Impuls für Donnerstag, 7. Mai 2026

Losung
HERR, frühe wollest du meine Stimme hören, frühe will ich mich zu dir wenden und aufmerken.
Psalm 5, 4

Lehrtext
Am Morgen, noch vor Tage, stand Jesus auf und ging hinaus. Und er ging an eine einsame Stätte und betete dort.
Markus 1, 35

Impuls für den Tag
Alfred ist schon früh im Garten. Wegen seiner Rosen. Liebevoll versorgt er sie. Als plötzlich eine Katze durch die Büsche schnurrt, merkt er auf.
Ophelia ist zeitig unterwegs. Sie hat ein fernes Ziel, liebt lange Fahrten, aber keinen Stau. Als im Radio die Verkehrsmeldungen tönen, beginnt sie aufzumerken.
Sie merken, das kleine Wort „aufmerken“ hat es mir heute angetan. Denn es verklingt schnell, meint aber viel. Die Psalmbetende nimmt nicht nur wahr und spürt am Morgen nach; sie hat sich auch nicht einfach nur eingeprägt, also gemerkt, was die Worte des Herrn sagen, sondern sie wird aufmerksam – sie richtet ihre Gedanken konzentriert auf den Herrn. Während jedoch die Aufmerksamkeitsindustrie unsere Tage dominiert, werden es die leisen Signale eines liebevollen Gottes schwer haben. Dabei würde dieser Aufmerksamkeit noch mehr Aufmerken folgen: auf all die Wunder am Wegesrand und neben mir, die der Herr wirkt. Darum ist es wohl auch ein „auf“-merken, kein abmerken oder einmerken und schon gar kein anmerken. Es hat mit „oben“, mit „Himmel“ zu tun, der einerseits bereits neben mir beginnt, aber immer noch größer ist, als ich begreife, so dass ich nur aufschauen kann, weil er Aufsehen erregt. Vielleicht wäre das A und O für diese Welt, wie für Alfred und Ophelia, dass Aufmerksamkeit hat, was mir gerade bedeutsam erscheint, aber eben auch der Herr manches Aufmerken erfährt – um aufmerksam zu werden, für das, was Gott liebt – nämlich dich und mich; um zu merken, was aufgeht; und um mindestens mit Aufsehen rechnen zu können.

Sebastian Schirmer, Leipzig