Impuls für Mittwoch, 07. September 2022

Losung
Losung:
Wie lieblich sind deine Wohnungen, HERR Zebaoth! Psalm 84, 2

Lehrtext
Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.
Matthäus 18, 20

Impuls für den Tag

Als unsere Kinder Œflügge wurden Œflogen sie aus. Nach Görlitz, Dresden, Erfurt, Freiberg, je nachdem wohin sie Studium oder Arbeit führten. Das war für uns gewöhnungsbedürftig. So viel Stille im Haus kannten wir gar nicht. An den Wochenenden aber flogen sie oft wieder ein. Mal einzeln, mit oder ohne Partner und oft saßen auch wieder alle am Tisch. Da wurde manchmal bis spät in die Nacht erzählt und diskutiert, gelacht und geweint. Manchmal brauchten sie einen Rat, manchmal Trost, was auch immer. Ein Zuhause zu haben in das man immer wieder zurückkehren kann, wo man findet was man braucht, ist nicht selbstverständlich. Bis heute müssen Menschen ihr Zuhause verlassen, ohne Garantie auf Rückkehr. Mancher hat nie ein wirkliches Zuhause erlebt, für andere ist die Straße ihr Zuhause. Was für ein Angebot ist ein Zuhause bei Gott? Dabei ist nicht nur die Aussicht auf die Ewigkeit gemeint. Nein dieses Zuhause ist bereits jetzt bezugsfertig. Es ist nicht an einen bestimmten Ort gebunden. Es ist dort, wo wir Gottes Nähe suchen, wo wir Kräfte sammeln, Trost finden, lachen können, wo wir immer willkommen sind. Allein, zu Zweit, zu drittƒ und ganz egal wo wir sonst zu Hause sind.

Bezirkskatechetin Angelika Schaffrin, Marbach

Impuls für Dienstag, 6. September 2022

Losung
Bei dir, Herr, unser Gott, ist Barmherzigkeit und Vergebung.
Daniel 9,9

Lehrtext
Alle Zöllner und Sünder suchten Jesu Nähe, um ihm zuzuhören.
Lukas 15,1

Impuls für den Tag

Wer sind eigentlich heute die „Zöllner“ und „Sünder“, die Verachteten, die, die nicht „dazu“ gehören, über die die Etablierten (wie seinerzeit die Pharisäer) die Nase rümpfen? Ertappen wir uns nicht auch manchmal dabei, sowohl auf solche herabzuschauen – stolz auf uns, es „geschafft“ zu haben und ängstlich darauf bedacht, unseren Status zu wahren? Oder aber voll Neid auf die „da oben“ zu schauen, die ein größeres Stück vom Kuchen abbekamen, um dann in allgemeine Unzufrieden-
heit zu verfallen? Mit beidem spielen wir aber bloß das Gesellschaftsspiel mit den Ellbogen mit, in dem es auf alles ankommt – außer auf Barmherzigkeit und Vergebung. Jesus hat uns gezeigt, dass ganz anderes wichtig ist, wenn wir unser Leben wieder auf die Füße stellen wollen – dass wir dazu den richtigen Ansprechpartner brauchen, den einzigen, dem es sich eigentlich zuzuhören lohnt….
… bei dem wir vor uns selbst sicher und losgelöst wären und in dessen Nähe auch wir Erbarmen und Vergeben einüben könnten, auch Großherzigkeit, Gönnen und liebevolle Zuwendung – eben die ganz anderen Spielregeln des Reiches Gottes.

Friedemann Neef (Roßwein)

Impuls für Montag, den 05.09.2022

Losung
Bringt eine Mutter es fertig, ihren Säugling zu vergessen? Hat sie nicht Mitleid mit dem Kind, das sie in ihrem Leib getragen hat? Und selbst wenn sie es vergessen könnte, ich vergesse euch nicht!
Jesaja 49,15

Lehrtext
So können wir getrost sagen: Der Herr ist mein Helfer, ich werde mich nicht fürchten.
Hebräer 13,6

Impuls für den Tag

Nun, leider ist es wohl so, dass es doch manche Mutter auf dieser Welt gibt, die es fertig bringt, ihren Säugling zu vergessen. Auch die Losung deutet das bereits an. Ich will darüber nicht urteilen.
Aber ich muss beim Lesen dieser Losung an eine andere Geschichte aus dem Ersten Testament denken: als nämlich zwei Frauen den Streit um ein Kind vor den König Salomo trugen. Beide gaben an, die leibliche Mutter und von der jeweils Anderen des Kindes beraubt worden zu sein. Und Salomo entschied den Streit mit einer List: Diejenige Frau, die beim Ziehen und Zerren um das Kind nachgeben würde, weil ihr das Wohl des Kindes wichtiger ist als ihr eigenes Recht, die wäre die wahre Mutter dieses Kindes – leibliche Mutter oder nicht.
Wenn ich nun durch die Bibel blättere und sehe, wie sich Gott auf Menschen einlässt, auch auf Recht verzichtet, weil IHM das Wohl der Menschen wichtiger ist, dann erkenne ich genau das: Eine wahre Mutter – wie immer jemand GOTT* auch lieber nennen möge.
Von der Mutter vor Salomo könnten wir miteinander sicher einiges lernen. Wie viel mehr wohl noch von GOTT* – der Kraft, die nicht vergisst, die hilft und aller Furcht begegnet!?

von Pfarrer Sebastian Schirmer aus Bockendorf

Impuls für Sonntag, 4.9.22

Losung
Du, HERR, sei nicht ferne; meine Stärke, eile, mir zu helfen!
Psalm 22,20

Lehrtext
Wir wissen, dass er uns hört.
1.Johannes 5,15

Impuls für den Tag

Inzwischen sind die heißen Tage des Sommers vorbei. Abends wird es früher dunkel. In 2 Monaten wird es richtig Herbst sein mit den entsprechend düsteren Tagen. Ich überlege weiter: heute in 3 Monaten ist schon wieder der 2. Advent. Eventuell mit dem ersten Schnee…
Und so, wie die Jahreszeiten wechseln, wechseln auch meine Gefühle und Stimmungen. Mal sind sie warm und hell, mal sind sie kalt und düster.
Auch meine Beziehung zu Gott ist nicht immer gleich. Auch hier gibt es Höhen und Tiefen. Es gibt Zeiten, wo ich den lebendigen Gott richtig deutlich spüre, SEINE Führung, Bewahrung und Segen. Aber es gibt auch Tage, wo Gott weit weg zu sein scheint.
Wie gut ist es da, einen Gott zu haben, der all diese Gefühle auch kennt und durchlebt hat; von der Freude über die Schöpfung, der Trauer über den Sündenfall und die Kreuzigung seines eigenen Sohnes, bis hin zur Freude der Auferstehung.
Diesen Gott kann ich in Lob und Freude preisen, ihn aber auch in meiner Wut und Trauer anflehen.
In ihm, der all dies selbst erlebt hat, finde ich immer wieder den liebenden Vater, der mich versteht und der zu mir hält.
Gott, ich danke dir, dass du für mich da bist. Amen.

Thomas Meyer aus Roßwein

Impuls für Samstag, 3.9.22

Losung
Was verborgen ist, ist des HERRN, unseres Gottes; was aber offenbart ist, das gilt uns und unsern Kindern ewiglich.
5.Mose 29,28

Lehrtext
Jesus betet: Ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen.
Johannes 17,26

Impuls für den Tag

Kinder lieben gewöhnlich das Versteckspiel. Aber wenn die anderen dann das versteckte Kind gefunden haben, ist das Gelächter meist groß. Wie schön, wenn man so ein kleines Geheimnis ans Licht gebracht hat. Wie schön, wenn man um das Verborgene weiß. Die Dinge des Glaubens sind uns oft verborgen. Manchmal leiden wir darunter, dass wir den Willen Gottes in einer Lebenssituation nicht erspüren können. Warum bin ich so krank geworden? Warum ist mir der geliebte Mensch so jäh genommen worden? Und immer nur sind es Spuren von Gottes Plan, die er uns offen legt. Damit müssen wir leben. Aber wir dürfen auch damit leben. Wir dürfen Spurensucher der Geheimnisse Gottes werden. Dazu gibt Jesus uns im Evangelium Anleitung. Wenn ich ihm nachfolge, werde ich einiges von Gottes Geheimnissen spüren. Er wird mich das wissen lassen, was mich im Leben die nächsten Schritte weiter trägt. Er zeigt mir, was mir im Leben helfen und neue Kraft schenken kann. Und er steht mit seinem ewigen Gebet sogar beim himmlischen Vater für mich und mein Leben ein.

Michael Karwounopoulos/Bad Urach

Impuls für Freitag, 2.9.22

Losung
Es segne uns Gott, und alle Welt fürchte ihn!
Psalm 67,8

Lehrtext
Würdig bist du, Herr, unser Gott, zu empfangen den Lobpreis, die Ehre und die Macht, denn du hast alles erschaffen, durch deinen Willen war es und ist es erschaffen worden.
Offenbarung 4,11

Impuls für den Tag

„An Gottes Segen ist alles gelegen!“ Dieser im Volksmund bekannte Spruch ist auch als Überschrift des 127. Psalms zu lesen (in einigen Bibelübersetzungen). Wir sind von Gottes Segen abhängig. Er schenkt uns Gesundheit, Kraft und Erfolg für unsere Arbeit und Mühe. Häufig klopfen wir uns innerlich selbst auf die Schulter: „Das hast du gut gemacht!“ Natürlich sollen wir fleißig sein und dürfen die Früchte unserer Arbeit genießen. Aber Gott kann leicht aus unserem Blickfeld und in Vergessenheit geraten. Dabei ist „Er“ der Geber aller guten Gaben. Ist uns das bewusst?

Der Schreiber des 67. Psalms besitzt offenbar diese Kenntnis und wendet sie praktisch an. Er bittet um Gottes Gnade und Segen, da er um die Bedürftigkeit des Menschen weiß. Der Beter bittet nicht nur, sondern dankt Gott für den bereits empfangenen Segen. Weiterhin ist es ihm ein Anliegen, dass alle Völker von Gottes Rettung und Segen hören sollen.
Ahmen wir es diesem Beter nach. Bitten wir um den Segen Gottes und danken ihm für alles, was wir bereits erhalten haben. Tun wir es unserer Umgebung kund, damit andere davon hören und Gott ehrfürchtig loben.

Heike Dieken aus Pappendorf

Impuls für Donnerstag, 1.9.22

Losung
Du warst mir nahe, als ich dich rief. Du sprachst: „Fürchte dich nicht!“
Klagelieder 3,57

Lehrtext
Bittet – und ihr werdet es bekommen. Dann wird die Freude euch ganz und gar erfüllen!
Johannes 16,24

Impuls für den Tag

Wie oft redest du mit Gott? Und wenn ihr redet, ist das dann so ein Smalltalk zwischen Tür und Angel oder setzt ihr euch gemeinsam an einen schönen, ruhigen Ort und habt auch tiefere Gespräche?
Und wenn du Gott bittest, was bittest du ihn dann? Sind das dann „Bitte mach, dass morgen die Sonne scheint“-Gebete oder vertraust du ihm deine tiefsten Geheimnisse, Sorgen und Ängste an?
Und wie gehts dir nach dem Gespräch? Bist du froh, dass es vorbei ist, bist du erfüllt von Freude oder merkst du gar keinen Unterschied zu vorher?
Ich persönlich habe eine lange Zeit lediglich ein paar Smalltalks am Tag mit Gott gehabt. Ich hab vor dem Essen kurz mit ihm geredet, auf dem Weg zur Arbeit und auf dem Weg zurück und dann nochmal vorm Schlafengehen. Wirkliche Nähe kam da nicht zustande. Einen Unterschied hat das in meinem Leben auch kaum gemacht. Mittlerweile widme ich Gott jeden Morgen eine halbe Stunde. Da ist genug Platz für alles, was ich loswerden will. Da rufe ich Gott an und spüre seine Nähe – wie in der Losung beschrieben. Gestärkt und mit tiefem Frieden kann ich so in den Tag starten. Hast du sowas auch schonmal ausprobiert? Jeder Tag könnte dein ´Anfang sein!

von Christian Stoll aus Zwickau

Impuls für Mittwoch, 31.8.22

Losung
Israel hoffe auf den HERRN! Denn bei dem HERRN ist die Gnade und viel Erlösung bei ihm.
Psalm 130,7

Lehrtext
Gott kann machen, dass alle Gnade unter euch reichlich sei, damit ihr in allen Dingen allezeit voller Genüge habt und doch reich seid zu jedem guten Werk.
2. Korinther 9,8

Impuls für den Tag

Wenn man lange geharrt, auch viel geschrien hat, und es kommt kein Licht, kein Trost, keine Hilfe, wenn die Nacht noch immer finsterer und das Verderben schlimmer wird, wenn jede Macht gelähmt wird, wenn die Schuld sich mehrt, Gott sein Antlitz verbirgt, und das Ende der inneren und äußeren Not nicht abzusehen ist, wenn alles abgeschnitten wird, worauf man noch Aussicht hatte, und es den Anschein gewinnt, als stoße Gott selbst einen trotz alles Schreiens noch tiefer hinab – da sieht Israel keinen Ausweg. Das alles hat der Prophet wohl gefühlt, er hat es selbst erfahren in seiner Tiefe. Darum ruft er es als ein mitleidender Bruder in die Welt hinein: Israel hoffe! Auf wen? Auf den Herrn. Das ist nun mit anderen Worten gesagt: Es sei so, dass eure Sache ganz verzweifelt ist, so dass ihr vor Angst und Mutlosigkeit nicht wisst, wo noch zu suchen ist; es sei so, dass eure Not so hoch gestiegen sei, dass ihr allem Anschein nach rettungslos verloren seid, dass eure Sünden und Schulden, eure mutwilligen Übertretungen zum Himmel schreien und eure Gebete oder eure stummen Seufzer übertönen: Israel hoffe auf den Herrn! DU höre und hoffe auf den Herrn!

Thilo Handschack, Etzdorf

Impuls für Dienstag, 30.8.22

Losung
Als Mose seine Hand über das Meer reckte, ließ es der HERR zurückweichen durch einen starken Ostwind.
2. Mose 14,21

Lehrtext
Durch den Glauben gingen sie durchs Rote Meer wie über trockenes Land.
Hebräer 11,29

Impuls für den Tag

Hinter ihnen furchtbare Jahre der Knechtschaft in Ägypten. Vor ihnen der Weg ins eigene, von Gott versprochene Land. Die letzten Tage waren aufregend und brachten für das Volk Israel die Wende. Endlich hatte der Pharao sie ziehen lassen. Unter Moses Führung kamen sie Schritt für Schritt ihrem Heimatland näher. Alles sollte gut werden.
Doch plötzlich wieder eine Wende. Hinter ihnen die ägyptische Armee, vor ihnen das Rote Meer. Eine ausweglose Falle. Keine Richtung mehr, in der es weitergehen konnte.
Ausweglose Situationen kennt jeder aus eigener Erfahrung. „Und wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommts irgendwo noch schlimmer her.“ Die eigene Kraft ist am Ende und Hilfe scheint nicht mehr möglich. Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Angst.

Für uns kann dies ein wunderbares Bild für eigene Ausweglosigkeiten sein! Wichtig ist dabei unser Glaube, unser Vertrauen zu Gott. So, wie es der heutige Lehrtext erklärt: „Durch den Glauben gingen sie durchs Rote Meer wie über trockenes Land.“

Stefan Gneuß (Hainchen)

Impuls für Montag, 29.9.22

Losung
Mach dich auf, Gott, und führe deine Sache.
Ps 74,22

Lehrtext
Gott hat uns wissen lassen das Geheimnis seines Willens nach seinem Ratschluß, den er zuvor in Christus gefasst hatte, um die Fülle der Zeiten heraufzuführen, auf dass alles zusammengefasst würde in Christus, was im Himmel und auf Erden ist, durch ihn.
Eph 1, 9-10

Impuls für den Tag

Der Psalm 74 beginnt mit der großen Frage „Gott, warum?“ Dahinter verbergen sich menschliche Erfahrungen von Not und Sorge, Leid und Zerstörung. Viele kennen das. Hier ist nichts ist mehr in Ordnung, weil das Heiligtum Gottes nicht mehr in Ordnung ist und kein Ende dieser Situation ist in Sicht. Alle eigene Kraft und Veränderungswille sind an ihre Grenzen gekommen. Der Beter kann nur zu Gott rufen. Und! Er erinnert Gott daran, wer Gott ist. Er kitzelt ihn sozusagen an seiner Ehre. Die Bitte um Hilfe aus der Not verbindet er mit der Erinnerung an Gottes Schöpfermacht, an seine Bindung an das Volk Israel und den Vorwurf, dass sich der Allmächtige doch nicht schmähen oder lästern lässt. Die Antwort Gottes auf die Klage und Bitten ist Jesus. Er ist nicht nur als Helfer zu uns Menschen gekommen. Jesus ist Gott mit uns, der sein Haus (Reich) unter uns baut. Es ist unzerstörbar. Was immer von Zerstörung bedroht ist, Häuser oder Menschen durch Krankheit oder andere Menschen. Die Nähe Gottes hat durch Jesus eine stabilisierende Kraft für uns. Mögen wir heute sein Handeln sehen und erfahren.

Pfrn. Diemut Scherzer, Hainichen