Impuls für Montag, 23. Februar 2026
Losung
Ruft laut, rühmt und sprecht: HERR, hilf deinem Volk!
Jeremia 31,7
Lehrtext
Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat sich seines Volkes angenommen und ihm Erlösung verschafft.
Lukas 1,68
Impuls für den Tag
Wenn ich in eine Kirche gehe, spreche ich oft ein Gebet. Wenn es niemanden stört, beginne ich auch zu singen. Dann füllt sich der Raum mit dem Lob Gottes. Das ist wunderbar, zumal wenn der Kirchenraum eine gute Akustik besitzt. Wage ich es aber auch, Gott um etwas zu bitten?
Im Gottesdienst ist es klar, zumindest wenn man ihn nach der Agende feiert. Aktuell in der Passionszeit singt die Gemeinde gleich nach dem Psalm: „Herre Gott erbarme dich, Christus erbarme dich, Herre Gott erbarme dich.“ Wie singen wir das als Gemeinde? Ängstlich, unsicher oder Gott ergeben? Kann man nicht zu allem Geschehen in der Welt im Großen wie im Kleinen nur immer wieder rufen: Jesus Christus, erbarme dich?
Bei einer Beerdigung in einem kleinen Ort bei Frohburg wohnt ein über 90 jähriger Pfarrer im Ruhestand, der an jeder christlichen Beerdigung teilnimmt und als letzter dem Toten Blumen ins Grab wirft. Dabei sagt er diese Sätze: „Herre Gott erbarme dich, Christus erbarme dich, Herre Gott erbarme dich.“ Dabei schlägt er über dem Toten das Kreuz. Ich gebe zu, dass ich darüber zuerst erschrocken war. Was mag er von dem Toten wissen, was ich nicht weiß. Was muss Gott ihm alles vergeben, damit er ins ewige Leben kommt? Und dann dachte ich, weil er es bei jedem Gemeindeglied macht, dass der Pfarrer Recht hat. Unabhängig von unserem mehr oder weniger sündigen Leben können wir Gott nur um sein Erbarmen bitten durch seinen Sohn Jesus Christus.
Michael Tetzner, Frohburg

