Impuls für Sonntag, 16. April 2023

Losung
Erhebt den HERRN, unsern Gott, betet an vor dem Schemel seiner Füße, denn er ist heilig.
Psalm 99, 5

Lehrtext
Als die Apostel gebetet hatten, erbebte die Stätte, wo sie versammelt waren, und sie wurden alle vom Heiligen Geist erfüllt und redeten das Wort Gottes mit Freimut.
Apostelgeschichte 4, 31

Impuls für den Tag

Eine WhatsApp auf meinem Handy: ŒHallo, können wir mal reden? ŒKlar, ruf mich einfach an. Wenig später höre ich die vertraute Stimme am Telefon. Sie hat viel zu erzählen. Ich höre die meiste Zeit zu. Manchmal ist es auch andersherum. Dann brauche ich jemand zum Reden, jemand bei dem ich Dampf ablassen kann, der sich mit mir freut oder eben nur zuhört. Es ist gut ein Gegenüber zu haben, eine Resonanz zu bekommen, auch wenn es nur am Telefon ist. So möchte ich auch mit Gott reden können. Zuhören klappt schon ganz gut. Aber wie bekomme ich eine Antwort? Ehrlich gesagt, ich erlebe es selten, dass nach meinem Gebet sich irgendetwas ganz Großes ereignet. Manchmal hab ich auch den Eindruck ich rede ins Leere. Vielleicht mach ich da ja was falsch. Vielleicht ist es aber auch ganz anders. Vielleicht sitzt ER gerade neben mir und schaut mir zu, während ich diese Zeilen schreibe. Vielleicht ist er auch die Person, deren Nummer ich gewählt habe, die mir nur zuhört und so dafür sorgt, dass ich wieder klar denken kann. Vielleicht nimmt ER meine Gebete ernster als ich mir vorstellen kann, einfach so … weil ER Gott ist.

Bezirkskatechetin Angelika Schaffrin, Marbach

Impuls für Samstag, 15. April 2023

Losung
Gott ist weise und mächtig; wer stellte sich ihm entgegen und blieb unversehrt?
Hiob 9,4

Lehrtext
Ja, lieber Mensch, wer bist du denn, dass du mit Gott rechten willst?
Römer 9,20

Impuls für den Tag

Ganz schön ernüchternd, diese Worte, nicht wahr?
Wenn man so etwas gesagt kriegt, fühlt man sich klein, macht- und hilflos. Und ganz schnell merke ich, wie sich da innerer Widerspruch regt, will ich doch das Heft des Handelns gern in der Hand behalten.
Doch Gott gegenüber ist es uns gut, immer mal wieder auf unser Maß gestutzt zu werden. Denn trotz aller unserer Vorstellungen und Bilder von ihm haben wir in Wirklichkeit keine Ahnung. Aber muss mich das frustrieren? Es könnte ja stattdessen zur Erleichterung führen: Ich darf loslassen, ich muss gar nicht immerzu „mit Dingen umgehen, die mir zu wunderbar und zu hoch sind“, wie es der Beter von Psalm 131 seinem Gott anvertraut.
Und damit sind wir beim Entscheidenden: Dass ich lerne, diesem mächtigen Gott, den ich nie verstehen werde, zu vertrauen.
Die Holländerin Corrie ten Boom hat unser Leben mal mit einem wunderbaren Teppich verglichen, den Gott webt. Wir aber sehen nur dessen Unterseite, mit der wir nichts anfangen können. Also wirklich: Haben wir nicht gerade Ostern gefeiert und über die Wendung aller Aussichtslosigkeit gestaunt?

Friedemann Neef, Roßwein

Impuls für Freitag, 14. April 2023

Losung
Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, dass ich dem David einen gerechten Spross erwecken will. Der soll ein König sein, der wohl regieren und Recht und Gerechtigkeit im Lande üben wird.
Jeremia 23,5

Lehrtext
Christus erlöste die, die durch Furcht vor dem Tod im ganzen Leben Knechte sein mussten.
Hebräer 2,15

Impuls für den Tag

Von Königinnen und Königen gibt es ja vielerlei Arten: Da gibt es mutige, wie David und Ester; es gibt kluge, wie Salomo; dann wieder gibt es eigensinnige und Tyranninnen, wie den Pharao beim Auszug aus Ägypten oder andere, die in unseren Tagen ihr Unwesen treiben; ein bunter Blumenstrauß – nicht jede Blüte darin ist besonders schön anzusehen. Wohl zu allen Zeiten. Aber es wäre doch wunderbar, wenn jemand die Grenzen der Freiheit meiner Nächsten achten würde; wenn jemand wüsste, dass niemand zurückbleiben soll und sogar Kinder mit einer besonderen Weisheit begabt sind. Wäre doch wunderbar, wenn solche Rechte in der Gerechtigkeit eines:r Herrschers:in vorkämen, oder etwa nicht!?
Nun, Gott scheint auch dieser Meinung. Darum hat er das Königtum demokratisiert. Klingt komisch. Ist aber so. Denn alle, die Christus ihren König nennen, zählen zu jenem „Spross“ von dem Jeremia spricht – berufen, erweckt, um wohl zu regieren und Recht und Gerechtigkeit im Lande zu üben. Du und ich, allesamt keine Knechte mehr, sondern die, die ihrem König nacheifern, einem mutigen, klugen und gerechten – um an einer Zeit zu bauen, die sich daran macht, die Furcht zu vertreiben.

von Pfarrer Sebastian Schirmer aus Leipzig

Impuls für Donnerstag, 13. April 2023

Losung
HERR, nach deiner großen Barmherzigkeit hast du mit deinem Volk nicht ein Ende gemacht noch es verlassen.
[Nehemia 9,31]

Lehrtext
Jesus spricht: Ich lebe, und ihr sollt auch leben.
[Johannes 14,19]

Impuls für den Tag

Vielleicht haben Sie auch schon mal die Situation erlebt, wo Sie jemanden etwas Schlechtes angetan haben und sie mit einer gehörigen Bestrafung rechnen. Doch es passiert nichts, diese Sache wird einfach übergangen. Wie gut, denken Sie, das wäre sonst äußerst unangenehm geworden.
Auch in unserer heutigen Losung klingt so eine Situation an. Das Volk Israel hat wieder einmal … wie so oft … große Sünde auf sich geladen. Und Gott? Er hat in seiner großen Barmherzigkeit wieder einmal … wie so oft … seinem Volk kein Ende gemacht, noch es verlassen. So lesen wir im 9. Kapitel im Buch Nehemia, welches mit ŒBußgebet des Volkes überschrieben ist.
Geht es uns nicht genauso? Wenn Gott auf die Idee kommen sollte, mit uns Abrechnung zu halten, alle krummen Dinger unseres Lebens unter dem Strich zusammen zu zählen … wir hätten nicht die geringste Chance.
Aber wir erleben wieder und wieder, dass ER uns trotzdem bewahrt, uns trotzdem hilft, unser Gebet trotzdem hört und erhört, uns trotz allem treu bleibt und bedingungslos liebt. Ist es nicht wunderbar, so einen gütigen Vater im Himmel zu haben? Amen.

Thomas Meyer aus Roßwein

Impuls für Mittwoch, 12. April 2023

Losung
Ich bin’s, dessen Hände den Himmel ausgebreitet haben und der seinem ganzen Heer geboten hat.
Jesaja 45,12

Lehrtext
Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben, vom Vater der Himmelslichter, bei dem es keine Veränderung und nicht die Spur eines Wandels gibt.
Jakobus 1,17

Impuls für den Tag

Sie kennen das Spiel, das Kinder oft spielen: Jemand nähert sich leise von hinten und hält einem die Augen zu. Und der, der nichts sieht, muss raten, wer da überraschend gekommen ist. Nach einiger Zeit der Stille fragt dann der, der sich angeschlichen hat, schon mal: Wer bin ich? Und wenn die Stimme zu hören ist, wird´s meistens klar: Die kleine Schwester oder der Freund oder gar Vater oder Mutter.
„Ich bin´s“ sagt Gott hier zu den Menschen, die ihn oft nicht so richtig sehen. Sie sind teilweise blind geworden für ihn in ihrer Not und ihrer Frustration als Versklavte unter einem fremden Volk. Und mit diesen Worten soll den Menschen klar werden: Da gibt es einen Gott, der über allem steht, den Schöpfer der Welt.
Wie gut, wenn wir heute diese Stimme immer wieder hören. Dann fällt uns die Decke von den Augen und in der Dunkelheit fühlen wir uns nicht mehr so unsicher, wie so ein Kind, das beim Hören einer bekannten Stimme plötzlich zu lächeln beginnt. Ich wünsche Ihnen heute die Erfahrung, dass Sie in Ihrem Alltag die Stimme Gottes innerlich hören, die sagt „Ich bin´s“ und dadurch getröstet und aufgerichtet werden.

Dekan Michael Karwounopoulos/Bad Urach

Impuls für Dienstag, 11. April 2023

Losung
Der HERR ist deine Zuversicht.   Psalm 91, 9

Lehrtext                                                                                                                                                                  Wie die Leiden Christi reichlich über uns kommen, so werden wir auch reichlich getröstet durch Christus.  2.Korinther 1,5

Impuls für den Tag

Lass mich! Ich kann das allein!
Ich hab das schon immer allein geschafft!
Ich brauche keine Hilfe!
Auf mich selbst kann ich mich wenigstens verlassen!
Es ist doch lediglich eine Frage der Motivation!
Klar, da liegt ein Berg vor mir und ich habe nur Sandalen an, aber ich schaff das!
Ich muss das schaffen!

Kennst du solche Gedanken? Gedanken, die dir sagen, dass du alles allein schaffst, wenn du es nur willst? Solche Gedanken können kommen, wenn man von anderen Menschen enttäuscht wird oder wenn man sowieso schon immer Typ Einzelkämpfer war.
Ich glaube, manchmal belügen wir uns selbst, wenn wir so denken. Wir machen uns größer als wir sind. Und unsere helfende Hand von oben- die einzige wirkliche Zuversicht – kleiner als sie ist.

In Dietrich Bonheffers Glaubensbekenntnis heißt es: Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage so viel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen.

von Christian Stoll aus Rostock

Impuls für Montag, 10.04.2023

Losung
Der Herr wird für euch streiten, und ihr werdet stille sein.
2. Mose 14,14

Lehrtext
Gott sei dank, der uns den Segen gibt durch unseren Herrn Jesus Christus.
1. Korinther 15,57

Impuls für den Tag

Mose spricht zu seinem Volk: Œ… Der Herr wird für euch streiten und ihr werdet stille sein. Der Herr wird für euch streiten … und ihr werdet stille sein.
Einfach mal still sein – was für eine Herausforderung in unserer Zeit. Zählt nicht immer nur mein Wort? Muss ich nicht stets meinen „Senf“ zu sämtlichen Themen des Alltages dazugeben? Schließlich habe ich doch immer Recht und alle müssen meiner Meinung zustimmen und diese auch vertreten. Und streitbar bin ich doch von Haus aus. Hauptsache ich stehe mit meiner Meinung im Mittelpunkt.
Wie absonderlich sind mir solche Gedanken. Und doch beobachte ich sie immer wieder im Alltag. Dabei brauche ich doch gar nicht so streitlustig zu sein. In Gott habe ich jemanden an meiner Seite, der sich für mich einsetzt – auch für mich sich streitet. Einfach Aussagen mal akzeptieren, auch wenn ich vielleicht anderer Meinung bin. Sich die Frage stellen, was bewegt den Anderen zu seiner Meinung. Einfach mal still sein und Gott machen lassen! Probiere es mal aus!
Amen.

Thilo Handschack

Impuls für Ostersonntag, 9. April 2023

Losung
Ich liege und schlafe und
erwache; denn der HERR hält mich.

Lehrtext
Als Jesus auferstanden war früh am ersten Tag der Woche, erschien er zuerst Maria Magdalena, von der er sieben Dämonen ausgetrieben hatte. Und sie ging hin und verkündete es denen, die mit ihm gewesen waren, die da Leid trugen und weinten.
Markus 16,9-10

Impuls für den Tag

„Der Herr ist auferstanden – Er ist wahrhaftig auferstanden!“ Seit Jahrhunderten grüßen sich Christen so am Ostermorgen. Heute feiern wir wieder die Auferstehung Jesu, Gottes Sieg über Tod und Dunkelheit. Mitten im Jahr 2023, mit allen aktuellen Sorgen und Ängsten. In einer Zeit, in der sich jeder nach guten und rettenden Nachrichten sehnt.
Im Lehrtext hören wir von Maria Magdalena. Die frohe Botschaft von der Begegnung mit dem auferstandenen Jesus behielt sie nicht für sich. Sie brachte sie weiter an die, „die da Leid trugen und weinten“. Diese Freude strahlt bis in unsere Zeit. Wenn wir uns nach hoffnungsvollen Nachrichten sehnen, dann ist die Osterbotschaft eine wunderbare Antwort! Wir dürfen uns anstecken lassen von der Osterfreude, neu vertrauen auf die Macht und Stärke unseres Gottes. Er hält uns, ob wir traurig oder fröhlich sind, sorgenfrei oder voller Angst, krank oder gesund, ob wir schlafen oder wach sind.
Am besten, wir tun es Maria gleich und behalten diese Nachricht nicht für uns. Und wir nehmen sie mit in jeden neuen Tag hinein und freuen uns mit jedem Erwachen: „Er ist wahrhaftig auferstanden!“

Stefan Gneuß (Hainichen)

Impuls für Karsamstag, 8. April 2023

Losung
Der Herr zog mich aus der grausigen Grube, aus lauter Schmutz und Schlamm, und stellte meine Füße auf einen Fels, dass ich sicher treten kann.
Psalm 40,3

Lehrtext
Christus wurde zwar getötet im Fleisch, lebendig gemacht aber im Geist. So ist er auch zu den Geistern im Gefängnis hinabgefahren und hat ihnen die Botschaft verkündigt.
1. Petrus 3,18-19

Impuls für den Tag
Samstag vor Ostern. Die Familie ist bereits vollzählig eingetroffen. Schon seit ein paar Jahren gibt es die Tradition des Osterspazierganges im Elbsandsteingebirge. Alle gehen mit, vom Großvater bis zum Urenkelkind in der Rückentrage. Gemeinsames Wandern ist die beste Möglichkeit sich darüber auszutauschen, was sie in den letzten Monaten erlebt haben. Plötzlich ein Schrei. Die Tochter kniet einen Meter tiefer auf einem abgebrochenen Stück Weg. Der war unterspült gewesen und hatte nun nachgegeben. Sie wagte nicht, sich zu bewegen. Die Angst, weiter abzurutschen, stand ihr im Gesicht, als sich Hände nach ihr ausstreckten, sie ergriffen und nach oben zogen. Zitternd und vom Stein zerkratzt sagte sie: „Gut, dass ihr da gewesen seid. Sonst hätten wir Ostern vergessen können.“
Gut, dass Gott da gewesen ist, damals auf Golgatha und dann im Grab. Sonst hätten wir Ostern vergessen können und von Jesus würde niemand mehr reden. Aber weil er da war, hat er Jesus aus der Grube des Todes gezogen und mit ihm uns aus dem Schlammassel unseres Lebens. Die Aussicht auf Ostern ist beeindruckend. Neues Leben ist möglich. Halleluja!

Diemut Scherzer aus Hainichen

Impuls für Karfreitag, 7. April 2023

Losung
Schmeckt und seht, wie freundlich der HERR ist. Wohl dem, der auf ihn traut!
Psalm 34,9

Lehrtext
Einer der Übeltäter sprach: Jesus, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst! Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.
Lukas 23,42-43

Impuls für den Tag

Ostern unter tropischer Sonne! Unser Missionsschiff ankert vor einem Fischerdorf am Rio Paraguay, am Rand des Dschungels. Feiertagsstimmung kommt heute allerdings keine auf: Ich habe Küchendienst! Mittagessen kochen, statt Relaxen. Doch ich mache mir keine Illusionen: ein Festbankett wird es heute nicht geben. Unsere letzten Lebensmittelvorräte reichen höchstens noch für eine spartanische Diät-Mahlzeit… Und so kommt es, daß ich spontan ein kurzes Gebet spreche: ŒVater im Himmel, du siehst, daß wir kaum noch Lebensmittel haben. Aber es ist Ostern. Dein großer Tag! Du kannst dafür sorgen, daß wir auch hier und heute ein leckeres Mittagessen erleben. AMEN. Kurze Zeit später taucht plötzlich eine ältere Frau neben dem Schiff auf. Sie kommt gleich zur Sache: ŒIch habe hier zwei Welse, die mein Mann gefangen hat. Ich dachte, daß Ihr sie vielleicht für Euer Mittagessen gebrauchen könnt!? Wer hätte das gedacht! Das Osterbankett ist gerettet. Die beiden Flußwelse sind stattliche Exemplare. Zu Filets geschnitten, mit Zitrone, Salz und Knoblauch gewürzt, paniert und gebraten, würden sie auch in einem Feinschmecker-Restaurant für Begeisterung sorgen. Gott hatte uns nicht vergessen.

Reinhard Pilz, Hainichen