Impuls für Montag, 9.2.2026
Losung
Wenn ein Fremdling bei euch wohnt in eurem Lande, den sollt ihr nicht bedrücken.
(3. Mose 19,33)
Lehrtext
Jesus spricht: Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete.
(Johannes 15,14)
Impuls für den Tag
Er hält mir sein Smartphone hin. Ich spreche hinein. Mit Google-Übersetzer kommen wir ins Gespräch. Er ist neu hier, fremd in der Stadt. Er dachte sich am Sonntag, den Gottesdienst zu besuchen. Nun stehen wir am Eingang zur Kirche. Er kommt aus Bulgarien und arbeitet hier im Logistikzentrum. Es fällt ihm alles noch schwer, vor allem die Sprache. Nun sitzt er in der Kirchenbank. Beim ersten Lied strahlt plötzlich sein Gesicht auf.
Das ist nun ein reichliches Jahr her. Häufig kam er zum Gottesdienst. Rechts und links von ihm ein paar Leute aus der Gemeinde. Sie unterhalten sich, während die Glocken draußen läuten. Das geht schon längst ohne Übersetzungshilfe. Seit einigen Wochen singt er hier im Chor mit. Er fühlt sich nicht mehr fremd, ein bisschen schon zu Hause.
„Die Fremden unter uns sollen nicht bedrückt werden“ – heißt es in der Bibel. Es ist ein Gesetz, das schon einige Tausend Jahre alt ist. Wir müssen uns das hin und wieder deutlich machen. So wie heute mit diesem Impuls. Denn so einfach wie bei unserem Chorsänger aus Bulgarien ist es nicht immer. Amen.
Pfarrer Heiko Jadatz | Roßwein

