Impuls für Montag, 5. Oktober 2026
Losung
Ich habe es gewagt, zu meinem Herrn zu reden, obwohl ich Staub und Asche bin.
1.Mose 18,27
Lehrtext
Die Frau entgegnete: Ja, Herr! Aber die Hunde fressen doch die Krümel, die vom Tisch ihrer Herren herunterfallen. Darauf antwortete Jesus: Frau, dein Glaube ist groß! Was du willst, soll dir geschehen!Matthäus 15,27-28
Impuls für den Tag
Abraham wagt es, mit Gott zu reden, obwohl er sich selbst nur als „Staub und Asche“ sieht. Und die kanaanäische Frau bleibt voller Vertrauen, obwohl sie Ablehnung erfährt. Beide kommen nicht aus eigener Stärke zu Gott, sondern mit einem demütigen und hoffenden Herzen.
Das erinnert mich an meine eigene Geschichte. In meiner Jugend habe ich eine Zeit erlebt, die von viel Abneigung geprägt war. In der Schule war ich eine Außenseiterin, heute würde man vieles davon Mobbing nennen. Damals fühlte ich mich verloren, hilflos und oft allein. Ich verstand nicht, warum mir das geschah, und hatte das Gefühl, die Last kaum tragen zu können.
Rückblickend erkenne ich jedoch etwas anderes: Ich war nie wirklich allein. Mein Herr Jesus hat mich durch diese schwere Zeit getragen. Er hat mich gestützt, wenn ich keine Kraft mehr hatte, mich bewahrt, wenn ich keinen Ausweg sah, und mich Schritt für Schritt hindurchgeführt. Was mich zerstören wollte, hat er verwandelt. Aus Wunden sind Erfahrungen geworden, aus Schmerz Mitgefühl und aus Schwäche neue Stärke. Heute darf ich als Sozialpädagogische Familienhelferin Jugendliche begleiten. Dabei merke ich immer wieder, wie Gott meine Geschichte gebraucht. Ich kann jungen Menschen sagen: „Ich weiß, wie sich Ausgrenzung anfühlt. Aber gib die Hoffnung nicht auf. Du bist wertvoll, du bist geliebt, und du kannst das schaffen.“ Denn der Herr, der mich getragen hat, trägt auch sie. Amen.
Christiane Ranft. Neugepülzig

