Impuls für Samstag, 25. Oktober 2025

Losung
Ihr sollt Brot die Fülle haben und sollt sicher in eurem Lande wohnen.
3. Mose 26,5

Lehrtext
Gottes Brot ist dasjenige, das vom Himmel herabkommt und der Welt Leben gibt.
Joh 6,33

Impuls für den Tag
Über viele Jahrzehnte hatten wir in Deutschland Brot die Fülle. So viel, dass ungefähr die Hälfe allen Essens in Deutschland weggeschmissen wird. Viele waren da gedankenlos. Da hat sich etwas geändert. Durch den Krieg in der Ukraine sind viele Selbstverständlichkeiten nicht mehr selbstverständlich. Wer aufmerksam ist, bekommt eine Ahnung davon wie es ist, nicht mehr Brot die Fülle zu haben. Dabei reden wir nur von irdischem Brot.

Unser Lehrtext redet vom himmlischen Brot und macht damit deutlich, dass es noch etwas anderes als Essen braucht, um zu leben. Diese Nahrung können wir nicht selbst herstellen, wir sind darauf angewiesen, dass Gott es schenkt. Wir können vieles selbst machen, aber ein erfülltes, sinnvolles, befriedigendes Leben finden wir nur bei Gott. Vielleicht hilft uns die Krise, in der wir gerade leben, besser zu verstehen, dass Gott es ist, der uns unser Leben geschenkt hat.

Gerold Heinke, Marbach

Impuls für Freitag, 24. Oktober 2025

Losung
Es gibt eine Hoffnung für deine Zukunft, spricht der HERR.
Jeremia 31,17

Lehrtext
Gott wollte in den kommenden Zeiten den überwältigenden Reichtum seiner Gnade zeigen durch die Güte, die er uns erweist in Christus Jesus.
Epheser 2,7

Impuls für den Tag
Wenn jemand so angesprochen werden muss, dann ist er vermutlich in tiefer Hoffnungslosigkeit gefangen. Als ich diese Losung las, musste ich an die Geißeln in Gaza denken. Gerade heute, wo ich diese Andacht schreibe, sind es 2 Jahre her, dass die Jugendlichen friedlich feierten! 2 Jahre Leben in Haft, Dunkelheit und unter größtem Leid. Ich habe manchmal während dieser Zeit gesagt:“ Wenn sie befreit werden, ist ihr Leben trotzdem vorbei!“ Ich meinte, dass sie soviel erlebt haben, dass man das fast nicht verarbeiten und schon gar nicht normal weiter leben kann! Aber unsere Losung sagt es anders! Es gibt eine Zukunft und eine Hoffnung! Nicht vielleicht und wenn oder eventuell! Es gibt sie- und darauf dürfen wir vertrauen. Gott sagt es uns zu- ohne Einschränkungen. Eine wahre Geschichte berichtet vom Erdbeben in Armenien im Jahr 1989. Teile des Landes wurden innerhalb von Minuten dem Erdboden gleichgemacht und 30000Menschen starben. Ein Vater wollte seinen Sohn retten, der auch unter der eingestürzten Grundschule begraben lag. Alle wehrten ab, da es zu spät war- aber er hatte ihm versprochen, dass, egal was passiert, er kommen würde. Er grub, angetrieben von diesem Versprechen 36 Stunden lang, bis er Stimmen hörte. Als er den Jungen und viele andere Kinder befreit hatte, erzählte der Junge, dass er von diesem Versprechen den anderen erzählt und sie diese Hoffnung am Leben gehalten hatte. So stark kann und darf unser Glaube sein!

Claudia Tetzner Frohburg

Impuls für Donnerstag, 23. Oktober 2025

Losung
Bringt eine Mutter es fertig, ihren Säugling zu vergessen? Hat sie nicht Mitleid mit dem Kind, das sie in ihrem Leib getragen hat? Und selbst wenn sie es vergessen könnte, ich vergesse euch nicht!
Jesaja 49,15

Lehrtext
Gott ist Liebe.
1. Johannes 4,8

Impuls für den Tag
Als mein Kind erst wenige Wochen alt war, habe ich manchmal davon geträumt, es zu vergessen. Das war ein fürchterliches Gefühl. Im wachen Zustand ist mir das nie passiert, und als einmal das Babyfon nicht funktionierte und wir sein Weinen erst nach zwei Minuten hörten, hatte ich schreckliche Schuldgefühle. Ich glaube, es gehört zu den selbstverständlichsten Dingen dieser Welt, sich um sein eigenes Kind zu kümmern mit aller Kraft, die zur Verfügung steht. Haben wir auch dieses Bild von Gott? Dass er sich mit einer alles übersteigenden Liebe um uns kümmert, uns versorgt, uns tröstet, uns hilft… ich muss gestehen, schon oft wollten mich meine Gefühle vom Gegenteil überzeugen. Aber im Gegensatz dazu, wie wir Menschen das Wort Liebe häufig verwenden, ist Gottes Liebe zu uns nicht einfach nur ein Gefühl. So wie ein Säugling ohne die Liebe seiner Eltern oder anderer Bezugspersonen dem Tod ausgeliefert ist, so sind wir ohne Gottes Liebe. Seine Liebe ist die Grundlage unserer Existenz. Egal ob es sich heute so anfühlt — es gilt für mich und für dich und für jeden Menschen. Und wenn wir uns davon, Gefühle hin oder her, überzeugen lassen, werden wir es auch spüren — weil Gott Liebe ist. Amen.

Johanna Seidel, Moosheim

Impuls für Mittwoch, 22. Oktober 2025

Losung
So spricht der HERR: Gleichwie ich über dies Volk all dies Unheil habe kommen lassen, so will ich auch alles Gute über sie kommen lassen, das ich ihnen zugesagt habe.
Jeremia 32,42

Lehrtext
Unsre Hoffnung steht fest für euch, weil wir wissen: Wie ihr an den Leiden teilhabt, so habt ihr auch am Trost teil.
2. Korinther 1,7

Impuls für den Tag
Wie kann ein Mensch aus dem Leid anderer Trost gewinnen?
Paulus leidet. Er weiß nicht, ob er leben oder sterben wird, lebensbedrohlich ist seine Situation, verursacht durch seine missionarische Tätigkeit. Als er der Gemeinde in Korinth schreibt, verschweigt er nichts davon. Sie lesen und erfahren von seiner Verzweiflung. Zugleich bezeugt er, wie er gerade in dieser Lage durch seinen Glauben an Jesus getröstet, ja ermutigt wird. Das bedeutet, sein Leiden ist nicht ohne Sinn für ihn, sondern er darf darin ein Beispiel für die Menschen in seinem Umfeld geben, indem er den Blick von sich weg zu Jesus wendet, der ihm Trost gibt. „Gott ist größer, Gott ist stärker. Nichts geschieht, was er nicht weiß.“, so singt D. Kallauch und ermutigt, die Angst, Mutlosigkeit, Verzweiflung anzusehen und damit zu Gott zu gehen. Wenn das so leicht wäre! Gott scheint oft so viel kleiner als unser großes Leid, in dem wir gerade stecken. Genau deshalb gebraucht Gott immer wieder Menschen, eben wie Paulus, die für andere zur Ermutigung, zum Trost werden, weil ER selbst der Tröster ist.

Diemut Scherzer, Hainichen

Impuls für Dienstag, 21. Oktober 2025

Losung
Abram zog aus, wie der HERR zu ihm gesagt hatte.
1.Mose 12,4

Lehrtext
So hat Gott auch uns berufen, nicht allein aus den Juden, sondern auch aus den Heiden.
Römer 9,24

Impuls für den Tag
‚Geh, Abraham, geh, mach dich auf den Weg…‘, dieses Lied haben wir früher in der Christenlehre mit Begeisterung gesungen. Auch wenn Abraham grad nicht Thema war, wurde sich dieses Lied oft gewünscht. Abraham bekommt von Gott den Auftrag, wegzugehen aus seinem Vaterland, in ein Land, das Gott ihm zeigen will, ein Land, dass Abraham nicht kennt. Er weiß nicht was ihn dort erwartet und doch geht er. Ob er einen Moment gezögert hat? Hat er nach dem ‚Warum‘ gefragt?
Warum verlassen wir unsere Heimatstadt, unser -dorf? Wegen der Ausbildung oder des Studiums, wegen der Liebe, wegen des Jobs, weil das Haus zu groß geworden ist und man nicht mehr allein zurechtkommt… Es gibt viele Gründe, doch fragen wir was Gottes Plan ist? Wo er uns gerade braucht?
Brauchen wozu? Um für andere da zu sein, sie spüren lassen, dass ER nahe ist. Anderen von Gott zu erzählen und ihnen zeigen, dass ein Leben mit IHM ein gutes Leben ist. Auch mal störend zu sein, wenn etwas total verquer läuft. Einladend zu sein für seine Gemeinde. Sie müssen nicht gleich umziehen und alles hinter sich lassen, aber ab und an zu fragen, warum bin ich hier und was ist meine Aufgabe, schärft den Blick fürs Wesentliche.

Sandra Barthel, Raußlitz

Impuls für Montag, 20. Oktober 2025

Losung
Seine Herrschaft wird sein von einem Meer bis zum andern und bis an die Enden der Erde.
Sacharja 9,10

Lehrtext
Wiederum führte der Teufel Jesus mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan!
Matthäus 4,8-10

Impuls für den Tag
Er will allein sein. Denn seinen Traum will er nur für sich genießen. Immer wieder wirft er den Ballon in die Höhe und fängt ihn graziös wieder auf. Er spielt mit der Welt nach seinen Spielregeln. Fast kindlich freut er sich, wie sie sich in seinen Händen dreht. Am Ende zerplatzt der Ballon – genau wie sein Traum, die Welt zu beherrschen.
Die eindrückliche Szene stammt aus dem Film „Der große Diktator“ mit Charlie Chaplin von 1940. Diese wenigen Minuten im Film zeigen deutlich: Die Welt ist kein Spielzeug des Menschen. Sie ist Gottes Schöpfung und Gott hält seine gütige und starke Hand darüber – „von einem Meer zum anderen, bis an die Enden der Erde“, wie es der Prophet Sacharja beschreibt.
Doch das reicht vielen nicht aus. Sie wollen die Welt zu ihrem Spielball machen. Auch Jesus sollte der Ball zugespielt werden. Doch da war der Gegenspieler an den falschen geraten. Jesus spielte das falsche Spiel nicht mit. Denn er wusste, dass Gott allein die Welt in seinen Händen hält und halten kann. Dieses Vertrauen soll auch uns helfen und schützen. Vor allem dann, wenn uns andere vorgaukeln, sie hätten die Welt im Griff. Amen.

Heiko Jadatz, Roßwein

Impuls für Sonntag, 19. Oktober 2025

Losung
Gott, schweige doch nicht! Gott, bleib nicht so still und ruhig! Denn siehe, deine Feinde toben, und die dich hassen, erheben das Haupt.
Psalm 83, 2-3

Lehrtext
Herr, sollen wir mit dem Schwert dreinschlagen?
Lukas 22, 49

Impuls für den Tag
„Warum! Warum lässt Gott das zu? Warum tut ER nichts?“ So fragen wir Menschen schon zu allen Zeiten. Und Gott schweigt. Zumindest hat man meist den Eindruck. Oder doch nicht? Vielleicht antwortet ER ganz anders? Vielleicht mit einer Gegenfrage: „Warum tut IHR nichts? Warum lasst ihr zu, dass Menschen, egal ob Klein oder Groß noch immer Gewalt angetan wird, sogar in der Kirche. Warum seid ihr genervt, wenn ihr daran erinnert werdet? Warum lasst ihr zu, dass Menschen, die nicht eurer Norm entsprechen ausgegrenzt, niedergemacht, bedroht werden? Warum habt ihr immer Angst zu kurz zu kommen? Ihr habt doch alles? Warum lasst ihr zu, dass die immer lauter und mächtiger werden vor denen ich euch doch schützen soll? Ich habe euch mit dieser Welt eine prima Ausgangsposition verschafft. Sie zu erhalten und zu gestalten, liegt auch an euch. Klein und verletzlich bin ich in diese Welt gekommen. Schon vergessen? Jedes Jahr zu Weihnachten feiert ihr meine friedliche Ankunft. Es braucht nicht immer das Schwert. Aber es braucht euch, euren Mut, eure wachen Sinne und eure Stimme. Ich tue meinen Teil dazu. Denn zusammen können wir unglaublich viel zum Guten bewegen. Verlasst euch drauf!“

Bezirkskatechetin Angelika Schaffrin, Marbach

 

Impuls für Samstag, 18. Oktober 2025

Losung
Bei dir, Herr, unser Gott, ist Barmherzigkeit und Vergebung.
Daniel 9,9

Lehrtext
In Jesus Christus haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade.
Epheser 1,7

Impuls für den Tag
Allˋ diese Begriffe scheinen uns kirchlich-vertraut — doch was bedeuten sie eigentlich?
Sünde als generelle Entfernung von Gott, unsere Verschiedenartigkeit zu ihm. Wir in unserer menschlichen Begrenztheit und Vergänglichkeit. Das zu verkennen, verwickelt uns noch mehr in unsere Beschränktheit.Es muss „bis aufs Blut“ gehen — auch unser Selbsterhaltungstrieb bindet uns ständig, setzt unsere Lebensziele falsch: Wenn Sterben nicht das Letzte ist, müssen wir zuvor auch nicht verkehrten Zielen hinterherhetzen.Wir können erlöst, losgelöst sein: Loslassen, was wir immerzu so krampfhaft festhalten, was scheinbar unser Menschsein ausmacht, uns aber nur an unserer eigentlichen Bestimmung hindert: Gott zuerst in allem zu suchen, uns Ihm ganz und gar anzuvertrauen und damit zufrieden zu sein.
Gott lädt uns dazu ein: Verfehlungen nicht das letzte Wort lassen, Fehler nicht nachtragen — statt anmassendes Rechten, Unbarmherzigkeit und Rachsucht herrschen zu lassen. Der Mensch, will er Gottes Ebenbild sein, braucht Vergebung für sich und die anderen.„Gnade vor Recht“ walten lassen: Eigentlich Zustehendes nicht einfordern, Vergangenes nicht konservieren und so stets Neuanfang ermöglichen.
Einander barmherzig, voller Mitleiden ansehen, großmütig sich selbst verschenken, das Gegenüber wichtiger nehmen als sich selbst.

Friedemann Neef, Roßwein

Impuls für Freitag, 17. Oktober 2025

Losung
Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn.
1. Mose 32, 27

Lehrtext
Da wurden Kinder zu Jesus gebracht, dass er die Hände auf sie legte und betete.
Matthäus 19, 13

Impuls für den Tag
Ich denke an Silke. Sie sitzt seit Wochen täglich im Krankenhaus am Bett ihrer Tochter. Sie hat eine dünne Decke auf einem unbequemen Stuhl, schläft manchmal kurz ein und wacht bei jedem Geräusch wieder auf. „Ich bleibe hier, bis es besser wird“, sagt sie, und ihr Blick lässt keinen Zweifel daran. Zwischen Geräten und Geruch von Desinfektion liegt ihre Hand auf der Hand ihres Kindes – eine leise, warme Brücke. Draußen wechseln die Tage. Drinnen ist Zeit anders. Stunden dehnen sich, Hoffnungen flackern, fallen und stehen wieder auf. Silke hält aus, nicht weil sie glaubt, alles verändern zu können, sondern weil sie ringen will – bis der Segen kommt, wie auch immer er aussehen wird.
„Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn.“
Und ich ahne, dass das schon Segen ist – zuerst für Silkes Tochter: Das Dasein und Bleiben, bis das Licht durch die Ritzen dringt. Das Warten, bis das Herz merkt, dass es gehalten wird. Und nicht aufzugeben, wenn die Dunkelheit noch dicht ist.
Ich stelle mir vor, irgendwo in diesem Warten legt Gott selbst die Hand auf ihre beiden Hände – beharrlich, zärtlich, eine leise, warme Brücke zwischen Himmel und Erde. Und plötzlich, vielleicht nur für Sekunden, fühlt es sich so an – wie Segen.

Sebastian Schirmer, Leipzig

Impuls für Donnerstag, 16. Oktober 2025

Losung
Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir und will dich segnen.
1.Mose 26,24

Lehrtext
Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen im Himmel durch Christus.
Epheser 1,3

Impuls für den Tag
Wieder ein Fürchte dich nicht-Satz in der Bibel. Sie erinnern sich vielleicht: Wie viele Mal kommen diese drei Worte in der Heiligen Schrift vor? Mit der Mehrzahl „Fürchtet euch nicht“ – Genau: 123 Mal.
Heute steht dieser Zuspruch gleich zu Beginn im ersten Buch der Bibel. Dieses Wort wird Isaak im Streit mit den Philistern vor fast 3.000 Jahren zugesagt. – Auch heute gibt es viel Grund zur Furcht: Krieg, Klimaveränderung, bedrohliche Lebenslagen. Fürchte dich nicht! Es sind nur drei kleine Worte. Auf sie folgen jedoch vier weitere: Ich bin mit dir. Die ersten drei Worte lösen uns aus dem Bann der Furcht. Mit den vier weiteren Worten tritt ein anderer in unseren inneren Raum ein und weitet ihn. Wir sind nicht allein. Gott ist bei uns. Sein Segen begleitet uns. Wir atmen durch. Nichts hat sich verändert, aber alles fühlt sich anders an. Fürchte dich nicht – das ist Zusage und Neuanfang. Drei kleine Worte, unscheinbar und ohnmächtig – wie das Jesuskind in der Krippe, den die Engel auf den Hirtenfeldern in Bethlehem mit einem Fürchte dich nicht als den Retter der Welt ankündigen.

Michael Tetzner, Frohburg