Impuls für Samstag, 13. Dezember 2025

Losung
Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, dass die Stadt für den HERRN wieder gebaut werden wird.
Jeremia 31, 38

Lehrtext
Und ich sah die heilige Stadt: das neue Jerusalem. Sie kam von Gott aus dem Himmel herab – für die Hochzeit bereit wie eine Braut, die sich für ihren Mann geschmückt hat. Und ich hörte eine laute Stimme vom Thron her rufen: Sieh her: Gottes Wohnung ist bei den Menschen!
Offenbarung 21, 2–3

Impuls für den Tag
Seit Jahren wohnt sie allein am Rand der Stadt. Früher war hier Leben – Stimmen, Schritte und der Geruch von frischem Brot. Jetzt liegen graue Steine übereinander. Kein Kind läuft mehr über den Platz. Der Brunnen rostet. Sie hat aufgehört zu zählen, wie viele Fenster ohne Glas sind.
Jeden Morgen steht sie auf, sieht hinaus – längst, ohne etwas zu erwarten. Dann zieht sie den Schal fester, geht nach draußen und umrundet die alte Stadtmauer, als wolle sie der Welt beweisen, dass zumindest die noch steht.
Aber in manchen Nächten – zunächst hielt sie es für Einbildung – hört sie Hämmern. Ganz leise, aus der Ferne. Wenn sie den Kopf neigt, dann sieht sie ein Licht hinter dem Tor, ein sanftes Glänzen in der Dunkelheit. „Was dort wohl wird?“, fragt sie halblaut; und: „Was da wohl kommt?“.
Sie hat bis heute nicht am Tor nachgesehen. Der Weg ist weit. Aber seit einiger Zeit stellt sie abends eine Kerze in ihr Fenster. Für die, die vielleicht kommen. Für das, was vielleicht wird. Und die Nacht wird seither heller – durch ihre Kerze im Fenster und all jene, die in den Fenstern, die noch Glas haben, hinzukommen. Die Stadt leuchtet wieder – mitten in der Dunkelheit.

Sebastian Schirmer, Leipzig

Impuls für Freitag, 12. Dezember 2025

Losung
Ach dass du den Himmel zerrissest und führest herab!
Jesaja 63,19

Lehrtext
Der Engel sprach zu Maria: Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben. Der wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden.
Lukas 1,31-32

Impuls für den Tag
Das ist das Lied, mit dem die Israeliten auf Gott gewartet haben – auf seine Ankunft, seinen „Advent“, damals, im 6. Jahrhundert vor Christus.
Es ist ein Lied, das erinnert, fleht und fordert. Ein Lied, gesungen vom Chor derer, denen helle Lieder nicht mehr über die Lippen gehen. Ein Wunder eher, dass die Israeliten damals überhaupt noch Lieder hatten: Sie hätten auch verstummen können nach all dem, was hinter ihnen lag. Hier singen Menschen, deren Volk im Exil gelebt hatte, Menschen, die nun mit großen Hoffnungen in ihre Heimat zurückgekehrt waren: Jetzt würde also geschehen, was ihnen der Prophet Jesaja mit wunderbaren Worten verheißen hat: Ein Leben, so viel größer als ihr kleines Leben bisher. An einem Ort, wie es ihn noch nie zuvor gegeben hatte, von Gott geschenkt: Wo Blinde wieder sehen, Lahme wieder gehen, Stumme wieder singen, wo Zerbrochenes heil wird. Und wo Frieden ist für alle Menschen. Endlich Frieden.

Und wir singen heute das schöne Adventslied:

„O Heiland, reiß die Himmel auf,
Herab, herab, vom Himmel lauf,
Reiß ab vom Himmel Tor und Tür,
Reiß ab, wo Schloß und Riegel für!“

Michael Tetzner, Frohburg

Impuls für Donnerstag, 11. Dezember 2025

Losung
Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.
[Jeremia 31,3]

Lehrtext
Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.
[Johannes 3,16]

Impuls für den Tag
Unsere heutigen Bibelworte kennen wir genau. Es sind Worte, die gerne als Taufsprüche, zur Konfirmation oder einfach, wenn ich jemanden aufbauen will, verwendet werden.
Und das aus ganz gutem Grund: Es zeigt uns die unendliche Liebe unseres lebendigen Gottes mit ganz klaren Worten zu uns. Es sind Worte der Auferbauung, aber auch des Trostes.
Aber die Frage ist, wie damals in Babylon, als der Prophet diese Worte zum immer zweifelnden Volk Israel sagt: Können wir das glauben? Sind diese Worte echter Trost, oder empfinden wir sie als Vertröstung, weil unsere gegenwärtige Situation so ganz anders aussieht?
Die Juden damals haben erlebt, dass Gott die 50-jährige Gefangenschaft in Babylon beendet hat. Die Kinder der Exilanten konnten in ihre Heimat zurückkehren.
Unsere Losung lässt damit auch uns einen Blick in das Herz Gottes tun. An Gottes Liebe hat sich nichts geändert.
Mit dem Blick auf das Kreuz können wir uns jeden Tag diese Liebe und Treue Gottes vor Augen halten.
Amen.

Thomas Meyer, Roßwein

Impuls für Mittwoch, 10. Dezember 2025

Losung
Du bist groß, Herr HERR! Denn es ist keiner wie du, und ist kein Gott außer dir nach allem, was wir mit unsern Ohren gehört haben.
2.Samuel 7,22

Lehrtext
Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende.
Offenbarung 22,13

Impuls für den Tag
Der Paternoster-Aufzug im Stuttgarter Rathaus ist eine Attraktion. Er fährt immer im Kreis, man kann in jedem Stock ein- und aussteigen und könnte den ganzen Tag Aufzug fahren. Ein Aufzug ohne Anfang und Ende, könnte man sagen.
Mit der Weltgeschichte ist es anders. So sagt es uns das letzte Buch der Bibel. Sie dreht sich nicht endlos im Kreis, auch wenn sich das manchmal so anfühlt. Immer wieder fangen Völker Kriege an. Immer wieder gibt es Katastrophen. Manche Vorgänge im Leben der Menschen wiederholen sich. So ist man geneigt zu sagen: Es ist alles schon mal da gewesen.
Aber Gott hat eine andere Perspektive: Es kommt alles von einem Anfang her, und alles hat ein Ziel. Und am Anfang und am Ende steht Gott, der Schöpfer und der Erlöser. Diese Sicht gewinnt man allerdings nur, wenn man mit den Augen des Glaubens schaut. Ich finde es tröstlich und es erfüllt mich voller Hoffnung, dass unser Leben nicht wie ein Paternosteraufzug ist, sondern ein Ziel hat. An einem Grab eines geliebten Menschen gibt mir das Zuversicht und tröstet mich über das Leid hinweg. Und für mein Leben gibt es mir die Motivation, Jesus schon hier begegnen zu wollen in seinem Wort.

Michael Karwounopoulos, Bad Urach

Impuls für Dienstag, 9. Dezember 2025

Losung
Ich bleibe euch treu, bis ihr alt seid. Ich trage euch, bis ihr graue Haare habt. Das habe ich getan und werde es weiter tun. Ich bin es, der euch trägt und rettet!
Jesaja 46,4

Lehrtext
Unterstütze die Witwen, die wirklich im Witwenstand leben.
1.Timotheus 5,3

Impuls für den Tag
Wie viele Witwen hast du in deinem Bekannten-
kreis? Als jüngster Impulsschreiber beläuft sich das bei mir auf eine recht kleine Zahl. Wenn ich an die wenigen Witwen, die ich kenne, denke, dann denke ich an Trauer über Verlust, Einsamkeit, aber auch Stärke und Mut, einem neuen Lebensabschnitt entgegenzutreten. Ich denke nicht primär an finanziellen Ruin und soziale Benachteiligung oder an völlige Abhängigkeit von allen anderen übrigen männlichen Verwandten. Daran würde ich allerdings höchstwahrscheinlich denken, wenn ich ein Zeitgenosse von Timotheus wäre. Damals waren Frauen akut armutsgefährdet, wenn ihr Mann verstarb. Eben diese Frauen sollen wir unterstützen, wenn es nach Timotheus geht. Ich glaube schon, dass wir das 1:1 auf heute übertragen können. Auch heute haben es Witwen oft nicht leicht, besonders, wenn sie kein soziales Netzwerk um sich haben. Ich denke, wir können die Bedeutung der Aufforderung aber auch erweitern auf all jene, die heute am Rande unserer Gesellschaft stehen. Gott verspricht, dass er uns allen treu bleibt und uns trägt. Den Vernetzten und den Vereinsamten. Den Bettlern und den Bänkern. Den Anerkannten und den Abgelehnten.

von Christian Creutz aus Rostock

Impuls für Montag, 8. Dezember 2025

Losung
Du wirst mit deinem Gott zurückkehren. Halte fest an Liebe und Recht und hoffe stets auf deinen Gott!
Hosea 12,7

Lehrtext
Christus Jesus ist in die Welt gekommen, um Sünder zu retten – unter ihnen bin ich der erste. Doch eben darum habe ich Erbarmen gefunden: An mir als Erstem sollte Christus Jesus die ganze Fülle seiner Geduld zeigen, beispielhaft für alle, die künftig an ihn glauben und so ewiges Leben finden.
1. Timotheus 1,15

Impuls für den Tag
Geduld – ist nicht meine Stärke – würde ich gleich antworten. Wie geht es Ihnen? Sind sie in dieser Adventszeit geduldig, mit sich, mit durch die Gegend hetzenden Mitmenschen, mit aufgedrehten Kindern, mit vereinsamten Alten, mit Traurigen in dieser erwartungsvollen Zeit? Advent ist die Zeit des Wartens – das ist nicht immer leicht und fordert Geduld!
Gut, dass es im Text nicht um unsere Geduld geht, sondern um Gottes Geduld mit uns Menschen.
Siebenundzwanzigmal kommt das Wort in der Bibel vor. Geduld bedeutet zu wissen, dass Gott handelt, auch wenn es dauert und er einen perfekten Zeitpunkt für alles hat, der uns unbekannt ist.
Geduld wird als eine Eigenschaft angesehen, die wächst, wenn man mit Gott lebt und ihm in schwierigen Situationen vertraut.
Biblische Vorbilder gibt es reichlich: Abraham und sein Aufbruch ins Ungewisse, mit Sarah, sie warteten auf ein versprochenes Kind, das Volk Israel zog 40 Jahre durch die Wüste oder auch Simeon, der ein ganzes Leben darauf wartete, den Erlöser zu sehen.
Ich glaube, zu allen Zeiten fiel es Menschen schwer geduldig zu sein! Doch auf Gottes Geduld zu bauen und ihm zu vertrauen, kann unseren Glauben stärken und gibt unserem Leben Hoffnung.

Claudia Tetzner, Frohburg.

Impuls für Sonntag, 07. Dezember 2025 – 2. Advent

Losung
Der HERR richtet auf, die niedergeschlagen sind.
Psalm 146,8

Lehrtext
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und klagen, aber die Welt wird sich freuen; ihr werdet traurig sein, doch eure Traurigkeit soll zur Freude werden.
Johannes 16,20

Impuls für den Tag
Welch ein Trost spricht aus diesen Worten: Gott richtet auf.
Vor mir meinen inneren Augen entsteht ein Bild: ich sehe einen Menschen am Boden. Er ist gestürzt, verletzt, kann sich nicht mehr aus eigener Kraft erheben und auf die Beine kommen. Doch er ist nicht alleine. Da gibt es jemanden, der ihn stützt, aufhilft und trägt.
So darf ich mir Gott vorstellen: Er richtet auf, er hilft, er hilft auf. Gottes Absicht mit uns und seiner Welt, ist eine gute, von Liebe motiviert. Sein Name ist Programm: Am brennenden Dornbusch stellt er sich Mose sinngemäß vor als: Ich bin da; Ich bin für euch da; auf mich könnt ihr euch verlassen; mein Wort gilt. Was ich verspreche, halte ich auch. Über die Jahrhunderte hindurch hat Israel immer wieder erfahren: Gott richtet – ja – aber viel häufiger richtet ER auf. In der gesamten Weltgeschichte hat man Menschen niedergeschlagen, die aufgestanden sind. Gott macht es genau umgekehrt. ER richtet auf, was niedergeschlagen ist. Sooo ist Gott. Durch und durch ein Menschenfreund. Gott will das Leben, nicht den Tod. Gott will ganz und heil machen, nicht kaputtschlagen. Gott hilft. Gott tröstet.

Renate Henke, Meißen

 

Impuls für Samstag, 06. Dezember 2025

Losung
O HERR, hilf! O HERR, lass wohlgelingen!
Psalm 118,25

Lehrtext
Der heilige Geist sprach: Bestimmt mir den Barnabas und den Saulus für das Werk, zu dem ich sie berufen habe. Da fasteten und beteten sie, legten ihnen die Hände auf und ließen sie gehen.
Apostelgeschichte 13,2-3

Impuls für den Tag
In der Gemeinde in Antiochia dienten und fasteten Gemeindelehrer und Propheten, als sie vom Heiligen Geist den Auftrag erhielten, Saulus und Barnabas auszusenden. Was mir auffällt ist, sie sagten nicht einfach: „Hey ihr beiden, los geht’s. Gute Reise!“ Sie gehen erst einmal ins Gebet und statten sie mit einem Segen aus.
Ich habe mich gefragt, wo in meinem Leben hatte ich den Eindruck, (vom Heiligen Geist) einen Ruf, einen Auftrag zu erhalten. Und wie ging ich damit um?
Als unsere Tochter für ein Jahr ins Ausland ging, war das zunächst ihre Entscheidung, jedoch auch die Ermöglichung durch die Stipentiatswahl. War da auch ein Ruf von höherer Stelle dahinter? Möglicherweise. Am Abend vor dem Abflug setzten wir uns in Familie zusammen und beteten für sie, legten ihr die Hände auf und konnten sie so auf die große Reise gehen lassen. Kürzlich erzählte sie, dass sie über alles eine große Gelassenheit empfinde. Eine Antwort auf unser Gebet.
Dieser Text ermutigt mich, einmal mehr die Hände zu falten und Gott zu bitten: Oh Herr hilf, oh Herr, lass wohl gelingen.

Gisela Creutz, Döbeln

 

Impuls für Freitag, 05. Dezember 2025

Losung
HERR, zeige uns deine Gnade und gib uns dein Heil!
Psalm 85,8

Lehrtext
Das Heil kommt von den Juden.
Johannes 4,22

Impuls für den Tag
Das Heil kommt von den Juden.
Wenn das mal keine provokante Steilvorlage ist! Und doch ist es so.
Fast in der gesamten Menschheitsgeschichte wurde immer wieder versucht, das jüdische Volk auszulöschen; und in der Gegenwart erleben wir das gerade wieder! Doch das ist bis heute nicht gelungen, weil dieses Volk unter Gottes besonderem Schutz steht. „Wer euch antastet, der tastet meinen Augapfel an.“ so sagt es Gott über sein erwähltes Volk (Sacharja 2,12). Und ebenso klar sagt er: „Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen.“ (1. Mose 12,3)
Das sollte uns zu denken geben! Das heißt nicht, dass man mit allen politischen Entscheidungen der israelischen Regierung einverstanden sein muss. Aber wir sollten uns davor hüten, in pauschale Verurteilungen gegen „die Juden“ einzustimmen. Vielmehr sind wir dazu aufgerufen, die Juden zu segnen, für sie zu beten, denn sie sind unsere Wurzel. Jesus Christus – der Heiland, der Friedefürst und Retter – war zu 100% Jude. Und allein Jesus bringt uns das Heil, kein anderer. Dass auch unsere jüdischen Geschwister Jesus als ihren Messias und Retter erkennen, dafür bete ich.

Almut Bieber, Arnsdorf

 

Impuls für Donnerstag, 04. Dezember 2025

Losung
Kinder, die das Gesetz nicht kennen, sollen es auch hören und lernen, den HERRN, euren Gott, zu fürchten alle Tage.
5. Mose 31,13

Lehrtext
Ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern lasst sie aufwachsen in der Erziehung und Zurechtweisung des Herrn.
Epheser 6,4

Impuls für den Tag
Als Pfarrer habe ich das Privileg, jedes Jahr einige Kinder zu taufen. Es ist jedesmal bewegend, wenn Eltern ihr Kind zur Taufe bringen. Sie wollen es damit unter Gottes Segen stellen. Und sie erhoffen sich, dass ihr Kind irgendwann einmal sich selber zu Jesus Christus als seinen Herrn und Retter bekennen wird. Aber die Taufe allein ist keine Garantie dafür, dass ein Kind später einmal glauben kann. Eltern übernehmen mit der Taufe ihres Kindes zusammen mit der gesamten Gemeinde Verantwortung für das Kind. Es soll die Bibel kennenlernen, das Leben der Gemeinde miterleben können und vor allem soll es andere Menschen kennenlernen, denen der Glaube an Jesus Christus das Wichtigste im Leben ist und wie man im Alltag diesen Glauben leben kann. Das alles kann man vergleichen mit einer guten Saat, die in die Herzen der Kinder ausgesät wird. Und die Hoffnung ist, dass diese Saat aufgeht und Wurzeln schlägt. Diese Verantwortung haben wir als Eltern und diese Verantwortung haben wir als Gemeinde. Wir können nicht machen, dass die Saat wächst, aber wir können und sollen darauf achten, dass es eine gute Saat ist, die gesät wird. Amen.

Jörg Matthies, Marbach