Impuls für Sonntag, 24. November 2024

Losung
Was habe ich dir getan, mein Volk, und womit habe ich dich beschwert? Das sage mir!
Micha 6,3

Lehrtext
Verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut? Weißt du nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet?
Römer 2,4

Impuls für den Tag

Haben Sie schon einmal einen Bußgeldbescheid bekommen? Meistens steckt der in einem gelben Umschlag mit der Aufschrift „Förmliche Zustellung“. Und schon bei seinem Anblick wird einem trotz der freundlichen Farbe ganz flau im Magen – was habe ich wohl verzapft und welche Strafe wartet auf mich? Buße – ein Wort, welches also nicht unbedingt positive Assoziationen weckt… Am vergangen Mittwoch war Buß- und Bettag, der leider nur noch in Sachsen ein Feiertag ist. Was hat es damit auf sich? Ist dieser Tag nicht irgendwie aus der Zeit gefallen? Im Lauf der Geschichte wurde angesichts von Notständen und Gefahren die Bevölkerung durch solche Tage immer wieder zu Umkehr und Gebet aufgerufen. Vielleicht doch nicht so ganz sinnlos? Hinter dem Wort „Buße“ steckt das altgriechische Wort „metanoia“. Eine grundlegende Änderung der Lebenseinstellung ist damit gemeint. Eine ganz neue Weltsicht, einen neuen Platz im Leben einnehmen. Eine Herzensumkehr also. Nicht durch Strafandrohung sondern in Liebe und Geduld wirbt Gott um unsere Herzen, dass wir uns Ihm wieder zuwenden. Und das hat positive Auswir-
kungen – nicht nur für uns persönlich, sondern auch für unsere Umwelt und unsere Mitmenschen.

Almut Bieber, Arnsdorf

Impuls für Samstag, 23. November 2024

Losung
Nicht werde jemand unter dir gefunden, der Wahrsagerei, Hellseherei, geheime Künste oder Zauberei treibt. Denn wer das tut, der ist dem HERRN ein Gräuel.
5. Mose 18,10.12

Lehrtext
Werdet wieder nüchtern und lebt, wie es Gott gefällt. Ich muss zu eurer Schande sagen: Einige von euch kennen Gott nicht.
1. Korinther 15,34

Impuls für den Tag

Gibt es eigentlich den Teufel und Dämonen? Oder sind sie nur Begriffe für das unsagbare Böse, für ein „Es“, was man ansonsten nicht mit Kopf und Herz fassen könnte? Ich bin (Gott sei Dank) noch keinem Dämon begegnet. Aber man muss nicht naiv oder mittelalterlich sein, um zu sehen: Es gibt unfassbar viel Böses in unserer Welt. Und es ist so viel, dass man es kaum begreifen kann. Ich kann mir die Stärke und Intensität des Bösen nicht ausschließlich mit der angeborenen Bosheit des Menschen erklären. Meint die Losung von heute, dass Wahrsagerei, Hellseherei, geheime Künste oder Zauberei eine Tür dafür öffnen? Eine Tür, besonders in denen, die es aktiv tun? Und eine Tür bei denen, die sich davon was auch immer erhoffen? Ich kenne mich bei diesen Dingen nicht wirklich aus. Aber ich weiß: Es gibt Dinge, mit denen spielt man nicht. Das Böse ist kein Spaß. Es zerstört, will beherrschen und töten. Doch eines darf ich wissen: Das Böse hat seine endgültige Macht schon lange verloren. Jesus Christus ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. Auf Ihm ruht unsere Hoffnung. Amen.

Jörg Matthies, Marbach

Impuls für Freitag, 22. November 2024

Losung
Weise mir, Herr, deinen Weg, dass ich wandle in deiner Wahrheit.
Psalm 86,11

Lehrtext
Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.
Johannes Evangelium 8,12

Impuls für den Tag

Es ist wahr! Wie angenehm ist es, wenn ich eine Sache für wahr halten kann und mich daran halte, damit meine kleine Welt nicht ins Wanken komme. Wie oft haben Christen gegeneinander wegen einer Wahrheit gekämpft und getötet. Im Psalm bittet der Beter um Kraft, damit sein Glaube nicht ins Wanken komme. Damit er standhaft beim einen Gott gegenüber bleibt. Denn er fühlt sich bedroht und bedrängt. Seine Wahrheit ist sein Halt.
Im Johannes Evangelium, rechtfertigt sich Jesus und bestätigt, dass er der Weg im Glauben ist. Es ist wahr, dass wir Menschen frei im Glauben leben können. Denn es gibt einer, der den Weg mit Gott in seinem Leben gegangen ist. Jesus zeigt sich im Johannes Evangelium als Mensch und Gottes Sohn, in dem wir vertrauen können … der den Weg ins Reich Gottes uns gezeigt hat … wie wir diesen Weg mit ihm heute schon gehen können. Wahrhaben wollen heißt doch Œerkennen. Vom Erkennen her kommen wir zum Glauben und doch dieses als eine persönliche Erfahrung im Leben und davon gibt es viele in dieser Welt. Aber nur ein Gott!

Sophie Heinzelmann, Hainichen

Impuls für Donnerstag, 21.November 2024

Losung
Wer im Finstern wandelt und wem kein Licht scheint, der hoffe auf den Namen des Herrn!
Jesaja 50,10

Lehrtext
Die Finsternis vergeht und das wahre Licht scheint schon.
1. Johannes 2,8

Impuls für den Tag

„Noch verbirgt die Dunkelheit das Licht und noch sehen wir die Sonne nicht. Doch schon zieht ein neuer Tag herauf und das Licht des Morgens leuchtet auf.“ So heißt es in der 1. Strophe des Liedes „Die Gott lieben werden sein wie die Sonne“. Waren Sie auch schon mal im Dunkeln unterwegs? Ich meine so im Stockdunkeln, dass man nix mehr sieht? Dunkelheit ist so gar nicht meins, da will ich schnell wieder raus. Ich sehe nicht, wo Hindernisse kommen, kann nicht ausweichen und gerate ins Stolpern oder falle vielleicht sogar hin. Nein, ich möchte die Übersicht und Kontrolle behalten. Ich möchte wissen wo mein Weg mich hinführt. Lieber warte ich, bis es wieder dämmert. Nun gibt es aber Zeiten im Leben, in denen es stockdunkel um uns ist. Die heutige Losung fordert uns in solchen Situtionen auf, Gott blind zu vertrauen. Vertrauen, wenn ich den Weg nicht sehe. Vertrauen, wenn keine schnelle Lösung in Sicht ist. Vertrauen, wenn meine Lebenssitution gerade schwierig ist. Schaffe ich das?
Ich glaube, Gott ist ein mitgehender Gott, auch in der Dunkelheit. Er sagt: „Ich bin da!“ Egal, wie dunkel unser Lebensweg gerade ist. Vertrauen wir darauf!

Cathrin Vogel

Impuls für Mittwoch, 20. November 2024

Losung
Der HERR ist gnädig, barmherzig, geduldig und von großer Güte, und es reut ihn bald die Strafe.
Joel 2,13

Lehrtext
Der Weingärtner sprach zu dem Besitzer des Weinbergs: Herr, lass den Feigenbaum noch dies Jahr, bis ich um ihn herum grabe und ihn dünge; vielleicht bringt er doch noch Frucht; wenn aber nicht, so hau ihn ab.
Lukas 13,8-9

Impuls für den Tag

Ein knorriger Baum stand in einen schönen Garten mit vielen Weinreben. Blätter und Früchte hatte er keine, denn seine Kraft wollte er nicht dafür ver- geuden. Die Früchte würden ihm eh weggenom- men. Er war überzeugt, so viel besser zu leben. Als der Weinbergsbesitzer mit einem Korb kam, um einige Feigen zu ernten, war er verärgert. Er rief den Gärtner mit der Axt. Dieser sollte den Baum fällen. Der Baum erschrak, er war doch der größte und schönste hier. Der Gärtner bat den Weinbergs- besitzer um etwas Zeit, in der er sich intensiv um den Baum kümmern könne. Der Besitzer willigte ein. So begann der Gärtner mit seiner Arbeit und der verzweifelte Baum lies es geschehen. Im Frühjahr bekam er die ersten Blätter und wurde noch größer, im Sommer wuchsen wunderbare Feigen an ihm. Der Gärtner setzte sich oft in seinen Schatten und der Baum begann ihn gern zu haben. Er lies den Gärtner gern an sich arbeiten und konnte es sich gar nicht mehr anders vorstellen. Als dann geerntet wurde, dachte er: Merkwürdig, drei Jahre habe ich mich angestrengt, um glücklich zu leben, und sollte gefällt werden. Jetzt habe ich ein Jahr lang nichts getan, als an mir arbeiten zu lassen und die anderen freuen sich an mir und ich bin glücklich.

Sandra Barthel, Raußlitz

Imuls für Dienstag, 19. November 2024

Losung
Unsre Seele ist entronnen wie ein Vogel dem Netze des Vogelfängers; das Netz ist zerrissen, und wir sind frei.
Psalm 124,7

Lehrtext
Viele Menschen waren gekommen, um Jesus zu hören und von ihren Krankheiten geheilt zu werden. Menschen, die unter bösen Geistern litten, wurden von ihnen befreit.
Lukas 6,18

Impuls für den Tag

Wäre der Herr nicht bei unsƒ so würde unsere Seele, also das Lebendige, Fühlende, Schaffende in uns, ersaufen „ vielleicht in Tränen, vielleicht in Gleichmut, vielleicht in Betäubungen; so leitet David diesen kurzen Psalm ein. Er endet mit den Worten, die uns heute aus der Liturgie so vertraut sind: ŒUnsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Dazwischen steht eine riesige Freude über die so unverhoffte Freiheit: Der Schöpfer von allem setzt sich für uns kleine Menschen ein, er ist unsere Hilfe! „ Ein in einem Netz verhedderter Vogel, wie stehen seine Chancen? Er kann sich nicht selbst befreien, vielleicht wird er gar jämmerlich verenden. So ist auch unsere Situation, gefangen im Netz der Sünde. Gott aber macht uns frei davon, er pflegt und heilt den geknickten Flügel. Gott will unsere Krankheiten heilen und unsere Gefangenschaften aufheben. Er tut das, damit unsere Seele sich erheben und aufschwingen kann, wie der befreite Vogel. Der geheilte Mensch soll Gott preisen, sich zu ihm bekehren. Denn nur bei ihm kann auch unsere Seele frei und geheilt werden!

Jonathan Seidel, Moosheim

Impuls für Montag, 18. November 2024

Losung
Ich freue mich und bin fröhlich in dir und lobe deinen Namen, du Allerhöchster.
Psalm 9,3

Lehrtext
Freut euch immerzu, weil ihr zum Herrn gehört.
Phil 4,4

Impuls für den Tag

Als ich die Losung gelesen habe, war sofort eine Melodie und ein Liedtext in meinem Kopf: Ich freue mich und bin fröhlich Herr in Dir, Halleluja. Dieses Lied habe ich zuerst auf der See`r Kirchenwoche 1975 und dann immer wieder gesungen. Die See´r Kirchenwoche war eine Jugendwoche der Bewegung für geistliche Gemeindeerneuerung und ich war 1975 zum ersten Mal da. Ich bin dann sechs Jahre lang immer zu dieser Kirchenwoche gefahren, bevor ich 1981 mit dem Theologiestudium begonnen habe. In See habe ich diese Freude an und in Gott jeden Tag erleben können und aus den Erfahrungen dieser Kirchenwochen habe ich auch in kraftzehrenden Zeiten meine Pfarrdienstes Ausdauer und Durchhaltevermögen geschöpft. Wir können alles andere verlieren: Besitz, Freunde, Schönheit, Freude an der Arbeit. Aber die Freude an Gott, kann uns keiner nehmen.

Gerold Heinke, Marbach

Impuls für Sonntag, 17.11.24

Losung
Ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.
Jeremia 29,11

Lehrtext
Die Schöpfung wird frei werden von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes.
Römer 8,21

Impuls für den Tag

Schluckauf kennt wahrscheinlich jeder.
Die häufigste Erklärung dafür lautet: Da denkt gerade jemand an dich. Auch bei uns zu Hause wurde das immer so gesagt und dann wurde überlegt, wer da an einen denken könnte. Die Freundin, deren Buch du noch zu Hause hast. Der Lehrer, der gerade deine Arbeit kontrolliert. Die Nachbarin, die du total in Gedanken versunken, vergessen hast zu grüßen. Wir haben viele Möglichkeiten durchgespielt.
Unsere heutige Losung richtet den Blick in eine andere Richtung – Gott denkt an dich mit Gedanken des Friedens.
Egal wie es mir gerade geht, egal wo ich gerade bin – Gott meint es gut mit mir und er denkt an mich, mit positiven Gedanken, mit Gedanken des Friedens.
Diesen Frieden hat Jesus mit seinem Blut auf Golgatha besiegelt. Deshalb dürfen wir Gottes Kinder sein und in die Zukunft mit Hoffnung blicken. Eine Zukunft in seinem Friedensreich.
Und wenn ich manchmal Zweifel habe, weil scheinbar alles schief geht, möchte ich Gott bitten, dass er mir Vertrauen und Hoffnung schenkt und meinen Blick lenkt auf eine Zukunft in einem zu Hause bei ihm.

Sandra Barthel, Raußlitz

Impuls für Samstag, 16.11.24

Losung
Das soll mein Ruhm und meine Wonne, mein Preis und meine Ehre sein unter allen Völkern auf Erden, wenn sie all das Gute hören, das ich Jerusalem geben will.
(Jeremia 33,9)

Lehrtext
Das Volk, das ihm voranging und nachfolgte, schrie und sprach: Hosianna dem Sohn Davids! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe!
(Matthäus 21,9)

Impuls für den Tag

Nun werden sie uns bald wieder an den Straßenkreuzungen ansehen und vollmundig Gutes versprechen … die Plakate der Parteien, die zur Wahl antreten. Manche Wahlwerbung kommt mit Wortwitz daher, andere zeigen klare Kante. Ein freundlicher Kandidat lächelt auf dem Bild oder ein Wahlspruch ist zu lesen. Natürlich wollen alle: mehr Sicherheit, mehr Frieden, mehr Gerechtigkeit, mehr Wohlstand, mehr Freiheit. Wer sehnt sich nicht danach?
Solche Sehnsucht ist nicht neu. Schon in der Bibel wird das deutlich. Die Menschen sehnten sich nach einem, der ihnen endlich das gibt und zusichert, was sie für ein zufriedenes Leben brauchen. Jesus hat es ihnen gezeigt, wie das möglich ist. Viele waren begeistert, sie riefen: Hosianna. Anderen war Jesus ein Dorn im Auge und riefen: Kreuzige ihn! Er hat auch das überwunden. Ich möchte ermutigen, Jesus zu folgen. Nicht mit vielen Versprechungen, sondern mit Taten der Nächstenliebe, für ein zufriedenes Leben für alle Menschen! Amen.

Pfarrer Heiko Jadatz (Roßwein)

Impuls für Freitag, 15.11.24

Losung
Du hast gesehen, wie dich der HERR, dein Gott, getragen hat, wie ein Mann seinen Sohn trägt, auf dem ganzen Wege, den ihr gewandert seid.

Lehrtext

Lukas 24, 35

Impuls für den Tag

Er ist ein starker Bursche. Gerade mal drei Jahre alt. Gemeinsam wandern wir durch die Sächsische Schweiz. Er klettert über Wurzeln, bezwingt, Stolpersteine, Treppen und Klettersteige. Das ist anstrengend, auch für uns Große. Er hat sich einen Wanderstock gesucht. Das geht besser, meint er. Irgendwann lassen die Kräfte dann doch nach. Wir reden gut zu. Es gibt „Kraftwasser“ aus der Trinkflasche und „Kraftbären“ von Haribo. Es nützt nichts. Der Weg ist zu weit, zu beschwerlich für so kleine Füße. Was tun? Zwei starke Arme fassen zu. Der Vater nimmt seinen Sohn und setzt ihn sich einfach auf die Schultern. Nun kann es weitergehen. Der Kleine freut sich, er sieht viel weiter als alle anderen. Irgendwann ist er eingeschlafen. Der Vater läuft vorsichtig. Er hält seinen Sohn ganz fest.
Gott trägt mich, wie ein Mann seinen Sohn trägt. Das ist ein schöner Gedanke. Obwohl ich es manchmal kaum glauben kann. Manchmal sind die Berge meines Lebens so hoch, dass ich aufgeben will. Manchmal, wenn der Boden unter mir schwankt und ich nicht weiterweiß. Erst in der Rückschau erahne ich die starken Arme. Sie waren da, irgendwie, irgendwo. Und ich schaffe es weiter zu gehen.

Bezirkskatechetin Angelika Schaffrin, Marbach