Impuls für Dienstag; 10. Juni 2025

Losung
Der HERR ist mein Fels und meine Burg und mein Erretter.
2. Samuel 22, 2

Lehrtext
Paulus schreibt: Der Herr stand mir bei und gab mir Kraft. Denn die Verkündigung seiner Botschaft sollte durch mich ihr Ziel erreichen: Alle Völker sollten sie hören. Und ich wurde aus dem Rachen des Löwen gerettet.
2. Timotheus 4, 17

Impuls für den Tag
Gerade haben wir Pfingsten gefeiert. Den Geburtstag der Kirche. Die Jünger bekamen den Heiligen Geist. Sie bekamen Kraft und Mut die Botschaft von Jesus mit Freude in die Welt hinauszutragen.

Auch uns ist der Heilige Geist geschenkt, der uns führt und leitet. Uns hilft Gottes Willen zu erkennen, die Wahrheit zu verstehen und in Liebe und Güte zu leben. Auch gibt er uns Mut, Zeugnis zu geben, sodass viele die Botschaft hören und zum Glauben an Jesus kommen können.

Nutzen wir diese Gabe? Geben wir Zeugnis?
Oder überlassen wir das lieber anderen?
Jeder von uns macht ganz unterschiedliche Erfahrungen mit Gott in seinem Leben. Vielleicht sind es genau diese Erfahrungen, diese Zeugnisse, die jemanden aufhören lassen, jemanden berühren, neugierig machen, Fragen aufwerfen oder Antworten geben.

‚Mein Fels und meine Burg und mein Erretter‘, singt König David. Welche Titel würden Sie Gott geben um anderem von ihm zu erzählen?

Sandra Barthel, Raußlitz

 

Impuls für Montag; 09. Juni 2025

Losung
Der Gerechte muss viel leiden, aber aus alledem hilft ihm der HERR. (Psalm 34,20)

Lehrtext
Und wenn man euch abführt und vor Gericht stellt, dann sorgt euch nicht im Voraus, was ihr reden sollt, sondern was euch in jener Stunde eingegeben wird, das redet. Denn nicht ihr seid es, die reden, sondern der heilige Geist. (Markus 13,11)

Impuls für den Tag
Die Trinitatiskirche in Leipzig wird in diesen Tagen 75 Jahre alt. Kurz nach dem Krieg wurde sie aus Trümmersteinen aufgebaut. Wie ein Zelt in der Wüste ragte sie inmitten der kriegszerstörten Stadt in die Höhe. Am Eingang der Kirche steht eine lebensgroße Marmorfigur. Sie wurde aus den Trümmern einer anderen zerstörten Kirche gerettet. Sie zeigt Jesus als „Schmerzensmann“ – die Hände gefesselt, nur mit einem Tuch bekleidet, die Spuren von Gewalt sind ihm anzusehen. Sie steht dort nicht als Dekoration. Sie steht dort für alles Leid der Welt – für Krieg und Zerstörung, für Gewalt und Unrecht.
Denn auch Jesus musste leiden, er wurde gefangen genommen, gefoltert, verspottet und am Kreuz dem qualvollen Tod ausgesetzt. Die Marmorfigur ist wie eine Momentaufnahme von diesem Leidensweg. „Aus alledem hilft uns der HERR heraus“ versichert uns der Psalmbeter – „mit Hilfe des Heiligen Geistes“, ergänzt Jesus im Markusevangelium.
So lasst auch uns Hoffnung haben und Kraft schöpfen – so wie damals, als alles in Trümmern lag und neu begonnen werde musste, so auch heute und zu jeder Zeit. Amen.

Heiko Jadatz, Roßwein

 

Impuls für Sonntag, 8. Juni 2025

Losung
HERR, du machst alles lebendig, und das himmlische Heer betet dich an.
Nehemia 9, 6

Lehrtext
Und als sie gebetet hatten, erbebte die Stätte, wo sie versammelt waren; und sie wurden alle vom Heiligen Geist erfüllt und redeten das Wort Gottes mit Freimut.
Apostelgeschichte 4, 31

Impuls für den Tag
Da kann man nur staunen. Überall grünt, blüht, summt und zwitschert es. Dabei war es doch eben noch Winter und die Welt eher trist und grau.
Vor 80 Jahren endete der 2. Weltkrieg. Die Menschen standen vor dem, was ihnen geblieben war. Aber neuer Lebensmut erwachte, Neues entstand. Zur Zeit Nehemias, aus der die Losung heute stammt waren die Menschen gerade erst aus babylonischer Gefangenschaft zurückgekehrt. Jerusalem und der Tempel waren zerstört. Nichts war mehr wie vorher. Doch gemeinsam bauten sie die Stadt wieder auf, fingen wieder neu an. Sie hatten dabei mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen. Mit Widersachern, die dies verhindern wollten und mit den eigenen Zweifeln. Aber es gelang. Die Stadt wurde wieder lebendig. Die Menschen spürten: Gott ist da. „Gott, du machst alles lebendig…“ Größer und poetischer kann man es kaum ausdrücken. Wenn selbst das himmlische Heer mit all seinen Sternen und Galaxien sich vor IHM verneigt. Ein Wink, nicht aufzugeben, einen Neuanfang zu wagen. Nicht alles liegt in meinen Händen. Und jeder Frühling kommt auch ohne mein Zutun. Aber mein Zutun, mein Verstand und Vertrauen können dort hilfreich sein wo ich lebe.

Bezirkskatechetin Angelika Schaffrin, Marbach

Impuls für Samstag, 7. Juni 2025

Losung
HERR, in deiner Hand ist Kraft und Macht, und es ist niemand, der dir zu widerstehen vermag.
2.Chronik 20,6

Lehrtext
Sie trieben Jesus aus Nazaret hinaus – bis an den Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt gebaut war. Dort wollten sie ihn hinunterstürzen. Aber Jesus ging mitten durch die Menge hindurch und zog weiter.
Lukas 4,29-30

Impuls für den Tag
Dass Gott doch mal so richtig dazwischen führe! Oh ja, das wäre wünschenswert angesichts der zahllosen Missstände in unserer Welt: Soviel Elend, Hunger, so viele Kriege, so viel Ungerechtigkeit, Bosheit, Neid und Hass, soviel Egoismus, Gleichgültigkeit und Dummheit, die einen fassungslos machen. Aber Gott ist eben kein Führer, kein Mächtiger dieser Welt, der sich mit viel Trara inszenieren müsste. Gott ist auch kein „Wutbürger“, der seine Patentrezepte auf Demos herumschreit oder mit abstrusen Slogans fuchtelt. Auch kein kalt kalkulierender Verwaltungstechnokrat. Alle unsere Bilder eines allmächtigen Gottes sind schlicht falsch! Er ist nicht im Getöse, sondern im „verschwindend sanften Säuseln“. Er ist die Liebe: Das hat Jesus uns ja deutlich gezeigt – allen, und das heißt wirklich allen gegenüber offen; dieser Jesus, der sich immer wieder zurückzieht „auf einen Berg“, in die Stille, in die Einsamkeit. Und der eben durch die Menge hindurch einfach weggeht. Folgen wir ihm: Weg von der Masse, vom Mainstream, vom Lärm, von all den Wichtigtuereien, weg von eigentlich allem, was uns als „erstrebenswert“ verkauft werden soll. Dann werden wir Gottes Macht spüren – unwiderstehlich…

Friedemann Neef, Roßwein

Impuls für Freitag, 6. Juni 2025

Losung
Um Jerusalem her sind Berge, und der HERR ist um sein Volk her von nun an bis in Ewigkeit.
Psalm 125, 2

Lehrtext
Jesus betete: Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen.
Johannes 17, 15

Impuls für den Tag
Um Jerusalem her sind Berge. Um Blatten auch. Mira steht am Rand des Schuttkegels. Wo Blatten war, ist jetzt Stille, Schutt, Wasser, Geröll und Gewicht. Der Gletscher kam wie ein Riss durch Zeit und Gewissheit. Millionen Tonnen Stein.
Und doch: Die Berge stehen noch. Und sie tragen weiter. Nicht als Schutz vor allem, was kommt. Aber sie tragen das, was kam. Auch morgen. Auch wenn nichts mehr ist wie vorher.
Mira spürt den Boden unter sich – rau, aber verlässlich. Und sie sieht und spürt: Menschen. Die Hände reichen. Suppe bringen. Worte finden, wo keine passen. Aus dem Tal. Aus dem Wallis. Von überall. So viele helfen. Still oder laut. Tatkräftig und tröstend. Auch das ist ein Getragensein. Nicht verschont, aber auch nicht allein. Nicht unversehrt, aber auch nicht verloren. Wie ein leises Umher aus Trost, Verlässlichkeit und neuer Zuversicht. Ein Netz, das auffängt, wenn nichts mehr hält. Und eine Perspektive, die Aufschauen und Aufrichten hilft. Wie ein Blick, hinauf zu den Bergen.
Mira steht auf. Noch immer zittert ihr Schritt. Aber er trägt. Nicht, weil sie stark ist. Sondern weil sie gehalten wird. Von Menschen. Von Bergen. Und von dem, der beides verbindet.

Sebastian Schirmer, Leipzig

Impuls für Donnerstag, 5. Juni 2025

Losung
Gott spricht zum Frevler: Was redest du von meinen Geboten und nimmst meinen Bund in deinen Mund, da du doch Zucht hassest und wirfst meine Worte hinter dich?
Psalm 50,16-17

Lehrtext
Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel.
Matthäus 7,21

Impuls für den Tag
Wieso sollte man das dritte Gebot halten, wenn man über das sechste lacht und selbst das fünfte nach Belieben auslegt, weil schon das erste belanglos geworden ist? – So habe ich es mal gelesen und gedacht: Stimmt! Mit meinen Worten:
Warum soll man den Feiertag heiligen, wenn man über Ehebruch nur müde lächelt und das Gebot: „Du sollst nicht töten!“ willkürlich auslegt, weil das erste Gebot für viele Menschen keine Bedeutung hat: „Ich bin der Herr dein Gott, du sollst keine anderen Götter neben mir haben.“
Luther fragt im kleinen Katechismus zum ersten Gebot: Was ist das? Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen.
Es ist ein himmelweiter Unterschied, ob ich Gott über alle Dinge fürchte, liebe und vertraue oder nicht. Wenn nicht, dann sind die Gebote verhandelbar. Deshalb ist es eben auch ein Unterschied, ob Kinder die Gebote im Religionsunterricht oder im Ethikunterricht gelehrt bekommen. Wenn ich nicht das erste Gebot für wahr erachte, dann fehlt der Respekt auch zu den anderen Geboten. Bewahren wir uns im guten Sinne die Ehrfurcht vor Gott, dann werden wir auch seinen Willen tun.

Michael Tetzner, Frohburg

Impuls für Mittwoch, 4. Juni 2025

Losung
Du bist mein Vater, mein Gott und der Hort meines Heils.
Psalm 89,27

Lehrtext
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Matthäus 6,11

Impuls für den Tag
In meinem Konfirmandenunterricht hatte das Auswendiglernen u.a. des „Kleinen Katechismus“ eine hohe Bedeutung. Selbstverständlich gehörte auch „Das dritte Hauptstück – das Vaterunser“ dazu:
„Unser tägliches Brot gib uns heute.
Was ist das?
Gott gibt das tägliche Brot auch ohne unsere Bitte allen bösen Menschen; aber wir bitten in diesem Gebet, dass er’s uns erkennen lasse und wir mit Danksagung empfangen unser tägliches Brot.
Was heißt denn tägliches Brot?
Alles, was not tut für Leib und Leben, wie Essen, Trinken, Kleider, Schuh, Haus, Hof, Acker, Vieh, Geld, Gut, fromme Eheleute, fromme Kinder, fromme Gehilfen, fromme und treue Oberherren, gute Regierung, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn und desgleichen.“
Wenn wir das Vaterunser ernstlich beten, tun wir also gut daran, gerade auch bei der 4. Bitte innezu- halten und diese im Sinne des von Luther hier Angeführten zu entfalten. Auch sollten wir dabei immer das „Unser“ mit bedenken, also auch für andere um das „tägliche Brot“ in diesem umfassenden Sinne beten. Amen.

Thomas Meyer aus Roßwein

Impuls für Dienstag, 3. Juni 2025

Losung
Gott spricht zum Frevler: Was redest du von meinen Geboten und nimmst meinen Bund in deinen Mund, da du doch Zucht hassest und wirfst meine Worte hinter dich?
Psalm 50,16-17

Lehrtext
Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel.
Matthäus 7,21

Impuls für den Tag
Was wir in diesen Tagen betonen müssen, wenn wir von Gottes Bund mit den Menschen sprechen: Der Bund Gottes ist kein „Deal“. Wenn Gott den Menschen, wie damals dem Volk Israel einen Bund anbietet, dann ist dies nicht nur leeres Gerede sondern Verpflichtung und Verheißung zugleich. Gott sagt seine Zuwendung zu. Aber er erwartet das Halten seiner guten Gebote, die für die ganze Menschheit sinnvoll und nützlich sind. Auch Gott will unsere Zuwendung zu ihm einfordern. Das hat Bedeutung für unser Leben. Das verpflichtet mich zum Glauben an ihn und dazu, das Gute zu suchen. Unverständlich ist es für mich, wenn Christen zerstörerisches Handeln von gottlosen Regenten legitimieren. Die Warnung Jesu gilt weiter: Nicht jedes Lippenbekenntnis ist ein Glaubensbekenntnis. Nicht jedes fromme Mäntelchen ist mit den Kleidern des Heils gleichzusetzen, die Gott denen verleihen will, die sich auf seinen Bund mit ihrem ganzen Leben einlassen.

Dekan Michael Karwounopoulos/ Bad Urach

Impuls für Montag, 2. Juni 2025

Losung
Jeremia sprach: Mich jammert von Herzen, dass die Tochter meines Volks so zerschlagen ist. Ist denn keine Salbe in Gilead oder ist kein Arzt da?
Jeremia 8,21.22

Lehrtext
Jesus sprach zu Zachäus: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, denn auch du bist ein Sohn Abrahams. Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.
Lukas 19,9-10

Impuls für den Tag
Ein verlorenes Volk.
Auseinandergerissen.
Ein Teil verschleppt nach Babylon.
Ein Teil bleibt zurück. Hoffnungslos.
Ohne Ernte.
Ohne Frieden.
Ohne Gott?

Eine verlorene Seele.
Hinterlistig und gierig.
Zurecht verachtet.
Zurecht verhöhnt.
Ohne Freunde.
Ohne Liebe.
Ohne Gott?

Ein ganzes Volk im sechsten vorchristlichen Jahrhundert und ein einzelner Mensch zur Zeit Jesu.
Beide verloren.
Wo findest du dich wieder in dieser Verlorenheit?

Wie gut, dass Gott genau da ist, wo Menschen verloren sind.
Wie gut, dass er den schweren Weg mitgeht. Kilometer für Kilometer.

von Christian Stoll aus Rostock

Impuls für Sonntag, 1. Juni 2025

Losung
Hanna betete: Ach, Herr Zebaoth, sieh das Elend deiner Magd an! Denk doch an mich und vergiss deine Magd nicht! Schenk deiner Magd einen Sohn! Dann will ich ihn dem Herrn überlassen sein ganzes Leben lang.
Samuel 1, 11

Lehrtext
Für Elisabeth kam die Zeit, dass sie gebären sollte; und sie gebar einen Sohn. Und ihre Nachbarn und Verwandten hörten, dass der Herr große Barmherzigkeit an ihr getan hatte, und freuten sich mit ihr.
Lukas 1, 57-58

Impuls für den Tag
Heute, passend zum Kindertag, geht es um die Bitte um Kinder. Hanna ist mit Elkana verheiratet, der noch eine Frau hat. Diese hat Kinder- Hanna jedoch nicht! Deshalb wird sie von ihrem Umfeld und der anderen Frau missachtet und gedemütigt. Jedes Jahr einmal pilgern sie zum Tempel und dort richtet sich Hanna direkt an Gott! “ Denk doch an mich!“- so betet sie. Sie weiß, wenn hier jemand helfen kann, dann Gott selbst!
Wissen wir, dass wir uns mit allem an Gott wenden können, selbst wenn die Lage aussichtslos erscheint?An wen wenden wir uns, wenn wir Hilfe brauchen? Und vertrauen wir wiklich auf Gottes Zusage: Ich bin für dich da?
Ich spüre gerade in letzter Zeit viel Resignation auch unter Christen. Da sind die Krisen und Kriege in dieser Welt und es ist sicher viel gebetet worden! Wir haben sogar seit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine immer mindestens einen Friedenstanz im Tanzkreis getanzt!
Doch die schnelle Hilfe blieb aus! Und gerade wenn ich Bilder von hungernden Kindern im Jemen sehe, direkt neben dem reichen SaudiArabien, kommen mir Zweifel! Und doch- Hannas Gebet wird erhört, sie bekommt einen Sohn und stellt ihn Gott in den Dienst.
Vertrauen wir heute ganz neu wieder auf Gottes Zusage, wie es in dem Kinderlied heißt:“ Er hält die ganze Welt… er hält auch dich und mich!“

Claudia Tetzner, Frohburg