Impuls für Samstag, 26.11.22

Losung
Ich werde wandeln vor dem HERRN im Lande der Lebendigen.
Psalm 116,9

Lehrtext
Gott aber ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden; denn ihm leben sie alle.
Lukas 20,38

Impuls für den Tag

Am vergangenen Sonntag war Ewigkeitssonntag – auch Totensonntag genannt. An Gräbern und Gedenkstätten sowie in Gottesdiensten wurde der Verstorbenen in besonderer Weise gedacht. Und möglicherweise ist dieser Tag ja auch der einzige Tag, an dem wir uns mit dem Tod und der eigenen Endlichkeit befassen, denn lieber verdrängen wir diese Gedanken. Die Bibel lässt jedoch keinen Zweifel daran, dass mit dem Tod nicht alles aus ist und es ein Weiterleben in der Ewigkeit gibt. Im ersten Brief an die Korinther, Kapitel 15, bringt Paulus eine beeindruckende Argumentationskette für die Auferstehung – lesen Sie es gern einmal in eine modernen Bibelübersetzung nach. Ohne die Auferstehungshoffnung wären wir wirklich arm dran und unser Leben wäre nichtig.

Im Himmel gibt es keinen Friedhof. Gott geht nicht von Grab zu Grab. Gott hat Abraham vor sich, Jakob, Isaak, Mose und Elia – und Reinhard, Ilse, Lothar, Renate, Günther, Martin, meine Großmutter und meinen Großvater – alle, die mit Jesus an ihrer Hand gestorben sind. Und sie sind quicklebendig. Und ich freue mich darauf, sie eines Tages wiederzusehen und mit ihnen für immer in Gottes Nähe zu sein.

Almut Bieber, Arnsdorf

Impuls für Freitag, 25. November 2022

Losung
Der HERR gibt die Sonne dem Tage zum Licht und bestellt den Mond und die Sterne der Nacht zum Licht; er bewegt das Meer, dass seine Wellen brausen.
Jeremia 31,35

Lehrtext
Wir haben nur einen Gott, den Vater, von dem alle Dinge sind und wir zu ihm, und einen Herrn, Jesus Christus, durch den alle Dinge sind und wir durch ihn.
1. Korinther 8,6

Impuls für den Tag

In alten Zeiten galten die Sonne, der Mond und die Sterne als Götter. Soweit ich weiß, ist der Name des ägyptischen Sonnengottes Ra. Aber auch andere Religionen verehrten die Gestirne. Irgendwie kann ich das auch verstehen. Sonne und Mond sind bis heute geheimnisvoll und nötig für unser Überleben auf der Erde. Die Menschen früher haben das vermutlich schon geahnt. Umso erstaunlicher ist deshalb die Sicht der Bibel auf unser Zentralgestirn und den Erdtrabanten. Selbst die ältesten Texte der Bibel machen das deutlich, was wir auch in der Losung für heute lesen: Die Sonne und der Mond sind keine Götter. Sie sind Lampen! Der HERR hat die Sonne für den Tag und den Mond für die Nacht gemacht. Warum legt Jeremia und mit ihm viele Autoren der Bibel so großen Wert darauf? Der Grund ist einfach: Sonne und Mond hören keine Gebete. Sie helfen nicht in der Not. Sie ziehen ihre Bahnen in den Weiten des Alls, ob es mir nun gut oder schlecht geht. Aber der HERR lebt. Er interessiert sich für mein Leben und er erhört Gebete. Ihm, dem wahren Gott, dürfen wir vertrauen, heute und an jedem Tag. Amen.

Jörg Matthies, Marienkirchgemeinde im Striegistal

Impuls für Donnerstag, 24. November 2022

Losung
So spricht der HERR: Ich habe dich erhört zur Zeit der Gnade und habe dir am Tage des Heils geholfen. (Jesaja 49,8)

Lehrtext

Jesus spricht: Sehet, das Reich Gottes ist mitten unter euch. (Lukas 17,21)

Impuls für den Tag

Seit Wochen werden schon Adventskalender verkauft. In ein paar Tagen kommen sie dann zum Einsatz. Vorbei die Zeit, wo hinter einem Türchen ein buntes Bild zum Vorschein kommt. Vom Teebeutel über Socken, Parfüm und Spielfiguren bis hin zu Bierflaschen und Grillgewürzen – für jeden Geschmack und jedes Interesse ist hier etwas im Angebot. So unterschiedlich die Menschen sind, so unterschiedlich gehen sie mit ihrem Adventskalender dem Weihnachtsfest entgegen.

In biblischen Zeiten war das völlig anders. Dort hatten die Menschen die Sehnsucht, dass Gott den Retter der Welt, den Messias, zu ihnen sendet. Wie bei einem Adventskalender öffneten dabei die Propheten mit ihren Weissagungen Türchen für Türchen, um diesen Tag des Heils anzukündigen. Das ließ die Menschen hoffen und sie träumten von der Heilszeit. Von dieser Hoffnung und diesen Träumen lass ich mich gern mit hineinnehmen. Besonders die Adventszeit lädt dazu ein: Ich kann entdecken, dass Gottes Gnade und Heil nicht weit entfernt sind, sondern schon mitten unter uns.
Amen.

Pfarrer Heiko Jadatz (Roßwein)

Impuls für Mittwoch, 23. 11.2022

Losung
Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe!       Psalm 24, 7

Lehrtext
Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden: denen, die an seinen Namen glauben. Johannes 1, 12

Impuls für den Tag

Vor wenigen Wochen musste die Welt Abschied nehmen von Queen Elisabeth II. Diese kleine starke Frau hat in 70 Jahren auf dem Thron ihr Land und die Welt geprägt. Unzählige Menschen nahmen von ihr Abschied. Regierungschefs vieler Länder kamen zur Trauerfeier oder bekundeten ihre Anteilnahme. Was für eine Königin. Vielleicht hätte sie sich ihren letzten Weg etwas ruhiger gewünscht. Aber sie war nicht irgendwer, sie war die Queen. Wenn wir am 1. Advent wieder den Psalm 24 beten, dann weist er uns auf einen anderen König hin. Er wurde in einem Stall geboren. Sein ganzes Leben war alles andere als königlich und als er starb beweinten ihn nur wenige. Und doch hat er die Welt geprägt wie kein anderer. Seine Worte und Taten haben Kraft und Bedeutung bis heute. Die Menschen, die an seine Krippe kamen, gingen verändert und froh wieder davon. Und die, die ihn zuerst beweinten jubelten nach Ostern: ŒDer HERR ist auferstanden!. Sein Königreich ist anders als wir es uns vorstellen. Es hat Bestand über alle Zeiten hinweg. Seine Zusagen gelten noch immer. Warum sonst feiern wir zu Weihnachten seinen Geburtstag bis heute. Er verlangt nicht viel, nur, dass wir ihm vertrauen.

Bezirkskatechetin Angelika Schaffrin aus Marbach

Impuls für Dienstag, 22. November 2022

Losung
Der das Leben seiner Getreuen behütet, wird sie retten aus der Hand der Frevler.
Ps 97,10

Lehrtext
In allem erweisen wir uns als Diener Gottes: in Schlägen, in Gefängnissen, in Aufruhr, in Mühen, im Wachen, im Fasten, in Ehre und Schande; in bösen Gerüchten und guten Gerüchten, als Verführer und doch wahrhaftig; als die Unbekannten und doch bekannt; als die Sterbenden, und siehe, wir leben.
2. Kor 6,4.5.8.9a

Impuls für den Tag

Der Apostel Paulus verteidigt gegenüber den Christen in Korinth sein Amt – aber, was er da sagt, gilt für uns alle, denn wir alle, die wir an ihn glauben, sind Gottes Diener. Da gilt auch für uns zunächst die Zusage des Psalmworts, dass Gott uns behütet und errettet. Er ist immer um uns und wir gehören stets zu ihm – in allen Lebenslagen, von denen Paulus ja einige anführt. Das ist ein großer und stärkender Zuspruch, denn also kann uns nichts und niemand aus Gottes Hand reißen.
Aber, so finde ich, es steckt noch etwas in diesen Worten: Weil wir immer und in jeder Lage Gottes Diener sind, müssen wir uns gar nicht verrenken, all‘ den Tiefen unseres Lebens und unserer Zeit zu entgehen, müssen wir keine Fassaden aufbauen, um Ansehen buhlen, uns gemein machen, überall dazu gehören wollen, neidisch sein oder uns benachteiligt fühlen: Wenn Gott wirklich bei uns ist (und so wir es zulassen wollen, ist Er es ja!), dann sind wir in dieser Welt zwar natürlich „die Sterbenden“ (wie alle Menschen), aber „siehe, wir leben“ (wie alle die, die eben nicht von dieser Welt sind).
Lassen wir uns doch also wirklich an Gottes Gnade genügen!

Friedemann Neef (Roßwein)

Impils für Montag, 21. November 2022

Losung
Wir demütigen uns vor unserm Gott, um von ihm den rechten Weg zu erbitten.
Esra 8,21

Lehrtext
Jesus spricht: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.
Johannes 14,6

Impuls für den Tag

Wenn ich mich vor DIR, mein GOTT, demütige, weiß ich, wie groß du bist. Und ich weiß, wie unbeholfen ich oft bin.
Darum bekenne ich vor dir meine Schuld:
An mir selbst, an anderen, an der Welt, an DIR.
Wo ich hätte reden sollen, habe ich geschwiegen. Wo ich hätte schweigen sollen, habe ich mich im Geschwätz verloren. Wo ich hätte aufstehen sollen, habe ich gekuscht. Wo ich hätte hinschauen sollen, habe ich mich abgewendet. Wo ich hätte handeln sollen, war ich untätig. Wo ich hätte erkennen sollen, wollte ich nicht sehen. Vergib mir, GOTT. Vergib, wo ich schuldig geworden bin – an mir selbst, an anderen, an der Welt, an DIR. Amen.
[nach: Aline Kellenberger, 2017]
Dieses Bekenntnis aus einem Papier der schweizer ev.-reformierten Kirchen ist nur eines von vielen. Sie gehören ins Stammbuch christlicher Liturgie – nicht nur im Gottesdienst, sondern auch in den Gottesdienst des Alltags. Denn Demut hilft mir, meinen Weg in ein anderes Licht zu rücken. An diesem und den kommenden Tagen womöglich schon das Licht des Advents. Vielleicht will jenes Gebet auch Ihres werden, um danach den rechten Weg von IHM zu erbitten.

von Pfarrer Sebastian Schirmer aus Bockendorf

Impuls für Sonntag, 20.11.22

Losung
– Ewigkeitssonntag –
Kehrt um, ihr abtrünnigen Kinder, spricht der HERR, denn ich bin euer Herr! Und ich will euch holen und will euch bringen nach Zion.
[Jeremia 3,14]

Lehrtext
Der Sohn machte sich auf und ging zu seinem Vater. Er war noch weit weg, da sah ihn sein Vater schon und fühlte Mitleid, und er eilte ihm entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn.
[Lukas 15,20]

Impuls für den Tag

Letzten Sonntag war in Roßwein wieder Familienkirche.
Es ging um den Schuster Martin, zu dem eines Nachts Gott spricht „Schaue morgen auf die Straße. Ich werde zu dir kommen!“ Tags darauf hilft er verschiedenen Leuten. Einen alten Straßenkehrer holt er zu sich herein, dass er sich aufwärmen kann, einer Mutter mit Kind gibt er zu essen und einen wärmenden Mantel und den Streit einer Marktfrau mit einem Lausbuben schlichtet er ebenfalls.
Am Abend denkt Martin enttäuscht „Gott hatte mir doch versprochen, mich zu besuchen. Aber wo war er? Hat mich Gott vergessen?“ Gott selber klärte ihn auf, dass ER dreimal in den verschiedenen Personen bei ihm zu Gast war.
Neben dem Hauptgedanken dieses Stückes „Brich dem Hungrigen dein Brot“, geht es hier auch noch um etwas Anderes: Wir sollen wie Martin innerlich bereit sein, den lebendigen Herrn zu hören. Wir sollen zu jeder Stunde offen sein für SEIN Reden und Wirken. Aber Gott ruft mit unserer heutigen Tagesosung auch denen, die sich von IHM abgekehrt haben, nichts mehr von ihm wissen und hören wollen, zu: „Kehrt um, ihr abtrünnigen Kinder, spricht der HERR, denn ich bin euer Herr!“ Amen.

Thomas Meyer aus Roßwein

Impuls für Samstag, 19.11.22

Losung
Der HERR lässt es hören bis an die Enden der Erde: Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein Heil kommt!
Jesaja 62,11

Lehrtext
Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.
1.Petrus 1,3

Impuls für den Tag

Wenn Sie am Sonntagmorgen in aller Frühe auf den Fischmarkt in Hamburg bei den Landungsbrücken gehen, bekommen Sie die besondere Stimmung dieses Ortes mit. Dort gibt es sie noch, die Marktschreier, die ihre Produkte anbieten, längst nicht mehr nur die eben in er Nacht gefangenen Fische aus der Nordsee. In Zeiten des Internethandels sind sie selten geworden, die Händler, die mit ihren Stimmen ihre Ware anpreisen.
Im Alten Testament hören wir immer wieder davon, wie Gott beinahe wie ein Marktschreier unterwegs ist. Er ist überzeugt davon, dass die Menschen die Botschaft vom Heil dringend brauchen. Darum soll sie über die ganze Welt hinweg verkündigt werden. „Du bist mir viel wert!“ ist die Grundaussage dieser Botschaft. Vieles, was auf den digitalen und analogen Märkten unserer Zeit angeboten wird, braucht man nicht unbedingt. Aber dass Gott uns das Heil, die Hoffnung auf Zukunft und die Gemeinschaft mit ihm geschenkt hat, ist enorm wichtig. Gott preist uns das an mit den Worten der Propheten. Er will uns all das umsonst schenken. Den Preis hat er schon selber bezahlt durch seinen Sohn Jesus Christus. Da lohnt es sich zuzugreifen.

Dekan Michael Karwounopoulos/Bad Urach

Impuls für Freitag, 18.11.22

Losung
Der Herr sprach zu Abraham: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will.
1. Mose 12,1

Lehrtext
Nehmt euch ein Beispiel an denen, die Vertrauen und Ausdauer bewahrt und darum empfangen haben, was Gott versprochen hat.
Hebräer 6,12

Impuls für den Tag

So was machen wir jetzt? Wir sitzen in der Gemeinschaft und kein Prediger ist da. Ich habe Moderation und 3 kurze Geschichten dabei. In der Vorbereitung wurde mir immer wieder eine Andacht angeboten. Das habe ich ignoriert, dafür ist ja ein Prediger da. Tja wohl wieder ein Zeichen des Herrn ignoriert. Wir rücken zusammen und jeder von uns bringt Ideen und seine Talente mit ein. Gemeinsam gestalten wir die Stunde. Einer sucht Lieder raus, ich lese die Geschichten und der Nächste leitet die Gebetsgemeinschaft. Wir sprechen darüber wofür wir dankbar sind, es ist ja schließlich Erntedank. Es wird eine individuelle und sehr persönliche Stunde. Ich bin allen dankbar die sie mitgestaltet haben. Wir müssen nicht alle in die Ferne schweifen, so wie Abraham. Ich weiß wir werden hier gebraucht. Hier hat uns Gott hingestellt. Gerade jetzt dürfen und müssen wir Dankbarkeit, Offenheit, Miteinander, Fürsorge und unseren Glauben leben. Wir dürfen und können, den Menschen etwas anbieten, das Halt gibt in diesen unruhigen Zeiten. Unseren Glauben!

Cathrin Vogel

Impuls für Donnerstag, 17.11.22

Losung
Sei nun wieder zufrieden, meine Seele; denn der HERR tut dir Gutes.
Psalm 116,7

Lehrtext
Der Herr des Friedens gebe euch Frieden allezeit und auf alle Weise.
2.Thessalonicher 3,16

Impuls für den Tag

Seit ungefähr 6 Wochen genieße ich nun schon den Luxus, ein Studentenleben in unmittelbarer Nähe zur Ostsee führen zu können. Gerade einmal 20 Bahn- oder 40 Fahrradminuten trennen mich vom Meer. Im stressigen Alltag fehlt diese Zeit oft trotzdem. Umso erholsamer ist es, dann doch mal vor den Wassermassen zu stehen, verträumt hineinzuschauen, dem Geräusch von Wellen und Möwen zu lauschen und die Seele baumeln zu lassen. Immer wieder stehe ich vor dem Meer und bestaune dieses wunderbare Werk Gottes. Oder ich schaue auf den Leuchtturm, wenn es dunkel ist und sehe, wie er den Schiffen Signale gibt und den Weg weist. Und auch da bestaune ich Gott, der in meinem Leben auch immer wieder als Leuchtturm fungiert.
Im Bestaunen Gottes und seiner Werke liegt ein tiefer Frieden. Meine Seele erkennt: Der Herr tut mir Gutes.

von Christian Stoll aus Rostock