Impuls für Freitag, 27. Februar 2026

Losung
Ach, HERR, lass doch deine Ohren aufmerken, dass du das Gebet hörst, das ich jetzt vor dir bete Tag und Nacht für deine Knechte. (Nehemia 1,6)

Lehrtext
Sollte Gott nicht Recht schaffen seinen Auserwählten, die zu ihm Tag und Nacht rufen, und sollte er bei ihnen lange warten? Ich sage euch: Er wird ihnen Recht schaffen in Kürze. (Lukas 18,7-8)

Impuls für den Tag
Ich hab noch ein Bitte, sagt sie am Ende. Können wir noch zusammen beten? Natürlich, sage ich und falte meine Hände. Gerade waren wir noch ganz munter im Gespräch. Es musste ja einfach mal alles erzählt werden, was so auf der Seele lag. Es waren bewegte Wochen: Notarzt, Krankenhaus, Kurzzeitpflege. Und dann die langsame Gewissheit: es geht nicht wieder zurück nach Hause. Der Sohn hat sich sofort um einen Platz im Pflegeheim gekümmert. Sie wollte unbedingt ein Einzelzimmer, möglichst mit Blick ins Grüne. Nun sitzen wir im kleinen Zimmer, das nun ihr zu Hause ist. Der Schrank mit dem Fernseher und der Sessel mit dem Hocker erinnern an alte Zeiten.
Jetzt ist es ganz still. Ich beginne zu beten. Sie sitzt andächtig daneben. Gemeinsam legen wir ihre Zeiten in Gottes Hand. Der Weg, der hinter ihr liegt. Die Zeiten, die jetzt kommen werden. Dank und Bitte wechseln sich ab. Ihr Amen am Ende klingt wie ein Aufatmen. Jetzt geht es ihr schon besser, sagt sie und die Lebensfreude strahlt für einen Moment in ihrem Gesicht auf.
Wie gut, denke ich, dass wir beten können – darauf vertrauen, dass Gott unsere Gebete hört, dass seine Ohren aufmerken. Besonders dann, wenn sich das Leben dreht und unser Rufen zu Gott nötigen Halt gibt. Amen.

Heiko Jadatz (Roßwein)