Impuls für Samstag, 09. August 2025

Losung
Tut von Euch die fremden Götter, die unter euch sind, und neigt euer Herz zu dem Herrn.
Josua 24,23

Lehrtext
Paulus sagt: Ich habe nichts verschwiegen, was für euch wichtig ist. Ich habe Juden und Griechen beschworen, zu Gott umzukehren und an Jesus, unseren Herrn zu glauben.
Apostelgeschichte 20, 20-21

Impuls für den Tag
“ Tut von Euch die fremden Götter, die unter Euch sind, und neigt euer Herz zu dem Herrn“ so steht es bei Josua im 24. Kapitel. Aber was sind heute unsere „fremden Götter“? Vielleicht nicht Statuen aus Stein – sondern Ideale denen wir nachjagen. Perfektion, Erfolg, Besitz und Anerkennung. Sie versprechen Sinn aber halten uns oft fern von dem was wirklich trägt. Es wird uns mehr Schein als Sein vorgegaukelt und Influencer als neue „Götter“ stilisiert – doch sie wollen nur den nächsten Klick. Josua ruft sein Volk zur Entscheidung auf: Nicht nur symbolisch – sondern mit dem Herzen. Das ist ein mutiger Akt, denn sein Herz vor dem Herrn zu neigen bedeutet Vertrauen zu Gott. Es ist eine Einladung sich dem Leben zu öffnen, das Gott schenkt – frei von Zwang und getragen von tiefer Liebe. Und Paulus spricht „uns alle“ an, niemand muss perfekt sein um sich Gott zuzuwenden. „Mein“ Gott ist keine Kontrollinstanz sondern ein liebendes Gegenüber. Er macht uns nicht klein – sondern weit. Gottes Ruf gilt uns ALLEN, klar offen und mit einem Lächeln, das sagt: „Komm, es ist Platz für dich.“ Ich darf mich in Jesus Christus gehalten wissen, egal wer ich bin, wie ich aussehe und was mir schmeckt. :) Amen.

Christiane Ranft, Neugepülzig

Impuls für Freitag, 08. August 2025

Losung
Ich habe mir vorgenommen: Ich will mich hüten, dass ich nicht sündige mit meiner Zunge.
Psalm 39,2

Lehrtext
Aus einem Munde kommt Loben und Fluchen. Das soll nicht so sein, meine Brüder und Schwestern.
Jakobus 3,10

Impuls für den Tag
Woran denken Sie beim Stichwort „sündigen“? An schwerwiegende Vergehen wie Mord oder Menschenhandel? Oder eher an das Stück Torte zu viel oder die zehn km/h zu schnell? Autoren der Bibel, wie David in den Psalmen oder Jakobus in seinem Brief, haben sofort ihre eigene Zunge im Verdacht. Sie ist „eine Welt voller Ungerechtigkeit“, wie ein Feuer, das Zerstörung und Verwüstung anrichtet, „ein rastloses Übel voll tödlichen Gifts“ (Jakobus 3,6.8). Wenn wir ehrlich sind, haben wir sicher alle schon erlebt, wie stark Worte verletzen können — und das begangene Unrecht einzusehen, fällt oft unheimlich schwer. So leicht und unbedacht kommen die Worte über die Lippen, die wehtun. Und als hätte ich gar keine Zunge mehr, so fühle ich mich, wenn ich merke, jetzt müsste ich eigentlich um Vergebung bitten. Es ist ein hohes Ziel, sich wie David vorzunehmen, nicht durch seine eigene Zunge – seine Worte – schuldig zu werden. Genauso wichtig finde ich es aber (in Anbetracht dessen, dass es kein Mensch jemals ohne Sünde durchs Leben schaffen wird), mich mit Gottes Hilfe darin zu üben, Fehler einzugestehen und um Entschuldigung zu bitten. Worte können viel kaputtmachen — aber auch viel heilen.

Johanna Seidel, Moosheim

Impuls für Donnerstag, 07. August 2025

Losung
Ihr erwartet wohl viel, aber siehe, es wird wenig; und wenn ihr’s schon heimbringt, so blase ich’s weg. Warum das?, spricht der Herr Zebaoth. Weil mein Haus so wüst dasteht; ihr aber eilt, ein jeder für sein Haus zu sorgen.
Haggai 1,9

Lehrtext
Jesus sprach: Weh euch Pharisäern! Denn ihr gebt den Zehnten von Minze und Raute und allem Kraut und geht vorbei am Recht und an der Liebe Gottes. Doch dies sollte man tun und jenes nicht lassen.
Lukas 11,42

Impuls für den Tag
Reflexion: Unsere Kirchen, DEINE Häuser GOTT, sind in vielen Orten Sachsens sehr schön renoviert und restauriert. Sie sind innen und außen eine Pracht, von weitem zu sehen. Viele Stunden eigene Arbeitsleistung und das Geld DEINER Kinder sind in den Bau geflossen. Von wegen wüst, HERR! Da kannst DU uns doch nicht vorwerfen, dass wir auch unsere Wohnungen schön gemacht haben.

Ach, DU meinst, wir haben unsere Wohnzimmer so gestaltet, dass wir uns viel lieber dort aufhalten, als in Deinem Haus zusammenzukommen? Du hast wahrscheinlich recht, aber ich glaube nicht, dass ein bequemes Sofa oder Sessel mehr Menschen in DEIN Haus bringen.

DU hältst die Bequemlichkeit unserer Herzen, die Hartherzigkeit für den Grund unseres Fernbleibens?

Wenn das so ist, dann HERR, brauchen wir DEINEN HEILIGEN GEIST um DICH neu zu erfahren und zu erkennen, wie DU uns liebst, um DIR die Ehre und was DIR zusteht, zu geben. Blase weg, was uns im Wege steht. Amen

Diemut Scherzer, Hainichen

Impuls für Mittwoch, 06. August 2025

Losung
Ich will dem HERRN singen, denn er ist hoch erhaben.
2. Mose 15, 1

Lehrtext
Ich will beten mit dem Geist und will auch beten mit dem Verstand; ich will Psalmen singen mit dem Geist und will auch Psalmen singen mit dem Verstand.
1. Korinther 14, 15

Impuls für den Tag
Sonntagmorgen. Unsere kleine Dorfkirche füllt sich langsam. Die Sonne scheint durch die Fenster hinter dem Altar, die Kerzen flackern und durch die Blumen hangelt sich eine kleine Spinne. Ich suche mir einen Platz relativ weit hinten. Ich genieße es, mal nicht vorn zu stehen, sondern ’nur Gast‘ zu sein. Im Gesangbuch suche ich das erste Lied heraus und schlage es auf. Die Glocken beginnen zu läuten. Die Orgel spielt das Eingangsstück und kurz danach singen wir das erste Lied. Ich komme nicht weit, sondern freue mich über die kraftvolle Stimme des Prädikanten, der heute den Gottesdienst hält und höre der Gemeinde beim Gesang zu. Was wurde da grad gesungen? Ich schaue nochmal in den Text und bleibe dran hängen. Gern möchte ich den Text des alten Liedes verstehen. Im Lehrtext für heute heißt es: ‚Ich will Psalmen singen mit dem Geist und will auch Psalmen singen mit dem Verstand.‘ Bei uns in den Gottesdiensten werden die Psalmen oft nur gesprochen, oft auch im Wechsel, sodass meine Konzentration meist darauf liegt, den ‚Einsatz‘ nicht zu verpassen. Nehmen wir uns doch Zeit die Psalmen auch mal bewusst zu lesen und zu begreifen, bewusst zu beten. Ich möchte Ihnen Lust dazu machen, es lohnt sich.

Sandra Barthel, Raußlitz

Impuls für Dienstag, 05. August 2025

Losung
Der HERR sprach zu Mose: Du sollst alles reden, was ich dir gebieten werde. (2. Mose 7,1.2)

Lehrtext
Verkündige das Wort, tritt dafür ein, zur Zeit oder Unzeit, widerlege, tadle, bitte, in aller Geduld, wo die Lehre es gebietet! (2.Timotheus 4,2)

Impuls für den Tag
Mitten in der Fußgängerzone, bei sonnigem Wetter und Wochenendstimmung. Drei junge Menschen im schwarzen Talar. Sie bieten im ganzen Einkaufstrubel freien Segen an – völlig kostenlos, doch sicherlich nicht umsonst. Das kommt unterschiedlich an: manche gehen vorbei, andere sind irritiert. Zwei Mädchen bleiben stehen, kichern etwas, lassen sich segnen. Ganz andächtig und still senken sie den Kopf, als die Hände auf ihnen liegen. Aus dem kurzen Moment wird schließlich ein längeres Gespräch – über Hoffnungen und Träume, Ängste und Ansichten.
„Pop-Up-Church“ heißt das heute – Kirche und Botschaft, die plötzlich mitten im Leben aufploppen, dort wo Menschen unterwegs sind. Schon Mose erhielt einst dafür den Auftrag Gottes und für die ersten Christen gehörte das zum Leben dazu. Unsere Botschaft soll zu den Menschen getragen und zum Segen werden – zu allen Zeiten und Unzeiten, mit klaren Worten und mit Geduld. Gelegenheiten gibt es viele und manchmal liegen sie vor uns auf dem Weg – wie in der Fußgängerzone, mittendrin, unerwartet, sichtbar und unkompliziert. Amen.

Heiko Jadatz, Roßwein

Impuls für Montag, 04. August 2025

Losung
Der HERR ist ein Gott des Rechts. Wohl allen, die auf ihn harren!
Jesaja 30,18

Lehrtext
Wenn es jemanden unter euch an Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der jedermann gern und ohne Vorwurf gibt; so wird sie ihm gegeben werden.
Jakobus 1, 5

Impuls für den Tag
Ich bin auf dem Weg zu einem wichtigen Termin. Im Prinzip kenne ich den Weg, aber man weiß ja nie. So nutze ich, nur zur Unterstützung, noch das Navi auf meinem Handy. Nanu, wieso schickt dieses Navi mich jetzt geradeaus? Da bin ich doch noch nie langgefahren. Hier, rechts abbiegen ist doch viel kürzer. Ich ignoriere das Navi und biege wie immer ab. Vergeblich versucht die nette Stimme auf meinem Handy, mich davon abzubringen. Nach kurzer Zeit ist klar: Sie hatte recht. Plötzlich und unerwartet stehe ich vor einer gesperrten Straße. Mist, das hat mir gerade noch gefehlt. Nervös und verärgert gebe ich mein Ziel noch einmal ein. Mein Navi ist entspannt. Freundlich erklärt es: „Die Route wird neu berechnet.“ Irgendwann habe ich mein Ziel erreicht, gerade noch so rechtzeitig. Vielleicht ist auch Gott so eine Art Navi für mich. Ich kann ihn fragen und beanspruchen zu jeder Zeit. Nicht immer ist das was ER mir da mehr oder weniger deutlich empfiehlt nach meinem Geschmack. Ich kann es ignorieren und meinen Weg gehen. Wenn ich mich dabei aber verfahre weiß ich, dass ER die Route für mich neu berechnet, geduldig und sicher.

Bezirkskatechetin Angelika Schaffrin, Marbach

 

Impuls für Sonntag, 3. August 2025

Losung
Der HERR spricht: Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst.
Psalm 32,8

Lehrtext
Jesus spricht: Folge du mir nach!
Johannes 21,22

Impuls für den Tag
Das Sich-Vergleichen ist ja ein Hauptaugenmerk unserer schönen modernen Welt: Fast könnte man von einer „Vergleicheritis“ als Krankheit sprechen, deren Hauptsymptom die dauernde Unzufriedenheit ist. Immerzu muss und soll man schauen, was andere tun: „Dies wird gerne genommen“ ist eine Standardempfehlung von Verkaufsberatern (deren Sinn sich mir nie erschlossen hat…), Suchergebnisse im Internet werden „nach Beliebtheit“ sortiert, und vielleicht ist deshalb Sport so in Mode, weil da ja auch andauernd verglichen wird. Wo steht mein Lieblingsverein? Wie gut bin ich? Gehöre ich zu den Besten oder lediglich zum Mittelmaß? Oder finde ich mich gar ganz unten?
„Was geht es dich an? Folge du mir nach“ sagt Jesus zu Petrus, der auf den Anderen schaut, vielleicht nicht ganz frei von Neid. Du hast Deinen ganz eigenen Weg, Gott zeigt Dir und nur Dir allein diesen Deinen Pfad, und anderen eben ihren ganz eigenen.
„Die Letzten werden die Ersten sein.“ Vergleicht Euch nicht! Seid zufrieden mit dem, was Ihr haben dürft! Wenn ihr es als Gottes Gabe annehmen lernt, ist es allemal genug.

Friedemann Neef, Roßwein

Impuls für Samstag, 02. August 2025

Losung
Denke keiner gegen seinen Bruder etwas Arges in seinem Herzen!
Sacharja 7, 10

Lehrtext
Euch allen sage ich: Haltet in derselben Gesinnung zusammen und habt Mitgefühl füreinander! Liebt euch gegenseitig als Brüder und Schwestern! Seid gütig und zuvorkommend zueinander!
1. Petrus 3, 8

Impuls für den Tag
Supermarkt. Kurz vor Ladenschluss. Ich hatte nur drei Dinge im Korb und wollte einfach heim. Ein Mann war noch vor mir an der Kasse. Es dauerte: Erfolglose Suche nach Kleingeld, Funktionsprobleme mit der Karte. Die Kassiererin blieb ruhig, ich nicht. Ich stand da, still, aber innen laut: „Typisch! Nie vorbereitet! Keine Rücksicht! Wahrscheinlich einer, der so und so ist…“ Ich dachte das, ohne ihn zu kennen. Doch dann drehte er sich um, mit blassem Gesicht und müden Augen und sagte: „Entschuldigung. Ich bin durcheinander. Meine Mutter liegt im Krankenhaus. Ich hab das Portemonnaie im Auto gelassen. Ich bin gleich wieder da.“ Ich nickte. Er kam zurück: Bezahlte, nickte noch einmal und ging. Ich blieb für einen Moment stehen und wusste: Ich war gemein, auch ohne Worte. Seitdem achte ich noch mehr darauf, wann sich etwas in mir verhärtet; wann Bilder im Kopf entstehen, in die ich Menschen sperre. Und ich versuche, es zu lassen. Weil die herzensguten Gedanken nicht mit Reden anfangen, sondern mit dem Aufhören, etwas zu denken, was den anderen festhält – zum Beispiel in einem Bild, das nicht stimmt. Wir sind mehr als unsere schlechten Tage. Und näher beieinander, als wir glauben.

Sebastian Schirmer, Leipzig

Impuls für Freitag, 1. August 2025

Losung
Bist du es nicht, HERR, unser Gott, auf den wir hoffen?
Jeremia 14,22

Lehrtext
Gott hat uns ewiges Leben gegeben, und wir erhalten dieses Leben durch seinen Sohn.
1. Johannes 5,11

Impuls für den Tag
Auf den 5 Mark-Schein der DDR war Thomas Müntzer abgebildet. Es wussten nur wenige, dass er Pfarrer war. In diesem Jahr jährte sich zum 500. Mal der Bauernkrieg und die verheerende Schlacht bei Frankenhausen. Am Ende gab es 6000 Tote auf der Seite der Bauern, bei nur 6 Toten auf der Seite der Soldaten. Das Anliegen kann man gut verstehen: Die Bauern wollten eine gerechtere Gesellschaft. Doch den eigenen Kampf als den Kampf Gottes gegen das Böse ausgeben? Die eigene Vorstellung, wie die Gesellschaft sich verändern sollte, als den Willen Gottes ausgeben? Da ist mir die heutige Tageslosung ein wichtiges Korrektiv: Bist du es nicht, HERR, unser Gott, auf den wir hoffen?
Es wird regiert und wir dürfen dafür beten, dass es gerecht wird oder bleibt. Aber ich soll sehr wohl zwischen meinem Wollen und Gottes Willen unterscheiden. Mich hat schon immer irritiert, wie Thomas Müntzer zu den Waffen ruft. Ich habe mich bei der NVA für den Wehrdienst ohne Waffen entschieden. Dafür habe ich einige Nachteile einstecken müssen. Und dennoch würde ich es mir verbieten, diesen Weg der Gewaltlosigkeit als den allein richtigen vorzugeben, gerade im Blick auf den schier endlosen Krieg in der Ukraine.

Michael Tetzner, Frohburg

Impuls für Donnerstag, 31. Juli 2025

Losung
So hoch der Himmel über der Erde ist, lässt er seine Gnade walten über denen, die ihn fürchten. [Psalm 103,11]

Lehrtext
Wo aber die Sünde ihr volles Maß erreicht hatte, da wuchs die Gnade über alles Maß hinaus. Wie die Sünde ihre Macht ausübte, indem sie den Tod brachte, so wird die Gnade ihre Macht ausüben, indem sie uns vor Gott bestehen lässt und zum ewigen Leben führt. Das verdanken wir Jesus Christus, unserem Herrn.
[Römer 5,20-21]

Impuls für den Tag
Das „Hohelied der Barmherzigkeit Gottes“ oder auch „Großer Lobgesang“, so ist der Psalm 103 überschrieben. Der Psalm beginnt und endet mit Aufforderungen, den Herrn zu loben. Es ist vielleicht das vollkommenste Lied des reinen Lobpreises, das in der Bibel zu finden ist. Über Jahrhunderte hinweg wurde es von fröhlichen Herzen gesungen und ist auch heute noch so frisch und voller Schönheit.
Unser Psalm beschreibt Gottes Liebe und Barmherzigkeit in einer Weise, die über menschliches Verständnis hinausgeht. In dieser Versicherung liegt ein unermesslicher Trost: Gottes Liebe für uns übersteigt unsere Vorstellungskraft.
Wir fühlen uns manchmal klein, überfordert oder gar schuldig. Dann ist es gut, sich Gottes Maßstab in Erinnerung zu rufen: Seine Gnade ist nicht begrenzt wie unsere Geduld, nicht launisch wie unsere Gefühle. Sie reicht so hoch wie der Himmel – unermesslich weit. Wer Gott achtet, wer ihm vertraut, darf sich getragen wissen, auch wenn das Leben wackelt. Diese Gnade bedeutet: Ich muss mich nicht selbst retten. Ich darf Fehler machen und trotzdem auf Seine Liebe und Gnade hoffen. Sie ist größer als meine Schuld, stärker als meine Angst – und sie gilt heute, morgen und für allezeit. Amen.

Thomas Meyer, Roßwein