Impuls für Montag, 30.Juni 2025

Losung
Warum gibt Gott dem Leidenden Licht und Leben denen, die verbittert sind, die sich sehnen nach dem Tod, doch er kommt nicht?
Hiob 3,20-21

Lehrtext
Von der Geduld Hiobs habt ihr gehört und habt gesehen, zu welchem Ende es der Herr geführt hat; denn der Herr ist barmherzig und ein Erbarmer.
Jakobus 5,11

Impuls für den Tag
WARUM? Diese Frage hören wir immer wieder oder stellen sie selbst. Warum gibt es soviel Leid, Kriege und Ungerechtigkeit in der Welt? Warum habe ich die schwere Krankheit? Warum muss ich diesen Verlust erleiden? Die Frage nach dem Warum bricht sich immer wieder Bahn, auch wenn viele Menschen wissen, dass es oft keine Antwort darauf gibt. Das Warum zeigt etwas von innersten Ängsten und Sorgen, an denen Menschen zu zerbrechen drohen, wenn es niemanden gibt, der sie begleitet. Allein schon die Frage stellen zu können, ist eine Hilfe. Manchmal muss das schier Unfassbare ausgesprochen werden dürfen und nicht sofort eine schnelle Antwort erhalten. Schweigen, aushalten, tragen – miteinander und füreinander. Das kommt Menschen oft als so wenig vor und bedeutet für den in Not doch so viel. Jakobus gibt am Ende seines Briefes den Rat: Ruft in Leid und Krankheit die Glaubensgeschwister zusammen, dass sie für euch beten und euch segnen. Bleibt also nicht mit den quälenden Fragen allein, verschließt euch nicht. Denn die Gebete und der Segen Gottes sind Kraftquellen für Menschen, die sich gerade fragen, warum.

Diemut Scherzer, Hainichen

Impuls für Sonntag, 29. Juni 2025

Losung
Der HERR macht zunichte die Pläne der Völker.
Psalm 33,10

Lehrtext
Gamaliel sprach: Lasst ab von diesen Leuten und lasst sie gehen! Denn wenn das, was hier geplant und ins Werk gesetzt wird, von Menschen stammen sollte, dann wird es sich zerschlagen. Wenn es aber von Gott kommt, dann werdet ihr sie nicht aufhalten können.
Apostelgeschichte 5, 38-39

Impuls für den Tag
Jahresplanung, Termine werden abgesprochen und in den Kalender geschrieben. Es harkt an einer Stelle. Wir finden keinen Termin für die Familien- kirche im April. ‚Lasst es uns Ostern machen‘, kommt der Vorschlag. Ostern? Es wird in der Runde diskutiert und wir einigen uns auf eine Mischung aus Familienkirche und Festgottesdienst. Der Ostersonntag rückte näher und wir planten einen Gottesdienst mit Verkündigung, Musik und Aktion, planten ein kleines Kirchencafé, bei manchem mussten wir Kompromisse machen. Der Oster- sonntag war da und die Kirche füllte sich. Jung und Alt (natürlich auch dazwischen) hatte sich einladen lassen. Wir feierten gemeinsam einen schönen Gottesdienst. Anschließend ging es in den Garten hinterm Pfarrhaus und auch dieser füllte sich. Die Gemeinschaft war so schön. Ein Gesicht hat sich mir eingeprägt, total froh und beseelt von eben dieser Gemeinschaft. Es lief nicht alles so wie von uns geplant und doch genau richtig. Gott hatte seinen Segen dazu gegeben.
Die Losung für heute greift noch viel weiter. Doch eins ist klar. Gott hat einen Plan mit dieser Welt und da rücken unsere Pläne in den Hintergrund. Fragen wir nach seinem Plan und bleiben im Gebet.

Sandra Barthel, Raußlitz

Impuls für Samstag, 28. Juni 2025

Losung
Er wird mit Gerechtigkeit richten die Armen und rechtes Urteil sprechen den Elenden im Lande. (Jesaja 11,4)

Lehrtext
Jesus sprach zu ihnen: Geht hin und sagt Johannes wieder, was ihr hört und seht: Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium gepredigt. (Matthäus 11,4-5)

Impuls für den Tag
Sonntagnachmittag, Sonne, freie Zeit, einen Kaffee in der Hand und ein Stück Kuchen auf dem Teller. Plötzlich klingelt es an der Haustür. Ich zucke zusammen. Wer kann das sein? Der Paketbote ist es jedenfalls nicht. Vor mir steht ein Mann und grüßt freundlich. Verblichene Jacke, Stoppelbart, ausgetretene Schuhe. Er fragt nach etwas Geld. Er will mit Bus und Bahn weiter nach Chemnitz.
Ich packe ihm etwas zu Essen und eine Flasche Wasser in einen Stoffbeutel, außerdem 20 Euro für die Fahrt. Er bedankt sich über die Maßen bei mir. Drückt mit beiden Händen meine Hand. Dann zieht er davon. Ob er wirklich nach Chemnitz fährt, das ist mir nicht wichtig. Er brauchte Hilfe. Suchte sie im Pfarrhaus. Das Geschenkte wird ihn zumindest über die nächsten zwei Tage bringen.
Das Evangelium habe ich ihm nicht gepredigt, aber einfach und unkompliziert geholfen. Jesus hat es ja so vorgelebt, er hat geheilt, ermutigt, gestärkt. Seinem Vorbild will ich folgen – ohne Wenn und Aber, mit offenem Herzen und helfenden Händen.
So wird das Evangelium mit Leben gefüllt. Amen.

Heiko Jadatz, Roßwein

Impuls für Freitag, 27. Juni 2025

Losung
Der HERR tötet und macht lebendig, führt ins Totenreich und wieder herauf. 1. Samuel 2, 6

Lehrtext
Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum: wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn.
Römer 14, 8

Impuls für den Tag
Ich kenne sie schon lange. Über 90 Jahre ist sie inzwischen, aber immer noch hellwach. Es geht alles etwas langsamer. Die Kirchenbesuche sind seltener geworden. Früher traf ich sie da regelmäßig. Sie braucht eine Begleitung. Allein traut sie sich das nicht mehr zu. Aber wenn ich sie treffe steht da eine lebensfrohe alte Dame vor mir. Vor ihrem 90. Geburtstag freute sie sich auf das erste Urenkel und strickte Socken für Mutter und Kind. „Mal sehn ob ich das alles noch erleben darf.“, sagte sie und lächelte. Kein Klagen, kein Jammern, lebensfroh und lebenssatt sitzt sie da. Dabei war ihr Leben nicht leicht. Ihr Mann starb früh und unverhofft. Da stand sie mit den noch sehr jungen Töchtern, dem Hof und all dem was dazugehörte alleine da. Die Kriegszeit hatte sie als Kind miterlebt. „Ich will nicht klagen. Es war schwer, aber es ging immer weiter.“ Die Kraft holte sie sich aus Liedern, Gebeten, Gottesdiensten, Gesprächen. Den Kindern und Enkeln gab sie das mit, was sie getragen hat. Sie weiß, dass ihr Leben hier irgendwann endet. Aber sie ist sich sicher, dass das was sie durch das Leben getragen hat auch durch den Tod trägt.

Bezirkkatechetin Angelika Schaffrin, Marbach

Impuls für Donnerstag, 26.Juni 2025

Losung
Der HERR sprach zu Mose: Versammle mir das Volk, dass ich sie meine Worte hören lasse und sie mich fürchten lernen alle Tage ihres Lebens auf Erden und ihre Kinder lehren.
5.Mose 4,10

Lehrtext
Du aber bleibe bei dem, was du gelernt hast und was dir anvertraut ist; du weißt ja, von wem du gelernt hast und dass du von Kind auf die Heilige Schrift kennst, die dich unterweisen kann zur Seligkeit durch den Glauben an Christus Jesus.
2.Timotheus 3,14-15

Impuls für den Tag
Lernen – nicht mit dem Verstand;
kein Wissen anhäufen: Das verstellt dir bloß den Blick.
Hinhören lernen: Immer wieder eintauchen in die Stille und furchtlos hinsehen, was daraus aufsteigt.
Anschauen lernen: Die Anderen, ohne den Blick abzuwenden, hochmütig, gelangweilt oder angewidert.
Fürchten lernen: Stets deine Kleinheit sehen und jede Anmaßung lassen.
Fürchten ist nicht Angst haben vor dem Leben,
ist nicht die Unruhe, die durch die Oberflächlichkeit entsteht;
aber Ehrfurcht vor allem, was uns begegnen will –
weil es von Gott kommt und uns voranbringen kann.

Lehren – nicht maßregeln und kommandieren.
Vielmehr zart konsequent sein und ein Beispiel geben, dem ein Kind folgen könnte.
Und dafür sich selbst bilden – keine Meinung, um bei allem mitreden zu müssen, aber das Herz, um zu sehen, wie die Dinge in Wahrheit sind.

Friedemann Neef (Roßwein)

Impuls für Mittwoch, 25. Juni 2025

Losung
Jene, die fern sind, werden kommen und am Tempel des HERRN bauen.
Sacharja 6, 15

Lehrtext
Ja, alle Völker werden kommen und anbeten vor dir, denn deine Urteile sind offenbar geworden.
Offenbarung 15, 4

Impuls für den Tag
Heute ist der Gedenktag der Augsburgischen Konfession, der „Confessio Augustana“. Ein Bekenntnistext, der 1530 zusammenfasste, wofür die Reformatoren standen. Vornehmlich verfasst von einem jungen Mann, der mit Verstand und Hoffnung an etwas arbeitete, das größer war als er selbst. Sein Name: Philipp Melanchthon. Eher ein Vermittler. Und doch war sein Text mutig: ein Versuch, Gräben zu überbrücken, ohne sich selbst zu verlieren.
„Ich rede von deinen Zeugnissen vor Königen und schäme mich nicht.“ Dieser Text ist so ein Zeugnis – klar, klug, öffentlich und standhaft. Vielleicht ist er heute eine Art Fenster mit Blick auf mutige Menschen, die sich nicht immer nah waren und auch nicht immer grün; und die keineswegs mehr nah an dem waren, was das Papsttum forderte. Aber: „Jene, die fern sind, werden kommen und am Tempel des HERRN bauen.“ Vielleicht ist das genau, was da geschah – und was bis heute gültig bleibt: Auch mir sind alte Texte manchmal fern; oft genug sind wir einander fern. Und trotzdem bauen wir mit, du und ich – an der großen Baustelle der Hoffnung. (P.S. für Interessierte: Das Augsburger Bekenntnis steht z.T. im Ev. Gesangbuch, Nr. 807)

Sebastian Schirmer, Leipzig

Impuls für Dienstag, 24.Juni 2025

Losung
Verlass dich auf den HERRN von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand, sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen. Sprüche 3,5-6

Lehrtext
Jesus sprach zu Petrus: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Als du jünger warst, gürtetest du dich selbst und gingst, wo du hinwolltest; wenn du aber alt bist, wirst du deine Hände ausstrecken und ein anderer wird dich gürten und führen, wo du nicht hinwillst. Johannes 21,18

Impuls für den Tag
Heute ist der Johannistag, wo in Sachsen viele Andachten open air auf den Friedhöfen stattfinden werden. Es ist eine gute Tradition, auf der Höhe des Jahres inne zu halten und an den Vorläufer des Herrn zu erinnern: Johannes, den Täufer. Wir tun das auch im Gedenken an unsere Lieben, die uns im Glauben voraus gegangen sind. Als Verstorbene haben sie Heimat gefunden bei dem lebendigen Gott. Darauf ist Verlass. In allen Unsicherheiten heute gibt uns dieser Glaube eine große Sicherheit. Ich behaupte sogar: Nur was ich glaube, weiß ich gewiss. So ist es gut, sich auf Gott zu verlassen und an ihn zu denken auf allen Wegen. Diese Führung ist besser als das, was wir mit unserem begrenzten Verstand erdenken können.
Deshalb muss es uns auch nicht Angst und bange werden, wenn die Tage nach und nach wieder kürzer werden. Wir gehen auf den Tag zu, wo wir in der längsten Nacht die Geburt unseres Herrn feiern: Jesus Christus. Er will uns führen und leiten ins ewige Leben, denn er hat von sich selbst gesagt: „Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“

Michael Tetzner, Frohburg

Impuls für Montag, 23. Juni 2025

Losung
Der HERR ist allen gütig und erbarmt sich aller seiner Werke.
[Psalm 145,9]

Lehrtext
Auch die Schöpfung wird frei werden von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes.
[Römer 8,21]

Impuls für den Tag
Den besten Impuls zu unserem ausdrucksstarken Lehrtext liefert uns heute die Bibel selber. Hier sei Römer 8 die Verse 18-23 in der kommunikativen und reich bebilderten Bibelübersetzung „Hoffnung für alle“ zitiert:
„Ich bin ganz sicher, dass alles, was wir in dieser Welt erleiden, nichts ist verglichen mit der Herr- lichkeit, die Gott uns einmal schenken wird. Darum wartet die ganze Schöpfung sehnsüchtig und voller Hoffnung auf den Tag, an dem Gott seine Kinder in diese Herrlichkeit aufnimmt. Ohne eigenes Verschulden sind alle Geschöpfe der Vergänglichkeit ausgeliefert, weil Gott es so bestimmt hat. Aber er hat ihnen die Hoffnung gegeben, dass sie zusammen mit den Kindern Gottes einmal von Tod und Vergänglichkeit erlöst und zu einem neuen, herrlichen Leben befreit werden. Wir wissen ja, dass die gesamte Schöpfung jetzt noch leidet und stöhnt wie eine Frau in den Geburtswehen. Aber auch wir selbst, denen Gott bereits jetzt seinen Geist als Anfang des neuen Lebens gegeben hat, seufzen in unserem Innern.“
Danke Herr, dass der Tod nicht das letzte Wort hat. Danke Herr, dass wir uns und die ganze Schöpfung auf deine Herrlichkeit freuen dürfen. Amen.

Thomas Meyer, Roßwein

 

Impuls für Sonntag, 22. Juni 2025

Losung
Der HERR zog vor ihnen her, am Tage in einer Wolkensäule, um sie den rechten Weg zu führen, und bei Nacht in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten.
2.Mose 13,21

Lehrtext
Jesus sprach: Ihr sucht in den Schriften, denn ihr meint, ihr habt das ewige Leben darin; und sie sind’s, die von mir zeugen.
Johannes 5,39

Impuls für den Tag
Jedes Mal suche ich den Knopf im Auto auf´s Neue: Den Schalter für die Nebelschlussleuchte meine ich. Zu selten brauche ich sie. So muss ich immer wieder neu nachdenken, wo sie ist und suche sie bei aufkommendem Nebel hektisch. Dagegen scheint mir die Wüstenwanderung des Volkes Israel im Dauernebel zu verlaufen. Die Sicht auf die Zukunft ist alles andere als klar. Das Ziel der Wüstenwanderung ist aus menschlicher Perspektive nicht in Sicht. Da lese ich in der Tageslosung davon, wie Gott sein Volk ständig begleitet – ohne Unterlass. Wolkensäule und Feuersäule sind Zeichen der Zuwendung Gottes, die niemals aufhört.
Wie oft suchen wir das Leuchtende im Nebel unseres Alltags? Wie oft hätten wir gerne das Zeichen, dass unsere Ungewissheit in Zuversicht verwandelt. Gott gibt diese Zeichen heute noch. Das krampfhafte Suchen danach nutzt vielleicht nichts. Aber er gibt sie an den entscheidenden Punkten meines Lebens, wo ich vielleicht selber nicht mehr weiter weiß. Als Christen dürfen wir um diese Zeichen bitten, sie von Jesus erflehen. Er ist mir ja als Gottes Sohn ganz nahe gekommen.

Michael Karwounopoulos/Bad Urach

Impuls für Samstag, 21. Juni 2025

Losung
Danket dem Herrn aller Herren, der allein große Wunder tut, denn seine Güte währet ewiglich.
Psalm 136, 3-4

Lehrtext
Das Volk neigte einmütig dem zu, was Philippus sagte, als sie ihm zuhörten und die Zeichen sahen, die er tat, und es kam große Freude auf in jener Stadt.
Apostelgeschichte 8,6.8

Impuls für den Tag
Du redest viel, wenn der Tag lang ist.
Mit Menschen, mit Gott, mit dir selbst.
Du erzählst ausgiebig davon, wie’s dir geht und was der Job macht und die Kinder und der Garten und wie die Autoreparatur verlaufen ist und was dich an der Politik stört und… vielleicht sogar von deinem Glauben.
Du erzählst Gott jeden Abend, wie dein Tag war. Die schönen und die schlechten Dinge. Du uferst aus bis du irgendwann einschläfst.
Und irgendwie stagniert alles.
Das Schwimmen in der eigenen Suppe strengt an.
Denn wenn du ehrlich bist, schaltest du schnell ab, wenn dein Gegenüber dir erzählt, wie’s ihr geht und was der Job macht und die Kinder und der Garten und wie die Autoreparatur verlaufen ist und was sie an der Politik stört und… vielleicht sogar von ihrem Glauben.
Du redest zu Gott, aber darf er auch reden?
Glaube wächst, wo Menschen einander und Gott zuhören. Von den Erfahrungen anderer profitieren. Ihre Sicht der Dinge nicht als objektive Wahrheit darstellen. Andere sehen und hören und selbst gesehen und gehört werden. Auf dass dann große Freude aufkomme in der Stadt.

von Christian Creutz aus Rostock