Impuls für Dienstag, 19. Juli 2022

Losung
Der Engel des HERRN lagert sich um die her, die ihn fürchten, und hilft ihnen heraus.
Psalm 34,8

Lehrtext
Der Engel des Herrn kam herein und Licht leuchtete auf in dem Raum; und er stieß Petrus in die Seite und weckte ihn und sprach: Steh schnell auf! Und die Ketten fielen ihm von seinen Händen.
Apostelgeschichte 12,7

Impuls für den Tag

Die Kirche meiner Heimatgemeinde hat man nach dem Zweiten Weltkrieg neu bauen müssen. Die Spitze ihres Turmes ziert eine ungewöhnliche Engelfigur. Der Engel ist drehbar in alle Richtungen und wird vom Wind bewegt. In der Hand hat er eine Posaune. Die Gestalter der Kirche wollten sagen: Hier wird Gottes Wort verkündigt und himmlische Musik dringt vom Kirchturm in alle Richtungen des Ortes. Der Engel verbreitet den Glanz und die Ehre Gottes unter den Menschen. Welch starkes Bild für Gottes Wirken! Oft kommen in unserer Gesellschaft Engelfiguren ziemlich harmlos daher. Eher als Märchenfiguren denn als Boten des lebendigen Gottes. Dabei haben die Engel im biblischen Sinne alle Vollmacht von Gott. Hier hören wir davon, wie sie gläubigen Menschen in ihrer Not hilfreich zur Seite stehen. Der Beter des 34. Psalmes sieht die Engel als starke Helfer in seiner Not. Und in der Geschichte davon, wie Petrus wegen seines Glaubens im Gefängnis sitzt, ist es der Engel, der dem Apostel die Freiheit ankündigt.
Wir dürfen in unserem Leben die Engel als starke Helfer sehen. Wo und wann sie unter uns auftreten, wissen wir nicht. Das bleibt Geheimnis Gottes. Aber das wissen wir: Gott lässt uns nicht allein.

Dekan Michael Karwounopoulos/Bad Urach

Impuls für Montag, 18. Juli 2022

Losung
Jeremia sprach:
Mich jammert von Herzen, dass die Tochter meines Volks so zerschlagen ist. Ist denn keine Salbe in Gilead oder ist kein Arzt da?

Lehrtext
Wenn ihr in eine Stadt kommt und sie euch aufnehmen, dann esst, was euch vorgesetzt wird, und heilt die Kranken, die dort sind, und sagt ihnen: Das Reich Gottes ist nahe zu euch gekommen.
Lukas 10,8-9

Impuls für den Tag

Wer hat das nicht schon einmal erlebt?
Es gibt Situationen im Leben, die unwillkürlich über uns hereinbrechen und unsäglichen Schmerz in uns auslösen. Wie wohltuend ist dann jemand, der uns sein Mitgefühl zeigt. Es ist Balsam für unsere verwundete Seele. So eine Eigenschaft des Mitfühlens besaß der Prophet Jeremia, der in einer sehr dunklen Zeit der Geschichte Israels wirkte. Die Bewohner von Juda hatten Gott den Rücken gekehrt und wandten sich anderen Göttern zu. Jeremia rief sein Volk zur Umkehr auf, aber es ließ sich nicht umstimmen. Das Gericht Gottes stand der Bevölkerung Judas unmittelbar bevor. Sie würden durch die Babylonier in Gefangenschaft geraten und Juda würde völlig zerstört werden. Obwohl Jeremia ein Gerichtsprophet Gottes war und die Wahrheit ungeschminkt verkündete, war er voller Trauer und Mitgefühl für sein Volk. Deswegen wird er auch als der „weinende Prophet“ bezeichnet. In unserem Land fragen ebenfalls viele Menschen nicht nach Gott. Nehmen wir Jeremia als Vorbild, der sich klar gegen die Sünde stellte, aber dennoch sein Volk liebte. Zeigen wir Mitgefühl und treten wir für unser Volk in der Fürbitte ein, dass es umkehrt und Heilung erfahren kann.

Heike Dieken aus Pappendorf

Impuls für Sonntag, 17. Juli 2022

Losung
Herr, stelle eine Wache vor meinen Mund, einen Posten an die Türe meiner Lippen!

Psalm 141, 3

Lehrtext

Kein böses Wort soll über eure Lippen kommen. Vielmehr sollt ihr stets ein gutes Wort haben; um jemenden zu stärken, wenn es nötig ist. dann bringt dieses Wort denen Segen, die es hören.

Epheser 4,29

Impuls für den Tag

Worte haben Macht.
Worte können die Welt verändern.
Ich denke, diese Erfahrung sollten die meisten von uns schon gemacht haben.
Ich hoffe, jeder von Ihnen und euch durfte schonmal erleben, was positive Worte auslösen können, wenn sie von Herzen kommen. Ein ernst gemeintes „Du bist mir wichtig“, „Du bist ein toller Freund/eine tolle Freundin“ oder sogar ein „Ich liebe dich“ kann ein einzelnes Leben im positiven Sinne völlig auf den Kopf stellen.
Aber wie viel häufiger werden wir in unserem Alltag mit dem Gegenteil konfrontiert? Mit schlechten Worten, ausgesprochen, oder unausgesprochen in Gedanken. Wie oft lassen wir uns runterziehen von anderen Meinungen?
Ich glaube, mit „schlechten“ Worten bewirken wir nur einen Strudel der Unzufriedenheit und des Hasses.
Gott zeigt uns heute, dass es auch anders geht. Wir sollen ein gutes Wort haben. Um zu stärken und Segen zu bringen.
Probiers doch einfach mal aus und sprich heute bewusst ein paar gute Worte zu deinen Mitmenschen.

von Christian Stoll aus Zwickau

Impuls für Samstag, 16. Juli 2022

Losung
Herr, wenn ich mitten in der Angst wandle, so erquickest du mich.
Psalm 138, 7

Lehrtext
In allem erweisen wir uns als Diener Gottes: in großer Geduld, in Bedrängnissen, in Nöten, in Ängsten.
2. Korinther 6, 4

Impuls für den Tag

Der heutige Impuls zeigt uns, wo wir als Diener Gottes unterwegs sein können. Ich muss zugeben, die große Geduld habe ich immer noch nicht gelernt, aber Bedrängnis, Not und Angst kennt wohl jeder. Genau vor 3 Jahre wurde ich operiert. Seit dem ist immer die Angst vor schlechten Befunden da. Was aber ist Angst? Angst ist ein Grundgefühl und eine normale Reaktion auf Gefahr. Sie soll uns helfen die Ursache der Gefahr auszuschalten oder ihr zu entkommen. Angst hat also eher eine schützende Aufgabe. Oder? Leider habe ich zur Zeit das Gefühl, dass mit unseren Ängsten gespielt wird. Alle Meldungen, in denen uns von neuen Einschränkungen und neuen Krankheiten berichtet wird, tun uns nicht gut. Jesus selbst hat Angst erlebt. Er verspricht uns, mitten in der Angst bei uns zu sein, uns zu erquicken und zu stärken. Wir müssen es nur zulassen und mit IHM reden.

Cathrin Vogel

Impuls für Freitag, 15. Juli 2022

Losung
Gottes Hilfe ist nahe denen, die ihn fürchten, dass Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen.
Psalm 85,10-11

Lehrtext
Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus.
Römer 5,1

Impuls für den Tag

Das hebräische Wort für Frieden, Schalom, meint einen Zustand, in dem es sich geborgen leben lässt.
Schalom ist die intakte Beziehung zwischen den Menschen und auch mit Gott. Das Bibelwort zeigt uns auch den Weg, wie es zu diesem Frieden kommt: ŒGottes Hilfe ist nahe denen, die ihn fürchten. Gott fürchten hat in der Bibel nichts mit Angst zu tun. Wir sollen Gott fürchten und lieben, sagt Martin Luther immer bei seiner Erklärung zu den Geboten. Gottesfurcht hat mit Liebe zu tun. Es geht um eine persönliche Liebesbeziehung und um das Vertrauen zum lebendigen Gott. Die Möglichkeit zu einer solchen Liebes- und Vertrauensbeziehung ist uns durch Jesus Christus geschenkt. Er ist unser Friede, heißt es im Epheserbrief. Durch seinen Tod am Kreuz und durch seine Auferstehung von den Toten hat er unsere zerstörte Beziehung zu Gott geheilt. Er hat uns versöhnt mit Gott. Er schenkt uns seine Vergebung und ein Leben in der Geborgenheit der Liebe Gottes. Mitten in unsere Sehnsucht und in unsere Träume vom Frieden hinein gibt Jesus uns sein Versprechen:
ŒMeinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt.“

Thilo Handschack

Impuls für Donnerstag, 14. Juli 2022

Losung
Der HERR ist allen gütig und erbarmt sich aller seiner Werke.
Psalm 145,9

Lehrtext
Er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.
Matthäus 5,45

Impuls für den Tag

Gottes Güte, Gottes Treu sind an jedem Morgen neu.
Vielleicht haben Sie schon dieses Lied gesungen. Es ist nicht das einzige, das seine Güte, Erbarmen und Treue besingt. Eigenschaften Gottes, die wir weder mit Text noch mit Musik umfassend beschreiben oder gar begreifen können. Sie sind einfach grenzenlos. Und sie gelten allen. Egal sogar, ob gut oder böse.
Das klingt für uns mitunter unverständlich. Genau wie die Aufforderung Jesu, unsere Feinde zu lieben. In diesem Zusammenhang sagt er nämlich den Satz von Sonne und Regen, die für Böse und Gute gleichermaßen da sind. Ist das nicht ungerecht? Nach unserem Empfinden schon. Gott sieht uns, seine Geschöpfe, aber immer wieder liebevoll und gnädig an. Er möchte uns bei jedem Versagen eine neue Chance geben. Seine Güte und Erbarmen sind eben größer, als wir verstehen können.
Aber das kann kein Freibrief für ein rücksichtsloses Leben sein. An vielen Stellen in der Bibel lernen wir Gott auch als strengen … mitunter auch strafenden … Gott kennen, wenn seine Gebote übertreten werden. Ein Widerspruch? Nein. Beides gehört bei ihm zusammen. Seine Liebe und Güte zu uns ebenso wie seine Forderung nach einem verbindlichen Glauben mit dem Einhalten seiner Regeln. Doch Gott liebt jeden Menschen und möchte immer wieder helfen zu einem Neuanfang. Denn: Gottes Güte, Gottes Treu sind an jedem Morgen neu.

Stefan Gneuß (Hainichen)

Impuls für Mittwoch, 13. Juli 2022

Losung
Ich will einige von ihnen, die errettet sind, zu den Völkern senden, wo man nichts von mir gehört hat; und sie sollen meine Herrlichkeit unter den Völkern verkünden.
Jes 66,19

Lehrtext
Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur.
Mk 16,15

Impuls für den Tag

„Franziskus begegnete dem Wolf“, so lautet der Titel eines unserer Lieblingskinderbücher. Es war merkwürdig still in dem Dorf, als Franziskus die Hauptstraße entlang ging. Die Menschen hatten sich in ihren Häusern versteckt und all ihr Vieh in den Ställen eingesperrt, weil ein böser Wolf sie bedrohte. Als sie Franziskus ihr Leid klagten, beschloss er mit dem Wolf zu reden. Die Leute meinten: „Der hat Mut.“ andere: „Der Wolf wird ihn fressen.“ Bald standen sich Wolf und Mensch gegenüber. Der Wolf knurrte böse. Aber Franziskus schaute ihn ganz ruhig an. „Wolf, du hast die Menschen erschreckt. Weißt du nicht, dass Mensch und Tier vor Gott Brüder sind? Und Brüder töten und fressen einander nicht.“ Da schämte sich der Wolf und wollte sich bei den Menschen im Dorf entschuldigen. Franziskus nahm ihn mit und meinte: „Ich will die Leute im Dorf bitten, dass sie dich füttern. Dann musst du aus Hunger niemanden mehr bedrohen.“ So kehrte wieder Frieden in dem Dorf ein und die Menschen sangen und dankten Gott. Die Menschen gewannen den Wolf lieb. Und Franziskus predigte den Menschen, dem Wolf und den Vögeln.

Pfrn. Diemut Scherzer, Hainichen

Impuls für Dienstag, 12. Juli 2022

Losung
Der HERR ist meine Kraft.
Habakuk 3,19

Lehrtext
Dafür arbeiten und kämpfen wir, weil wir unsre Hoffnung auf den lebendigen Gott gesetzt haben.
1.Timotheus 4,10

Impuls für den Tag

Autoschieber im Einsatz! Wer nach ausgiebigen Regenfällen im Inland Paraguays unterwegs ist, bleibt schnell mal auf der Strecke: Erdwege verwandeln sich in abenteuerliche Schlammpisten. Das erlebte auch Luis, ein pensionierter Lehrer und Freund. Mit seinem Kleinbus war er im Morast steckengeblieben. Die Räder drehten durch. Der Schlamm spritzte in alle Richtungen. Aber das Auto saß hoffnungslos fest. Ein Traktor musste her! Als dieser dann Luis samt Fahrzeug aus der Misere gezogen hatte, fragte ein Bekannter, der interessiert zugeschaut hatte: „Sag mal, Luis, weshalb bist Du da nicht selbst wieder rausgekommen? Weißt Du nicht, daß dein Auto einen Allradantrieb hat?“ Luis wusste es nicht! Aber schon immer hatte er sich gefragt, wozu wohl der kleine Knopf am Armaturenbrett gut sein könnteƒ. So ahnungslos kann man doch gar nicht sein! Oder doch? Auch wir tappen schnell in die Falle. Wir vergessen, dass uns in allen möglichen und unmöglichen Situationen Jesus zur Seite steht. Seine unbegrenzte Kraft erfahren wir durch das Gebet. Ähnlich eines Allradantriebes hilft sie uns, auch die schwierigsten Wegstrecken zu bewältigen! Festgefahren? Steckengeblieben? Rechne mit Gott und seiner Kraft! Bete!

Reinhard Pilz, Hainichen

Impuls für Montag, 11. Juli 2022

Losung
HERR, du bist meine Stärke und Kraft und meine Zuflucht in der Not!
Jeremia 16,19

Lehrtext
Wir sind von allen Seiten bedrängt, aber wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht.
2. Korinther 4,8

Impuls für den Tag

Es sind düstere, dunkle, trostlose Worte mit denen das 16. Kapitel des Jeremiabuches beginnt: Krieg, Tod, Hunger, Trostlosigkeit, keine Zeit und Möglichkeit, von den Toten Abschied zu nehmen, Vertreibung, Flucht – all dies wird hier beschrieben.
Für den Propheten Jeremia ergibt sich eine düstere Lebenspersektive: keine Frau, keine Hochzeit, keine Kinder soll er haben, denn Zerstörung wird über Jerusalem kommen.
Was ist die Ursache?
Auf der offensichtlichen Ebene liegt es an der Übermacht der kriegslüsternen Babylonier.
Auf der tieferen Ebene, der Metaebene, liegt es an der Auflehnung gegen den lebendigen Gott und seine Gebote.
Was heißt das für uns?
Es ist ein hoher Preis, den wir bezahlen, wenn wir nicht dem Ruf von Johannes d.T. und von Jesus folgen: „Kehrt um!“
Jesus ist gekommen, um uns Gottes Frieden zu schenken. Dieser Frieden ist höher als menschliches Verstehen und Empfinden. Er ist ein Geschenk – und er gibt uns Furchtlosigkeit und Hoffnung auch in unruhigen Zeiten. Das war auch die Erfahrung von Jeremia.

Renate Henke, Pfarrerin in Meißen

Impuls für Sonntag, 10. Juli 2022

Losung
Siehe, wie der Ton in des Töpfers Hand, so seid auch ihr in meiner Hand.
Jeremia 18,6

Lehrtext
Gott ist’s, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.
Philipper 2,13

Impuls für den Tag

Jeremia in der Töpferstube: Da sitzt ein Töpfer über eine runde Drehscheibe gebeugt. Seine tonverschmierten, schwieligen Hände umfassen zärtlich einen unförmigen Klumpen Ton. Immer wieder greift er in eine Wasserschüssel, um den Ton weich und geschmeidig zu halten, dabei formt er mit seinen beiden Händen nach und nach einen runden Krug. Immer wieder korrigiert er, streicht hier und da noch einmal nach… Fasziniert schaut Jeremia ihm über die Schulter. Plötzlich packt der Töpfer den Krug, stößt ihn wieder zu einem Klumpen zusammen und beginnt noch einmal von vorn… Und plötzlich hört Jeremia eine Stimme: „Ihr seid in meiner Hand wie Ton in der Hand des Töpfers!“
Was mache ich mit dieser Aussage? Sind wir willenlose Masse, mit der Gott nach seinem Gutdünken umgehen kann? Ich denke, dieser „Anschauungsunterricht“ will uns etwas anderes vermitteln: Gott ist der Schöpfer – der Künstler – der uns bereits im Mutterleib geformt und zu einem Sinn berufen hat. Wir sind kein Zufallsprodukt, sondern liebevoll erdacht und gemacht. Die Höhen und Tiefen unseres Lebens sind der Formungs- und Gestaltungsprozess, der nötig ist, um uns zu schönen „Gefäßen“ zu machen, die ihrem „Töpfer“ gefallen und ihre ihnen zugedachte Aufgabe erfüllen.

Almut Bieber