Impuls für Dienstag, 21. Oktober 2025

Losung
Abram zog aus, wie der HERR zu ihm gesagt hatte.
1.Mose 12,4

Lehrtext
So hat Gott auch uns berufen, nicht allein aus den Juden, sondern auch aus den Heiden.
Römer 9,24

Impuls für den Tag
‚Geh, Abraham, geh, mach dich auf den Weg…‘, dieses Lied haben wir früher in der Christenlehre mit Begeisterung gesungen. Auch wenn Abraham grad nicht Thema war, wurde sich dieses Lied oft gewünscht. Abraham bekommt von Gott den Auftrag, wegzugehen aus seinem Vaterland, in ein Land, das Gott ihm zeigen will, ein Land, dass Abraham nicht kennt. Er weiß nicht was ihn dort erwartet und doch geht er. Ob er einen Moment gezögert hat? Hat er nach dem ‚Warum‘ gefragt?
Warum verlassen wir unsere Heimatstadt, unser -dorf? Wegen der Ausbildung oder des Studiums, wegen der Liebe, wegen des Jobs, weil das Haus zu groß geworden ist und man nicht mehr allein zurechtkommt… Es gibt viele Gründe, doch fragen wir was Gottes Plan ist? Wo er uns gerade braucht?
Brauchen wozu? Um für andere da zu sein, sie spüren lassen, dass ER nahe ist. Anderen von Gott zu erzählen und ihnen zeigen, dass ein Leben mit IHM ein gutes Leben ist. Auch mal störend zu sein, wenn etwas total verquer läuft. Einladend zu sein für seine Gemeinde. Sie müssen nicht gleich umziehen und alles hinter sich lassen, aber ab und an zu fragen, warum bin ich hier und was ist meine Aufgabe, schärft den Blick fürs Wesentliche.

Sandra Barthel, Raußlitz

Impuls für Montag, 20. Oktober 2025

Losung
Seine Herrschaft wird sein von einem Meer bis zum andern und bis an die Enden der Erde.
Sacharja 9,10

Lehrtext
Wiederum führte der Teufel Jesus mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan!
Matthäus 4,8-10

Impuls für den Tag
Er will allein sein. Denn seinen Traum will er nur für sich genießen. Immer wieder wirft er den Ballon in die Höhe und fängt ihn graziös wieder auf. Er spielt mit der Welt nach seinen Spielregeln. Fast kindlich freut er sich, wie sie sich in seinen Händen dreht. Am Ende zerplatzt der Ballon – genau wie sein Traum, die Welt zu beherrschen.
Die eindrückliche Szene stammt aus dem Film „Der große Diktator“ mit Charlie Chaplin von 1940. Diese wenigen Minuten im Film zeigen deutlich: Die Welt ist kein Spielzeug des Menschen. Sie ist Gottes Schöpfung und Gott hält seine gütige und starke Hand darüber – „von einem Meer zum anderen, bis an die Enden der Erde“, wie es der Prophet Sacharja beschreibt.
Doch das reicht vielen nicht aus. Sie wollen die Welt zu ihrem Spielball machen. Auch Jesus sollte der Ball zugespielt werden. Doch da war der Gegenspieler an den falschen geraten. Jesus spielte das falsche Spiel nicht mit. Denn er wusste, dass Gott allein die Welt in seinen Händen hält und halten kann. Dieses Vertrauen soll auch uns helfen und schützen. Vor allem dann, wenn uns andere vorgaukeln, sie hätten die Welt im Griff. Amen.

Heiko Jadatz, Roßwein

Impuls für Sonntag, 19. Oktober 2025

Losung
Gott, schweige doch nicht! Gott, bleib nicht so still und ruhig! Denn siehe, deine Feinde toben, und die dich hassen, erheben das Haupt.
Psalm 83, 2-3

Lehrtext
Herr, sollen wir mit dem Schwert dreinschlagen?
Lukas 22, 49

Impuls für den Tag
„Warum! Warum lässt Gott das zu? Warum tut ER nichts?“ So fragen wir Menschen schon zu allen Zeiten. Und Gott schweigt. Zumindest hat man meist den Eindruck. Oder doch nicht? Vielleicht antwortet ER ganz anders? Vielleicht mit einer Gegenfrage: „Warum tut IHR nichts? Warum lasst ihr zu, dass Menschen, egal ob Klein oder Groß noch immer Gewalt angetan wird, sogar in der Kirche. Warum seid ihr genervt, wenn ihr daran erinnert werdet? Warum lasst ihr zu, dass Menschen, die nicht eurer Norm entsprechen ausgegrenzt, niedergemacht, bedroht werden? Warum habt ihr immer Angst zu kurz zu kommen? Ihr habt doch alles? Warum lasst ihr zu, dass die immer lauter und mächtiger werden vor denen ich euch doch schützen soll? Ich habe euch mit dieser Welt eine prima Ausgangsposition verschafft. Sie zu erhalten und zu gestalten, liegt auch an euch. Klein und verletzlich bin ich in diese Welt gekommen. Schon vergessen? Jedes Jahr zu Weihnachten feiert ihr meine friedliche Ankunft. Es braucht nicht immer das Schwert. Aber es braucht euch, euren Mut, eure wachen Sinne und eure Stimme. Ich tue meinen Teil dazu. Denn zusammen können wir unglaublich viel zum Guten bewegen. Verlasst euch drauf!“

Bezirkskatechetin Angelika Schaffrin, Marbach

 

Impuls für Samstag, 18. Oktober 2025

Losung
Bei dir, Herr, unser Gott, ist Barmherzigkeit und Vergebung.
Daniel 9,9

Lehrtext
In Jesus Christus haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade.
Epheser 1,7

Impuls für den Tag
Allˋ diese Begriffe scheinen uns kirchlich-vertraut — doch was bedeuten sie eigentlich?
Sünde als generelle Entfernung von Gott, unsere Verschiedenartigkeit zu ihm. Wir in unserer menschlichen Begrenztheit und Vergänglichkeit. Das zu verkennen, verwickelt uns noch mehr in unsere Beschränktheit.Es muss „bis aufs Blut“ gehen — auch unser Selbsterhaltungstrieb bindet uns ständig, setzt unsere Lebensziele falsch: Wenn Sterben nicht das Letzte ist, müssen wir zuvor auch nicht verkehrten Zielen hinterherhetzen.Wir können erlöst, losgelöst sein: Loslassen, was wir immerzu so krampfhaft festhalten, was scheinbar unser Menschsein ausmacht, uns aber nur an unserer eigentlichen Bestimmung hindert: Gott zuerst in allem zu suchen, uns Ihm ganz und gar anzuvertrauen und damit zufrieden zu sein.
Gott lädt uns dazu ein: Verfehlungen nicht das letzte Wort lassen, Fehler nicht nachtragen — statt anmassendes Rechten, Unbarmherzigkeit und Rachsucht herrschen zu lassen. Der Mensch, will er Gottes Ebenbild sein, braucht Vergebung für sich und die anderen.„Gnade vor Recht“ walten lassen: Eigentlich Zustehendes nicht einfordern, Vergangenes nicht konservieren und so stets Neuanfang ermöglichen.
Einander barmherzig, voller Mitleiden ansehen, großmütig sich selbst verschenken, das Gegenüber wichtiger nehmen als sich selbst.

Friedemann Neef, Roßwein

Impuls für Freitag, 17. Oktober 2025

Losung
Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn.
1. Mose 32, 27

Lehrtext
Da wurden Kinder zu Jesus gebracht, dass er die Hände auf sie legte und betete.
Matthäus 19, 13

Impuls für den Tag
Ich denke an Silke. Sie sitzt seit Wochen täglich im Krankenhaus am Bett ihrer Tochter. Sie hat eine dünne Decke auf einem unbequemen Stuhl, schläft manchmal kurz ein und wacht bei jedem Geräusch wieder auf. „Ich bleibe hier, bis es besser wird“, sagt sie, und ihr Blick lässt keinen Zweifel daran. Zwischen Geräten und Geruch von Desinfektion liegt ihre Hand auf der Hand ihres Kindes – eine leise, warme Brücke. Draußen wechseln die Tage. Drinnen ist Zeit anders. Stunden dehnen sich, Hoffnungen flackern, fallen und stehen wieder auf. Silke hält aus, nicht weil sie glaubt, alles verändern zu können, sondern weil sie ringen will – bis der Segen kommt, wie auch immer er aussehen wird.
„Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn.“
Und ich ahne, dass das schon Segen ist – zuerst für Silkes Tochter: Das Dasein und Bleiben, bis das Licht durch die Ritzen dringt. Das Warten, bis das Herz merkt, dass es gehalten wird. Und nicht aufzugeben, wenn die Dunkelheit noch dicht ist.
Ich stelle mir vor, irgendwo in diesem Warten legt Gott selbst die Hand auf ihre beiden Hände – beharrlich, zärtlich, eine leise, warme Brücke zwischen Himmel und Erde. Und plötzlich, vielleicht nur für Sekunden, fühlt es sich so an – wie Segen.

Sebastian Schirmer, Leipzig

Impuls für Donnerstag, 16. Oktober 2025

Losung
Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir und will dich segnen.
1.Mose 26,24

Lehrtext
Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen im Himmel durch Christus.
Epheser 1,3

Impuls für den Tag
Wieder ein Fürchte dich nicht-Satz in der Bibel. Sie erinnern sich vielleicht: Wie viele Mal kommen diese drei Worte in der Heiligen Schrift vor? Mit der Mehrzahl „Fürchtet euch nicht“ – Genau: 123 Mal.
Heute steht dieser Zuspruch gleich zu Beginn im ersten Buch der Bibel. Dieses Wort wird Isaak im Streit mit den Philistern vor fast 3.000 Jahren zugesagt. – Auch heute gibt es viel Grund zur Furcht: Krieg, Klimaveränderung, bedrohliche Lebenslagen. Fürchte dich nicht! Es sind nur drei kleine Worte. Auf sie folgen jedoch vier weitere: Ich bin mit dir. Die ersten drei Worte lösen uns aus dem Bann der Furcht. Mit den vier weiteren Worten tritt ein anderer in unseren inneren Raum ein und weitet ihn. Wir sind nicht allein. Gott ist bei uns. Sein Segen begleitet uns. Wir atmen durch. Nichts hat sich verändert, aber alles fühlt sich anders an. Fürchte dich nicht – das ist Zusage und Neuanfang. Drei kleine Worte, unscheinbar und ohnmächtig – wie das Jesuskind in der Krippe, den die Engel auf den Hirtenfeldern in Bethlehem mit einem Fürchte dich nicht als den Retter der Welt ankündigen.

Michael Tetzner, Frohburg

Impuls für Mittwoch, 15. Oktober 2025

Losung
Ihr sollt in Freuden ausziehen und im Frieden geleitet werden.
[Jesaja 55,12]

Lehrtext
Die 72 Jünger kehrten zurück und berichteten voller Freude: Herr, sogar die Dämonen gehorchen uns, wenn wir uns auf deinen Namen berufen. Jesus sagte zu ihnen: Ihr sollt euch nicht darüber freuen, dass euch die Geister gehorchen. Freut euch vielmehr darüber, dass eure Namen im Himmel aufgeschrieben sind.
[Lukas 10,17.18.20]

Impuls für den Tag
Diesen Impuls schreibe ich am 07. Oktober.
Genau vor 2 Jahren drang die islamistische Terrororganisation Hamas in Israel ein und verübte Morde, Folter, Vergewaltigungen und Raub. Über 1.200 Israelis wurden Opfer dieses brutalen, antisemitischen Massakers. Über 250 Menschen wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. 48 von ihnen befinden sich dort noch heute unter schlimmsten Bedingungen.
Statt einer weitreichenden Solidarität mit den Opfern, breitet sich stattdessen weltweit ein unerträglicher, täglich wachsender Judenhass aus – meist getarnt unter dem feigen Deckmantel vermeintlicher „Israelkritik“.
Lasst uns dem entschieden entgegentreten und der Opfer gedenken und niemals die Hoffnung aufgeben, dass alle Geiseln bald befreit werden.
Vorsichtige Friedensverhandlungen nehmen Gestalt an. Die Worte unserer heutigen Losung „Ihr sollt in Freuden ausziehen und im Frieden geleitet werden“, sagte damals Gott durch den Propheten Jesaja zu seinem Volk Israel, das schon ewig in Babylon in Gefangenschaft lebte. Und ich kann nur beten und hoffen, dass diese Prophetie in diesen Tagen wieder zur Realität wird. Amen.

Thomas Meyer, Roßwein

Impuls für Dienstag, 14. Oktober 2025

Losung
Du hast meine Seele vom Tode errettet, mein Auge von den Tränen, meinen Fuß vom Gleiten.
Psalm 116,8

Lehrtext
Eine Frau hatte den Blutfluss seit zwölf Jahren; die hatte alles, was sie zum Leben hatte, für die Ärzte aufgewandt und konnte von niemandem geheilt werden. Die trat von hinten heran und berührte den Saum seines Gewandes; und sogleich hörte ihr Blutfluss auf.
Lukas 8,43-44

Impuls für den Tag
Es war nur ein falscher Schritt, ein kleiner Fehltritt auf einer langen Wanderung, der den Sturz in die Tiefe verursacht hat. So mussten wir in der Gemeinde in diesem Sommer Abschied nehmen von einem treuen Mitarbeiter in Mission und Gemeinde, der sich ein Leben lang für Jesus und das Evangelium eingesetzt hatte in aller Treue, Demut und Bescheidenheit.
Und trotz der Tragik dieses Ereignisses für alle Angehörigen und die ganze Gemeinde war in der Trauerfeier viel davon die Rede, dass das Leben eines Christen nicht einfach entgleitet, dass es nicht durch einen Unfall beendet wird sondern letztlich in den Armen Gottes endet.
So kann ich dieses Psalmwort auch dann als Ermutigung verstehen, wenn nicht alles in meinem Leben glatt läuft, nicht alles gelingt und nicht alles wie gewünscht verläuft. Meine Seele ist bei Gott gut aufgehoben, egal was aus meinem Leib wird. Sicheren Schrittes werde ich durch mein Leben und vom Leben ins Sterben gehen, auch wenn meine Schritte mir unbeholfen vorkommen. Und wenn ich nur den Saum von Jesu Gewand innerlich berühre, wie es die Frau mit ihren Händen damals getan hat, so ist das doch Halt genug für mein Leben.

Michael Karwounopoulos, Bad Urach

Impuls für Montag, 13. Oktober 2025

Losung
So spricht der HERR: Dein Schaden ist verzweifelt böse, und deine Wunden sind unheilbar. Doch ich will dich wieder gesund machen und deine Wunden heilen.
Jeremia 30,12.17

Lehrtext
Ihr wisst: Jesus Christus ist gekommen, um die Sünden wegzunehmen. Er selbst ist ohne Sünde.
1.Johannes 3,5-6

Impuls für den Tag
Ich sehe deine unverarbeiteten schmerzhaften Erfahrungen.
Die kleinen und großen Traumata, die du mit dir herumträgst.
Und wie sie bestimmen, wie du die Welt und deine Mitmenschen wahrnimmst.
Ich sehe deine Traurigkeit und die Melancholie.
Die Tränen, die sonst keiner sieht.
Sehe die Ängste und Sorgen, die dich nachts aufwachen lassen.
Ich sehe nicht nur deine Narben, von denen du erzählst.
Nein, ich sehe auch deine Wunden, über die du nicht sprichst.
Deine Wunden sind unheilbar.

Ich kenne deine Schmerzen und die der Menschen um dich herum.
Ich habe sie selbst gespürt. An meinem Körper und tief in meiner Seele.
Ich kenne die Hölle, durch die du gerade gehst.
Ich war selbst dort.
Ich kenne die Ungerechtigkeit, denn ich war ohne Schuld.
Ich kenne dich und lass dich nicht im Stich.
Ich will deine Wunden heilen.

von Christian Creutz aus Rostock

Impuls für Sonntag, 12. Oktober 2025

Losung
Seine Macht ist ewig und vergeht nicht, und sein Reich hat kein Ende.
Daniel 7,14

Lehrtext
Jesus Christus ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit.
Hebräer 13,8

Impuls für den Tag
Leben wir nicht momentan in einer sehr schnelllebigen Zeit?!
Gerade bin ich mit dem Computer auf du und du, kommen KI und Zeitungen per online. Die Pakete werden per Paketsammelfach zugestellt, wo überall Passwörter gebraucht werden, die man auf anhieb wissen muss. Die App in der Kaufhalle ist ein Muss und wer nicht auf Tic Toc oder Facebook ist, ist völlig out!
Da tut es gut, wenn heute von einem Gott die Rede ist, der nicht vergänglich ist. Ein Gott, den meine Uroma schon kannte und zu ihm betete und den ich genauso anbeten und um Trost und Schutz bitten kann. Dem ich meine Nächsten bringen und meine Sorgen hin werfen kann, der mich kennt und dem ich wichtig bin und der nicht im nächsten Moment fragt, wie weit ich connected mit anderen bin.
Ja, ich bin froh, dass heute Sonntag ist.
So kann ich inne halten. So habe ich Zeit, brauche nicht hetzen, nichts leisten, kann heimkommen.
Vielleicht spricht mich heute ein Wort, ein Lied oder Gebetstext im Gottesdienst an, vielleicht treffe ich Freunde oder erlebe eine schön geschmückte Kirche zum Erntedank! Oder ich genieße die Schönheit der Herstnatur und ihre Farben. In jedem Fall kann ich Gott nahe sein und wissen: Er versteht mich, er kennt mich und ist mit mir unterwegs. In einem Gebet heißt es: „Gott, am siebten Tag hieltst du inne- nicht weil du müde warst, sondern weil das Innehalten heilig ist.“

Claudia Tetzner, Frohburg