Impuls für Donnerstag, 14.11.24

Losung
Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel und die Erde und alles, was darinnen ist, das ist des HERRN, deines Gottes.
5.Mose 10,14

Lehrtext
Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.
Lukas 2,14

Impuls für den Tag

Wir Menschen neigen ja sehr leicht dazu, uns grandios zu überschätzen: Politiker machen in Wahlkämpfen Messias-gleiche Versprechungen, Unternehmer meinen, das Wohl ganzer Gesellschaften hinge von ihnen ab, manch ein Lebenslauf wird der Karriere zuliebe kräftig geschönt, und oft lügen wir uns selbst ins Gesicht und glauben das dann tatsächlich! Da hilft es, innezuhalten, vielleicht mal den Sternenhimmel in seiner unendlichen Weite überwältigt zu bestaunen (aber nicht mit egomanischem Gehabe, dort auch wieder ein Geschäft etablieren zu wollen).

Gläubige, auch wir Christen, könnten es ja wissen: Da ist Einer, der größer ist als all‘ unsere Vorstellungen, der weit über unsere kleinlichen Ziele hinausreicht, der uns immer wieder mal auf unser menschliches Maß zurückstutzt – zu unserem Glück! Denn von Ihm haben wir alles geschenkt bekommen – und nicht etwa einen Anspruch darauf – damit wir sorgsam damit umgehen und diese Gaben nicht vergeuden. Einmal werden wir mit den Folgen unseres Tuns konfrontiert sein. Nein, das ist keine Drohung eines rächenden Gottes, sondern schlicht ein Lebensgesetz der geistigen Welt. Und dem unterliegen wir alle, ob wir es nun wahrhaben wollen oder nicht.

Friedemann Neef, Roßwein

Impuls für Mittwoch, 13.11.24

Losung
Der Bogen der Starken ist zerbrochen, und die Schwachen sind umgürtet mit Stärke.
1 Samuel 2, 4

Lehrtext
Paulus schreibt: Darum bin ich guten Mutes in Schwachheit, in Misshandlungen, in Nöten, in Verfolgungen und Ängsten um Christi willen; denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark.
2 Korinther 12, 10

Impuls für den Tag

Sie war keine, die man gern in seiner Runde hatte; vielleicht ein bisschen schrullig, auf jeden Fall aber seltsam. Auf dem Markt machten sie einen Bogen um sie, auf dem Gehweg wechselten einige die Straßenseite. Ich kann sie vor mir sehen, diese tragische, bedauernswerte Frau. Hannah hieß sie. Verheiratet, aber ihr Mann hatte noch eine Andere; kinderlos, obwohl sie sich nichts sehnlicher wünschte, als ein Kind. Von ihr stammen diese Zeilen der Losung aus dem Samuel-Buch. Das verwundert, oder? Es gibt sie ja heute noch genauso, die Menschen am Rand, die Außenseiter, die Schrulligen, Seltsamen und Tragischen. Würde ich nun erwarten, dass diese ein Lied mit jenen Zeilen schreiben? Vielleicht ein Hoffnungslied, einen Protest-Song, meinetwegen, aber ein Loblied? Doch Hannah singt ein Loblied. Wohl eines der ältesten Lieder der Bibel. Sie lobt und dankt Gott, weil sie ein Kind erwartet. Damit ist sicher nicht jede Verletzung der Vergangenheit geheilt, aber wohl ihr größter Schmerz gestillt. Ihr Sohn, Samuel, wird ein großer Prophet. Und Hannahs Geschichte zeigt: Gott ist auch und gerade mit denen am Rand unterwegs, mit den Außenseitern, den Schrulligen, den Seltsamen und den Tragischen. Gott sei Dank!

Sebastian Schirmer, Leipzig

Impuls für Dienstag, 12.11.24

Losung
Durch Stillesein und Vertrauen würdet ihr stark sein.
Jesaja 30,15

Lehrtext
Das Reich Gottes steht nicht in Worten, sondern in Kraft.
1.Korinther 4,20

Impuls für den Tag

Meine geistliche Heimat ist das Haus der Stille in Grumbach bei Wilsdruff. Schon seit 25 Jahren suche ich dort Ruhe und Stille vor Gott – und finde sie. Das ist kein Selbstzweck, sondern für mich eine Kraftquelle, um für den Verkündigungsdienst aufzutanken. Ja, ich kann die Losung bestätigen und habe es am eigenen Leib immer wieder erfahren: Durch Stillesein und Vertrauen würdet ihr stark sein. Ich bin sehr dankbar, dass es diesen Ort in unserer sächsischen Landeskirche gibt.

Ein Tag der Stille beginnt mit einer Begrüßung und einem kurzen vorstellen in der Runde. Danach wird der Tag im Schweigen verbracht. Es gibt zwei Impulse – am Vormittag und am Nachmittag, wo man mit Gottes Wort ganz bewusst in Kontakt kommt. Es wird das Mittagsgebet auf der Höhe des Tages gefeiert. Auch das Essen wird im Schweigen verbracht, was für manche gewöhnungsbedürftig ist. Abgeschlossen wird der Tag mit der Feier des Heiligen Abendmahls.

Übrigens ist ein stiller Tag in Grumbach kostenlos, aber gewiss nicht umsonst.

Michael Tetzner, Frohburg

Impuls für Montag, 11.11.24

Losung
Die Israeliten werden umkehren und den HERRN, ihren Gott, suchen, und werden mit Zittern zu dem HERRN und seiner Gnade kommen in letzter Zeit.
Hosea 3,5]

Lehrtext
Wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan.
Matthäus 7,8

Impuls für den Tag

Am langen Wochenende um den Reformationstag waren wir mit unserer Kirchgemeinde und unserer Schwesterkirchgemeinde zur Familienrüstzeit in der wunderschönen Sächsischen Schweiz. „Treffpunkt Gipfelkreuz – Gott begegnen in luftigen Höhen“ war unser Rüstzeitthema – ganz passend zu der bergigen und felsigen Gegend rund um das bezaubernde Bielatal. Wir beschäftigten uns mit Menschen aus der Bibel, die auf Bergen Gott begegneten und fragten dabei auch nach unseren persönlichen Gottesbegegnungen.

Auch wenn ich uns wünsche, dass wir ständig Gottesbegegnungen haben, uns ganz bewusst IHM hingeben und SEIN Wirken in unserem Leben oder in unserem Umfeld erkennen mögen, stellten wir fest, dass dies oft nur in Freud oder auch in Nöten passiert, wie auch Hosea in unserer heutigen Losung dem Volk Israel prophezeit.

Unser Evangelist präzisiert das noch einmal:
Wer unseren lebendigen Herrn um etwas bittet, der wird empfangen; sei es konkrete Hilfe, ein tatsächliches Wunder oder einfach SEINEN tiefgehenden Frieden über eine Sache. Wer IHN von Herzen sucht, wird IHN finden. Und das nicht nur auf einem Felsgipfel der schönen Sächsischen Schweiz. Amen.

Thomas Meyer, Roßwein

Impuls für Sonntag, 10. November 2024

Losung
Meine Seele ist fröhlich in meinem Gott; denn er hat mir die Kleider des Heils angezogen und mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit gekleidet.
Jesaja 61,10

Lehrtext
Die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.
Epheser 5,9

Impuls für den Tag
Wenzel Strapinski ist der Held in Gottfried Kellers Roman „Kleider machen Leute“. Als Schneidergeselle wird er, der arm aber stets gut gekleidet ist, für einen Fürsten gehalten. Ohne sein Zutun machen ihn die Leute zum reichen Mann. Eine Geschichte darüber, wie das Äußere eines Menschen Wirkung entfaltet. Ungewöhnliche Kleider habe Gott seinen Menschen angezogen, so beschreibt der Prophet Jesaja das Heilsgeschehen. Kleider, die ihn zu etwas anderem machen als er ursprünglich war. Die Kleider des Heils sind das, was uns Gott schenkt. Und wenn wir auf Jesus schauen ist das die Zuwendung Gottes zu dieser Welt und die Vergebung unserer Schuld.
Wenn Gott uns mit Kleidern des Heils ausstattet, so werden wir andere Menschen. Der seitherige Mensch ist darin eingehüllt, umgeben und geschützt. Aber er ist ein anderer, weil er von Gott geadelt und gewürdigt wird. Und das ist keine Geschichte aus einem Roman, sondern Heilsbotschaft und Evangelium.

Michael Karwounopoulos/Bad Urach

Impuls für Samstag, 9. November 2024

Losung
Lobet den HERRN, alle seine Werke, an allen Orten seiner Herrschaft! Lobe den HERRN, meine Seele!
Psalm 103,22

Lehrtext
Aus Liebe hat er uns dazu bestimmt, seine Söhne und Töchter zu werden – durch Jesus Christus und im Blick auf ihn. Das war sein Wille und so gefiel es ihm, damit der Lobpreis seiner Herrlichkeit erklingt: der Lobpreis der Gnade, die er uns erwiesen hat durch Jesus Christus, seinen geliebten Sohn.
Epheser 1,5-6

Impuls für den Tag
Loben ist wichtig – darüber ist sich die Forschung einig. Wir Menschen brauchen Lob, wir wollen Anerkennung für die Dinge, die wir gut gemacht haben. Wir sehnen uns nach konkretem und authentischem Lob. In unserer Kultur ist das Loben leider nicht mehr allzu tief verankert. „Der macht halt seinen Job“ hört man oft oder das berühmte relativierende „Aber“, das die zuvor gesagten netten Worte gleich wieder verblassen lässt.
Losung und Lehrtext fordern uns auf, Gott zu loben. Augenscheinlich sehnt auch er sich nach Lob oder?

Ich bin mir nicht sicher, ob Gott unser Lob wirklich so sehr braucht wie unsere Mitmenschen. Aber es gibt noch einen anderen positiven Effekt des Lobens, nämlich den für den Lobenden selbst. Im Lob drückt sich Dankbarkeit aus, ein Bewusstsein für die guten Dinge, ein Schutz vor Verbitterung. Nicht nur der Gelobte profitiert also vom Lob.
Nicht zuletzt schafft Lob auch Nähe. Anerkennung ist eine der fünf Sprachen der Liebe. Loben kann also eine Beziehung stärken – unter Menschen genauso wie zwischen Mensch und Gott.
Vielleicht geht es Gott also nicht um die Befriedigung des eigenen Egos, sondern wie so oft mal wieder um unser Bestes.

von Christian Stoll aus Rostock

Impuls für Freitag, 8. November 2024

Losung
Ich bins, der in Gerechtigkeit redet, und bin mächtig zu helfen.
Jesaja 63,1

Lehrtext
Bist du neidisch, weil ich so großzügig bin? So werden die Letzten die Ersten sein.
Matthäus 20,15-16

Impuls für den Tag
Kennen Sie Menschen die großzügig sind? Die reichlich geben, ohne etwas zurück zu halten? Man fühlt sich zu ihnen hingezogen, aber sie werden oft auch belächelt, manchmal auch ermahnt: „Denk doch mal an später, wie kannst du nur soviel verschenken, das brauchst du vielleicht noch!“
Großzügigkeit ist heute eher weniger angesagt. Keiner hat was zu verschenken- ist das so?
Im Lehrtext sagt ein Weinbergbesitzer zu seinen Angestellten dieses Wort. Er war aus seiner Sicht großzügig, denn er hatte allen Angestellten den gleichen Lohn gezahlt, auch wenn die Ersten den ganzen Tag und die letzten nur eine Stunde gearbeitet hatten. Das sorgte natürlich für Unmut und nach unserem Verständnis ist es auch ungerecht. Aber Gott rechnet eben anders und letztlich geht es um den Lohn am Ende- das ewige Leben. Gut, dass wir einen liebenden, großzügigen Gott haben! So können wir vertrauensvoll und gelassen die Letzten sein! Und: Wir können großzügig sein, vielleicht ergibt sich heute eine Gelegenheit!

Claudia Tetzner, Frohburg

Impuls für Donnerstag, 7. November 2024

Losung
Hilf uns, HERR, unser Gott; denn wir verlassen uns auf dich.
2.Chronik 14,10

Lehrtext
Wir wollen unbeirrt an der Hoffnung festhalten, zu der wir uns bekennen. Denn Gott, auf dessen Versprechen sie beruht, ist treu.
Hebräer 10,23

Impuls für den Tag
Gott ist treu. Zu Beginn meines Theologiestudiums lernte ich hebräisch. Eine der ersten Regeln, die uns gelehrt wurde, war, dass jedes Wort im Hebräischen eine Wurzel hat, meistens aus drei Konsonanten. So auch das Wort „TREU“. Die Wurzel bildet sich aus: Aleph–Mem-Nun; in unserer Lautschrift werden diese drei Buchstaben wiedergegeben mit AMN. (Bitte nicht irritieren lassen: Das A steht dabei für einen fast lautlosen Konsonaten). Wenn Sie die Buchstaben AMN ein wenig betrachten, werden sie sehr schnell erkennen, dass hier unser AMEN drin steckt und das übersetzen wir mit: „So sei es“, „ganz gewiss“ und wir sprechen es am Ende eines Gebetes. AMEN dient zur Bestätigung und Bekräftigung für das Gebet, das wir gesprochen haben.
Also unsere Worte: Treue und Amen haben in der Sprache der Bibel ein und dieselbe Wurzel AMN, genauso wie: Wahrheit, Zuverlässigkeit, Loyalität, Vertrauen, Glauben. Das hängt alles zusammen:
Wer die Wahrheit sagt, dem kann ich vertrauen, auf ihn kann ich mich hundertprozentig verlassen. Weil Gott treu ist, sagt er die Wahrheit, ist zuverlässig, loyal und ich darf ihm fest vertrauen und glauben.

Renate Henke, Pfarrerin in Meißen

Impuls für Mittwoch, 6. November 2024

Losung
Wohl denen, die in deinem Hause wohnen; die loben dich immerdar.
Psalm 84,5

Wir wissen ja nicht einmal, was wir beten sollen. Und wir wissen auch nicht, wie wir unser Gebet in angemessener Weise vor Gott bringen. Doch der Geist selbst tritt mit Flehen und Seufzen für uns ein. Dies geschieht in einer Weise, die nicht in Worte zu fassen ist.

Lehrtext
Römer 8,26

Impuls für den Tag
Wie beten sie denn? Ach, das machen sie jeden Abend mit einem Vaterunser im Bett. Oder vielleicht Sonntag im Gottesdienst oder doch am Tisch vor dem Essen.
Zugegeben das ist vielleicht ein wenig gewagt, dies so in einen Impuls zu schreiben. Aber schon Paulus kannte diese Schwierigkeiten wie Christen beten sollen. Muss ich mich da an Vorgaben, wie in einem Protokoll halten?
Mark Heard schrieb dazu ein Lied in dessen 2. Strophe heißt es: „Wenn du kraftlos bist und verzweifelt weinst, hört er dein Gebet. Wenn du ängstlich bist und dich selbst verneinst, hört er dein Gebet. Gott hört dein Gebet, hört auf dein Gebet. Er versteht was sein Kind bewegt, Gott hört dein Gebet.“
Sprich ich darf Gott alles sagen, wo mir der Schuh drückt und was mich belastet.
Beim Beten ist also das Das wichtiger als das Wie.
Da uns manchmal die Worte fehlen, ist es gut das eine oder andere Gebet zu kennen. Das Vaterunser oder der Psalm 23 können da sehr hilfreich sein.
Amen

Martin Creutz, Döbeln

Impuls für Dienstag, 5. November 2024

Losung
Ich will das steinerne Herz wegnehmen aus ihrem Leibe und ihnen ein fleischernes Herz geben, damit sie in meinen Geboten wandeln und meine Ordnungen halten und danach tun.
Hesekiel 11,19-20

Lehrtext
Wann kommt das Reich Gottes? Das Reich Gottes ist schon da – mitten unter euch.
Lukas 17,20.21

Impuls für den Tag
Dieses Lied aus meiner Jugendzeit fiel mir sofort ein, als ich die heutige Losung las. Und ich finde, ich könnte nicht besser ausdrücken was die Losungsworte bedeuten, als Theo Lehmann und Jörg Swoboda, die dieses Lied 1983 geschrieben haben:

Herzen, die kalt sind wie Hartgeld,
Herzen, die hart sind wie Stein,
soll’n wieder Herzen werden,
soll’n wieder Herzen sein!

Ref.: Gottes Liebe geht auf über dir.
Gottes Liebe geht auf über dir.
Selbst ein Stein wird warm,
wenn die Sonne ihn bescheint.

Fäuste, die drohen und schlagen,
Fäuste, die roh und gemein,
soll’n wieder Hände werden,
soll’n wieder Hände sein!

Augen, die falsch sind wie Schlangen,
Augen, die kalt sind und klein,
soll’n wieder Augen werden,
soll’n wieder Augen sein!

Menschen, die starr sind wie Eisen,
Menschen, die niemals verzeihn,
soll’n wieder Menschen werden,
soll’n wieder Menschen sein!

Amen dazu!

Almut Bieber, Arnsdorf