Impuls für Dienstag, 28. April 2026

Losung
Ach, Herr, du großer und schrecklicher Gott, der du Bund und Gnade bewahrst denen, die dich lieben und deine Gebote halten! Wir haben gesündigt und Unrecht getan.
Daniel 9,4-5

Lehrtext
Jesus Christus spricht:
Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.
Johannes 6,37

Impuls für den Tag
Vor nun bald 30 Jahren arbeitete ich für vier Wochen in einer christlichen Suchtberatungsstelle vom Blauen Kreuz. In diesen wenigen Tagen sah ich viele Menschen, die durch Alkoholmissbrauch in schlimme Situationen geraten waren. Aus eigener Kraft war es schwer herauszukommen. Sie brauchten Hilfe. Die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter vom Blauen Kreuz gaben ihr Bestes. Praktische Hilfe, Selbsthilfe- gruppen, Rüstzeiten und vieles mehr boten sie an und führten sie durch. Sie wussten aber dabei sehr genau, dass ihre Möglichkeiten zu helfen begrenzt sind. Der Griff des Alkohols ist stark. Man entkommt ihm nicht einfach so. Umso schöner war es, dass dort immer wieder Menschen frei vom Alkohol wurden. Ich selber habe einige von ihnen persönlich kennen- gelernt. Es waren spannende Lebenszeugnisse. Sie berichteten, dass ihnen der Glaube an Jesus Christus geholfen hat, frei vom Alkohol zu werden und ein neues Leben zu beginnen – ihre ganz eigene Art der Erfahrung einer Auferstehung. Diese und andere Berichte bezeugen, dass der Lehrtext von heute nicht nur leere Worte beinhaltet. Jesus Christus stößt wirklich niemanden von sich, der zu ihm kommt, weder den vom Alkohol Abhängigen noch sonst jemanden. Aber dabei bleibt es eben nicht. Bei Jesus Christus gibt es nicht nur bedingungslose Annahme. Er erneuert auch und hilft zum Leben auf. Den Mitarbeitern vom Blauen Kreuz war klar: Annahme und Erneuerung für jeden, der zu ihm kommt, das macht Jesus Christus. Und wenn er niemanden aufgibt, dann dürfen wir es auch nicht tun.

Jörg Matthies, Marbach

Impuls für Montag, 27. April 2026

Losung
Zeige deinen Knechten deine Werke und deine Herrlichkeit ihren Kindern.
Psalm 90,16

Lehrtext
Seht die Lilien wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch aber, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen.
Lukas 12,27

Impuls für den Tag
Das ist schon ein starkes Stück wie Jesus das Kleid von Salomo (königlich noch dazu) abwertet. Wir wissen alle, wie wertvoll durch das Material ein Königsmantel sein kann und wie viel Arbeit hinter den Stickereien steckt. Jedoch sagt Jesus, schaut euch um, was um euch rum wächst. Meint er, dass wir unseren Blick abwenden sollen, von den Äußerlichkeiten, wie so Kleider sein können? Wir sollen doch nach den Blumen, hier nach den Lilien, schauen: Wie schön sind sie? Ja, das Herz erfreut sich im Frühling, wenn im Garten Tulpen und Narzissen blühen. In der Botschaft Jesu, wie in der Lösung, geht es auch um Vergänglichkeit. Die Blumen werden verwelken, auch im Psalm weiter oben. Der König ist Tod, der Mantel bleibt! Es hört sich hart an, oder?
Jesus ermuntert uns nach dem wesentlichen zu schauen: Die Wunder Gottes. Ja, den Blick mal abzuwenden und die einfachen Dinge des Lebens zu betrachten, die Gott erschaffen hat, auch uns Menschen. Warum machen wir uns das Leben gegenseitig manchmal so schwer? Und vergessen, die Werke und Wunder Gottes zu sehen?
Als ich nach Ostern in Finnland mit den Langlaufskiern unterwegs war, habe ich mich gewundert, wie still es dort war. Eine ungewöhnliche Stille, die mir gezeigt hat, dass es was anderes gibt als den bewegten Alltag. Nämlich eine Welt um mich herum, die es verdient hat, bewundert zu werden und wofür ich dankbar bin. Gottes Wunder!
Amen

Sophie Heinzelmann, Hainichen

Impuls für Sonntag, 26. April 2026

Losung
Gott hat den Menschen aufrichtig gemacht; aber sie suchen viele Künste.
Prediger 7,29

Lehrtext
Es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen und erzieht uns, dass wir absagen dem gottlosen Wesen und den weltlichen Begierden und besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt leben.
Titus 2,11-12

Impuls für den Tag
Wenn ich die Worte der Losung höre, spüre ich, wie wahr sie für mein Leben sind. Ich bin eigentlich aufrichtig gedacht – klar, offen, mit einem Herzen, das weiß, was ihm guttut. Und doch verliere ich mich manchmal in den „vielen Künsten“ des Alltags: in Ablenkungen, im schnellen Griff zum Handy, in Dingen, die mich von mir selbst entfernen.

Aber das ist nicht die Kunst, die mich lebendig macht. Die echte Kunst ist die, die mich berührt: ein Chor, der mir Gänsehaut schenkt, ein Klang, der mein Innerstes erreicht. In solchen Momenten ahne ich, was Schöpfungskraft bedeutet – eine tiefe, ehrliche Verbindung, die mich aufrichtet.

Gottes Gnade erscheint allen Menschen. Sie ruft mich nicht streng zurück, sondern liebevoll. Sie erinnert mich daran, dass ich loslassen darf, was mich verstrickt, und mich neu ausrichten kann auf das, was trägt: Besonnenheit, Gerechtigkeit und ein Leben aus der Tiefe.

Dann gehe ich hinaus in die Natur, mit meinem kleinen Hund Apoll. Im Wind, im Duft der ersten Blumen, im leisen Werden des Frühlings finde ich zurück zu meiner Mitte – und zu Gott. Mögest du heute in all dem Trubel still werden, die Ablenkungen loslassen und die leisen Worte Gottes in deinem Herzen hören. Amen.

Christiane Ranft, Neugepülzig

 

Impuls für Samstag, 25. April 2026

Losung
Das Erdreich erschrickt und wird still, wenn Gott sich aufmacht zu richten, dass er helfe allen Elenden auf Erden.
Psalm 76,9-10

Lehrtext
Das Evangelium muss zuvor gepredigt werden unter allen Völkern.
Markus 13,10

Impuls für den Tag
Was die Bibel über das Ende der Welt sagt, ist ein großes Geheimnis. Schockierend, tröstlich, furchtbar, wunderschön — zumindest bei mir lösen diese Aussagen immer wieder ein Wechselbad der Gefühle aus. Dass das Erdreich erschrickt und still wird, entfacht in mir einerseits trotzigen Triumph: Dann werden diejenigen, die anderen Menschen so viel Leid antun, endlich zurecht gewiesen. Dann müssen die Waffen schweigen. Dann ist ein für alle Mal Schluss mit Ungerechtigkeit. Andererseits erschrecke ich aber selbst und verstumme angesichts der Gerechtigkeit Gottes: Denn auch ich gehöre nicht immer zu den Guten. Auch durch mich wurde anderen Unrecht getan.

Gott macht sich auf, um allen Elenden auf Erden zu helfen: Denjenigen, die leiden — unter der Gewalt, die andere ihnen antun, und unter der Gewalt, die sie selbst anderen antun. Genau das ist die frohe Botschaft des Evangeliums, die wirklich alle hören sollen, bevor das Ende kommt: Jeder Mensch braucht Hilfe. Es ist kein Problem, wenn wir uns auf der Seite wiederfinden, die erschrickt und verstummt, wenn Gott seine Gerechtigkeit walten lässt. Und gleichzeitig erleichtert jubeln, weil endlich Rettung aus unserem Elend naht. Ich glaube, dass beides zur frohen Botschaft dazu gehört: Gäbe es nichts zu vergeben, müssten wir nicht erschrecken. Aber weil wir Vergebung nötig haben, können wir umso dankbarer den willkommen heißen, der uns gerne vergibt und an unserer Stelle den Preis für unsere Schuld bezahlt hat.

Johanna Seidel, Moosheim

 

Impuls für Freitag, 24. April 2026

Losung
Pflüget ein Neues und säet nicht unter die Dornen!
Jeremia 4, 3

Lehrtext
Jesus sprach: Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.
Lukas 9, 62

Impuls für den Tag
Der Platz vor unserem alten Hühnerstall soll ein kleiner Gemüsegarten werden. Mit einem hübschen Staketen- zaun drumherum, sodass unsere buddelnden Mini-Hunde und die Bagger der Kinder nicht unbedingt mit helfen können, wenn gepflanzt und gesät wird. Doch zuerst musste der Boden vorbereitet werden. Die erste Überlegung war Pappe auszulegen und den Boden nicht umzugraben. Doch beim genaueren Hinsehen wurde klar, hier muss der Spaten ran, denn die Wurzeln von Brennnesseln waren weiter verbreitet als zuerst angenommen und würden immer wieder zu wachsen beginnen. Und so wurde schließlich gebuddelt, teilweise auch mit den Baggern, die eigentlich draußen bleiben sollten. Alle Wurzeln, Steine und was sonst noch so zum Vorschein kam, wurde entfernt. Übrig blieb lehmiger Boden, der mit Kompost versorgt, bereit war für die ersten Samenkörner und Pflanzen. Zufrieden betrachteten wir den kleinen Garten, der entstanden war.

Auch unsere Losung sagt, dass wir einen neuen Platz vorbereiten sollen und nicht unter Dornen säen. Hier geht es jedoch nicht um Radieschen, Möhren und Co, sondern um Gottes Wort. Der Acker ist unser Herz, welches es gilt vorzubereiten, sodass Gottes Wort darin aufgehen kann und Wurzeln bildet, ohne gleich erstickt zu werden.
Nehmen wir uns die Zeit fürs Bibellesen, Beten, Gemeinschaft haben und Stille und lassen Gottes Wort in unserem Herzen wachsen.

Sandra Barthel, Raußlitz

 

Impuls für Donnerstag, 23. April 2026

Losung
Der Himmel ist der Himmel des HERRN; aber die Erde hat er den Menschenkindern gegeben.
(Psalm 115,16)

Lehrtext
Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater, von dem jedes Geschlecht im Himmel und auf Erden seinen Namen hat.
(Epheser 3,14-15)

Impuls für den Tag
„Unsere Fragen zum Christentum“ steht oben auf dem Zettel. Die Jugendlichen sitzen mit Schreibblock und Stift in der Kirchenbank. Sie hören, was ich ihnen antworte, und schreiben dabei mit. Eine Frage heißt: Wie lange und wie oft beten Sie am Tag? Ich überlege und dabei fällt mir auf: Ich bete ziemlich oft am Tag mit anderen Menschen zusammen – vor der Dienstberatung oder nach dem Trauergespräch, zur Wochenandacht oder zum Friedensgebet. Doch mein persönliches Gebet das „schiebt“ sich eher an die Ränder des Tages. Meistens nutze ich das Glockengeläut am Morgen und am Abend zum Beten. Wie lange das dauert? Ich habe keine Ahnung!

Eine besondere Form des Gebetes wird nun im Epheserbrief beschrieben. Hier beugt jemand seine Knie vor dem Vater. Auch das ist mir nicht unbekannt. Ein Gebet mit gebeugten Knien, das ist für mich ein besonderer Moment. Gott hört deshalb mein Beten nicht deutlicher. Aber ich selbst bringe so bewusster vor Gott, was mir auf der Seele liegt. Ich gebe mich ganz in das Gebet und in die Zeit mit Gott hinein.

Das alles erzähle ich auch den Jugendlichen. Und dabei hoffe ich, dass sie es sich nicht nur aufschreiben und im Ethikhefter abheften. Sondern sich auch zu Herzen nehmen, dass unser Beten zu Gott etwas ganz Besonderes, etwas sehr Innigliches sein kann. Amen.

Heiko Jadatz, Roßwein

 

Impuls für Mittwoch, 22. April 2026

Losung
Du erkennst ja in deinem Herzen, dass der HERR, dein Gott, dich erzogen hat, wie ein Mann einen Sohn erzieht.
5.Mose 8,5

Lehrtext
Alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit.
2.Timotheus 3, 16

Impuls für den Tag
Die Kinderbuchautorin Astrid Lindgren mit ihren Geschichten von Michel, Pippi Langstrumpf, Ronja und wie sie alle heißen mögen kennen sicher viele von uns. In ihrem Buch: „Das entschwundene Land“ erzählt sie von ihrer eigenen Kindheit in Schweden und von ihren Eltern. Sie schreibt: „Zweierlei hatten wir, dass unsere Kindheit zu dem machte, wie sie war – Geborgenheit und Freiheit“. Astrid Lindgren, als Kind selbst unangepasst, wild, frei, den Kopf voller Ideen und Träume wie die Helden ihrer Kinderbücher, wusste wovon sie schrieb. Als junges Mädchen bekam sie ein Kind von einem verheirateten, viel älteren Mann. Damals ein Skandal. Die Eltern, ehrliche, gläubige Menschen, hatten sie hier versagt? Astrid musste ihren Sohn fernab der Heimat in Kopenhagen zur Welt bringen und dort über drei Jahre bei einer Pflegemutter lassen, weil dieses Kind nicht in die Normen und Regeln der schwedischen Provinz passte. Das zerriss ihr fast das Herz. Astrid liebte ihren Vater. Aber sie stellte klar: Ich komme nur wieder, wenn auch mein Kind willkommen ist. Es hat den Vater viel Kraft gekostet, aber die Liebe zu seiner Tochter war stärker, gegen alle Regeln und Vorbehalte. Er bekannte sich zu Astrid und ihrem Sohn. Erhobenen Hauptes kam er mit seiner ganzen Familie, das Enkelkind stolz auf dem Arm, zum Sonntagsgottesdienst. Vorbei an den fragenden, missbilligenden Blicken der anderen. Geborgenheit und Freiheit und grenzenlose Liebe, das möchte ich auch bei Gott finden.

Angelika Schaffrin, Marbach

 

Impuls für Dienstag, 21. April 2026

Losung
Gott, du bleibst, wie du bist, und deine Jahre nehmen kein Ende.
Psalm 102,28

Lehrtext
Dem alleinigen Gott, unserm Heiland durch unsern Herrn Jesus Christus, sei Ehre und Majestät und Gewalt und Macht vor aller Zeit, jetzt und in alle Ewigkeit! Amen.
Judas 1,25

Impuls für den Tag
Wie gut, dass es Verlässliches gibt!
In einer Zeit, in der sich vieles derart schnell verändert, manches, das gestern noch versprochen wurde, heute schon nicht mehr wahr ist, Lügen und Betrügen häufig zum „guten Ton“ zu gehören scheinen, ist das wohl nötiger als je. Denn wir alle brauchen etwas, woran wir uns orientieren, an dem wir uns festhalten können.
Das mögen Rituale sein: Zeit für gemeinsame Mahlzeiten mit der Familie vielleicht, Spaziergänge, die Gewissheit manches Bleibenden, wie der Wechsel der Jahreszeiten, regelmäßige Andachten und Gebete… Aber auch solche Rituale sind ja nur ein Abbild von etwas Tieferem, sind nur ein Tor, ein Zugang zu etwas Größerem dahinter. Das muss ich mir immer wieder vor Augen führen, denn auch meine regelmäßigen Gewohnheiten, so sinnvoll sie sein mögen, können sich ändern – und sollten es von Zeit zu Zeit vielleicht auch. Selbst der Wechsel der Jahreszeiten ist angesichts des Klimawandels längst nicht mehr „in Stein gemeißelt“, Veränderungen zum Guten wie zum Schlechten gehören zum Leben dazu.
Eins aber wird immer bleiben: Gott ist, wie er ist, wie er von Anfang an war und wie er ewig sein wird. Das können wir uns natürlich nicht vorstellen, wir Menschen mit unserem begrenzten Denken. Aber glauben dürfen wir es! Und in dieser Zuversicht gelassener mit all‘ dem Hin und Her um uns herum umgehen…

Friedemann Neef, Roßwein

 

Impuls für Montag, 20. April 2026

Losung
Haltet mich nicht auf, denn der HERR hat Gnade zu meiner Reise gegeben.
1. Mose 24, 56

Lehrtext
Jesus sprach: Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, werde ich ihn zu euch senden.
Johannes 16, 7

Impuls für den Tag
„Hat der alte Hexenmeister / Sich doch einmal wegbegeben! / Und nun sollen seine Geister / Auch nach meinem Willen leben.
Seine Wort und Werke / Merkt ich, und den Brauch,
Und mit Geistesstärke / Tu ich Wunder auch.

Walle! walle / Manche Strecke,
Daß, zum Zwecke, / Wasser fließe,
Und mit reichem vollem Schwalle,
Zu dem Bade sich ergieße.“
(aus: J.W. Goethe, Der Zauberlehrling)

Diese Zeilen sind sicherlich vielen gut bekannt. Ebenso wie der Ausgang dessen, was der übermütige Zauberlehrling während der Abwesenheit des Meisters beginnt. Hat Goethe hier vielleicht einen menschlichen Wesenszug in Worte gegossen – gerade angesichts manchen Chaos‘, das Menschen im allzu menschlichen Übermut erwirken? Und wäre es nicht eigentlich besser, wenn der Herr und Meister nicht weggehen würde – schon gar nicht der Herr und Meister aller Geister!?
Aber Gott hat nicht nur Gnade zur Reise Jesu gegeben, sondern auch zu deiner und meiner – gehalten, getröstet und geleitet von einem Geist, der hilft, beständig und demütig zu lernen, damit wirklich wahr werden kann, dass Menschen…
„Auch nach [s]einem Willen leben.
Seine Wort und Werke / Merk[en], und den Brauch,
Und mit Geistesstärke / Tu[en] Wunder auch.“

Sebastian Schirmer, Leipzig

 

Impuls für Sonntag, 19. April 2026

Losung
Ich will das Verlorene wieder suchen und das Verirrte zurückbringen und das Verwundete verbinden und das Schwache stärken.
Hesekiel 34,16

Lehrtext
Ihr irrtet umher wie Schafe, doch jetzt seid ihr zurückgekehrt zum Hirten, zum Beschützer eurer Seelen.
1.Petrus 2,25

Impuls für den Tag
Die Losung ist heute wieder mal ein Volltreffer. Warum? Heute ist der Sonntag vom guten Hirten, auf lateinisch: Misericordias Domini, von der Barmherzigkeit des Herrn. Und genau darum geht es in der Losung aus dem Propheten Hesekiel.
„Das Verlorene wird wieder gesucht, das Verirrte zurückgebracht, das Verwundete verbunden und das Schwache gestärkt.“ Verdeutlicht wird es mit Blick auf eine Schafherde, wo der Hirte genau diese Aufgaben hat. Im Blick auf die Gemeinde gibt es daher auch den Hirtendienst. Deutlich wird es an der Bezeichnung: Pastor, zu Deutsch: Hirte.

Als Pfarrerskind wurde ich in der Schule oft gehänselt und verspottet: Na, du Pastorskind!
Als ich das meinen Eltern klagte, versuchten sie mich zu beruhigen und erklärten mir die Übersetzung. Wenigstens wusste ich, dass es eigentlich kein Schimpfwort ist, sondern ein Titel. Und trotzdem tat die Beschimpfung weh.

Da ich nun seit 32 Jahren selbst Pfarrer, also Pastor bin, will ich das Verlorene suchen, das Verirrte zurückbringen, das Verwundete verbinden und das Schwache stärken. Dabei weiß ich mich selbst vom guten Hirten Jesus Christus gut versorgt, der für mich einspringt, wenn ich versage. Denn letztlich wird er das Verlorene suchen, das Verirrte zurückbringen, das Verwundete verbinden und das Schwache stärken.

Michael Tetzner, Frohburg