Impuls für Montag,10.November 2025

Losung
Warum willst du mit Gott hadern, weil er auf Menschenworte nicht Antwort gibt? Denn auf eine Weise redet Gott und auf eine zweite; nur beachtet man’s nicht.
Hiob 33,13-14

Lehrtext
Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!
Offenbarung 2,7

Impuls für den Tag
Hiob hat allen Grund mit Gott zu hadern, ihn sogar anzuklagen. Sein ganzes Leben, das familiäre und wirtschaftliche sind zerstört. Er kann nicht verstehen, warum er in so tiefem Leid steckt. Aus seiner Sicht hat er nichts getan, dass Gott ihn schwer bestrafen müsste. Also warum, fragt er, zuerst sich und dann Gott. Ein Freund versucht ihm eine Antwort auf die Frage nach dem Warum zu geben. Mit meinen Worten: Du hast sicher Gottes Reden überhört, nicht beachtet. Gottes Wort und Reden überhören, gar nicht hören, nicht hinhören. Das ist ein großes Thema in unserer Zeit. Soviel lenkt uns ab, so laut ist es um uns und in uns, wenn wir schon mal versuchten, stille Zeit zu haben. Und wenn wir Gott nicht hören (können), dann müssen wir unserer eigenen Stimme folgen. Sie redet oft mit: Ich will, ich brauche, ich muss… Wer ein Ohr dafür hat, soll gut zuhören, was Gottes Geist zu sagen hat, erinnert uns die Losung. Ein Ohr für Gott. Nimm dir Zeit! Zum still werden vor Gott, zum Hören und Beten. Gott redet ganz sicher.

Diemut Scherzer, Hainichen

Impuls für Sonntag, 9. November 2025

Losung
So hütet euch nun, dass ihr den Bund des HERRN, eures Gottes, nicht vergesst, den er mit euch geschlossen hat, und nicht ein Bildnis macht von irgendeiner Gestalt, wie es der HERR, dein Gott, geboten hat.
5.Mose 4,23

Lehrtext
Gottes unsichtbares Wesen – das ist seine ewige Kraft und Gottheit – wird seit der Schöpfung der Welt, wenn man es mit Vernunft wahrnimmt, an seinen Werken ersehen.
Römer 1,20

Impuls für den Tag
Vergessen – Fluch und Segen zugleich. Manche Dinge möchte ich schnell vergessen, weil sie mich belasten. Anderes möchte ich unbedingt festhalten, mir tief einprägen, die Erinnerung lebendig halten, weil es einfach so schön war. Wie gelingt mir das? Wiederholung – immer wieder, davon erzählen, mir aufschreiben… Es gibt viele Möglichkeiten. Unser heutiger Lehrtext mahnt den Bund Gottes nicht zu vergessen. Ein Bund den Gott mit dem Volk Israel geschlossen hat. Aber es gibt auch einen zweiten Bund, den Gott durch Jesus mit uns und allen Menschen, die an ihn glauben, geschlossen hat. Einen Bund, den ich nicht vergessen möchte. Einen Bund, von dem ich erzählen möchte, der tief in mir verwurzelt sein soll. So wie ich es bei Andachten im Pflegeheim erlebt habe. Es waren oft demente Bewohner dabei. Sie erkannten teilweise ihre Angehörigen nicht wieder. Doch bei den Andachten, wenn wir das Vaterunser beteten oder alte Kirchenlieder sangen, in der Bibel lasen, leuchteten die Augen und sie beteten und sangen mit. Das wünsche ich mir auch, dass ich mich an Gottes Bund erinnern kann, an seine Liebe und dieses tiefe Gefühl bei ihm geboren zu sein, wenn vieles im Alltag untergeht oder ich im Alter vergessen werde.

Sandra Barthel, Raußlitz

Impuls für Samstag, 8. November 2025

Losung
Die Blinden will ich auf dem Wege leiten, den sie nicht wissen; ich will sie führen auf den Steigen, die sie nicht kennen.
Jesaja 42,16

Lehrtext
Jesus sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.
Johannes 8,12

Impuls für den Tag
Die Taufkerze steht auf dem Altar, daneben die Urkunde und ein kleines Taufgeschenk. Ein Jugendlicher lässt sich im Gottesdienst taufen. Er hatte mich vor einigen Monaten deshalb angesprochen. Danach haben wir uns Woche für Woche zum Glaubenskurs getroffen. So kam immer mehr Licht in seine Fragen zum christlichen Glauben.
Schließlich war es soweit – Taufsonntag. „Ja, mit Gottes Hilfe“ sagte er auf meine Frage , ob er seinen Weg im christlichen Glauben gehen möchte. Das Licht dieses Glaubens war ihm dabei richtig anzusehen.
Mit der Taufkerze in der Hand sage ich ihm zu, dass diese in seinem Leben leuchten soll, wie es Jesus im Johannesevangelium zugesagt hat: Ich bin das Licht der Welt, das die Finsternis vertreibt. Es ist meine Hoffnung, dass der Jugendliche ein Leben lang diesem Licht folgen und es sehen kann. Bei allen Irrlichtern und allen Dunkelheiten, die auf einem Lebensweg so vorkommen. Und wenn die innere Kraft dafür fehlt, dann hilft es vielleicht, die Taufkerze anzuzünden. Und so zu erkennen: ich gehöre zu Jesus, er ist das Licht auf meinem Weg. Amen.

Heiko Jadatz, Roßwein

Impuls für Freitag, 7. November 2025
Impuls für Freitag, 07. November 2025

Losung
Lass deiner sich freuen alle, die nach dir fragen.
Psalm 40, 17

Lehrtext
Gelobt sei, der da kommt, der König, in dem Namen des Herrn! Friede sei im Himmel und Ehre in der Höhe.
Lukas 19, 38

Impuls für den Tag
Kennen sie die Geschichten vom Kleinen König? Ihre Kinder wissen bestimmt Bescheid. Der kleine König mit seinem Pferd Grete, der gern ein großer König sein möchte und dabei doch noch so viel lernen muss. Meist geht es dabei um ganz alltägliche Dinge wie das Zähne putzen, aber auch um Themen wie Streit und Versöhnung. In der Realität sind Könige selten geworden und dort wo es sie gibt beschäftigen sie sich meist mit anderen Fragen. Sie reisen durch die Welt, treffen andere Politiker, unterstützen wichtige Hilfsprojekte. Aber wie wäre es mit einem König, den unser Alltag interessiert? Einer, der nah dran ist an den Menschen. Ein König, der uns nicht allein lässt, wenn es darauf ankommt. Der klug und umsichtig ist, mit einem guten Blick für das was dem Land und den Menschen wirklich nützt. So oder so ähnlich haben sich das wohl auch die Menschen in Jerusalem gewünscht, als sie Jesus wie einen König empfingen. Dabei sah er gar nicht wie ein König aus. Den ersten Schritt dazu hat Gott schon gemacht als ER in Jesus als kleines Kind zur Welt kam. Ein hilfloser, kleiner König, der aber bereits dort Arme und Reiche friedlich an seiner Krippe vereinte. Ein Märchen? Nein – aber ein großer Schritt zu uns Menschen. Gott sei Dank!

Bezirkskatechetin Angelika Schaffrin, Marbach

 

Impuls für Donnerstag, 6. November 2025

Losung
Um meines Namens willen halte ich meinen Zorn zurück, und um meines Ruhmes willen bezähme ich mich zu deinen Gunsten, dass ich dich nicht ausrotte.
Jesaja 48,9

Lehrtext
Der Engel sprach zu Josef: Maria wird einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden.
Matthäus 1,21

Impuls für den Tag
Bist Du nun, Gott, die Güte
und nicht doch Zornes voll?
Der Mensch vor Dir in Blüte –
auch wenn er gar nicht lebt, so wie er soll?

Doch schaust Du ja aufs Ganze
weit über Welt und Ewigkeit
und weißt unsere Bilanz
in Summe, fern, jenseits uns’rer Zeit.

„Des Menschen Trachten böse
ist“, hast Du uns stets durchschaut,
und uns, damit er uns erlöse
aus unsrer engen ird’schen Haut,
in dieser Welt Getöse
hinein den Retter anvertraut.

So wendet sich Dein Groll,
als Eifer eines immer Liebenden, in Trost,
gleich wie der Frühling wiederkehren soll
stets ganz gewiß nach langem finst’rem Frost.

Friedemann Neef, Roßwein

Impuls für Mittwoch, 5. November 2025

Losung
Lasst uns unsere Wege prüfen und erforschen, und lasst uns zurückkehren zum HERRN!
Klagelieder 3, 40

Lehrtext
Ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung, sodass ihr prüfen könnt, was das Beste sei, damit ihr lauter und unanstößig seid für den Tag Christi.
Philipper 1, 9–10

Impuls für den Tag
Ampel. Montagmorgen. Leipzig. Der Regen klopft auf meine Kapuze. In der Scheibe vorm Bäcker schau ich mir ins Gesicht: „Na, alles im grünen Bereich?“ Ich zucke mit den Achseln und trete ein. Als ich wieder herauskomme, liegt die Tüte voll Brötchen warm in der Hand, die Tasche schwer von Plänen in der anderen, und dazu Gedanken wie aufgeregte Spatzen unterm Dach.
Doch plötzlich, zwischen Ampelrot und Croissant, frag ich mich: „Wohin eigentlich – und warum grade da lang?“ Ich habe noch gar keine Antwort gefunden, da ändere ich die Richtung. Weil irgendwas ruft. Nicht den Weg aller anderen Tage, sondern den durch den Park nehme ich heute – da wo der alte Mann auf der Bank sitzt und Enten füttert.
Ich setze mich neben ihn. Wir nicken uns zu. Ich reiche ihm ein Brötchen. Er lächelt alt und jung zugleich. Wir schauen auf den Regen, auf die Enten, auf die Welt, die mehr braucht als immer nur stur geradeaus. Manchmal reicht ein kleiner Bogen, ein freundlicher Gruß, ein Schritt aus dem Trott. Und als ich dann aufstehe und weitergehe, fühle ich mich irgendwie heimisch bei mir – und bei dem, der meine Umwege schon längst erwartet.

Sebastian Schirmer, Leipzig

Impuls für Dienstag, 4. November 2025

Losung
Ich werde wandeln vor dem HERRN im Lande der Lebendigen.
Psalm 116,9

Lehrtext
Betrachtet euch als solche, die für die Sünde tot, für Gott aber lebendig sind, in Christus Jesus.
Römer 6,11

Impuls für den Tag
Im Urlaub lernte ich einen Psalm vom Kabarettisten Hanns-Dieter Hüsch auswendig, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre.
Er beschreibt mit unseren Worten, was es heißt, als Christ angesichts von Widrigkeiten mit Ausblick auf die Ewigkeit fröhlich zu leben, wie in der heutigen Losung angedeutet:

Ich bin vergnügt, erlöst, befreit.
Gott nahm in seine Hände meine Zeit,
mein Fühlen, Denken, Hören, Sagen,
mein Triumphieren und Verzagen,
das Elend und die Zärtlichkeit.

Was macht, dass ich so fröhlich bin
in meinem kleinen Reich?
Ich sing und tanze her und hin
vom Kindbett bis zur Leich.

Was macht, dass ich so furchtlos bin
an vielen dunklen Tagen?
Es kommt ein Geist in meinen Sinn,
will mich durchs Leben tragen.
Was macht, dass ich so unbeschwert
und mich kein Trübsinn hält?
Weil mich mein Gott das Lachen lehrt
wohl über alle Welt.“

Michael Tetzner, Frohburg

Impuls für Montag, 3. November 2025

Losung
Siehe, auch jetzt noch ist mein Zeuge im Himmel, und mein Fürsprecher ist in der Höhe.
[Hiob 16,19]

Lehrtext
Weil wir denn einen großen Hohenpriester haben, Jesus, den Sohn Gottes, der die Himmel durchschritten hat, so lasst uns festhalten an dem Bekenntnis.
[Hebräer 4,14]

Impuls für den Tag
Vor einigen Jahren konnte ich das „Adonia“-Musical „HIOB“ in Hainichen erleben. Es ist ein modernes Musical, das die biblische Geschichte von Hiob thematisiert. Ich habe den Abend immer noch in sehr guter Erinnerung. Die Darbietung war emotional und ausdrucksstark mit beeindruckenden Chören und einer lebendigen Live-Band.
Hiobs Geschichte ist uns sicher allen bekannt. Hiob wird von seiner Frau und seinen Freunden verlassen und steht krank in Sack und Asche da. Hiob beklagt sein Leiden und hat Vorwürfe gegen Gott.
Aber er vertraut auch darauf, dass Gott sein Zeuge ist und für ihn eintritt, obwohl er am Boden zerstört ist – das ist unsere heutige Tageslosung. Trotz allem, was er erlebt und erlitten hat, weiß Hiob keinen anderen Halt als bei Gott.
Unser Vers unterstreicht den Glauben an die göttliche Gerechtigkeit und Fürsprache, die über die menschliche Erfahrung hinausgeht. Was unter Menschen möglich ist, dass Freundschaften zerbrechen und zu Feindschaften werden, das ist bei Gott nicht möglich. Er zumindest kündigt uns die Freundschaft niemals auf, auch wenn es manchmal vielleicht so aussehen mag und wir es verdient hätten. Amen.

Thomas Meyer, Roßwein

Impuls für Sonntag, 02. November 2025

Losung
Es sollen viele Völker sich zum HERRN wenden und sollen mein Volk sein.
Sacharja 2,15

Lehrtext
Gott wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein.
Offenbarung 21,3

Impuls für den Tag
Als Baron Pierre de Coubertin im 19. Jahrhundert die „Olympische Idee“ aufbrachte, war sein Ziel, junge Menschen aus allen Völkern zusammen zu bringen. In sportlichen Wettbewerben sollten sie friedlich ihre Kräfte messen. Die Idee entwickelte sich zu einer großen Sache, den Olympischen Spielen, die bis heute stattfinden.
Wie gut, wenn Menschen verschiedener Völker friedlich zusammen kommen. Da entsteht eine große Gemeinschaft, da entsteht im besten Falle Einheit in der Verschiedenheit.
Der Gott, den uns die Bibel offenbart, ist als Schöpfer der Welt ein Gott aller Menschen. Israel hatte ihn zuerst als seinen Gott angenommen. Aber der Prophet Sacharja schaut noch über die Grenzen seines Volkes hinaus: Alle Menschen, die sich ihm zuwenden, sind sein Volk.
Wie gut, dass wir als Christen um diese Berufung wissen. Jesus, Gottes Sohn, hat eine Kirche auf der ganzen Welt. Der Himmel wird gefüllt sein mit Menschen verschiedener Nationen. Und alle werden es als Freude erleben. So sollen doch Christen jetzt schon ein Leben ohne Ausgrenzung anderer führen, die nicht in mein Volk, meine Gewohnheiten oder mein Milieu passen wollen.

Michael Karwounopoulos, Bad Urach