Impuls für Samstag, 18. April 2026

Losung
Der HERR, dein Gott, ist ein verzehrendes Feuer und ein eifernder Gott.
[5.Mose 4,24]

Lehrtext
Darum, weil wir ein Reich empfangen, das nicht erschüttert wird, lasst uns dankbar sein und so Gott dienen mit Scheu und Furcht, wie es ihm gefällt.
[Hebräer 12,28]

Impuls für den Tag
Unsere Losung ist aus einem Kapitel, welches mit „Ermahnung zum Gehorsam gegen das Gesetz“ überschrieben ist. Kraftvoll wird die heilige Heiligkeit und der Zorn Gottes beschrieben.
Mit „verzehrendes Feuer“ wird Gottes Fähigkeit symbolisiert, das Böse zu vernichten und die Heiligkeit zu bewahren. „Eifernder Gott“ bedeutet, dass Gott nicht nur gerecht ist, sondern auch unnachgiebig gegenüber dem Bösen ist.
Diese Aussage wird hier verwendet, um die Bedrohung durch Sünden und die Notwendigkeit des Gebets und das Einhalten der Gebote Gottes zu betonen.
Das alles zusammengefasst klingt düster und schwer für unser Leben.

Letzte Woche waren wir in Eisenach. Auch auf den Spuren Martin Luthers waren wir natürlich sehr intensiv unterwegs.
Spannend und sehr wertvoll war es, noch tiefer in sein Leben einzutauchen. Neben vielen glaubensstärkenden Aussagen, rückte Luther immer wieder die Aussage, dass der Mensch allein durch Gottes Gnade und nicht durch eigene Werke oder Verdienste gerechtfertigt wird.
Ein Osterlied von ihm ergänzt dies treffend:
„Christ lag in Todesbanden, für unsre Sünd gegeben, der ist wieder erstanden und hat uns bracht das Leben. Des wir sollen fröhlich sein, Gott loben und dankbar sein und singen Halleluja. Halleluja.“
Amen.

Thomas Meyer aus Roßwein

Impuls für Freitag, 17. April 2026

Losung
Gott, du holst mich wieder herauf aus den Tiefen der Erde. Du machst mich sehr groß und tröstest mich wieder.
Psalm 71,20-21

Lehrtext
Jesus sprach: Jüngling, ich sage dir, steh auf! Und der Tote richtete sich auf und fing an zu reden, und Jesus gab ihn seiner Mutter.
Lukas 7,14-15

Impuls für den Tag
Menschen mit Depressionen erzählen mir das immer wieder: „Irgendwann kam der Punkt nach langer Zeit, da fühlte ich wieder Boden unter meinen Füßen. So lange war alles dunkel in meinem Leben, bis irgendwie die Wende kam.“ Und manchmal haben diese Menschen auch zu neuem Glauben gefunden.

Dass Gott mich nach oben zieht, ist eine Erfahrung, die ich immer wieder mache, auch wenn ich nicht schwer krank bin. Immer dann, wenn ich mich in schwierigen Situationen daran erinnere, dass ich am Ende in Gottes Hand bin, spüre ich die Erleichterung meiner Seele. Es muss kein so gewaltiges Ereignis sein, wie damals, als Jesus den jungen Mann von Nain auferweckte und ihn seiner Mutter zurück gab. Doch seit Ostern weiß ich: Gott wird mir das Leben einmal in Fülle schenken. Und alle Tiefen meines Lebens auf der Erde werden dafür keine Bedeutung haben. Und schon jetzt darf ich wissen: In den Tiefen, die ich durchlaufe, bin ich nicht alleine, sondern getragen und gehalten von der unendlich großen Liebe Gottes.

Möge uns dieser Gedanke heute Kraft geben für die Dinge, die in unserem Leben anstehen.

Michael Karwounopoulos / Bad Urach

Impuls für Donnerstag, 16. April 2026

Losung
Der HERR sprach zu Jona: Meinst du, dass du mit Recht zürnst?
Jona 4,4

Lehrtext
Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.
Lukas 6,36

Impuls für den Tag
Gott, bei dir gelten andere Regeln und Gesetze.
Bei dir gibt es andere Rechte und Pflichten.
Wenn man so will, bist du der radikalste Kämpfer für Menschenrechte.
Wenn es nach dir geht, hat jeder Mensch das Recht auf Leben, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit.
Aber damit nicht genug, jede und jeder hat in deinem Reich das Recht, geliebt und angenommen zu sein.
Dafür kämpfst du unerbittlich.
Als Jona wütend ist, weil du die gottlose Stadt Ninive verschonst, zeigst du, worauf es in deinem Reich kein Recht gibt.
Wir haben kein Recht auf Unbarmherzigkeit.
Auf bittere Rache.
Da wo wir unserem Nächsten Böses wünschen, verachten wir deine Güte.
Und wie oft bin ich tief in meinem Inneren sauer, weil du gut bist?
Gott, zeig mir all meine wunderbaren Rechte, für die du kämpfst.
Aber zeig mir auch, dass ich kein Recht habe, unbarmherzig zu sein.
Gott, bei dir gelten andere Regeln und Gesetze.
Bei dir gibt es andere Rechte und Pflichten.
Lass mich wachsen an deinen radikal guten Gedanken.

von Christian Creutz aus Rostock

Impuls für Mittwoch, 15. April 2026

Losung
Vor dem HERRN her kam ein großer und gewaltiger Sturmwind, der Berge zerriss und Felsen zerbrach, in dem Sturmwind aber war der HERR nicht. Und nach dem Sturmwind kam ein Erdbeben, in dem Erdbeben aber war der HERR nicht. Und nach dem Erdbeben kam ein Feuer, in dem Feuer aber war der HERR nicht. Nach dem Feuer aber kam das Flüstern eines sanften Windhauchs.
1.Könige 19,11-12

Lehrtext
Kein Mensch hat Gott jemals gesehen. Nur der Eine, der selbst Gott ist und mit dem Vater in engster Gemeinschaft steht, hat uns gesagt und gezeigt, wer Gott ist. Johannes 1,18

Impuls für den Tag
Die Losung von heute erlebt Elia – mein Lieblingsprophet! Warum mein Lieblingsprophet? Er erlebt ein sehr wechselhaftes Leben, da ist alles dabei: Berufung, Verfolgung, Todesnäheerfahrung, Versorgung durch Engel, Wunder, Auftrag und direkte Gottesbegegnung. Elia, der Vorläufer des Messias, Elia, der Eiferer für Gottes Sache, Elia, der Helfer in der Not und im heutigen Losungswort Elia, der dem Gott begegnet. Elia hat den Auftrag zum Berg Horeb zu gehen und sich in einer Höhle zu verstecken- zum Schutz. Er klagt Gott an. Er wird verfolgt und ist zum Tode verurteilt, obwohl er nur Gottes Auftrag kompromisslos erfüllt hat. Im Gegenteil, er hat unseren Gott gegenüber den anderen Göttern der Königin Isebel verteidigt und ist trotzdem am Ende. Angst plagt ihn. Doch genau jetzt erhält er die Zusage, dass sich ihm Gott zeigt – nicht in den Naturgewalten, sondern im leisen Säuseln des Windes. Das heißt ganz sanft und voller Liebe begegnet ihm Gott. Das ist für Elia, aber auch für uns nicht leicht. Lieber wäre uns doch ein Gott, der machtvoll und mit großem Paukenschlag die Not der Welt lindert und die Kirchen wieder mit Gläubigen füllt! Aber Gott ist, auch wenn das nicht passiert, da und im Kleinen erfahrbar. Im Stillen, Unscheinbaren, man könnte auch sagen in der Stille und im Besinnen ist Gott auch heute noch erfahrbar. Wo auch immer, auf jedenfall aber ganz anders, als wir es uns vorstellen, können wir Gott begegnen. Vertrauen wir darauf, dass Gott sich gerade dann, wenn wir ihn am nötigsten brauchen, zeigt.

Claudia Tetzner, Frohburg

Impuls für Dienstag, 14. April 2026

Losung
David sprach zum HERRN: Ich habe schwer gesündigt, dass ich das getan habe. Und nun, HERR, nimm weg die Schuld deines Knechts.
2.Samuel 24,10

Lehrtext
Wenn wir unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.
1.Johannes 1,9

Impuls für den Tag
Wohin mit meiner Schuld? Außer unter Christen und besonders im Gottesdienst erlebe ich kaum Menschen, die ein Problem mit ihrer Schuld haben.
Im Laufe eines Lebens scheinen sich die meisten sicher zu sein, dass die Schuld bei den anderen liegt. „Ich bin nicht schuld!“ – höre ich schon Kinder sagen. Nun mag das sicherlich in diesem Fall sogar stimmen.
Doch mir scheint, wir sind Weltmeister im Verantwortung abschieben und sie anderen zuzuweisen: einmal sind es die Eltern, die Schuld sind. Dann sind es die Umstände oder die Klassenkammeraden, die ständig gemobbt haben. Immer wird Verantwortung zurückgewiesen, Schuld sind immer die anderen. Und so erzeugen wir eine Gesellschaft, der Verantwortungslosen und Weichlinge, der Jammerlappen und Neurotiker.
Schon auf den ersten Seiten der Bibel wird aber der Mensch auf seine Verantwortung hin von Gott angesprochen: “Was hast du getan?“ Und Adam macht, was alle machen: nämlich Verantwortung abschieben: „Es war die Frau, die du mir gegeben hast!“ Damit kommt er bei Gott nicht durch. Und er muss die Konsequenzen seines Handelns tragen.

Die gute Nachricht ist: Gott fragt uns nicht nur nach unserer Verantwortung und Schuld. Er hat auch eine Lösung für die Schuld: sie hat einen Namen: Jesus Christus. Gott sei Dank! Er hat am Kreuz unsere Schuld getragen und vergibt uns unsere Schuld: „Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten.“

Renate Henke, Meißen

Impuls für Montag, 13. April 2026

Losung
Meine Zeit steht in deinen Händen.
Psalm 31,16

Lehrtext
So seht nun sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt, nicht als Unweise, sondern als Weise.
Epheser 5,15

Impuls für den Tag
Hast du mal Zeit? Ich meine hast du mal Zeit für mich? Dafür habe ich keine Zeit! Dafür nehme ich mir keine Zeit! Es wird Zeit! Es wurde aber auch Zeit! Das ist zeitlos schön. Das geht über die Zeiten. Alles hat seine Zeit – Bäume pflanzen und Bäume ausreißen. In der Zeit als das Wünschen noch geholfen hat. Hier ist ja die Zeit stehen geblieben. Die Zeit sie eilt im Sauseschritt und wir, wir eilen mit. Es begab sich zu der Zeit…
Soviel zu den Zeit- Assoziationen. Unser Losungstext lädt uns heute ein über unsere Zeit nach zu denken. Welche Zeit habe ich und für was verwende ich diese? Was ist mir wichtig in meiner Lebenszeit. Welche Prioritäten habe ich gesetzt? Welche sehe ich jetzt als schwierig an?
Da ist es schon gut zu wissen, dass wir mit unserer Zeit in Gottes Hand stehen. Dass Gott mit uns geht selbst auf unseren krummen und holprigen Wegen. Wir sind verantwortlich für das was wir tun oder auch nicht tun in unserer Zeit. Martin Niemöller fand einen guten Maßstab dazu: Was würde Jesus dazu sagen. Dies finde ich ein gutes Maß. Würde ich, von dem was ich gerade tue, mit Stolz Jesus erzählen wollen? Der nächste Schritt ist dann zu entscheiden ob ich das in meiner Zeit tun möchte. In Gottes Händen steht meine Zeit schon fest, an dieser kann ich nichts ändern. Ich kann meine Zeit mit Gutem füllen und so ein erfülltes Leben haben.
So wünsche ich ihnen für heute mit sich selbst und mit anderen eine gute Zeit!
Amen

Martin Gotthelf Creutz, Döbeln

Impuls für Samstag, 11. April 2026

Losung
Meine Schuld ist mir über den Kopf gewachsen; sie wiegt zu schwer, ich kann sie nicht mehr tragen.
Psalm 38,5

Lehrtext
Der Übeltäter sprach: Jesus, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst! Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.
Lukas 23,42-43

Impuls für den Tag
Schuld hat Gewicht. Nicht immer merkt man das. Aber wenn Schuld einem Menschen bewusst wird, dann kann sie regelrecht körperlich spürbar werden und niederdrücken.Eine Frage kam mir in diesem Zusammenhang. Was ist besser? Wenn ein Mensch seine Schuld verdrängt, kleinredet, ignoriert oder wenn er sie als Last spürt?Meine Antwort auf diese Frage lautet: Es ist gut, wenn ein Mensch die Last der Schuld spürt und auch darunter leidet.Das Spüren dieser Last kann und soll ein Anstoß sein, drei Dinge zu tun:

Einerseits beginnt ein Mensch nach Hilfe zu suchen, wie er diese Last wieder loswerden kann. Als Christen wissen wir, wo das möglich ist. Jesus Christus hat durch seinen Tod am Kreuz die Last der Schuld stellvertretend für alle Menschen schon getragen. Deswegen kann jeder seine Sündenlast getrost bei ihm abladen.
Andererseits soll von Gott erfahrene Vergebung motivieren, die Folgen der Schuld so gut es geht wieder gutzumachen. Das bedeutet die Bitte um Vergebung auch den Menschen gegenüber auszusprechen, denen man etwas angetan hat. Und es bedeutet, Verantwortung für die Folgen zu übernehmen, soweit es in den Möglichkeiten liegt.
Drittens soll erfahrene Vergebung in den Wunsch münden, es künftig anders zu machen. Das ist nicht leicht und die eigene Kraft ist begrenzt. Deswegen gehört zur Bitte um Vergebung die Bitte um den Heiligen Geist zur Veränderung des Tuns.
Gott sei Dank muss Schuld niemanden erdrücken. Bei Jesus Christus ist Vergebung und der Heilige Geist schenkt die Kraft zur Erneuerung. Amen.

Jörg Matthies, Marbach

Impuls für Sonntag, 12. April 2026

Losung
Sei nun wieder zufrieden, meine Seele; denn der HERR tut dir Gutes.
Psalm 116,7

Lehrtext
Jesus kam, obwohl die Türen verschlossen waren, und er trat in ihre Mitte und sprach: Friede sei mit euch!
Johannes 20,26

Impuls für den Tag
In den letzten Wochen denke ich im Gebet an Irene, eine junge Mutter von 4 Kindern (das Jüngste noch ein Baby), die Krebs im Endstadium hat. Es fällt mir schwer, in dieser Lebensführung Gutes zu erkennen, die Frage nach dem Warum oder Wozu wird nicht beantwortet. Die Worte aus dem Psalm 116 stammen von einem Menschen, der wie durch ein Wunder aus Todesgefahr errettet wurde. Wie mag das in Irenes Ohren klingen? Und doch höre ich von ihren Angehörigen, dass sie dennoch an Gott und seiner Liebe festhält. Wer sonst kann uns halten angesichts des allgegenwärtigen Leidens und des Sterbens, dem keiner von uns entrinnen kann? Wer sonst kann uns – und auch Irene und ihrer Familie – tiefen Frieden schenken, als Jesus, der auferstanden ist und damit den Tod überwunden hat?
Wir leben noch in einer Zwischenzeit, einerseits konfrontiert mit Leiden und Sterben, andererseits in der begründeten Hoffnung auf eine Auferstehung, darauf, dass einmal alles gut werden wird.
„Zwischen Himmel und Erde leiden wir an Zerrissenheit auf dem Weg zu dir in dieser Zwischenzeit. Zwischen Himmel und Erde ist ein Steg und du selbst bist die Brücke und der Weg in dieser Zwischenzeit. Mitten in dieser Welt, doch nicht von dieser Welt, wir gehören zu dir, und doch sind wir noch hier.“ (Albert Frey)

Und in dieser Zwischenzeit ruft uns der Auferstandene zu „Friede sei mit euch!“
Friede sei mit dir! Amen.

Almut Bieber, Arnsdorf

Impuls für Freitag, 10. April 2026

Losung
Der HERR sprach zu Jakob: Siehe, ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst, und will dich wieder herbringen in dies Land.
1.Mose 28,15

Lehrtext
Jesus sprach zu den Jüngern: Als ich euch ausgesandt habe ohne Geldbeutel, ohne Tasche und ohne Schuhe, habt ihr je Mangel gehabt? Sie sprachen: Nein, keinen.
Lukas 22,35

Impuls für den Tag
„Ich bin mit dir und will dich behüten!“ Der Herr spricht so zu Jakob, der auf der Flucht vor seinem Bruder ist. Jesus spricht im Lukas Evangelium zu seinen Jüngern, kurz vor seiner Verhaftung. Einfach gesagt…sie brauchen auf ihrer Reise nichts mitzunehmen. Jakob weiß noch nicht, was ihn bei Laban erwartet. Außer die Zusage Gottes, dass er an seiner Seite steht. Für die Jünger und uns heute steht die Zusage seit Ostern fest: Jesus lebt und steht an der Seite der Jünger und an unserer Seite.
Das folgende Lied hat meine Reise in Deutschland von Anfang an begleitet, schon 46 Jahre! Ich möchte Ihnen gerne die zwei letzten Verse so frisch nach Ostern auf den Weg geben:
„Es heißt, dass einer mit mir geht,
der’s Leben kennt, der mich versteht,
der mich zu allen Zeiten kann geleiten.
Es heißt, dass einer mit mir geht.
Sie nennen ihn den Herren Christ,
der durch den Tod gegangen ist;
er will durch Leid und Freuden mich geleiten.
Ich möcht‘, dass er auch mit mir geht.“
Ja, er geht mit!

Sophie Heinzelmann, Hainichen

Impuls für Donnerstag, 9. April 2026

Losung
Sei nicht schnell mit deinem Munde und lass dein Herz nicht eilen, etwas zu reden vor Gott; denn Gott ist im Himmel und du auf Erden, darum lass deiner Worte wenig sein.
Pred 5,1

Lehrtext
Jesus spricht: Euer Vater weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet.
Mt 6,8

Impuls für den Tag
Manchmal passen Losung und Lehrtext zueinander wie die Faust aufs Auge.. Das ist heute nicht so. Um beiden Bibelversen nachzugehen, reicht der Platz und die Zeit nicht. Deshalb konzentriere ich mich auf die Losung und da auch nur auf den ersten Teil: Sei nicht schnell mit deinem Munde und lass dein Herz nicht eilen, etwas zu reden vor Gott.

Gerade leben wir in einer Zeit, in der alle ganz schnell mit dem Wort sind. Da wird schon vom Sieg gesprochen, wo der zu Besiegende noch überhaupt nicht aufgegeben hat, sondern gerade erst den Widerstand aufbaut. In dem ganzen Prozess merken wir, wie wir nicht nur durch Rundfunk und Fernsehen von vorn bis hinten belogen werden, sondern genauso in den asozialen Medien. Da werden ganz große Worte gemacht und wenn man genau hinschaut, ist es nur Lüge und warme Luft.

Als Christen sind wir herausgefordert, uns anders zu verhalten: nicht schnell mit Worten zu sein. Das bedeutet auch, dass wir darüber nachdenken, was wir sagen wollen. Denn Sprache schafft Realität. Wenn wir eine gewalttätige Sprache benutzen, schaffen wir Gewalt. Wenn wir eine freundliche Sprache benutzen, schaffen wir Freundlichkeit. Als Christen können wir Freundlichkeit schaffen und Frieden durch die Sprache, die wir benutzen. Wie reden wir also nach der Auferstehung, dem größten Liebesbeweis Gottes für die Menschen, in dieser Welt? Ausgrenzend? Einladend? Liebevoll?

Gerold Heinke, Marbach