witwen.
Psalm 146, 9

Lehrtext
Vergesst die Gastfreundschaft nicht. Denn auf diese Weise haben manche, ohne es zu wissen, Engel als Gäste aufgenommen.
Hebräer 13, 2

Impuls für den Tag
Mahmoud aus Aleppo, hat hier Lesen gelernt und kennt die Straßen seiner Stadt besser als die zerstörten Wege seiner Kindheit. Nun sitzt er wieder auf gepackten Koffern, als wäre er nie angekommen, als wäre Ankommen keine Option. Er kennt die Straßen hier. Die Wege, die kommen, kennt er nicht.
Fariba aus Afghanistan, kocht Suppen für den Kindergarten und singt Lieder, die nach Wärme schmecken. Jetzt soll sie zurück in ein Land, das sie oft im Schlaf noch verfolgt.
Tesfay aus Eritrea, arbeitet, zahlt Steuern und lacht über deutsche Redewendungen, die er mühsam lernt. Gestern kam der Brief: Abschiebung. Keine Redewendung. Und schon gar nicht zum Lachen.
Ich kenne diese drei nicht. Aber sie sind da. Hier, in meiner Nachbarschaft. Hinter mir an der Ampel. Und auch bei dir. Vielleicht neben dir im Bus. Und dann höre ich: „Der HERR behütet die Fremdlinge, er erhält Waisen und Witwen.“
Ich bin sicher, der Herr sieht zu – gleich neben uns, hier und überall, in den Ländern Europas und genauso in den USA – er hat die Hände tief in den Himmel gestützt; in letzter Zeit hört man ihn häufig seufzen und dann schüttelt er schwer den Kopf.

Sebastian Schirmer, Leipzig

Impuls für Samstag, 27. September 2025

Losung
Fürchtet euch nur nicht und stärkt eure Hände!
Sacharja 8,13

Lehrtext
Jesus spricht: In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.
Johannes 16,33

Impuls für den Tag
Fürchtet euch nicht – diese Aufforderung zieht sich wie ein roter Faden durch die Heilige Schrift. Mit der Einzahl: Fürchte dich nicht findet sich diese Ermutigung 123 Mal in der Lutherbibel 2017.
Heute die Losung aus Sacharja 8,13: Fürchtet euch nur nicht und stärkt eure Hände!
Offensichtlich ist Angst eine wesentliche Eigenschaft von uns Menschen. Jesus kennt sie auch und sagt uns Menschen nicht, dass wir keine Angst haben dürfen, sondern dass wir getröstet sein sollen in aller Angst. Dieser Trost ist der Blick auf Jesus, denn er hat die Welt überwunden mit all ihrer Enge und Todesmacht.
Wir können uns den Glauben schenken lassen. Denn: Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. (1. Joh. 5,4)
Dieser Glaube kann unsere müden Hände stärken zur mutigen Tat, weil wir nicht ängstlich fragen müssen, ob wir was falsch machen. Denn in Christus sind auch unsere Fehler aufgehoben und vergeben, wenn wir sie bekennen und bereuen.

Michael Tetzner, Frohburg

Impuls für Freitag, 26. September 2025

Losung
Viele sagen von mir: Er hat keine Hilfe bei Gott. Aber du, HERR, bist der Schild für mich, du bist meine Ehre und hebst mein Haupt empor.
[Psalm 3,3-4]

Lehrtext
Einer aber unter den zehn aussätzigen Männern, als er sah, dass er gesund geworden war, kehrte er um und pries Gott mit lauter Stimme.
[Lukas 17,15]

Impuls für den Tag
„Na, wo ist denn nun Dein Gott?“ – fragt mich jemand in einer Situation, die zum Verzweifeln ist.
Auch bei uns, als Kinder unseres lebendigen Gottes, bleiben Leid, Schmerzen, Enttäuschungen und Krankheiten nicht aus. Manchmal ist es echt schwierig und Zweifel macht sich breit. Aber zeigt sich Gottes Liebe zu mir wirklich nur, wenn es mir richtig gut geht? Wenn ich gesund und reich bin, mir es bessergeht als allen anderen um mich herum?
In unserer Tageslosung – ein Psalm Davids – erkenne ich, dass Gott mir in jeder Situation nahe ist und beistehen wird. David ermutigt, dass mein Glaube und meine Hoffnung auf Gott mich durch jede Krise führen können.

Der 2. Teil unseres Wortes fasst dies noch einmal zusammen: „…du, HERR, bist der Schild für mich, du bist meine Ehre und hebst mein Haupt empor.“
Das wünsche ich uns allen heute, dass wir erhobenen Hauptes und voller Freude an DEM festhalten, der uns geschaffen hat und Tag für Tag erhält. Wir haben die beste Botschaft der Welt, nämlich die von der unendlichen Liebe und Barmherzigkeit des allmächtigen und heiligen Gottes. Amen.

Thomas Meyer, Roßwein

Impuls für Donnerstag, 25. September 2025

Losung
Siehe: Der die Berge gemacht und den Wind geschaffen hat, der dem Menschen sagt, was er im Sinne hat – er heißt »HERR, Gott Zebaoth«.
Amos 4,13

Lehrtext
Halleluja! König geworden ist der Herr, unser Gott, der Herrscher über das All.
Offenbarung 19,6

Impuls für den Tag
Wenn Gott sich in der Bibel den Menschen offenbart, ist das oft mit Bergen verbunden. Am Sinai hat Gott seine Gebote gegeben. Elia, den Propheten, hat er zum Berg Horeb geführt, um ihm seinen weiteren Weg zu zeigen. Vom Berg der Seligpreisungen hat Jesus zu den Menschen von der Liebe Gottes geredet. Und auf dem Hügel Golgatha stand sein Kreuz, das Christen zum Zeichen der Erlösung wurde.
Unser Leben beinhaltet Berge und Täler, Höhen und Tiefen. Aber die Geschichten von den Bergen der Bibel machen uns Mut für unser Leben. Die Gebote vom Sinai ordnen unser Leben bis auf den heutigen Tag, und welch Segen wäre es, wenn Menschen sich daran halten würden. Elia am Horeb ist Beispiel dafür, wie Gott Menschen durch seine Worte auch aus tiefster Depression befreien und neue Wege zeigen kann. Die Bergpredigt möchte das Leben der Christen tief prägen. Und wohl dem, der erkannt hat, dass die Rettung seines Lebens für Zeit und Ewigkeit auf Golgatha seinen Ursprung hat. Ja, Amos, der Prophet weiß schon, was er dem Gott zu verdanken hat, der die Berge gemacht hat.

Michael Karwounopoulos, Bad Urach

Impuls für Mittwoch, 24. September 2025

Losung
Hilf du uns, Gott, unser Helfer, um deines Namens Ehre willen! Errette uns und vergib uns unsre Sünden um deines Namens willen!
Psalm 79,9

Lehrtext
In seinem Namen wird allen Völkern Umkehr verkündigt werden zur Vergebung der Sünden.
Lukas 24,47

Impuls für den Tag
In deinem Namen.
Geschehen die besten und die furchtbarsten Dinge.
Geschieht gelebte Nächstenliebe, geschieht Begegnung, geschieht Heilung.
Geschieht aber viel zu oft auch Unrecht, Spaltung und Hass.
Dein Name wird gebraucht und missbraucht.
In deinem Namen.
Tun und sagen und hoffen Menschen verschiedenste Dinge.
Weil dein Name nicht nur irgendein Name ist, sondern für die ungreifbare Gänze deines Wesens steht.
Für deine Gegenwart, für deine Macht, für deine Zärtlichkeit.
In deinem Namen.
Will ich hoffen.
Auf Veränderung im Großen und Kleinen.
Auf Gerechtigkeit, Rettung und Vergebung.
Auf all das, was ich nicht selbst bewirken kann.
Auf deine Stärke inmitten meiner Schwäche.
Ich bete in deinem Namen, weil mein Name zu unbedeutend ist.
Und weil ich vertraue.
Auf all das, was dein Name für mich bedeutet.

von Christian Creutz aus Rostock

Impuls für Dienstag, 23. September 2025

Losung
Ich will euch von all eurer Unreinheit erlösen.
Hesekiel 36,29

Lehrtext
Gott hat uns nicht zur Unsittlichkeit berufen, sondern zu einem Leben in Heiligkeit.
1.Tess.4,7

Impuls für den Tag
Schwere Kost am Dienstagmorgen! Ein Leben in Heiligkeit – wer führt das schon? Das Bemühen steht sicher bei vielen im Vordergrund, aber da gibt es ja auch noch den Zwiespalt zwischen dem Denken und Wollen und dem Tun!
Hesekiel spricht in eine Zeit, in der das Volk Israel sich Land aneignete und danach eine Hungersnot erlebte. Anstelle eines Strafgerichts spricht Gott durch den Propheten Trost zu und eröffnet ihm eine neue Zukunft. Das Volk ist unrein geworden, hat auf andere Dinge gesetzt und nicht auf Gott vertraut. Gott aber will sich seinem Volk wieder zuwenden, denn der Text geht weiter: „…und will das Korn rufen und will es mehren und will keine Hungersnot über euch kommen lassen.“ Gott selbst will uns die Unreinheit abnehmen und für uns sorgen. Ich denke, auch heute werden uns Menschen begegnen, zu denen wir nicht unbedingt positiv stehen. Wir könnten aber ein bisschen heilig reagieren, wenn wir sie nicht gleich verurteilen und in Schubladen stecken. Wir könnten versuchen ihnen offen und einfühlsam zu begegnen – manchmal kommt einem dann ein Mensch näher und wird zum Nächsten. Der Versuch ist es wert!

Claudia Tetzner, Frohburg

Impuls für Montag, 22. September 2025

Losung
Was der HERR tut, das ist herrlich und prächtig, und seine Gerechtigkeit bleibt ewiglich.
Psalm 111,3

Lehrtext
Ich habe nicht meine eigene Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz kommt, sondern jene Gerechtigkeit durch den Glauben an Christus, die aus Gott kommt aufgrund des Glaubens.
Philipper 3,9

Impuls für den Tag
Der Mensch ist verantwortlich für das was er tut. „Adam, wo bist du?“ – „Mensch, wo bist du?“, rief Gott im Paradies, als dieser sich aus Scham und Angst vor ihm versteckte. Dann Gott stellte ihn zur Rede. Der Mensch hatte die herrlichen, prächtigen und gerechten Schöpfungsordnungen Gottes mit Füßen getreten. Die Folgen sind verheerend. Misstrauen, Angst und Scham beginnen zu wuchern und ihn in seinem Tun zu bestimmen. Anstatt sich zu seiner Schuld zu bekennen, beginnen die Ausreden und das Schuldabwälzen auf andere: „Die Frau, die du mir gegeben hast, die war es.“ Und so geht es weiter. Es sind immer die anderen schuld, bis heute. Oder es sind die Umstände, die bösen Eltern, die Politik, die Kirche, der Ehepartner.
Doch es bleibt dabei: Gott ruft jeden von uns zur Verantwortung. Wir sind verantwortlich für unser Leben und müssen die Konsequenzen für unser Handeln tragen. Im Großen und im Kleinen. Was hilft? Dass ich mit meiner Schuld und Versagen ans Kreuz zu Jesus komme und ihn um Vergebung bitte. Er schenkt mir seine Gerechtigkeit, völlig unverdient und gratis.

Renate Henke, Meißen

Impuls für Sonntag, 21. September 2025

Losung
Rut sprach: Bedränge mich nicht, dass ich dich verlassen und von dir umkehren sollte. Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott.
Rut 1,16

Lehrtext
Boas zeugte Obed; die Mutter war Rut. Obed zeugte Isai. Isai zeugte den König David. Jakob zeugte Josef, den Mann von Maria. Sie wurde die Mutter von Jesus, der Christus genannt wird.
Matthäus 1,5.6.16

Impuls für den Tag
Heute feiert die Diakonie Döbeln ihren Sonntag der Diakonie. Auf der Einladung steht „GEMEINSAM STATT EINSAM“. Dies passt besonders zu unserem heutigen Losungstext. Als Menschen sind wir soziale Wesen, die den Umgang mit anderen Menschen brauchen. So bewältige ich gemeinsam mit anderen Menschen Abschnitte meines Lebensweges. Mit der Kindergärtnerin die Kindergartenzeit, mit Mitschülern und Lehrern die Schulzeit und dann folgen Lebensabschnitts- partnerschaften und möglicher Weise Kinder. Diesen Losungstext haben meine Frau und ich uns damals gegenseitig zugesprochen, als wir uns vor vielen Jahren verlobt haben. Dies hat uns bei unserer Entscheidung füreinander gestärkt und getragen. So konnten wir diesen Sommer Silberhochzeit feiern. Diese Verbindlichkeit mag altmodisch sein, schafft jedoch in unserem Leben Stabilität – die wir uns oft wünschen. Hans Köbler dichtete folgendes Lied: „Ich möchte, dass einer mit mir geht, der’s Leben kennt, der mich versteht, der mich zu allen Zeiten kann geleiten. Ich möcht‘, dass einer mit mir geht.“
Amen

Martin Gotthelf Creutz, Döbeln