Impuls für Mittwoch, 8. April 2026
Losung
Bedrückt nicht die Witwen, Waisen, Fremdlinge und Armen!
Sacharja 7,10
Lehrtext
Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen.
Matthäus 25,34.35
Impuls für den Tag
Als ich die Losung gelesen habe – „Bedrückt nicht die Witwen, Waisen, Fremdlinge und Armen“ – musste ich an meine Arbeit denken. Als Familienhelferin begegne ich immer wieder Menschen, die am Rand unserer Gesellschaft stehen. Familien, die mit Sorgen kämpfen und im Alltag vieles tragen müssen, was andere kaum sehen. Besonders berühren mich die Kinder – Kinder, die aufgrund ihres sozialen Umfeldes nicht selbstverständlich an dem teilnehmen können, was für andere Kinder ganz normal ist: Freizeitangebote, kulturelle Möglichkeiten oder unbeschwerte Erfahrungen. Dabei erlebe ich etwas, das mich immer wieder staunen lässt: Als zunächst fremde Person darf ich in das Leben dieser Familien eintreten. In ihren Alltag, in ihr sehr privates Umfeld. Manchmal sitze ich mit ihnen am Küchentisch bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen. Es sind einfache Momente – und doch zeigen sie mir, wie groß die Sehnsucht vieler Menschen danach ist, gehört und ernst genommen zu werden. Diese Begegnungen berühren mich sehr. Und manchmal fordern sie mich auch heraus. Vorurteilsfrei zu bleiben, zuzuhören und jedem Menschen mit Würde zu begegnen, ist nicht immer leicht – aber genau darin sehe ich eine wichtige Aufgabe. Wenn ich dann die Worte Jesu höre: „Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen“, bekommen sie für mich eine ganz konkrete Bedeutung.Vielleicht beginnt Nächstenliebe manchmal ganz schlicht: hinsehen, zuhören und einem Menschen zeigen – du bist nicht allein. Amen.
Christiane Ranft, Neugepülzig

