Impuls für Sonntag, 12. Juli 2026
Losung
HERR, du bist der Armen Schutz gewesen in der Trübsal, eine Zuflucht vor dem Ungewitter, ein Schatten vor der Hitze, wenn die Tyrannen wüten.
Jesaja 25,4
Lehrtext
Der Engel des Herrn erschien dem Josef im Traum in Ägypten und sprach: Steh auf, nimm das Kindlein und seine Mutter mit dir und zieh hin in das Land Israel; sie sind gestorben, die dem Kindlein nach dem Leben getrachtet haben.
Matthäus 2,19-20
Impuls für den Tag
Diese Worte aus dem Propheten Jesaja stammen aus dem „Lied der Erlösten“. Sie sind zunächst Worte des Judentums, die wir auch als solche respektieren und hören sollten. Im Laufe der Geschichte haben Juden viel Armut und Trübsal erlebt, Hass, Hetze und Pogrome, die wie ein Ungewitter oft ganze jüdische Gemeinden auslöschten. Und gleichzeitig konnten und können sie, auch heute, das Geschehene immer wieder in Verbindung bringen mit ihrem Gott: Er ist es, der sie am Leben erhält, bewahrt und durchträgt.
Die ältesten Spuren jüdischen Lebens in Sachsen finden wir in Meißen.
In Meißen wurde vor wenigen Tagen in der Frauenkirche die Ausstellung „Jüdisches Meißen“ eröffnet (Frauenkirche bis 5.12.26, 10.00 bis 17.00 Uhr).
Seit dem 9. Jh. gab es Juden in Meißen. Doch im Jahre 1349 wurde die jüdische Gemeinde vernichtet und vertrieben. Sie wurden für die Pest, welche noch nicht einmal in der Stadt wütete, verantwortlich gemacht. Seither gab es kaum Juden in Meißen, erst wieder ab Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Auslöschung in der NS – Zeit. Doch, auch wenn „die Tyrannen wüten“, Gottes Volk überlebt.
Und auch sein Gesalbter, sein Auserwählter, überlebt die Bedrohung durch den Tyrann Herodes. Das Leben von Jesus war schon als Kleinkind bedroht, aber Gott bewahrt ihn und seine Eltern: sie finden Asyl in Ägypten. Denn „Gottes Wege sind vollkommen und, was er zusagt, das hält er gewiß!“
Renate Henke, aus Meißen

