Impuls für Sonntag, den 23. Juli 2023

Losung
Du, HERR, segnest die Gerechten, du deckest sie mit Gnade wie mit einem Schilde.
Psalm 5,13

Lehrtext
Wer aus Gott geboren ist, den bewahrt er und der Böse tastet ihn nicht an.
1.Johannes 5,18

Impuls für den Tag
Heute lade ich Sie ein zu singen:

1) Es kennt der Herr die Seinen
und hat sie je gekannt,
die Großen und die Kleinen,
in jedem Volk und Land.
Er lässt sie nicht verderben,
er führt sie aus und ein;
im Leben und im Sterben
sind sie und bleiben sein.

2) Er kennet seine Scharen
am Glauben, der nicht schaut
und doch dem Unschaubaren,
als säh er ihn, vertraut,
der aus dem Wort gezeuget
und durch das Wort sich nährt
und vor dem Wort sich beuget
und mit dem Wort sich wehrt.

3) Er kennt sie als die Seinen
an ihrer Hoffnung Mut,
die fröhlich auf dem einen,
dass er der Herr ist, ruht.
In seiner Wahrheit Glanze
sich sonnet frei und kühn
die wunderbare Pfanze,
die immerdar ist grün.
(Philipp Spitta) – EG 358

Renate Henke, Pfarrerin in Meißen

Impuls für Samstag, den 22. Juli 2023

Losung
Das ist der HERR, auf den wir hofften; lasst uns jubeln und fröhlich sein über sein Heil.
Jesaja 25,9

Lehrtext
Es ist der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.
Hebräer 11,1

Impuls für den Tag
Du schaffst das schon, du schaffst das schon, du schaffst das ganz alleine. So schreibt es Rolf Zuckowski in einem Lied, welches unsere Kinder gern hörten. Hier beschreibt er wie ein Kind namens Meike seine ersten Schritte wagt und schließlich wie sie von dem Satz durch die Herausforderungen ihres Lebens getragen wird. Was hier als kindliche Eigenschaft beschrieben wird, das Vertrauen in etwas bzw. etwas zu schaffen gibt uns Paulus mit auf dem Weg.
Wenn wir mit Zuversicht glauben, dann können wir in schwierigen Situationen besser zurecht kommen. Wir können gelassen in diesen Situationen agieren und leben.
Es ist unser Privileg als Christen, diese Zuversicht zu haben, zu wissen, dass alles was in unserem Leben passiert, von unserem liebenden Gott gesehen wird und er uns im Blick hat. Gott schickt uns auch in schwierige Situationen, er ist aber bereits schon da und kommt uns zur Hilfe zum Heil. Da können wir nur jubeln über unseren Gott.
Amen

Martin Creutz, Döbeln

Impuls für Freitag, den 21. Juli 2023

Losung
Als sich die Stimme der Trompeten, Zimbeln und Saitenspiele erhob und man den HERRN lobte: »Er ist gütig, und seine Barmherzigkeit währt ewig«, da erfüllte die Herrlichkeit des HERRN das Haus Gottes.
2.Chronik 5,13.14

Lehrtext
Die heilige Stadt, das neue Jerusalem, bedarf keiner Sonne noch des Mondes, dass sie ihr scheinen; denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie, und ihre Leuchte ist das Lamm.
Offenbarung 21,2.23

Impuls für den Tag

Um das Jahr 950 v. Chr. baute der König Salomo in Jerusalem den ersten Tempel. Bis dahin diente ein Zelt als Heiligtum. Es muss ein gigantisches, prächtiges Fest gewesen sein, als dieser Tempel eingeweiht wurde. Massen waren gekommen um das zu erleben und mehrere Tage oder Wochen zu feiern. Die Rede ist auch von einem riesigen Chor und Orchester – und es klang wie EINE Stimme. Und genau in diesem Moment, als alle in Einheit Gott die Ehre geben, ist Gott mit Seiner Herrlichkeit anwesend – was muss das für ein bewegendes Erlebnis gewesen sein! Keiner, der meckert oder kritisiert, alle haben nur das eine gemeinsame Ziel.
Kann es sein, dass wir in unseren Gemeinden und in unserem Leben deshalb so wenig von Gottes Gegenwart und Seiner Kraft spüren, weil wir zu selten gemeinsam und in Einigkeit Gott die alleinige Ehre geben? Weil wir stattdessen nur damit beschäftigt sind, uns zu verwalten und jeder sein „eigenes Süppchen kocht“? Dort, wo Menschen ungeachtet von Hautfarbe, Tradition, Geschlecht und Herkunft gemeinsam musizieren und singen ahnt man etwas von der Kraft dieser Einheit. Wenn sie es dann noch gemeinsam zum Lob Gottes tun, umso mehr.

Almut Bieber, Arnsdorf

Impuls für Donnerstag, den 20. Juli 2023

Losung
Bei Gott ist mein Heil und meine Ehre.
Psalm 62,8

Lehrtext
Jesus sprach zu der Frau: Meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Geh hin in Frieden!
Lukas 8,48

Impuls für den Tag

Seit ein paar Tagen sind wir in Südtirol unterwegs. Zur Zeit wohnen wir auf einem Campingplatz in Jenesien. Das ist ein Ort etwas oberhalb von Bozen. Der Blick zu den Dolomiten ist grandios. Besonders am Abend erstrahlen die Berge im Glanz der Sonne. Mit diesem Blick vor den Augen schmecken Kaffee und Brötchen noch viel besser als sonst. Diese Berge erinnern mich daran, wie genial unser Gott ist. Er hat die ganze Welt geschaffen. Aber sie funktioniert nicht nur. Sie ist schön. Und genau wie Berge und Sonne bin ich ein Teil seiner Schöpfung. Es ist ein Privileg zu sein, wie es in einem Lied heißt. Und bei ihm ist mein Heil und meine Ehre, wie es in der Losung für heute heißt. Ihm habe ich alles zu verdanken, was ich bin und habe. In wenigen Tagen werden wir wir wieder zu Hause sein. Seine Schönheit und die Schönheit seiner Werke kann man nicht nur im Urlaub entdecken. Vielleicht wird dieser Urlaub ja ein Anstoß, wieder mehr mit offenen Augen für seine Schönheit durch den Alltag zu gehen. Amen.

Jörg Matthies, Marbach

Impuls für Mittwoch, den 19. Juli 2023

Losung
Gott, gedenke an deine Gemeinde, die du vorzeiten erworben und dir zum Erbteil erlöst hast. (Psalm 74,2)

Lehrtext
Jesus spricht: Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen. (Matthäus 18,20)

Impuls für den Tag

In der Kirche Niederstriegis sind die Sitzplätze in den Bankreihen nummeriert. Auf den Emporen sind an manchen Stellen kleine Namensschilder zu finden. Außerdem gibt es verglaste Logen im Altarraum. Die Kirche wurde vor über 170 Jahren neu gebaut – mit der Begründung, dass die bisherige Dorfkirche zu klein geworden ist. Es heißt, die Leute mussten Leitern außen anstellen, um durch die Fenster den Gottesdienst verfolgen zu können. Mit der neugebauten Kirche und den vielen Sitzplätzen und Logen sollte nun Abhilfe geschaffen werden. Nur einer hatte damals etwas gegen das Bauprojekt: der Pfarrer. In einem Brief entschuldigt er sich bei seiner Nachwelt für den unmöglich großen Kirchenbau. Den Brief fanden wir vor einigen Jahren hoch oben im Turmknopf.
Schon Jesus mahnte damals zur Genügsamkeit, wenn Menschen im Glauben zusammenkommen. Ein kleiner Kreis reicht aus – zwei, drei Leute und schon sitzt Jesus mitten unter uns. Der Ort ist dafür nicht so entscheidend. Es muss nicht unbedingt eine Kirche sein, mit ausreichend Platz. Wichtig ist, was uns verbindet: unser Glaube an Jesus Christus, Gottes Sohn. Amen

Pfarrer Heiko Jadatz (Roßwein)

Impuls für Dienstag, 18. Juli 2023

Losung

Lobt Gott für seine Taten, lobet ihn in seiner großen Herrlichkeit!                                                                 Psalm 150, 2

Lehrtext

Gottes unsichtbares Wesen – das ist seine ewige Kraft und Gottheit – wird seit der Schöpfung der Welt, wenn man es wahrnimmt ersehen an seinen Werken.                                                                                        Römer 1, 20

 

Impuls für den Tag

Wenn man auf der A17 Richtung Pirna fährt sieht man schon bald in der Ferne die Berge der Sächsischen Schweiz, den Lilienstein, den Königstein, ganz in der Ferne den Schneeberg und einige mehr. Dieser Moment ist für mich immer besonders. Ich liebe es auch über das Meer zu schauen und die Weite zu genießen. Manchmal bei einer steifen Brise, die mich erahnen lässt welche Kräfte hier wirken können. Gern gehe ich spätabends auf den Friedhof, wenn sonst kaum noch jemand zu erwarten ist. Dann sitze ich dort und kann in die Stille hineinhorchen. Manchmal brummeln noch ein paar späte Käfer. Manchmal klappern die Gießkannen, wenn sich doch noch jemand hierher verirrt hat. Es sind besondere Momente, die sich nicht beschreiben lassen und die ich nur wahrnehme, wenn ich mir dafür die Zeit nehme und es zulasse. Es gibt viele solcher Momente. Sie zeigen mir wie besonders das Leben und alles was dazugehört ist. Momente, in denen ich zur Ruhe komme, die mich aufwecken aus dem täglichen Trott. Ich glaube es gibt viel mehr davon als wir denken und sie sind ein Geschenk des Schöpfers an uns. Was sind eigentlich Ihre besonderen Momente?

Bezirkskatechetin Angelika Schaffrin, Marbach

Impuls für Montag, 17. Juli 2023

Losung
Wenn ich auch noch so viele meiner Gebote aufschreibe, so werden sie doch geachtet wie eine fremde Lehre.
Hosea 8,12

Lehrtext
Jesus spricht: Wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute.
Matthäus 7,24

Impuls für den Tag

Durch den Propheten Hosea klagt Gott über sein Volk, das – von ihm abgewandt – nun unter den Folgen dieser Gottferne leidet. Zum Teil kann man diese Sätze 1:1 auf unsere Zeit übertragen.
Und auch Jesus ist ja seinerzeit mit seiner Botschaft von der wahren Weisheit nicht gerade auf ungeteilte Anerkennung gestoßen.
So ist und bleibt es wohl stets: Wir Menschen kümmern uns immer zuerst um das Sinnfällige, das, was uns vor Augen steht, wir füllen unsere Lebenszeit mit allen möglichen Vorhaben, verbringen sie (ein verräterisches Wort übrigens, wie etwa „Zeitvertreib“!) in lauter Zwängen. Aber es gibt kein „richtiges Leben im falschen“: Wenn der ganze Grund nicht stimmt, wenn wir alles auf Sand bauen, dann muss unser Lebensgebäude früher oder später einstürzen. Das ist keine Drohung eines zornigen eifersüchtigen Überwesens, sondern die logische Folge unseres Daseins fern von einem liebenden Gott, der uns das lediglich in seiner Sorge um uns stets vor Augen hält. Dieser liebenden Fürsorge können wir uns als freie Menschen natürlich auch entziehen. Jesus, Personifikation dieser Liebe, erinnert uns allerdings daran, dass das nicht besonders klug wäre.

Friedemann Neef, Roßwein

Impuls für Sonntag, 16. Juli 2023

Losung
Gott der HERR wird die Tränen von allen Angesichtern abwischen.
Jesaja 25,8

Lehrtext
Jesus spricht: Eure Traurigkeit soll zur Freude werden.
Johannes 16,20

Impuls für den Tag

Emilia sitz auf der Treppe vor dem Schulgebäude. Dicke Tränen rinnen die Wangen hinunter. Sie versucht angestrengt, das Schluchzen zu unterdrücken. Es klappt nicht. Ihre Nase läuft. Sie wischt sie sich am Ärmel ab. Ist jetzt auch egal, wie das aussieht, denkt sie kurz. Dann erschrickt sie innerlich ein bisschen. Wie durch einen Schleier erkennt sie zwei Schuhe neben sich. Jemand setzt sich neben sie. So nah, dass sie die Wärme ein bisschen spüren kann. Dann hält ihr eine zarte Hand ein Taschentuch hin. Sie greift zu. Aber die Person neben ihr sagt nichts. Sie sitzt nur da. Ganz nah. Emilia trocknet ihre Tränen. Das musste jetzt mal raus. Die Situation Zuhause, die Blicke in der Schule, das wurde zu schwer für ihr Herz. Aber darüber sprechen mag sie auch nicht. Noch nicht. Jetzt nicht. Sie nimmt das Taschentuch aus dem Gesicht und knüllt es in der Hand. Schon sieht sie ein zweites herüber gereicht. Sie greift zu und schnäuzt. Jetzt geht es erstmal. Emilia sieht auf und dreht den Kopf ein wenig. Neben ihr sitzt Frau Gruner, die Hausmeisterin. Sie lächelt sacht. Dann sagt sie: „Da hängt noch eine Träne an deiner Wange. Darf ich die abwischen?“ Emilia nickt. Dann lächelt sie auch ein bisschen. Und Gott? Der auch.

Sebastian Schirmer, Leipzig

Impuls für Samstag, 15. Juli 23

Losung
Gott hat mein Elend und meine Mühe angesehen.
[1.Mose 31,42]

Lehrtext
Paulus schreibt: Ihr wisst, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn.
[1.Korinther 15,58]

Impuls für den Tag

Was denken Sie, wer wird unseren heutigen Spruch gesagt haben? War es beispielsweise Hiob, Sarah, Paulus, Jona oder David? Allen wurde einiges zugemutet. Leidvolle Erfahrungen haben ihr Leben geprägt. Bei allen kann aber auch gesagt werden, dass sie sich darum bemüht haben, auf dem rechten Weg zu bleiben.
Vielleicht haben Sie in oder nach einer leidvollen Zeit das auch schon erfahren und können nun sagen: ŒGott hat mein Elend und meine Mühe angesehen., so wie Jakob. Von ihm stammt übrigens dieser Ausspruch, und nicht von Hiob, Sarah, Paulus, Jona oder David.
Jakob müht sich jahrelang ab. Er fühlt sich ausgenutzt und ist bedrückt. Das will er sich nicht mehr bieten lassen. Er bricht auf und macht sich auf den Weg. Er spürt und weiß, Gott ist mit ihm. Jakob weiß sich mit Gott verbunden, gerade in seinem Elend. Deshalb kann er sich auch gegen alle Widerstände für einen neuen Weg entscheiden.
Es ist diese Kraft, die ganz unterschiedliche Menschen aufstehen und aufbrechen lässt. Menschen wie Jakob, Hiob, Sarah, Paulus, Jona und David. Und Menschen wie Sie und ich.
Amen.

Thomas Meyer aus Roßwein

Impuls für Freitag, 14. Juli 2023

Losung
Du bist ein heiliges Volk dem HERRN, deinem Gott, und der HERR hat dich erwählt, dass du sein Eigentum seist, aus allen Völkern, die auf Erden sind.
5.Mose 14,2

Lehrtext
Denn ihr alle seid Kinder des Lichtes und Kinder des Tages. Wir sind nicht von der Nacht noch von der Finsternis.
1.Thessalonicher 5,5

Impuls für den Tag

Heute jährt sich der Tag, an dem in Paris der Sturm auf die Bastille stattfand. Das empörte französische Volk hat mit dieser Aktion die Weltgeschichte verändert. Im Nachgang zur französischen Revolution entstanden in ganz Europa Nationalstaaten. Dabei sollte in Frankreich auch die Religion abgeschafft werden. Ein Volk, das seine Geschicke selbst bestimmt, wollten die Franzosen sein. Manches hat sich nach dem Sturm auf die Bastille verändert, aber die Religion konnte man nicht abschaffen.
Auch das Volk Israel wollte Gott in seiner Geschichte zuweilen loswerden. Es wollte ihn ersetzen durch Goldene Kälber oder man hatte die Meinung, es geht auch mit eigener Kraft. Und doch steht Gott immer wieder zu seinem Volk. Das Gute ist: Gott will seine Menschen eben nicht loswerden. Aus dieser Gnade leben wir bis heute. Immer wieder setzen wir uns von Gott ab, gehen eigene Wege, wollen ihn aus unserem Leben verbannen. Und am Ende merken wir: Die Verheißung ist stärker als unsere Revolution gegen Gott. Wie gut, solch einen Gott zu haben, der die, die an ihn glauben, als sein Volk ansieht – bedingungslos!

Dekan Michael Karwounopoulos/Bad Urach