Impuls für Freitag, 20. September 2024

Losung
Gott breitet den Himmel aus und geht auf den Wogen des Meeres. Er macht den Großen Wagen am Himmel und den Orion und das Siebengestirn und die Sterne des Südens.

Lehrtext

1.Korinther 8, 6

Impuls für den Tag

„Evelin, komm schnell raus. Das musst du dir ansehen. Hier gibt es viel mehr Sterne als in Düsseldorf!“ So rief vor Jahren mein Onkel seine Frau vor die Tür. Es war eine schöne, sternenklare Nacht. Der große Wagen, der Orion und viele mehr, sie alle waren gut zu sehen. Die beiden standen in unserem dunklen Garten und hatten entdeckt, was die Großstadt mit ihren vielen Lichtern schlichtweg verschleiert. Eigentlich schade, sind doch die Sterne ein Wunderwerk, das die Menschen seit jeher bewegt. Den Seefahrern zeigten sie den Weg und Sternschnuppen, Polarlichter & Co sind Naturschauspiele, die uns immer wieder in ihren Bann ziehen. Sie lassen uns etwas erahnen von der Kreativität ihres Schöpfers mit viel Liebe zum Detail. Wie viele kleine und große Wunder werden überdeckt vom Lärm und von den Lichtern unserer Welt. Wer am Meer steht oder in die Sterne schaut ahnt etwas von ihrer Größe und Einzigartigkeit. Von dem großen, kostbaren Geschenk Leben. Das macht mich demütig. All das ist ohne mein Zutun entstanden. Und wird auch ohne mein Zutun weiter existieren, wenn wir es zu schätzen wissen. Ich bin nur ein winziges Stück davon. Und doch gehöre ich dazu, so wie alle anderen auch.

Bezirkskatechetin Angelika Schaffrin, Marbach

Impuls für Donnerstag, 19. September 2024

Losung
HERR, geh nicht ins Gericht mit deinem Knecht; denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht.
Psalm 143,2

Lehrtext
Jesus sprach zu der Frau: Dir sind deine Sünden vergeben. Dein Glaube hat dir geholfen; geh hin in Frieden!
Lukas 7,48.50

Impuls für den Tag

In dieser Szene denkt ein Pharisäer in ganz zeitgemäßen sozialen und ethischen Kategorien: Besser keinen Umgang mit schlechten Menschen zu haben, damit sie einen nicht etwa negativ beeinflussen. VertreterInnen anderen Standes, anderer Herkunft oder Kultur meidet man am besten auch: So bleibt der eigene Lebensweg „rein“; ohnehin hätte man ja mit ihnen keinerlei Schnittmengen. Irgendwie kommt mir das bekannt, ja beklemmend aktuell vor; ich ertappe mich selbst bei derartigen Gedanken- und Verhaltensmustern – da scheint sich in den gut 2000 Jahren seither nichts geändert zu haben. Doch gehen wir mit diesem „allzu menschlichen“ Verhalten in die Fallen von Überheblichkeit und Abgrenzung: „Ich“ – so unser Selbstbild – „bin natürlich auf dem rechten Wege“, und verachten damit die anderen. Und wir ziehen immerzu Grenzen zu unseren Mitmenschen. „Falsch!“ sagt das Psalmwort da deutlich: Keiner ist vor Gott gerecht, niemand also kann sich anmaßen, mehr zu gelten, besser zu sein als irgendjemand anderes. Jesus zeigt, dass Gott unsere Grenzen überwinden will: Er mag uns nahe sein, so dass wir künftig in seinem Frieden leben könnten – und damit im Frieden mit uns selbst und unseren Mitgeschöpfen.

Friedemann Neef, Roßwein

Impuls für Mittwoch, 18. September 2024

Losung
Es wird ein Stern aus Jakob aufgehen und ein Zepter aus Israel aufkommen.
4. Mose 24,17

Lehrtext
Ich, Jesus, habe meinen Engel gesandt, euch dies zu bezeugen für die Gemeinden. Ich bin die Wurzel und das Geschlecht Davids, der helle Morgenstern.
Offenbarung 22,16

Impuls für den Tag

Gottlieb sitzt am Fenster. Er ist etwas in die Jahre gekommen, aber er ist immer noch voller Liebe zu seinem Dienst. Gottlieb ist Pastor. Und eigentlich sehr dankbar, aber heute kann er nicht schlafen. Von 1:40 Uhr bis 5:47 Uhr bekommt er kein Auge zu. Was allerdings auch daran liegt, dass große Teile des Mondes seit 1:41 Uhr nicht mehr zu sehen sind. Finsternis statt Licht. Gottlieb überlegt, was es bedeuten würde, wenn der Mond fehlte – keine Gezeiten, instabile Erdrotation, mehr Meteoriten. Aber da er noch nichts vom Chaos erkennen kann, sind die dunklen Teile des Mondes womöglich noch da, nur eben gerade nicht zu sehen, oder!? Dabei fällt ihm ein Wort aus dem 4. Buch Mose ein: „Es wird ein Stern aus Jakob aufgehen“. Und Gottlieb weiß, dass dieser Stern längst aufgegangen, doch für viele manchmal einfach nicht zu sehen ist. Wie jetzt die Teile des Mondes. Ohne ihn allerdings, wäre wohl Chaos. Finsternis statt Licht. Also muss er wohl doch da sein, oder? Und dann, um 5:47 Uhr schließlich, endet die partielle Mondfinsternis. Der Mond ist da. Und Gottlieb schläft ein. Vielleicht hat auch Ihnen heute Nacht der Mond gefehlt. In Teilen. Aber sie sind da. Genau wie der Stern aus Jakob über Ihrem und meinem Leben.

Sebastian Schirmer, Leipzig

Impuls für Dienstag, 17. September 2024

Losung
Du krönst das Jahr mit deinem Gut.
Psalm 65,12

Lehrtext
Gott hat viel Gutes getan und euch vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben, hat euch ernährt und eure Herzen mit Freude erfüllt.
Apostelgeschichte 14,17

Impuls für den Tag

Wir feiern Erntedank – in unserer ländlichen Region an vier Sonntagen in Folge, jeweils in einer anderen Kirche. Das sind große Feste, wo wir Gott für das Gut danken, das auch dieses Jahr auf den Feldern gewachsen ist. Das Hauptwort Dank gehört zum starken Zeitwort „denken, dachte, gedacht“. Deutlich wird es in dem Wort: Gedanke, wie eng Danken und Denken in der deutschen Sprache zusammengehören. Das mit Gott verbundene Denken führt zum Danken, das von Gott gelöste Denken dagegen zum Dünken, zum Dünkel. Aus dem Denken steigt Danken nach oben, Dünken dagegen fällt nach unten ab. Nur das mit Gott verbundene Denken führt zum Danken. Nur wenn ich mein Leben als Geschenk Gottes empfange, komme ich zum Lob und Dank für Gott. Das andere Denken führt zur Überheblichkeit, dass ich aus mir selbst etwas gemacht habe und mich als etwas Besseres dünken kann. Dieses Denken ist losgelöst vom Schöpfer, der alle Dinge gemacht hat. Den Dank Gott gegenüber drückt man am besten mit einem Tischgebet aus und das nicht nur vier Wochen im Jahr: „Danke, Herr! Ach, war das heute mit dem Essen eine Freude! Unsre Köchin hat’s vermocht, als hätt’st du es selbst gekocht.“

Michael Tetzner, Frohburg

Impuls für Montag, 16. September 2024

Losung
Gott der HERR hilft mir, darum werde ich nicht zuschanden.
[Jesaja 50,7]

Lehrtext
Als Petrus die hohen Wellen sah, bekam er Angst. Er begann zu sinken und schrie: „Hilf mir, Herr!“
[Matthäus 14,30]

Impuls für den Tag

Wenn ich unseren Lehrtext lese, muss ich sofort an das Schiewindhaus, ein Seelsorge- und Rüstzeitheim denken. Wie viele segensreiche Rüstzeiten durften wir erleben und sind dort in Schönebeck-Salzelmen zum lebendigen Glauben gekommen.
Ich sehe vor mir das große Altarbild aus Stoff. Obendrüber steht mit goldenen Lettern: „Fürchte dich nicht – glaube nur“. Auf dem Altarbild erkennen wir den sinkenden Petrus mit ausgestreckten Armen und die Lichtgestalt Jesus streckt ihm die Hand zu. Ringsherum ist tosendes Meer. Das ganze Bild ist etwas abstrakt dargestellt.
In einer Predigt über das Bild habe ich folgende ergänzende Übersetzung gehört: ŒFürchte dich nicht – glaube allein. Das soll ganz deutlich machen, dass es in allen Nöten, wenn ich den Herrn ehrlich anrufe ŒHilf mir, Herr! kein Wenn und Aber gibt. Kein: Œna ja, so wichtig bin ich doch nicht, dass Gott mir jetzt hilft. Kein: Œes wäre ja schön, wenn er mir hilft, aber ƒ Nein, hier wird aufgerufen Œglaube allein!
Wir werden erhört, basta. Das Ergebnis ist manchmal anders als gewünscht und erwartet. Aber dann ist da der Frieden, den ich ins Herz gelegt bekomme, wenn ich ganz ehrlich rufe „Hilf mir, Herr!“ Amen.

Thomas Meyer, Roßwein

Impuls für Sonntag, 15. September 2024

Losung
Wenn du nun isst und satt wirst, so hüte dich, dass du nicht den HERRN vergisst.
5.Mose 6,11-12

Lehrtext
Jesus sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel.
Johannes 6,32

Impuls für den Tag
„Wir beten nicht vor dem Essen. Wir kaufen die Sachen im Supermarkt!“ sagt der kleine Junge, der bei seinem Freund in einer christlichen Familie eingeladen ist. So könnte man es sehen, wenn man ein Leben führt, als ob es Gott nicht gäbe. Viele Erwachsene leben natürlich auch gerade so. Aber erstaunlich, dass schon die Israeliten zu Moses Zeit ermahnt werden mussten: Vergesst nicht, wer euch das alles geschenkt hat! Wie konnten Sie nur Gott vergessen, der sie durch Wüsten und Hungersnöte geführt hat?
Aber so ist der Mensch. Das Gute nimmt man schnell und gerne aus Gottes Hand, aber die Güte Gottes vergisst man leicht. So bin ich froh um die Tischgebete, wo sie gepflegt werden. Wie gut, wenn man zumindest bei den Mahlzeiten Punkte des Gedenkens an Gott hat. Wie gut, wenn da der Name Gottes ausgesprochen wird, wo wir genießen, was wir haben dürfen. Oft werden Tischgebete formal, aber eigentlich sind sie wichtige Orte der Erinnerung an Gottes unfassbare Güte. Pflegen wir also das Denken an unseren himmlischen Vater, wenn wir an unseren Tischen zusammenkommen!

Michael Karwounopoulos/Bad Urach

Impuls für Samstag, 14. September 2024

Losung
Ich hatte viel Bekümmernis in meinem Herzen, aber deine Tröstungen erquickten meine Seele.
Psalm 94,19

Lehrtext
Jesus sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe! Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkte ihn.
Lukas 22,42-43

Impuls für den Tag
„Das wird schon wieder“
„Kopf hoch“
„Hab dich doch nicht so“
„So ist halt das Leben“
„Mach dich nicht so verrückt“

Hast du schonmal einen dieser Sätze zu hören bekommen, wenn du Trost gebraucht hast? Fandest du ihn tröstend?

Oft verrennen wir uns in mehr oder weniger zielführenden Phrasen, wenn es darum geht, jemanden zu trösten. Wir sind überfordert, wollen vielleicht Gutes, aber haben womöglich nie gelernt, zu trösten.

Gott will uns trösten, sagt die Bibel. Jesus selbst nahm Trost an. Aber wie sieht dieser Trost aus?

Das althochdeutsche Wort Trost hängt mit dem indogermanischen Wortstamm treu zusammen und bedeutet Festigkeit, seelischer Halt, Zuversicht oder Ermutigung im Leid.

Trost hat also etwas mit Treue zu tun. Sich wirklich auf eine leidende Person einlassen. Sie ernst nehmen. Ihr zuhören. Sie in den Arm nehmen. Das Leid gemeinsam ertragen. Vielleicht im Gespräch. Vielleicht schweigend. Einen Raum für Hoffnung und neue Perspektiven schaffen.

Ich glaube, so tröstet Gott. Wie tröstest du?

Christian Stoll, Rostock

Impuls für Freitag, 13. September 2024

Losung
Beweise deine wunderbare Güte, du Heiland derer, die Zuflaucht suchen vor denen, die sich gegen deine rechte Hand erheben.
Psalm 17,7

Lehrtext
Ihr könnt euch glücklich preisen, wenn ihr beschimpft werdet, nur weil ihr euch zu Christus bekennt; denn dann ist der Geist Gottes bei euch, in dem Gottes Herrlichkeit gegenwärtig ist.
1. Petrus 4,14

Impuls für den Tag
Wer ist schon glücklich, wenn er beschimpft wird? Ich spüre da heftigen Widerstand in mir! Soll man sich denn alles gefallen lassen? In einer Gemeinde kam einmal, gerade wegen dieser Bibelstelle, eine junge Frau zu mir, die traurig war, weil sie keine Probleme hatte und sich deshalb nicht so von Gottes Geist umgeben fühlte. In unserem Vers für heute geht es aber um Nachteile und Einschränkungen, weil wir für unseren Glauben einstehen! Gott sei Dank ist es in unserem Land kein Problem mehr, seinen Glauben öffentlich zu leben. Man muss damit rechnen als naiv abgestempelt und belächelt zu werden, aber mehr nicht.
Eine Iranerin erzählte mir von einer Woche Gefängnis, bei Entdeckung einer Bibel in der Handtasche, in ihrem Land.
Unsere Losung spricht von Zuflucht bei Gott. Suchen wir sie und nutzen die Freiheit unseren Glauben offen zu leben und zu bekennen, für christliche Werte, Liebe und Toleranz einzutreten. Das ist ein großes Privileg und es dient dem Frieden.
Auf den Geist Gottes können wir auf jeden Fall vertrauen.

Claudia Tetzner, Frohburg

Impuls für Donnerstag, 12. September 2024

Losung
Helft dem Elenden und Bedürftigen zum Recht.
Psalm 82,3

Lehrtext
Euch aber lasse der Herr wachsen und immer reicher werden in der Liebe untereinander und zu jedermann.
1.Thessalonicher 3,12

Impuls für den Tag
„Was wird im 2. Buch Mose ausdrücklich in den Zehn Geboten erwähnt?“ Diese Frage war bei „Wer wird Millionär?“ 100 000 Euro wert. Zur Auswahl standen: a. Euphrat und Tigis, b. Bier und Wein, c. Rind und Esel, d. Samstag und Sonntag. Es war nicht das erste Mal, dass ein Kandidat an biblischen Fragen krachend scheiterte. Biblisches Wissen tendiert in unserer Gesellschaft gegen null, leider!
Und leider hat das auch gravierende Folgen.
Wir lesen in beiden Testamenten, alten und Neuen immer wieder davon, dass Liebe der Maßstab unseres Handelns sein soll und dass die Elenden und Schwachen unter Gottes besonderen Schutz stehen: Witwen, Waisen, Fremdlinge, Arme und Kranke. Mit dem Verlust des biblischen Wissens, geht ein Vergessen der biblischen Maßstäbe einher. Als Kaiser Valerian im 3. JH. die Kirche enteignen und sich an ihren Schätzen bereichern wollte, verteilte der Heilige Laurentius den kirchlichen Besitz an die Armen und teilte dem Kaiser mit: „Die Armen sind der Schatz der Kirche!“ Der erboste Kaiser ließ daraufhin Laurentius grausam zu Tode foltern. Doch der Satz von Laurentius stimmt immer noch. – Übrigens: Antwort c. ist richtig. Hätten Sie es gewusst?

Renate Henke, Meißen

Impuls für Mittwoch, 11. September 2024

Losung
Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, beständigen Geist.

Lehrtext
Psalm 51,12

Impuls für den Tag
Ich schaffe das nicht allein hier aus meiner Sucht heraus zu kommen, ich habe es schon oft probiert und bin immer wieder gescheitert – ich brauche Hilfe – in dieser oder ähnlicher Form habe ich es in meiner Tätigkeit in der Suchtberatungsstelle schon oft gehört. Genau da, liegt ein wichtiger Heilungsschritt, das Anerkennen der eigenen Krankheit und das Wissen es nicht allein zu schaffen. In der Suchtselbsthilfe hat sich der Satz: „Nur du allein schaffst es aber du schaffst es nicht allein.“ etabliert.
Nun sind wir nicht alle süchtig und haben große Probleme, jedoch schleichen sich auch bei uns keine Dinge ein, die wir an uns nicht mögen. Über die wir uns ärgern, wo wir merken, unser Herz ist nicht rein und klar.
Dann ist es eine gute Möglichkeit sich auf Gott wieder oder neu einzulassen, ihn in meinem Innersten Platz zum wirken zu geben und dann wird in kleinen Schritten eine Veränderung in uns wachsen. Eben ein reines Herz, was von einem neuen beständigen Geist, dem Geist Gottes geleitet wird.
Amen.

Martin Creutz Döbeln