Impuls für Sonntag, 23. August 2026
Losung
Sie litten keinen Durst, als der HERR sie leitete in der Wüste. Er ließ ihnen Wasser aus dem Felsen fließen.
Jesaja 48, 21
Lehrtext
Wer euch einen Becher Wasser zu trinken gibt deshalb, weil ihr Christus angehört, wahrlich, ich sage euch: Er wird nicht um seinen Lohn kommen.
Markus 9, 41
Impuls für den Tag
Die Sonne brennt heiß. Hitze liegt schwer auf der Haut. Jeder Schritt wirbelt Staub auf, der sich dir in die Lunge legt. Felsen stehen stumm und unnachgiebig dabei – ihr Grau und Rot spricht nur die Sprache des Widerstandes. Es ist eine unwirtliche, sogar unerbittliche Umwelt.
Beim Gedanken daran, werden meine Erinnerungen lebendig, an Wanderungen durch die Negev-Wüste in Israel, vor beinahe 20 Jahren, oder auch Besuche im Sinaigebiet – und ich weiß: Das kann für einen Besuch sehr schön und eindrücklich sein – aber wenn man da durch muss, auch noch zu Fuß, dann wird es mindestens eine Herausforderung.
Und zugleich denke ich an solche Wüstenzeiten im übertragenen Sinne: Trockene Monate und Jahre, die schwer sind wie sengende Hitze; oder Zeiten, in denen mir manchmal Menschen begegnen, die hart sind wie unnachgiebige Felsen. Wer dort hindurchgeht, weiß von Mühsal zu berichten. Schritte wiegen doppelt und auf drei voran folgen zwei zurück.
Solche Zeiten sind niemandem zu wünschen. Aber die alten Erfahrungen der Bibel bezeugen dennoch: Selbst in diesen Zeiten, vermag es die große, liebevolle, lebensbejahende Kraft Gottes, Quellen aufzutun; und Herzen, die hart sind wie Stein, werden dort herzlicher, wo Gottes Liebe aufgeht – nicht wie sengende Sonne, sondern wie wärmendes Licht. Die Wüste bleibt Wüste – trotzdem. Und manchmal muss ich hindurch. Aber wer sich vom Herrn leiten lässt, findet Quellen in aufbrechenden Felsen und Oasen auf dem Weg.
Sebastian Schirmer, Leipzig

