Impuls für Donnerstag, 18. September 2025

Losung
Der HERR spricht: Warum zählt ihr Geld dar für das, was kein Brot ist, und euren sauren Verdienst für das, was nicht satt macht? Hört doch auf mich, so werdet ihr Gutes essen.
Jesaja 55,2

Lehrtext
Jesus sprach: Diese Witwe hat von ihrer Armut ihre ganze Habe eingelegt, alles, was sie zum Leben hatte.
Markus 12,44

Impuls für den Tag
Was will eigentlich uns Jesus im Markus Evangelium doch sagen? Der Abschnitt endet mit der Aussage: Diese Witwe hat von ihrer Armut ihre ganze Habe eingelegt, alles, was sie zum Leben hatte. Wie die Witwe weiterleben soll? Jesus sagt nichts dazu. Dass die Reiche mehr in den Gotteskasten, also in die Spendebüchse geben, kann ich nachvollziehen. Aber dass ein Mensch alles gibt, was er hat, passt mir nicht in den Kramm. Es geht doch Gott um das Leben der Menschen. Warum kann die Witwe nicht nur ein wenig geben, weil sie wenig hat? Das würde ich Menschen raten.
Da geht es aber um mehr! Die Witwe gibt Almosen vor Gott. Sie sieht es als ihren Dienst an Gott. Wer weiß, was sie noch im Gebet im Moment gesprochen hat. Sie muss allerdings viel Vertrauen in Gott haben. Oder gibt sie dadurch ihr Leben in Gottes Hand. Wahnsinnig, oder? Gott ist mehr als das, was wir für Geld nutzloses ausgeben – so Jesaja – Gott will uns Gutes zum Essen geben. Die Witwe kennt das Wort vielleicht. Sie weiß, dass Gott sie nicht im Stich lassen wird. Er ist für sie die Quelle des Lebens. Eine andere Meinung?

Sophie Heinzelmann, Hainichen

Impuls für Mittwoch, 17. September 2025

Losung
Jeremia sprach:Ich dachte: Ich will seiner nicht mehr gedenken und nicht mehr in seinem Namen predigen. Aber es war in meinem Herzen wie ein brennendes Feuer.
Jeremia 20,9

Lehrtext
Betet zugleich auch für uns, auf dass Gott uns eine Tür für das Wort auftue und wir vom Geheimnis Christi reden können, um dessentwillen ich auch in Fesseln bin, auf dass ich es so offenbar mache, wie ich es soll.
Kolosser 4, 3-4

Impuls für den Tag
Manchmal ist es ein Kreuz mit der Kirche. Immer wieder gab es auch in meinem Dienstleben Zeiten, wo ich besonders mit der Institution Kirche nichts mehr anfangen konnte. Menschliches Streben nach Einfluss und Macht, Inkompetenz und Beratungsresistenz. Auf der einen Seite die Aufforderung zum Sparen und auf der anderen Seite Ausgaben, die man einem Gemeindeglied nicht mehr plausibel erklären konnte.
Dennoch konnte und kann ich nicht von Gott ablassen. So wie auch Jeremia nicht von Gott lassen konnte. Ich fühle mich nach wie vor gerufen, von Gott zu reden, der so viel größer ist, als wir selbst. Der durch seine Liebe Frieden und Feindesliebe auch unter uns Menschen möglich macht, durch den wir ein Fundament in unserem Leben haben, auf das wir uns ein Leben lang verlassen können.
Wir erleben zur Zeit, dass viele Menschen nichts mehr mit Gott zu tun haben wollen. Umso mehr hoffe ich, dass Gott immer wieder Türen und Herzen öffnet, damit Menschen Zugang zum Glauben finden.

Gerold Heinke, Marbach

Impuls für Dienstag, 16. September 2025

Losung
Die Himmel erzählen die Ehre Gottes.
Psalm 19,2

Lehrtext
Preist Gott mit eurem Leibe.
1.Korinther 6,20

Impuls für den Tag
Als ich heute, mit meinem Hund Apoll, einen Mittagsspaziergang durch den Zeisigwald unternommen hatte, da begegnete Gott mir im Wind, im Duft der Erde, im Licht, das durch die Blätter fällt. Gott wohnt nicht nur in einem „Tempel“ sondern auch im Tautropfen, im Vogelruf und im stillen Moos. Auch Jesus sprach von Lilien auf dem Feld – nicht als Dekoration, sondern als Lehrerinnen des Vertrauens. Der Himmel über uns – ob strahlend blau oder sanft grau – ist mehr als Wetter. Er ist Predigt. Die Schöpfung ist nicht nur Kulisse unseres Lebens – sie ist Mitteilung Gottes. Und mitten in dieser Schöpfung stehen wir – als Teil davon, als Ebenbild Gottes.

Der Lehrtext aus dem Korintherbrief erinnert daran, das auch unser Leib, unser Körper, ein Ort des Lobpreises sein kann. Nicht nur durch Worte oder Lieder, sondern durch unsere Haltung, unsere Fürsorge, unsere Achtsamkeit. Alles ist Teil eines größeren Liedes, das Gott selbst komponiert hat.

Amen!

Christiane Ranft, Neugepülzig

Impuls für Montag, 15. September 2025

Losung
Der HERR sprach zu Mose: Ich will ihnen einen Propheten, wie du bist, erwecken aus ihren Brüdern und meine Worte in seinen Mund geben.
5. Mose 18,18

Lehrtext
Und viele, die zuhörten, verwunderten sich und sprachen: Ist der nicht der Zimmermann?
Markus 6,2.3

Impuls für den Tag
Der Hintergrund der heutigen Losung: Das Volk Israel bekommt am Berg Sinai ziemliches Muffensausen, als es aus der Ferne miterlebt, wie Gott donnernd und rauchend zu Mose spricht — sogar Todesangst angesichts der Befürchtung, dass Gott direkt mit ihnen sprechen könnte. Denn er ist so heilig, wie sie selbst es nie sein können, egal wie sehr sie sich anstrengen. Darum bittet es um einen Mittler (2. Mose 20,18f.). Diesen sieht es kurzfristig in Mose, doch auch er ist ein Mensch wie sie. Vor seinem Tod erhält er die Verheißung, von der wir in der Losung lesen. Über 1000 Jahre später ist es so weit — und die Menschen können es nicht glauben: Ein einfacher Zimmermann soll dieser verheißene Mittler sein? Einerseits war Jesus genau das: Einer ihrer Brüder, voll und ganz Mensch. Andererseits hat er getan, was keinem Mensch möglich ist: Alle menschliche Schuld getragen und den Tod besiegt. Er ist somit der Erstgeborene unter vielen Brüdern (Römer 8,29) und ermöglicht es uns allen, die wir möchten, Gottes Kinder zu werden und in direktem Kontakt mit ihm zu stehen, obwohl wir nie so heilig sein werden wie er — denn das zählt jetzt nicht mehr. Wie groß ist doch Gottes Liebe!

Johanna Seidel, Moosheim

Impuls für Sonntag, 14. September 2025

Losung
Ich will mich freuen des Herrn und fröhlich sein in Gott, meinem Heil.
Habakuk 3,18

Lehrtext
Als der Sohn noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihn, und er lief und fiel ihm um den Hals und küsste ihn.
Lukas 15,20

Impuls für den Tag
Von der Liebe des Vaters singt Diana König in „Ich habe dich je und je geliebt“:

„Deine Tränen brechen mir mein Herz.
Deine Schuld war und ist mein Schmerz.
Doch mein Erbarmen ist da, mein liebes Kind,
siehst du nicht, wie alle Wege meine Wege sind.

Weinend kamst du, doch lachend wirst du gehn.
Ein Herz voll Freude und Glück will ich dir geben.
Ich will dich leiten und ebne Wege dir.
Siehst du nicht, ich geb mein Wort, ich wache über dir.

Ich habe dich je und je geliebt, ich, der dich immer wieder zu sich zieht.
Meine Güte wird immer mit dir sein,ich bin dein Gott, ich bring dich heim.

Du darfst singend in deine Zukunft gehn und die Welt mit neuen Augen sehn.
Ich geb dir Frieden, Trost und Neubeginn.
Siehst du nicht, dein Leben führt nun immer zu mir hin.

Es gibt Glück nach allem Leiden.
Ich verwandle deine Trauer in Freude.
Meine Güte wird immer mit dir sein.
Ich bin dein Gott, ich bring dich Heim.“

Was hindert dich heute zum Vater zu gehen?

Diemut Scherzer, Hainichen

Impuls für Samstag, 13. September 2025

Losung
Auf Gott hoffe ich und fürchte mich nicht; was können mir Menschen tun?
Psalm 56,12

Lehrtext
So hatte nun die Gemeinde Frieden in ganz Judäa und Galiläa und Samarien und baute sich auf und lebte in der Furcht des Herrn und mehrte sich unter dem Beistand des Heiligen Geistes.
Apostelgeschichte 9,31

Impuls für den Tag
Was können mir Menschen tun? – Wenn ich Nachrichten schaue, fällt mir so einiges ein. Es strömt eine Unmenge an Informationen auf mich ein, meist erfahre ich nur die Hälfte, die Dinge werden aus einem bestimmten Blickwinkel dargestellt oder ich kann die Gesamtheit des Ganzen gar nicht erfassen. Was zurückbleibt ist oft Ratlosigkeit, Angst und Verzweiflung. Alle Infor- mationen die ich aufnehme, müssen auch irgendwie verarbeitet werden und je mehr es werden, umso schwieriger wird es. Aber ganz abschotten kann und will ich mich nicht. Eine Zwickmühle?
Auf meinem Schreibtisch liegt noch ein lachender Smiley. Der aus meiner Materialsammlung zur Schöpfung rausgefallen ist. Er erinne mich in diesem Moment daran, dass Gott jeden Menschen gut geschaffen hat. Er hat jedem Menschen die Freiheit gegeben sich zu entscheiden, wie er handeln möchte. Und doch ist es Gott nicht egal.
In meiner Ratlosigkeit, Angst und Verzweiflung kann ich zu Gott kommen, ihm mein Herz aus schütten und auf sein Wort vertrauen, wie es bei Jesaja steht: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.

Sandra Barthel, Raußlitz

Impuls für Freitag, 12. September 2025

Losung
Fürchte dich nicht vor plötzlichem Schrecken; denn der HERR ist deine Zuversicht.
(Sprüche 3,25.26)

Lehrtext
Als die Jünger Jesus auf dem See gehen sahen, erschraken sie, weil sie meinten, es sei ein Gespenst, und sie schrien vor Angst. Sogleich aber redete Jesus mit ihnen: Seid getrost, ich bin es. Fürchtet euch nicht!
(Matthäus 14,26-27)

Impuls für den Tag
Plötzlich ist es stockdunkel, völlige Finsternis. Ich stehe mit ungefähr 30 anderen Leuten in einer Tropfsteinhöhle und sehe meine Hand vor den Augen nicht mehr. „Sie müssen keine Angst haben!“ höre ich die Frau sagen, die uns durch die Höhle führt. Jemand hustet in die Stille hinein, ein Kind kichert und flüstert etwas. Dann geht das Licht auch schon wieder an. Irgendwie sind alle erleichtert und zugleich erstaunt. Ich überlege: Wann habe ich zuletzt so eine Finsternis erlebt? Mir fällt kein Moment ein. Denn irgendwo funkelt ja immer ein Licht um einen herum.
„Fürchte Dich nicht!“ – so steht es weit mehr als einhundertmal in der Bibel. Es ist eine Zusage – besonders in den Momenten, wo es im Leben finster wird, wo alles hoffnungslos erscheint, erschreckend wirkt. Kein Licht der Zuversicht und Freude, das irgendwo funkelt. In den Momenten sagt uns Jesus: Ihr müsst keine Angst haben. Ich bin bei Euch! Ich komme in Euer Leben wie ein Licht in der Finsternis. Ich bin Trost, Hoffnung, Lebensfreude, Ermutigung und Segen. Amen.

Heiko Jadatz, Roßwein

Impuls für Donnerstag, 11. September 2025

Losung
Ich bin der HERR. Was ich rede, das soll geschehen und sich nicht lange hinausziehen.
Hesekiel 12, 25

Lehrtext
Da nun die Schrift voraussah, dass Gott die Völker aus Glauben gerecht machen würde, hat sie dem Abraham das Evangelium im Voraus verkündigt: In dir werden alle Völker gesegnet werden.
Galater 3, 8

Impuls für den Tag
Wie lange dauert denn das noch! Ich sitze in einer Konferenz und versuche dem Redner zu folgen. Er hat Wichtiges zu verkünden. Kommt aber, gefühlt, nicht auf den Punkt. Die Kollegin links von mir beantwortet derzeit ihre E-Mails. Der Kollege rechts hat sich mit seinem Nebenmann in eine Internetseite vertieft. Sie sind nicht die Einzigen, die sich anderweitig beschäftigen. Na ja, ich bin mit meinen Gedanken auch wo ganz anders. Es wird soviel geredet, geplant, verworfen. Bürokratische Hürden verhindern oft, dass gute Gedanken in die Tat umgesetzt werden. Das erlebe ich bei weitem nicht nur in der Kirche. Der Losungstext verspricht anderes. Nun ist Zeit relativ und Gottes Zeitmaß nicht das unsere. Das hab ich schon verstanden, auch wenn es mir oft nicht passt. Von der Zusage, die Abraham von Gott bekam dauerte es noch eine lange, lange Zeit bis zur Geburt Jesu. Seitdem sind wieder mehr als 2000 Jahre vergangen. Gottes Zusage aber steht: In dir sollen ALLE Völker gesegnet werden. Übrigens war Abraham kein Christ. Und doch bezieht – alle Völker – ALLE ein, egal wer und wo sie sind. Das hat auch etwas mit mir zu tun, meine ich. Wie ich anderen begegne. Vielleicht sollte ich dem Redner doch wieder zuhören, damit auf Worte Taten folgen können.

Bezirkskatechetin Angelika Schaffrin, Marbach

Impuls für Mittwoch, 10. September 2025

Losung
Unser Gott, du großer Gott, mächtig und schrecklich, der du Bund und Treue hältst, achte nicht gering all das Elend, das uns getroffen hat.
Nehemia 9,32

Lehrtext
Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.
Römer 8,38-39

Impuls für den Tag
Angst und Klage scheinen das Hauptbefinden unse-
rer Zeit zu sein. Wo man auch hinschaut: Meist schlechte Nachrichten, scheinbar Rückschritt und Stagnation… Daraus erwächst unser Unbehagen: Wir fahren die Stacheln aus, begegnen allem und allen mit tief sitzendem Misstrauen. Doch einerseits ist all das Schlechte nur ein Teil der Wirklichkeit, freilich mehr ausgebreitet als das Gute: Mit „nor-
malem“ Geschehen lassen sich keine Schlagzeilen machen, auch ein Privatgespräch scheint spannen-
der, wenn es sich um Unglücke, Krankheiten, Todes-
fälle dreht. Überdies sollten wir immer ganz genau unterscheiden, was wirkliches Leid und was gefühl-
te Schwierigkeiten sind: Ein Vergleich mit den vielen Menschen weltweit, deren Existenz unmittelbar be-
droht ist, sollte da manches an unserem Selbstmit-
leid zurechtrücken. Und endlich: Gott sieht uns. Immer. Gerade in allen Schwierigkeiten unseres oft so grauen Lebensweges. Er ist gar nicht „schreck-
lich“, sondern „zu fürchten“, also unbedingt ernst zu nehmen und einzubeziehen. Gott ist die Liebe, wie er sie uns in Jesus vor Augen gestellt hat. Und so ist all’ unser Elend, wirkliches und vermeintli-
ches, bei Ihm gut aufgehoben und erlöst. Gelingt
es uns nun, diese Liebe durchscheinen zu lassen?

Friedemann Neef, Roßwein

Impuls für Dienstag, 9. September 2025

Losung
Es hat dem HERRN gefallen, euch zu seinem Volk zu machen.
1. Samuel 12, 22

Lehrtext
Die Apostel priesen Gott und sprachen: Nun hat Gott also auch den anderen Völkern die Umkehr zum Leben gewährt.
Apostelgeschichte 11, 18

Impuls für den Tag
Ich erinnere mich noch gut: Heute vor zwei Jahren hielt ich dich zum allerersten Mal in meinen Armen. Klein, zerbrechlich, und doch voller Kraft und Zauber, dass mir der Atem stockte. Ein Wunder, das ich bis heute nicht ganz begreife, wenn ich über dich staune, oder du manchmal auch meine größte Herausforderung bist. Du lässt mich etwas spüren, das größer ist als ich: ein geheimnisvolles Geflecht aus Leben und Liebe.
Ich weiß: Wir sind Familie. Weil Gott Freude daran hatte. Es hat dem HERRN gefallen, uns zu einer Familie zu machen. Und so gehören wir zusammen – unverbrüchlich. Gott sei Dank!
Manchmal, wenn mich der Stolz überholt, ahne ich vielleicht etwas davon, wie Gott empfinden mag: Es hat dem HERRN gefallen, alle Menschen, so verschieden wir auch sind, zu einem Volk zu machen – seinem Volk. Wir gehören zusammen – unverbrüchlich. Und ER führt uns gemeinsam durchs Leben – zuerst hier, in diesem zerbrechlichen, oft holprigen Miteinander, das wir Tag für Tag besser lernen müssen; und dann hinein in das ewige Leben, das schon wartet.
Auch ein Wunder, das größer ist als ich und ein geheimnisvolles Geflecht aus Leben und Liebe.

Sebastian Schirmer, Leipzig