Impuls für Mittwoch, 21. Mai 25

Losung
Fürchte dich nicht, Zion! Lass deine Hände nicht sinken! Denn der HERR, dein Gott, ist bei dir, ein starker Heiland.
(Zefanja 3,16-17)

Lehrtext
Erbarmt euch derer, die zweifeln. (Judas 1,22)

Impuls für den Tag
Eine Schulklasse besichtigt die Roßweiner Kirche. Mit kleinen Detailfotos machen wir uns auf Entdeckertour – Altar, Taufstein, Lesepult, Orgel… „Krönender Abschluss“ ist der Weg zu den Kirchenglocken. Während viele entschlossen die Treppen nach oben steigen, bleiben manche zögerlich zurück. Sie sind sich nicht sicher, ob sie auf den alten Holzstufen so hoch hinaus wollen. So bleibt die Erzieherin mit der kleinen Gruppe unten zurück. Niemand stört sich daran, kein dummer Spruch, kein hämisches Gelächter. Es ist in Ordnung so und alle sind mit der Lösung zufrieden – die oben im Turm und die unten auf der Kirchenbank.
Es ist eben so bei den Menschen, eine Mischung aus Mut und Vorsicht. „Den Mutigen gehört die Welt“ heißt es. Ich bin mir nicht sicher, ob das so stimmt. Denn Rücksicht auf andere und Nachsicht mit sich selbst sind eben auch wichtig. Für die Welt, die eben nicht nur den Mutigen gehört, sondern vor allem in Gottes Händen liegt. Ich bin dankbar, dass es so ist. Denn Gott hat ein gütiges Herz und eine starke Hand für alle – für die Mutigen und für die Vorsichtigen, für die Zuversichtlichen und für die Zweifelnden. Amen.

Heiko Jadatz, Roßwein

Impuls für Dienstag, 20. Mai 25

Losung
So spricht der HERR: Ich habe dein Gebet gehört und deine Tränen gesehen. Siehe, ich will dich gesund machen. 2.Könige 20, 5

Lehrtext
Der königliche Beamte sprach zu ihm: Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt! Jesus spricht zu ihm: Geh hin, dein Sohn lebt! Der Mann glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin. Und während er noch hinabging, begegneten ihm seine Knechte und sagten: Dein Kind lebt.
Johannes 4, 49-51

Impuls für den Tag
„Wunder geschehn. Ich hab`s gesehn. Es gibt so vieles was wir nicht verstehn. Wunder geschehn, ich war dabei. Wir dürfen nicht nur an das glauben was wir sehn.“ So sang Nena vor vielen Jahren. Ich weiß nicht welche Wunder sie dabei genau vor Augen hatte. Aber sie schrieb dieses Lied nach der Geburt ihres ersten Sohnes der bereits im Alter von 11 Monaten starb – ein Widerspruch? Vor Jahren beteten auch wir als Familie, oft und intensiv.
Es ging dabei nicht nur um die Frage nach Heilung. Es ging ganz konkret darum, ob mein Mann sein Bein verlieren würde. Nach etlichen schweren Wochen stand fest: Das Bein war nicht zu retten. Was nun? Alle Tränen umsonst geweint? Umsonst gebetet? Nach der Amputation geschah Erstaunliches. Es begann eine Zeit, die aktiver und intensiver war als alles vorher. Neue Lebenszeit, mit neuen Perspektiven – trotz allem. Nicht so wie erhofft, aber anders gut. Wunder geschehn, manchmal leise und unscheinbar, manchmal laut und deutlich. Sie sind oft anders als wir denken und wünschen. Sie lassen sich nicht nach unseren Wünschen erzwingen. Aber es gibt sie. Und sie zeigen mir, dass nichts umsonst ist, keine Träne und auch kein Bitten.

Bezirkskatechetin Angelika Schaffrin, Marbach

Impuls für Montag, 19. Mai 25

Losung
Wir wissen nicht, was wir tun sollen, sondern unsere Augen sehen nach dir.
2.Chronik 20,12

Lehrtext
Jesus sprach zu den zweiundsiebzig Jüngern: Wenn ihr in ein Haus kommt, sprecht zuerst: Friede sei diesem Hause!
Lukas 10,2.5

Impuls für den Tag
„An Gottes Segen ist alles gelegen“ heißt es, andersherum gedacht: „Ohne“ geht gar nichts…. Und Psalm 127 beginnt so: „Wenn der Herr nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen.“ Dann nämlich könnte es so ausgehen wie beim Turmbau zu Babel, wo eben der „gute Geist“ fehlte und der dann kläglich scheiterte.
Wir können das auch erleben, wenn wir gar nicht ausdrücklich Gottes Hilfe suchen oder erfahren: Sofern wir im Chaos, im hektischen Durcheinander oder auch in innerem Unfrieden etwas „stemmen“ wollen, dann wird man unserm Tun diesen „Ungeist“ anmerken. Es gibt so manchen, der uns irgendeinen wie immer gearteten „Frieden“ predigen will, das aber mit zornigem Innern, mit harschen Worten, aus der eigenen Aggressivität heraus tut: Das ist schlicht unglaubwürdig, und der postulierte „Friede“ ist nichts als verbrämte Gewalt.
Sehr wichtig also, in welchem Geist wir beginnen, aus welchem Geist heraus wir denken und reden. Manchmal, wenn wir’s bemerken, dass wir „mit uns selber uneins“ sind, kann es sogar besser sein, erstmal gar nichts zu tun. Aktionismus ist in geistlichen, auch in geistigen Dingen nie gut.

Friedemann Neef, Roßwein

Impuls für Sonntag, 18. Mai 2025

Losung
Der HERR kennt die Gedanken der Menschen: Sie sind nur ein Hauch!
Psalm 94, 11

Lehrtext
Niemand betrüge sich selbst. Wer unter euch meint, weise zu sein in dieser Welt, der werde ein Narr, dass er weise werde. Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit bei Gott.
1. Korinther 3, 18–19

Impuls für den Tag
Was wäre, wenn einer wirklich wüsste, was ich denke, bevor ich selbst den Faden finde? Wenn einer mit dem Ohr an meinem Innersten lauschte und – wer weiß – staunend hörte? Einer, der sich alles anhört: das Zerknitterte, das Unfertige, das kurz Aufleuchtende; der die Gedanken kennt, ehe ich davon weiß: die, die mich aufrichten, und die, die mich knicken; Angst und Ahnung, Schuld und Sehnsucht; und dann sagt er: „Ich weiß. Und ich bleibe. Trotzdem.“ Denn er war schon immer da, hat mich gefunden, lange bevor ich mich selbst gefunden habe. Und obwohl er alles weiß – alle meine Umwege, schrägen Konstruktionen, alle Gedankentrümmer, aus denen ich mich täglich neu erfinde – hat er nicht weggesehen. Nicht mal gezuckt. Sondern still genickt. Und bestimmt geschmunzelt. Als hätte ich versucht, mit Papierfliegern den Himmel zu vermessen. Als wüsste er, dass meine größten Theorien nur Staub sind und mein Stolz ein Hauch – warm ausgeatmet an einem kalten Morgen, kurz da und dann verflogen. Trotzdem fängt er ihn auf, um zu zeigen, dass er mit weniger schon Welten gebaut hat; dass er mit meiner Torheit etwas anfangen kann, was er dann mit Liebe vollendet.

Sebastian Schirmer, Leipzig

Impuls für Samstag, 17. Mai 2025

Losung
Die Gnade des HERRN währt von Ewigkeit zu Ewigkeit über denen, die ihn fürchten, und seine Gerechtigkeit auf Kindeskind bei denen, die seinen Bund halten.
Psalm 103,17-18

Lehrtext
Weil du mein Wort bewahrt hast, das dir die Kraft gibt, auszuharren, werde auch ich dich bewahren in der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird, die Erdenbewohner zu versuchen.
Offenbarung 3,10

Impuls für den Tag
„Und führe uns nicht in Versuchung.“ So beten wir beim Vaterunser. Diese sechste Bitte verstand ich lange Zeit nicht, bis ich die Erklärung von Martin Luther im Kleinen Katechismus las:
„Gott versucht zwar niemand; aber wir bitten in diesem Gebet, dass uns Gott behüte und erhalte, damit uns der Teufel, die Welt und unser Fleisch nicht betrüge und verführe in Unglauben, Verzweiflung und andere große Schande und Laster; und wenn wir damit angefochten würden, dass wir doch endlich gewinnen und den Sieg behalten.“
Mit meinen Worten: Gott freut sich nicht daran, wenn ein Mensch an der Versuchung scheitert.
Er weiß aber um die Gefahren, die in der Welt durch die Wahlmöglichkeit zwischen Gut und Böse vorhanden sind. So sollen wir standhaft bleiben in der Stunde der Versuchung. Das geschieht, wenn wir an Gottes Wort fest halten und es bewahren. Valerius Herberger, der heute Namenstag hat, formulierte im 17. Jahrhundert:
Valet will ich dir geben, du arge, falsche Welt;
dein sündlich böses Leben durchaus mir nicht gefällt. Im Himmel ist gut wohnen, hinauf steht mein Begier, da wird Gott herrlich lohnen dem, der ihm dient allhier.

Michael Tetzner, Frohburg

Impuls für Freitag, 16. Mai 2025

Losung
Ich will hoffen auf den HERRN, der sein Antlitz verborgen hat vor dem Hause Jakob.
[Jesaja 8,17]

Lehrtext
Sie sind doch Israel, das von Gott erwählte Volk. Ihnen gehört das Vorrecht, Kinder Gottes zu sein. Ihnen offenbarte er seine Herrlichkeit. Mit ihnen hat er wiederholt seinen Bund geschlossen. Ihnen hat er sein Gesetz gegeben und die Ordnungen für den Opferdienst zu seiner Verehrung. Ihnen hat er das künftige Heil versprochen.
[Römer 9,4]

Impuls für den Tag
Ein Sprichwort sagt: Die Hoffnung ist unser, der Ausgang Gottes. Diese Erfahrung konnte ich in den letzten Wochen in der schweren Krankheitsphase meiner lieben Mutti, die im April heimgegangen ist, machen. Aber auch das sind Teile unseres Glaubens, vor allem wenn es uns nicht gut geht, wir gar Leid und Trauer erfahren. Scheinbar hat Gott sein Antlitz verborgen.
Das Besondere an diesem Losungsvers ist, dass der Prophet noch während er Gottes Nähe schmerzlich vermisst, an der Hoffnung festhält, dass Gott sich zeigen wird, dass am Ende auch die schwere Zeit, keine Zeit ohne Gott ist. Es ist nicht immer das glückliche Ende, das wir uns wünschen – gerne hätte ich meine Mutti noch. Aber auch im Scheitern, auch in Krankheit und Trauer hat Gott versprochen da zu sein, seine Nähe zu schenken.
Wir durften das immer wieder erfahren. Es ist ein Geschenk, wenn wir in solchen Stunden, die Hoffnung aufrecht halten können: Gott wird bei uns sein, auch dann!
Im HERRN liegt unsere Zuversicht und in ihm liegt unsere Hoffnung allezeit. Dass uns diese Botschaft kräftigt, stärkt und tröstet und zur Freude ermutigt, dass wünsche ich heute uns allen. Amen.

Thomas Meyer aus Roßwein

Impuls für Donnerstag, 15. Mai 2025

Losung
Ein geängstetes, zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten.
Psalm 51,19

Lehrtext
Jesus sprach: Der Zöllner stand ferne, wollte auch die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus.
Lukas 18,13-14

Impuls für den Tag
Manche Fouls werden im Fußball hart bestraft: Wenn zum Beispiel ein Spieler schon am Boden liegt und der Gegenspieler tritt ihn mit dem Fuß. Da ist ein Platzverweis angesagt. Dahinter steckt das gesunde Empfinden von Menschen: Wer am Boden liegt, den tritt man nicht, der genießt Schutz!
Was menschliches Empfinden ist, gehört bei Gott zu seinem Wesen. Und der Beter weiß darum. Er wendet sich an den Gott, von dem er grenzenloses Erbarmen erwartet.
Wer Gott so sehen lernt, der erlebt wie das eigene Leben befreit wird, gerechtfertigt – wie es der Zöllner im Gleichnis erlebt, der quasi mit leeren Händen vor Gott steht.
Lassen wir uns doch heute aufrichten von einem Gott, der mir die Hand reicht, wenn ich am Boden liege und mich nach oben zieht, wenn ich alleine nicht voran komme.

Michael Karwounopoulos/Bad Urach

Impuls für Mittwoch, 14. Mai 2025

Losung
Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten.
Psalm 139,9-10

Lehrtext
Paulus sprach: Letzte Nacht stand plötzlich ein Engel vor mir – ein Engel des Gottes, dem ich gehöre und dem ich diene. Er sagte: „Hab keine Angst, Paulus! Du musst noch vor den Kaiser treten. Deinetwegen schenkt Gott auch all denen das Leben, die mit dir auf dem Schiff sind.
Apostelgeschichte 27,23-24

Impuls für den Tag

Marathonläufer
Weil ich schon immer gut rennen konnte.
Und rennen so viel leichter ist als aushalten.
Renne ich.
Und hoffe, keiner bemerkts.
Hoffe, keiner bemerkts, wie ich lieber bis ans Ende der Welt renne.
Als bei dir zu bleiben und auszuharren.
Die Stille auszuhalten.
Unbewegt.
Unbewegt sitze ich in meinem Versteck.
Verschnaufpause.
Nackt zwischen den Bäumen im Garten, wie Adam und Eva.
Lass mich allein.
Doch dir bricht es das Herz, mich so zu sehn.
Du umarmst mich.
ŒDas Gerenne hat doch keinen Sinn sagst du ohne es auszusprechen.
Du nimmst sie mir ab die Flügel der Morgenröte.
Du verwurzelst mich, aber drückst mir vertrauensvoll eine Säge in die Hand.
Falls ich wieder rennen will.

von Christian Stoll aus Rostock

Impuls für Dienstag, 13. Mai 2025

Losung
Ich freue mich über dein Wort wie einer, der große Beute macht.
Psalm 119,162

Lehrtext
Das Himmelreich gleicht einem Schatz, verborgen im Acker, den ein Mensch fand und verbarg; und in seiner Freude geht er hin und verkauft alles, was er hat, und kauft den Acker.
Matthäus 13,44

Impuls für den Tag
Für mich gibt es Worte, die sind wirkliche Schätze.
Zum Beispiel mein Konfirmationsspruch. Er wurde mir von unserem Pfarrer herausgesucht und zugesprochen und hängt über meinem Arbeitplatz. Bei Psalm 26,5 heißt es: “ Herr ich habe lieb, die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt.“ Ich war damals sehr aktiv in der Gemeinde im Chor, Flötenkreis u.v.m. Ich fühlte mich gesehen als ich ihn bekam. Er ist für mich Stärkung und Trost, wenn mir manchmal der Gang zur Kirche schwer fällt und die Probleme mich überrollen wollen. Er begegnete mir in einer Kirche am Eingangstor und ich fühlte mich in dem Kirchlein wohl. Gottes Wort hat Strahlkraft und es steht nicht nur für die fröhlichen Tage. Es kennt alle Lebenslagen und will uns durch tragen. So kann auch ein Losungswort und auch die Jahreslosung ein ganz persönlicher Zuspruch sein. Ich erlebte zum Beispiel auch 2023. “ Du bist ein Gott der mich sieht“, 1. Mose 16,13. – Es wurde ein Jahr der Entscheidungen zum Guten hin. Diese Erfahrungen wünsche ich Ihnen. Die Herrnhuter Brüdergemeine sucht auch kostenlos die Tageslosungen für besondere Tage auf Anfrage heraus. Eine Gelegenheit diesen Schatz zu entdecken.

Claudia Tetzner, Frohburg

Impuls für Montag, 12. Mai 2025

Losung
Wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR.
Jeremia 29,13-14

Lehrtext
Und siehe, eine Frau, die seit zwölf Jahren den Blutfluss hatte, trat von hinten an ihn heran und berührte den Saum seines Gewandes. Denn sie sprach bei sich selbst: Wenn ich nur sein Gewand berühre, so werde ich gesund. Da wandte sich Jesus um und sah sie und sprach: Sei getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und die Frau wurde gesund zu derselben Stunde.
Matth. 9,20-22

Impuls für den Tag

Sie ist eine stille, leise, unauffällige Frau. Ihre Not ist groß. Niemand konnte ihr bisher helfen. Aber sie gibt nicht auf. So vertraut sie auf Jesus als ihren Retter und wird nicht enttäuscht. Ihr Vertrauen wird belohnt. Und so stimmt sie ein in das Lied ihrer Väter und Mütter:
Ich liebe den Herrn, denn er hört, wenn ich rufe.
Weil er ein offenes Ohr für mich hat, will ich zu ihm beten, solange ich lebe!
Der Tod hatte bereits seine Hand nach mir ausgestreckt, die Schrecken des Grabes griffen nach mir. Ich sah keinen Ausweg mehr.
Da rief ich den Namen des Herrn an: ŒHerr, rette mich!
Der Herr ist freundlich und gerecht!
Barmherzig ist unser Gott!
Der Herr beschützt die Menschen, die hilflos sind.
Ich war schwach, doch er hat mich gerettet.
Jetzt kann ich wieder ausruhen, denn der Herr war gut zu mir.
Er hat meine Seele vor dem Tode bewahrt,
meine Augen vor den Tränen und meine Füße vor dem Stolpern.
Ich darf in der Nähe des Herrn sein, solange ich lebe! (Psalm 116,1-9)

Renate Henke, Pfarrerin