Impuls für Mittwoch, 20. Mai 2026
Losung
Ich will singen von der Gnade des HERRN ewiglich und seine Treue verkünden mit meinem Munde für und für.
Psalm 89,2.
Lehrtext
Die Jünger zogen aus und predigten an allen Orten. Und der Herr wirkte mit ihnen und bekräftigte das Wort durch die mitfolgenden Zeichen.
Markus 16,20
Impuls für den Tag
Mit dem Singen ist das so eine Sache!
Die einen singen sehr gerne, auch im Chor oder beim Saubermachen- die anderen können mit Musik gar nichts anfangen und bekamen schon von klein auf gesagt, dass sie nicht singen können. Aber Singen von Gott im Gottesdienst oder im Alltag ist oft eine Form von Gebet, die über Worte hinaus geht!
Lieder können fröhliche Tage begleiten oder in Momenten von Sorgen Mut machen. Und das Beste: Gemeinsames Singen verbindet Menschen und lässt sie eine gemeinsame Verbundenheit zu Gott spüren.
Aber was nun, wenn man wirklich nicht singen kann?
Ein junger Mönch lebte in einem Kloster mit alten Mönchen zusammen und der Gesang war eher abschreckend schief als einladend himmlisch! „Wir singen so schief“, klagte er beim Abt. „Gott muss sich doch die Ohren zuhalten, wenn wir versuchen, ein Loblied zu singen.“Der alte Abt lächelte nur mild. „Glaubst du, mein Sohn, dass Gott nur auf die Töne achtet?“
Als Weihnachten kam und es besonders festlich klingen sollte, war er den Tränen nahe. Nach dem Gottesdienst saß er traurig in der Kapelle, als er plötzlich eine Stimme hörte – eine Stimme, die nicht von dieser Welt zu sein schien. Sie ein Lied von unendlicher Schönheit. Er sah sich um. Er war allein. Aber der Gesang kam nicht aus der Luft, er schien aus den alten, kalten Steinmauern zu kommen, aus den Balken, aus dem Boden.“Wer singt da?“ flüsterte Lukas erschrocken.“Wir singen nicht“, erklang eine Stimme in seinem Herzen. „Aber wir klingen, weil eure Herzen mitgesungen haben.“In diesem Moment verstand er. Die Mönche hatten nicht mit der Stimme gesungen, sondern mit ihrer Liebe, ihrer Hingabe und ihrer Ehrlichkeit.
Gott braucht keinen perfekten Klang, nur die Schwingung der Liebe. Von jetzt an sang er nicht mehr für die Ohren der Menschen, sondern aus der Tiefe seines Herzens. Das kann uns Mut machen für den heutigen Tag!
Claudia Tetzner, Frohburg

