Impuls für Samstag; 10. Januar 2026

Losung
Das sei ferne von uns, dass wir uns auflehnen gegen den HERRN und uns heute von ihm abwenden.
Josua 22,29

Lehrtext
Hab acht auf dich selbst und auf die Lehre; beharre in diesen Stücken! Denn wenn du das tust, wirst du dich selbst retten und die, die dich hören.
1. Timotheus 4,16

Impuls für den Tag
Paulus ermahnt Timotheus, auf die Lehre zu achten. Davon lesen wir im heutigen Lehrtext. Er macht das, weil es nicht beliebig ist, was wir glauben. Zum Beispiel ist es nicht beliebig, ob wir an Jesus Christus glauben wie wir an Gott glauben oder ob Jesus nur zeigt, wie wir glauben können. Oder es ist nicht beliebig, ob in Jesus der wirkliche Gott wirklicher Mensch geworden ist und er damit uns wirklich kennt und versteht. Schon den ersten Christen war das alles nicht gleichgültig. Und sie erkannten, es lohnt sich, hier wirklich um Verstehen zu ringen. Die Bekenntnisse, die wir haben, zeugen davon. Eines davon bekennen wir in fast jedem Gottesdienst.
Zu wissen, was wir glauben und darauf zu achten: Das hilft uns, im Gespräch zu bleiben mit Menschen, die manches anders sehen. Und es hilft auch beim Zuhören und bewirkt, dass nicht jede andere Meinung uns aus der Bahn wirft. Und manchmal brauchen wir es auch, dass wir einfach trotzig bekennen: Ich verstehe zwar gerade nicht, was hier passiert. Aber ich halte dennoch an dir, Jesus, fest. Amen.

Jörg Matthies, Marbach

 

Impuls für Freitag; 09. Januar 2026

Losung
Ich will sie trösten und sie erfreuen nach ihrer Betrübnis.
Jeremia 31,13

Lehrtext
Unsre Hoffnung steht fest für euch, weil wir wissen: Wie ihr an den Leiden teilhabt, so habt ihr auch am Trost teil.
2. Korinther 1,7

Impuls für den Tag
Mein Volk darf nach Hause
Zurück aus dem Exil in die Heimat
Die Zeit des Leidens ist vorbei
Wunden bleiben – Verluste auch

Doch soll sich das Volk freuen
Mädchen sollen tanzen
Männer, junge und alte, sich erfreuen.
Ein neuer Weg beginnt
Wunden bleiben – Verluste auch

Doch ist der Trost so groß
Gott lädt ein,
Schließe dich dem Reigen an
Lass dich in die Umarmung fallen

Wunden bleiben – Verluste auch
Gott gibt Hoffnung,
Jesus ward geboren
Jesus bringt die Hoffnung
Wunden können heilen
Ich bin nicht allein!
Die Hoffnung bleibt
Ich bin nicht allein!

Sophie Heinzelmann, Hainichen

 

Impuls für Donnerstag; 08. Januar 2026

Losung
HERR, du hast angefangen, deinem Knecht zu offenbaren deine Herrlichkeit und deine starke Hand
5. Mose 3, 24

Lehrtext
Jesus betete: Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast.
Joh 17,24

Impuls für den Tag
Es geht um das Sehen der Herrlichkeit Gottes. Mose hat eine Ahnung davon bekommen, was das ist , die Herrlichkeit Gottes. Er durfte Gott hinterherblicken. Auch Jesus will, dass wir seine Herrlichkeit erschauen. Aber wie geht das?
Um etwas zu erschauen, muss man als erstes die Augen aufmachen. Ich stelle fest, dass wenige Menschen wirklich die Augen aufmachen. Sie bleiben lieber in dem, was andere Menschen ihnen sagen: „Im Fernsehen haben sie gebracht, dies und jenes“, aber wenn sie die Augen aufmachten und zum Fenster hinaus sehen, würden sie feststellen, dass die Welt ganz anders ist. Jesus will uns nichts vormachen. Er will, dass wir Gott erkennen. Aber ohne dass wir genau hinschauen wird das nichts. Gott will, dass wir uns nicht den Blick und Verstand vernebeln lassen, sondern die Augen aufmachen und genau hinschauen.

Gerold Heinke, Marbach

 

Impuls für Mittwoch; 07. Januar 2026

Losung
So kehrt nun um von euren bösen Wegen. Warum wollt ihr sterben?
Hesekiel 33,11

Lehrtext
Wer die Wahrheit tut, der kommt zu dem Licht, damit offenbar wird, dass seine Werke in Gott getan sind.
Johannes 3,21

Impuls für den Tag
„So kehrt nun um von euren bösen Wegen. Warum wollt ihr sterben?“ Dieser Satz hat mich in den letzten Tagen sehr bewegt. Nicht weil ich bewusst ‚Böses‘ tue, sondern weil ich gemerkt habe: Man kann auch dort ein Stück innerlich sterben, wo man zu lange bleibt. Wo man aushält, erklärt, entschuldigt – und dabei sich selbst zu verlieren beginnt. Umkehr bedeutet für mich im Moment nicht, plötzlich alles anders zu machen. Es bedeutet, ehrlich hinzusehen und mir einzugestehen: Das tut mir nicht mehr gut. Diese Ehrlichkeit ist schmerzhaft und erfordert Mut. Sie bringt Trauer mit sich. Aber sie öffnet auch einen Raum, in dem wieder Luft zum Atmen ist. Der Lehrtext begleitet mich dabei. Wahrheit tun heißt für mich nicht, recht zu haben oder Schuld zu verteilen. Es heißt meiner inneren Stimme zu vertrauen, nicht länger gegen mein eigenes Empfinden zu leben. Ins Licht zu kommen heißt dann nichts mehr zu beschönigen, weder Verletzungen noch meine Grenzen. Licht ist für mich nicht laut, es ist still. Ich erkenne , ich darf mich schützen ohne zu verhärten, leben ohne mich zu verlieren. Umkehr ist für mich ein Schritt hin zu dem Leben, das Gott uns von Herzen gönnt. Amen.

Christiane Ranft, Neugepülzig

 

Impuls für Dienstag; 06. Januar 2026

Losung
Du herrschest über das ungestüme Meer, du stillest seine Wellen, wenn sie sich erheben.
Psalm 89,10

Lehrtext
Jesus sagt zu den Jüngern: Ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam? Und stand auf und bedrohte den Wind und das Meer; und es ward eine große Stille.
Matthäus 8,26

Impuls für den Tag
Die tosenden Wellen, das ungestüme Meer — sie sind sicher den meisten von uns eher fremd. Viele Menschen leben heutzutage in Deutschland in relativer Sicherheit vor den Naturgewalten, sind ihnen kaum schutzlos ausgesetzt. Doch man muss eigentlich jetzt gerade nur den Fuß vor die Tür setzen, um zu merken, wie unberechenbar und lebensfeindlich allein das Wetter sein kann. Auch andere Lebensumstände können uns unvermittelt zeigen, wie klein und machtlos wir sind: Krankheit, Arbeitslosigkeit, Verlust, Unfruchtbarkeit sind nur einige davon. Was gibt uns darin Halt und Hoffnung? Die heutigen Bibelstellen können gemischte Gefühle auslösen, denn wie oft stillt Gott die Wellen meines Lebens nicht, wie viele Menschen lässt er anscheinend untergehen statt das Meer zu zähmen? In all solchen Fragen, die sich nicht leicht beantworten lassen, spenden mir die Bibelstellen aber auch großen Trost, denn wie oft habe ich schon erlebt, dass Gott die innerlichen Wellen meiner Gefühle liebevoll gestillt und mir seinen Frieden geschenkt hat. Jesus ist da — und er kann in allen Umständen Halt und Hoffnung geben. Wie die Jünger im Boot können wir ihm unsere Ängste an den Kopf werfen und dürfen auf seine große Kraft vertrauen.

Johanna Seidel, Moosheim

 

Impuls für Montag; 05. Januar 2026

Losung
Der HERR ist seines Volkes Stärke.
Psalm 28, 8

Lehrtext
Er aber, unser Herr Jesus Christus, und Gott, unser Vater, der uns geliebt und uns einen ewigen Trost gegeben hat und eine gute Hoffnung durch Gnade, der tröste eure Herzen und stärke euch in allem guten Werk und Wort.
2. Thessalonicher 2, 16-17

Impuls für den Tag
Da ist wieder so ein Morgen an dem alles schief zu gehen scheint. Zu spät aufgestanden. Die Kinder schlechte Laune, weil sie nicht in die Schule wollen oder der Lieblingspullover in der Wäsche ist, am Tee den Mund verbrannt und den Lieblingsjoghurt hat jemand anderes gefuttert… ‚Wenn der Tag so weiter geht‘, denke ich, ’sollte ich besser wieder ins Bett gehen.‘ Doch dann nimmt mein Mann mich in den Arm und zeichnet mir ein Kreuz auf die Stirn…

Paulus schrieb unseren heutigen Lehrtext zur Ermutigung. Er wollte die Christen in der Gemeinde stärken, ihnen Hoffnung geben.

Wann haben Sie das letzte mal persönlich einen Bibelvers zugesprochen bekommen oder jemanden zugesprochen? Jemanden mit dem Zeichen des Kreuzes gesegnet oder sind gesegnet worden?

Ich möchte Ihnen Mut machen, andere zu segnen und ihnen gute Worte mit auf den Weg zu geben, Familie, Freunden, aber auch anderen in der Gemeinde oder Nachbarschaft. Wir können Hoffnung und Segen weitergeben,
in der Gewissheit Gottes geliebte Kinder zu sein.

Sandra Barthel, Raußlitz

 

Impuls für Sonntag, 4.1.2026

Losung
Ich harrte des HERRN, und er neigte sich zu mir und hörte mein Schreien.
Psalm 40,2

Lehrtext
Der Kranke antwortete Jesus: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich in den Teich bringt, wenn das Wasser sich bewegt; wenn ich aber hinkomme, so steigt ein anderer vor mir hinein. Jesus spricht zu ihm: Steh auf, nimm dein Bett und geh hin!
Johannes 5,7-8

Impuls für den Tag
Sie greift zum Telefon und wählt die 112. Sie spricht in den Hörer: Können Sie bitte herkommen, ich habe starke Schmerzen auf der linken Seite. 15 Minuten später flackert unten auf der Straße das blaue Licht. Dann klingelt es und schon ist das kleine Wohnzimmer voller Leben. Zwei Notfallsanitäter setzen ihre großen Rucksäcke ab. Routiniert machen sie ihre Arbeit. Einer sagt: Ihr Herz schlägt normal, nichts ist auffällig. Wir geben ihnen ein Schmerzmittel und morgen gehen sie zum Hausarzt. Schon ist sie wieder allein in der beklemmenden Stille. Der Herrnhuter Stern leuchtet im Fenster, wie jedes Jahr.
Zu Weihnachten und Silvester haben die Rettungskräfte alle Hände voll zu tun. Zum erheblichen Teil rufen Menschen an, die einfach einsam sind. Sie sehnen sich nach jemanden, der sich ihnen zuwendet. Das tut im Herzen weh.
Jesus hatte diese Menschen im Blick. Er hat ihre Hilferufe gehört und ihre Not gesehen. Jesus hat geholfen. Menschen hat er aus ihrem lähmenden Dasein befreit. Ist Jesus ein Rettungsdienst in der Not? Ja, denn so hat es Gott zugesagt. Das ist beruhigend und wohltuend! Amen.

Heiko Jadatz (Roßwein)

Impuls für Samstag, 03. Januar 2026

Losung
HERR, deine Augen, sind sie nicht auf Treue gerichtet?
Jeremia 5, 3

Lehrtext
Mein Lieber, du handelst treu in dem, was du an den Brüdern tust, zumal an fremden.
3. Johannes 1, 5

Impuls für den Tag
Haben sie sich etwas vorgenommen für das neue Jahr? Vielleicht mehr Sport treiben, mit dem Rauchen aufhören, dienstlich kürzer treten…
Vor Jahren las ich im Anderen Advent von einem Mann, der seinen Urlaub folgendermaßen verbrachte. Er schaltete eine Annonce, in der er sich und seine Arbeitskraft für kleinere und größere Dienste kostenfrei anbot. Es funktionierte. In kurzer Zeit hatte er so viele Anfragen, dass seine Woche gut ausgefüllt war. Die Anfragen reichten von Einkaufen, Kinderbetreuung, Hecke schneiden, bis zum Wände streichen und Terrasse pflastern. Am Ende der Woche war er gut geschafft, aber sehr zufrieden. Aus dieser Aktion entwickelte sich noch mehr. Ganz nebenbei war er mit den meisten Interessenten ins Gespräch gekommen. Er hatte vieles gehört, aber auch so manchen Tipp für sich mit auf den Weg bekommen. Mit einigen blieb er in Kontakt, traf sich mal zum Kaffee und zum Erzählen oder packte wieder an, wenn es gebraucht wurde. Aus der Idee war längst ein wertvolles Miteinander geworden das allen gut tat. Wäre das nicht auch ein guter Plan für 2026? Vielleicht tun sie das auch schon lange. Umso besser. Dann sind ihre Erfahrungen gefragt für ein Jahr der Nächstenliebe und Menschlichkeit.

Bezirkskatechetin Angelika Schaffrin, Marbach

 

Impuls für Freitag, 2.1.2026

Losung
Der HERR segnet, die ihn fürchten, die Kleinen und die Großen.
Psalm 115,13

Lehrtext
Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern segnet vielmehr, weil ihr dazu berufen seid, auf dass ihr Segen erbt.
1.Petrus 3,9

Impuls für den Tag
Im Alltag ist uns allen das Verhältnis Ursache-Wir-
kung durchaus bewusst: Wenn ich etwa ein Glas he-
runterfallen lasse, wird es höchstwahrscheinlich zerspringen. Wir versuchen uns also so zu verhal-
ten, dass unser Tun günstige Wirkungen verursacht und ungünstige vermeidet. Zwischenmenschlich wird es da schon schwieriger: Viele scheinen sich z.B. zu wundern, wenn ihnen auf ihren inakzeptab-
len Tonfall nicht gerade Freundlichkeit entgegen-
schlägt. Sie verkehren dann noch das Ursache-Wir-
kung-Prinzip und bedauern sich selbst als „Opfer“ der „bösen Anderen“ – und schaffen sich so zielge-
richtet ihre eigene „Hölle auf Erden“: Ein miserables Umfeld, dass sich dann freilich wieder trefflich bejammern lässt. Im geistigen, im geistlichen, im spirituellen Bereich nun bestehen ebenso ganz klare Gesetze von Ursache und Wirkung. Wenn mir also Gott egal ist, wenn ich Ihn immerzu anzweifle, Ihn eben nicht „fürchte“, muss ich mich nicht wundern, dass ich Seinen Segen nicht spüren kann. Das liegt dann aber nicht an einem „bösen“, „strafenden“, „ungerechten“ Gott, sondern schlicht an mir selbst. Gott will uns segnen. Und er will durch uns Seinen Segen ausbreiten, damit der wieder auf uns zurück-
fallen kann. Welch heilsamer Kreislauf!

Friedemann Neef, Roßwein

Impuls für Donnerstag, 1.1.2026

Losung
Der HERR wird aufheben die Schmach seines Volks in allen Landen.
Jesaja 25, 8

Lehrtext
Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen.
1. Johannes 4, 9

Impuls für den Tag
Neujahr. Nebel hält sich über den Gassen, als wolle er verstecken, was Menschen einander und der Welt anzutun im Stande sind.
Doch etwas hebt sich. Sanft, wie ein Gedanke, der noch zu zart ist für die Wirklichkeit: „Der Herr wird aufheben die Schmach seines Volks in allen Landen“ – Ein Gedanke, der sich vom Gewicht der Jahrhunderte befreit, vom Makel gegenseitiger Zuschreibungen, vom rostigen Gerede über Eigenes und Fremdes. Ein Gedanke, der eine Sprache gebiert, die niemanden ausschließt.
Vielleicht hilft der Nebel des Neujahrs, uns zu verlernen, wer wir waren – Juden und Griechen, Ost und West, Nord und Süd – damit wir, bar all dieser Grenzen, endlich Menschen sind.
Dann wäre dieser Neujahrstag nicht nur der erste Tag nach dem Kalenderwechsel, sondern ein Blickwechsel, ein echter Neuanfang: Die Erde atmet neu, das Gedächtnis der Grenzen wird dünn, fast durchlässig. Und die Welt, erleichtert wie nach einem zu langen Winter, nähme ein einziges, großes Atemholen unter einem Himmel – der keinem Land gehört.
Frohes neues Jahr!

Sebastian Schirmer, Leipzig