Impuls für Sonntag, 30.11.2025 – 1. Advent

Losung
Es wird keiner den andern, noch ein Bruder den andern lehren und sagen: »Erkenne den HERRN«, denn sie sollen mich alle erkennen, beide, Klein und Groß, spricht der HERR.
Jeremia 31,34

Lehrtext
Als die Hohenpriester sahen (…) die Kinder, die im Tempel schrien und sagten: Hosianna dem Sohn Davids!, entrüsteten sie sich. (…) Jesus sprach zu ihnen: Habt ihr nie gelesen: Aus dem Munde der Unmündigen und Säuglinge hast du dir Lob bereitet?
Matthäus 21,15-16

Impuls für den Tag
Ich bin ein Erklärer. Ich erkläre unserem Zweijährigen täglich die Welt. Von allen Landmaschinen und Traktoren — oft genug Wissen, was ich Minuten vorher selbst noch nicht hatte. Egal was er fragt, ich versuche es zu erklären. Manchmal will er auch etwas wissen „von dem Gott“. Es wird nicht mehr lange dauern, dass diese Fragen komplizierter zu beantworten sein werden als die Feinheiten der Agrartechnik. Aber bei allem, was er noch nicht weiß bin ich mir doch sicher, das dieses Kind ein tiefes Verständnis davon hat, dass Gott da ist und alles umfasst. … Und ich schreibe gerne Andachten. So gern ich das auch mache, tun sich da doch manchmal Abgründe auf: Fragen, auf die ich keine Antworten habe, oder wenn ich zuweilen merke, dass meine Gedanken für andere weniger klar sind, als ich hoffte. … Es muss eine herrliche Zeit sein, wenn keiner den anderen mehr belehren muss; wenn Gott nicht mehr erklärungsbedürftig ist; wenn alle Gott erkennen, Große wie Kleine. Mit Gottes Geist unter uns muss diese ‚Utopie‘ ein Stück weit Realität werden. Das hoffe — oder besser — das glaube ich.

Jonathan Seidel, Moosheim

 

Impuls für Samstag, 29. November 2025

Losung
Ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als sonst tausend.
Psalm 84,11

Lehrtext
Jesus sagte zu seinen Eltern: Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich im Haus meines Vaters sein muss?
Lukas 2, 49

Impuls für den Tag
Vaterhaus, Vaterland, Vaterlandsliebe sind Worte, die wir Menschen mit ganz unterschiedlichen Ohren hören und die entsprechende Gefühle auslösen. Wenn Jesus von seinem Sein im Haus des Vaters redet, spricht er zuallererst darüber, wohin er gehört. Sein Vaterhaus ist der Ort, an dem Gott wohnt, der Tempel in Jerusalem. Der Ort an dem Gott sich hören und spüren lässt. Der Ort an dem sein Sohn einfach sein, mit dem Vater reden und mit den Geschwistern austauschen darf. Der Ort, wo er gestärkt wird, Geborgenheit erfährt und von dem aus er zu den Menschen aufbricht, immer wieder. Der Psalm 84 berichtet, dass Menschen lange vor Jesus diese Erfahrung gemacht haben: Ein Tag, im Vorhof des Tempels ist besser als…

Wo ist dieser Ort für dich? Es kann deine Kirche sein, genauso wie dein Hauskreis oder ein Ort der Stille in deinem Zuhause. Gott lädt uns heute neu ein, in seine Gegenwart zu kommen, als seine Kinder zu hören, zu spüren, was er für und von uns möchte. Erst danach dürfen wir uns auf den Weg zu den Menschen machen, gefüllt mit Gutem.

Diemut Scherzer aus Hainichen

Impuls für Freitag, 28. November 2025

Losung
Wie der neue Himmel und die neue Erde, die ich mache, vor mir Bestand haben, spricht der HERR, so soll auch euer Geschlecht und Name Bestand haben.
Jesaja 66, 22

Lehrtext
Nathanael antwortete Jesus: Rabbi, du bist Gottes Sohn, du bist der König von Israel!
Johannes 1, 49

Impuls für den Tag
In meinem Kalender war für Sonntag das Wort ‚Totensonntag‘ gedruckt. An diesem Tag gedenken wir unseren Verstorbenen. In den Gottesdiensten werden die Namen derer verlesen, die im vergangen Kirchenjahr verstorben sind. Gräber auf den Friedhöfen werden besucht, Blumen oder eine Kerze mitgenommen. Was bleibt uns? Erinnerungen; Spuren, die sie in unserem Leben hinterlassen haben; Gefühle, die wir mit ihnen verbinden; ein bestimmter Geruch; der leere Platz am Tisch… Meine Erinnerungen verblassen. In meiner Familie sind schon viele länger tot als ich
alt bin – Fotos gibt es fast keine mehr, die Gräber auch nicht. Und doch sind da Momente, wo ich mich genau erinnern kann, da ist dieses Gefühl von Vertrautheit, Geborgenheit. Doch ist das alles? Meine Erinnerungen? Nein, Gott sagt uns zu, dass unser Name, jeder einzelne von uns, Bestand haben wird, wie der neue Himmel und die neue Erde. Auch wenn um uns herum alles anders wird, wir nicht mehr hier auf dieser Erde sind – ER vergisst und nicht. Was wir tun und wer wir sind, haben Bestand in seiner Ewigkeit. Deshalb habe ich das Wort in meinem Kalender durchgestrichen und ‚Ewigkeitssonntag‘ an diese Stelle geschrieben.

Sandra Barthel, Raußlitz

Impuls für Donnerstag, 27. November 2025

Losung
Gott spricht: Als du mich in der Not anriefst, half ich dir heraus.
Psalm 81,8

Lehrtext
Als Petrus den starken Wind sah, erschrak er und begann zu sinken und schrie: Herr, rette mich! Jesus aber streckte sogleich die Hand aus und ergriff ihn.
Matth. 14,30-31

Impuls für den Tag
Mit einem Verband um den Kopf sitze ich im Gemeinderaum. Es sieht nicht sehr geschickt aus. Die Frau vom Roten Kreuz muss lachen, lässt es aber so durchgehen. Erste-Hilfe-Kurs – aller zwei Jahre ist eine „Auffrischung“ fällig. So üben wir Mund-zu-Mund-Beatmung, Herzdruckmassage, stabile Seitenlage, Druckverbände und vieles mehr. „Hoffentlich treten alle diese geübten Notfälle nicht ein!“ denke ich, während ich den Verband von meinem Kopf wieder abnehme. Zumindest bin ich vorbereitet und kann nach dem abgesetzten Notruf erste Hilfe leisten.
Um Notruf und Hilfeleisten geht es auch in den heutigen Bibelversen. Gott leistet hier nicht nur erste Hilfe, sondern er hilft mir aus meiner Not heraus. Und ganz konkret wird das am Beispiel, als Petrus in den Fluten zu versinken droht. Jesus streckt beherzt seine Hand aus und rettet ihn.
Ich wünsche mir dieses Vertrauen. Wenn alle meine Kenntnisse und Hilfsmittel nichts nützen. Wenn ich versinke in den Fragen und den fehlenden Antworten. Dann hoffe ich, dass Gott meine Notsignale hört, dass er seine Hand austreckt und mir heraushilft. So wie Petrus damals, der in seiner Not schrie: Herr, rette mich!

Pfarrer Heiko Jadatz, Roßwein

Impuls für Mittwoch, 26. November 2025

Losung
HERR, deine Ratschlüsse von alters her sind treu und wahrhaftig.
Jesaja 25, 1

Lehrtext
Lasst uns festhalten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken; denn er ist treu, der sie verheißen hat.
Hebräer 10, 23

Impuls für den Tag
Worauf du dich verlassen kannst – Prominente schreiben an ihre Enkel. So hieß ein Buch, dass 1999 auf den Markt kam. Persönlichkeiten aus Politik, Gesellschaft und Kirche erzählten, angesichts der Jahrtausendwende in ihren Briefen von ihren Glaubens- und Lebenserfahrungen. In einer Zeit, die von vielen Unsicherheiten und Ängsten geprägt war. In den Briefen erzählen sie von dem was ihnen im Leben wichtig ist, von Traditionen, Glaubenserfahrungen und Werten, die durch ruhige und stürmische Zeiten getragen haben. Es sind sehr persönliche Briefe, alle geprägt von Hoffnung und Zuversicht für die kommende Zeit. Sie lassen aber auch Sorgen und Ängste nicht unausgesprochen. Das Buch hat seine Aktualität nicht verloren. Umfragen zufolge sind es besonders junge Menschen, die sich um die Zukunft für diese Welt und für ihr Land sorgen. Eine Zukunft die es auch noch für ihre Kinder und Enkel geben soll. Was also kann durch unsichere Zeiten tragen? Was kann uns stark machen, wenn alles um uns wankt? Es ist diese Glaubensgewissheit von der Jesaja spricht: Gott ist treu, von alters her. ER ist da, verlässlich, wahrhaftig. Das ist mehr als eine Hoffnung. Es ist das wovon die Prominenten schreiben und was sie erlebt haben. Jeder auf seine Weise.

Bezirkskatechetin Angelika Schaffrin, Marbach

Impuls für Dienstag, 25. November 2025

Losung
Der HERR wird’s vollenden um meinetwillen.
Psalm 138,8

Lehrtext
Nachdem Jesus nun das Ziel erreicht hat, ist er für alle, die ihm gehorchen, zum Begründer ihrer endgültigen Rettung geworden.
Hebräer 5,9

Impuls für den Tag
Die letzte Woche des Kirchenjahres: Zeit und Möglichkeit, zurückzublicken als auch innezuhalten und vorauszuschauen. Vor allem zu letzterem sind wir gerufen: „Lasst Eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen“ lautet der Wochenspruch – Aufforderung zum Sich-Bereit-Halten, zum Weiter- gehen; und Erinnerung daran, dass wir hier in der Welt nur auf Pilgerfahrt sind, uns nicht zu gemütlich einrichten sollen (was uns gerade in der bevorste- henden Advents- und Weihnachtszeit schwerfallen mag…), „in der Welt, aber nicht von der Welt“. Das, was vergangen ist, ist eben auch vorbei: Möglich, daraus zu lernen, aber sicher ungut, daran zu haften, ihm nachzuhängen. Auch Menschen, von denen wir uns – so oder so – verabschieden muss- ten, sind ja nicht weg, nur weil „unsere Augen sie nicht sehen“. Nichts ist bei Gott verloren, nichts in der Ewigkeit verschwunden. Doch das Vorausschau- en darf uns auch nicht in eine Traum–Zukunft ver-
locken, die vielleicht so nie eintreten wird. Über all’ unseren Erwartungen würden wir dann das Gegen-
wärtige, den jetzigen Augenblick verpassen – und damit auch den Gegenwärtigen. Vielleicht will Er ja gerade jetzt alles „vollenden um meinetwillen“? Es wäre jammerschade, das zu versäumen…

Friedemann Neef, Roßwein

Impuls für Montag, 24. November 2024

Losung
König Nebukadnezar sprach: Es gefällt mir, die Zeichen und Wunder zu verkünden, die der höchste Gott an mir getan hat.
Daniel 3, 32

Lehrtext
Jesus sprach: Wer nicht gegen uns ist, der ist für uns.
Markus 9, 40

Impuls für den Tag
Ich habe geträumt – von drei Mächtigen dieser Tage, die unvermittelt erstaunliches berichteten und taten: Der Erste ritt auf einem Bären und schwärmte von ukrainischen Helfer:innen, die mit unermüdlicher Hoffnung Städte wiederaufbauen; die Zweite saß in einem Boot vor Lampedusa und lobte die Helfenden der Seenotrettung; und der Dritte hielt einen gewichtigen Füllfederhalter in der Hand, mit dem er eine riesige Unterschrift setzte – unter ein Gesetz, das Gleichberechtigung und Inklusion in Behörden und Unternehmen sichert.
Ich weiß nicht, was in diesem Traum vorher geschehen war, dass die drei Mächtigen plötzlich sagten und taten, was ich hier schildere.
Im Danielbuch musste der selbstverliebte Nebukadnezar erst drei Menschen unversehrt aus einem Feuerofen gehen sehen, um eine Kehrtwende einzuleiten, und zu erkennen, dass wahre Macht nicht im Zerstören liegt, sondern im Anerkennen der Wunder Gottes, die selbst am dunkelsten Ort Licht und Leben bringen.
Ob in meinem Traum auch weniger genügt haben könnte, und ob nicht auch von diesem Traum noch manches wahr werden wird, bleibt zuerst zu hoffen.
Aber man wird ja noch träumen dürfen.

Sebastian Schirmer, Leipzig

Impuls für Sonntag, 23. November 2025

Losung
Der HERR spricht: Ich habe dich zum Licht der Völker gemacht, dass mein Heil reiche bis an die Enden der Erde. Jesaja 49,6
Paulus sah eine Erscheinung bei Nacht: Ein Mann aus Makedonien stand da und bat ihn: Komm herüber nach Makedonien und hilf uns! Als er aber die Erscheinung gesehen hatte, da suchten wir sogleich nach Makedonien zu reisen, gewiss, dass uns Gott dahin berufen hatte, ihnen das Evangelium zu predigen. Apg 16,9-10

Lehrtext

Impuls für den Tag
Heute ist nicht Totensonntag, sondern der Ewigkeitssonntag. Das ist ein feiner Unterschied. Wir verehren nicht die Toten, sondern gedenken der Verstorbenen des vergangen Kirchenjahres, die uns im Glauben voraus gegangen sind. Sie dürfen das schauen, was sie hier geglaubt haben, die ewige Herrlichkeit.
Erstaunlicherweise kommen im Leipziger Land tatsächlich viele Angehörigen der Verstorbenen zum Gottesdienst und wollen danach die Gräber Ihrer Lieben besuchen. Ich werde in viele Gesichter blicken, wo alte Wunden wieder weh tun. In einer kleinen Gemeinde hatte ich die jüngste und älteste Person des vergangenen Jahres zu beerdigen. Eine Mutter mit drei Kindern verstarb im jungen Alter von 48 Jahren und eine mit 104 Jahren, die älteste Bewohnerin im Kirchspiel.
Was mich als Pfarrer angesichts des Todes reden lässt, ist die unglaubliche Hoffnung der Heiligen Schrift, die wir zu verkündigen haben. Ob wir nun jung oder lebenssatt im hohen gesegneten Alter sterben, diese Botschaft gilt allen: Gott spricht: Mein Heil reiche bis an die Enden der Erde.

Michael Tetzner, Frohburg

Impuls für Samstag, 22. November 2025

Losung
Ich bin gnädig, spricht der HERR, und will nicht ewiglich zürnen. Allein erkenne deine Schuld, dass du wider den HERRN, deinen Gott, gesündigt hast.
[Jeremia 3,12-13]

Lehrtext
Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben haben jenen, die an uns schuldig geworden sind.
[Matthäus 6,12]

Impuls für den Tag
Den heutigen Lehrtext kennen wir genau. Es ist die 5. Bitte unseres „Vaterunser“.
So oft beten wir DAS Gebet. Doch was bedeutet das wirklich für uns?
Der Mensch braucht die Vergebung und Gnade Gottes. So geht es erstmal um die Bitte um Vergebung bei Gott. Vor einiger Zeit las ich in einem Artikel den Satz: „Man darf Tiere nicht nur füttern, man muss den Stall auch ausmisten.“ Das Ausmisten unseres Stalles ist die Vergebung. Gottes Gnade und Barmherzigkeit brauchen Raum. Dazu tut die gottesdienstliche Buße und Absolution gut, noch hilfreicher ist ein seelsorgerliches Gespräch.
Die 5. Bitte ist aber auch gekoppelt mit unserem Verhalten. Es heißt „wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.“ Es ist keine gesetzliche Bedingung, sondern die Folgerung aus „in der Vergebung leben“. Wir werden durch Vergebung frei von der Last, die bedrückend zwischen Menschen steht, und frei zur Liebe. Weil Gott uns vergibt, können und sollen wir ebenfalls wirklich loslassen, was andere uns angetan haben und verzeihen.
Ich möchte uns heute aufmuntern, dies aus ganzem Herzen zu tun, auf dass wir in der wirklichen Liebe Christi leben und dies auch zeigen. Amen

Thomas Meyer, Roßwein

Impuls für Freitag, 21. November 2025

Losung
HERR, du bist Gott, und deine Worte sind Wahrheit.
2.Samuel 7,28

Lehrtext
Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.
Johannes 8,31-32

Impuls für den Tag
In letzter Zeit gibt es immer mehr sogenannte „Faktenfinder“ auf seriösen Nachrichtenportalen im Internet. Da tragen Redakteure Fakten zu einem Thema zusammen, damit Menschen Aussagen von Politikern einordnen können. Das scheint notwendig zu sein. Oft glaubt man den Aussagen von Politikern nicht, weil sie Wahrheiten zu ihren Gunsten verdrehen. Die Sache mit der Wahrheit ist schwierig geworden in unserer Zeit.
Gerade da ist es gut, solch ein Bekenntnis zu lesen. David betet zu Gott und bekennt, dass seine Worte Wahrheit sind.
Wenn wir an unser Leben so etwas wie einen „Faktenfinder“ anlegen würden, der unser Leben bis ins Detail erforscht, was würde da am Ende stehen? Würde mich das, was ich erlebt habe, sagen lassen: Bei Gott finde ich Wahrheit und Halt?
Lassen Sie uns doch immer mal innehalten und fragen, was in unserer Welt wirklich gilt, die Behauptungen von Politikern und anderen einflussreichen Menschen oder das bewährte Wort Gottes, das uns in der Bibel begegnet. Ich selber weiß: Dieses Wort täuscht mich nicht. Es hält am Ende, was es verspricht. Es ist verlässlich und gut für uns Menschen. Es ist Wahrheit.

Michael Karwounopoulos, Bad Urach