Impuls für Donnerstag, 6. April 2023

Losung
Nach dem Ende der Flut sprach Gott: Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.
1.Mose 8,22

Lehrtext
Jesus nahm das Brot, dankte und brach’s und gab’s ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird!
Lukas 22,19-20

Impuls für den Tag
Gestern Abend begann für Juden das Passafest. Es ist ein fröhliches Fest für die ganze Familie. Vorher wird das Haus von oben bis unten grundgereinigt.
Es darf kein Krümmel von altem, gesäuertem Brot mehr im Haus sein.
Der erste Abend ist eine Feier in der Familie nach überlieferter Liturgie, die schon im Wesentlichen zur Zeit von Jesus festgelegt war.
Es gibt verschiedene Speisen, die symbolisch an den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten erinnern. Dazu gehören Wein und ungesäuertes Brot, das ist eine Art Knäckebrot. Und man ist dabei sehr fröhlich!
Die Befreiung aus der Sklaverei soll so gefeiert werden, als ob es heute wäre: so als ob die Feiernden mittendrin sind im Geschehen der Befreiung.
In drei der vier Evangelien wird uns berichtet, dass Jesus genau dieses Fest mit seinen Jüngern feierte als sein letztes Mahl.
Und dann nahm er das Brot und den Weinkelch und sagte ihnen: In diesen beiden Elementen gebe ich mich euch selbst.
Ob wir das Abendmahl genauso feiern: Dass Jesus sich uns schenkt – ganz persönlich, heute so wie damals beim Passamahl.

von Renate Henke, Pfarrerin in Meißen

Impuls für Mittwoch, 5. April 2023

Losung
Der HERR liebt Gerechtigkeit und Recht.
Psalm 33,5

Lehrtext
Ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus: Obwohl er reich ist, wurde er doch arm um euretwillen, auf dass ihr durch seine Armut reich würdet.
2. Korinther 8,9

Impuls für den Tag

Neulich bin ich auf einer stark befahrenen Straße im Landkreis unterwegs gewesen. Die Beschilderung gibt eine Maximalgeschwindigkeit von 70 Km/h an. Da kommt plötzlich, wie aus dem Nichts, ein Wagen an meinem Auto vorbei gerast. Ich sehe vor mir schon eine Kurve, aus der Gegenverkehr kommt und dann kommt auch noch ein zweiter Raser hinterher. Der Gegenverkehr und ich reagieren mit Bremsen und die Gefahr ist gebannt. Ist das gerecht, dass ich für Andere an dieser Stelle Leichtsinnige reagieren muss? Hätte ich auf mein Recht bestehen können? Wohl kaum – an dieser Stelle nur mit erheblichen Konsequenzen für alle drei Fahrzeuge.
Gerechtigkeit besteht nicht darin, auf seinem Recht zu bestehen. Vergleiche mit anderen Menschen und ihre Beurteilung werden einem anderen Menschen nie ganz gerecht. Wo nur auf Gerechtigkeit und Recht gepocht wird, wird es sehr hart und kalt zugehen. Gerechtigkeit braucht Gnade, damit wir miteinander gut auskommen. Wir sind auf Gottes Gnade angewiesen. Es gelingt uns nicht so zu sein, wie Gott es von uns erwartet. Aber er kommt uns mit seinen Sohn entgegen.
Amen

Martin Creutz, Döbeln

Impuls für Dienstag, 4. April 2023

Losung
Fürchte dich nicht, liebes Land, sondern sei fröhlich und getrost; denn der HERR hat Großes getan.
Joel 2,21

Lehrtext
Die ganze Menge der Jünger fing an, mit Freuden Gott zu loben mit lauter Stimme über alle Taten, die sie gesehen hatten, und sprachen: Gelobt sei, der da kommt, der König, in dem Namen des Herrn!
Lukas 19,37-38

Impuls für den Tag

Das jüdische Passahfest steht kurz bevor. Jerusalem wimmelt vor fröhlichen, gut gelaunten Menschen. Nach und nach sickert das Gerücht durch, dass der lang erwartete Messias mit seinem Gefolge durch die Stadt zieht – nicht in einer gepanzerten Limousine wie König Charles sondern reitend. Nein, auch nicht auf einem hohen Ross sondern schlicht und einfach auf einem Eselfohlen. Die Menschen beginnen, den „roten Teppich“ auszurollen, beste-
hend aus Palmzweigen und wohl auch ihren Män-
teln, denn sie erinnern sich an die alte Prophe-
zeiung „Siehe, dein König kommt zu dir, sanftmütig und reitet auf einem Esel…“ Nicht einmal eine Woche später schreien sie „Kreuzige ihn!“ Denn so hatten sie sich den Messias nicht vorgestellt. So schnell kann die Stimmung umschlagen und aus anfänglichem Jubel wird ein vernichtendes Urteil. Diese Geschichte wirft die Frage auf, wie meine Haltung zu Jesus ist: Bin ich ein Fan, der heute begeistert jubelt und morgen gleichgültig ist? Stehe ich beobachtend oder abwartend am Rand? Oder bleibe ich auf Distanz und suche Gegenargumente, um mich dem Anspruch dieses Königs auf mein Leben zu entziehen? Ich will seine Freundin, seine Nachfolgerin sein. Und Sie?

Almut Bieber, Arnsdorf

Impuls für Montag, 3. April 2023

Losung
Ich habe den HERRN allezeit vor Augen.
Psalm 16,8

Lehrtext
Lasst uns aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens, der, obwohl er hätte Freude haben können, das Kreuz erduldete und die Schande gering achtete.
Hebräer 12,2

Impuls für den Tag

Auf Jesus zu sehen, tut gut! Er blieb nicht im Himmel, sondern kam in diese Welt. Dort erduldete er alles, was Menschen erdulden können und er starb am Kreuz an unserer Stelle. Jesus ist wirklich im Leben angekommen. Kein Mensch kann sagen, er wäre zu weit unten und deswegen ein hoffnungsloser Fall. Jesus war ganz unten. Deswegen gibt es für alle Menschen Hoffnung, Vergebung und Trost. Und deswegen hat Jesus auch mit dem Leben von jedem von uns etwas zu tun. Wenn ein Mensch auf Jesus sieht, dann kann er das entdecken. Dann sind die Probleme im Alltagswahn immer in Beziehung zu sehen zu dem Gott, der größer ist und der uns liebt und kennt. Gleich am Morgen sollte deshalb der Blick auf Jesus gehen. Dieser Blick bestimmt, was ich sehe. Es geht um die Herrschaft über die Gedanken für den Tag. Sieht ein Mensch auf sich und auf seine Möglichkeiten, dreht er sich auch nur um sich. Aber der Blick auf Jesus durchbricht genau das. Die Blickrichtung bestimmt die Laufrichtung. Amen.

Jörg Matthies, Marbach

Impuls für Sonntag, 02. April 2023

Losung
Ich will ihr Trauern in Freude verwandeln. (Jeremia 31,13)

Lehrtext

Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden. (Matthäus 5,4)

Impuls für den Tag

In der Wochenendausgabe der Zeitung reihen sich auf den letzten Seiten die Traueranzeigen aneinander. Alle erzählen irgendwie etwas über den Verstorbenen. Ein Kegelverein schreibt davon, dass der Verstorbene im Œehrenden Gedenken bleiben wird. Eine Familie zählt unter dem Text die Kinder, Enkel und Urenkel auf. Ein symbolischer Fußball lässt auf das Hobby schließen. Ein kurzes Gedicht macht die tiefer Trauer deutlich. ŒIn Liebe Deine Helga spricht von einer inniglichen Beziehung. Zwar in Schwarzweiß gehalten wird hier ein buntes Trauerbild gezeichnet.
Auch in biblischen Zeiten war das nicht anders. Es gab zwar noch keine Traueranzeigen in Tageszeitungen. Aber es gab auch damals trauernde Menschen, weil ein lieber Mensch gestorben ist. Doch so wie heute machten auch viele andere Dinge einfach traurig. Einige Bibelverse sprechen für solche Trauer den nötigen Trost zu. Auch Jeremia und Jesus finden tröstende Worte. Ihr Trost ist mehr als ein ŒKopf hoch, wird schon weiter gehen! Hier geht es um den Trost, der von Gott kommt. Es ist ein Trost, der mich hoffen lässt … im Leben und darüber hinaus. Amen.

Pfarrer Heiko Jadatz (Roßwein)

Impuls für Samstag, 01. April 2023

Losung
Der HERR verstößt sein Volk nicht um seines großen Namens willen.        1. Samuel 12, 22

 

Lehrtext
Sind wir untreu, so bleibt er treu; denn er kann sich selbst nicht verleugnen.       2. Timotheus 2, 13

Impuls für den Tag

Da ist er wieder. Er kommt, ohne dass ich ihn eingeladen hätte. Er ist einfach da. Still und unauffällig sitzt er in meinem Wohnzimmer. Das ist schon immer so. Manchmal frage ich mich ob er es nicht irgendwann satt hat? Ich meine, ich bin keine besonders gute Gastgeberin. Meistens lass ich ihn einfach dort sitzen. Ich hab schließlich zu tun. Ich habe eine Arbeit, die mich manchmal bis spät in die Nacht fordert und mich schwer zur Ruhe kommen lässt. Termine, Telefonate, Gespräche, Hospitationen, Vorbereitungen und der ganze Schreibkram, das muss ja alles gemacht werden. Ehrenamtlich bin ich auch noch unterwegs. Ein Privatleben habe ich schließlich auch noch. Familie, Freunde, Haus, Grundstück … manchmal reicht weder die Zeit noch die Kraft. Aber genau dann ist es gut, dass er da ist. Er sitzt noch immer auf meinem Sofa, obwohl ich ihn kaum beachtet hatte. Das unterscheidet ihn von unseren menschlichen Beziehungen. So viel Geduld haben die wenigsten. Dabei fällt mir auf, dass er mich auch sonst gern begleitet, diskret, aber verlässlich. Er will es so. Er ist so: ŒIch bin bei dir, wohin du auch gehst. So sein Versprechen. Das tut mir gut inmitten meines bewegten Alltags. Danke Gott, für deine Treue.

Bezirkskatechetin Angelika Schaffrin aus Marbach

Impuls für Freitag, 31. März 2023

Losung
Die Israeliten schrien zu dem HERRN, und der HERR erweckte ihnen einen Retter, der sie errettete.
Richter 3,9

Lehrtext
Zacharias sprach: Gelobt sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat besucht und erlöst sein Volk.
Lukas 1,68

Impuls für den Tag

Das Richterbuch im Alten Testament kann (wenn man es nicht rein historisch versteht) ein ganz gutes Abbild auch unseres Lebens sein: Immer wieder kommen die Israeliten von Gottes Wegen ab, dann besinnen sie sich und schreien zu Ihm, und Er erhört sie und lässt ihnen einen Retter erstehen; und freilich muss das Böse in uns auch manchmal bekämpft werden.
Nun können wir heute wissen, was Zacharias in seinem Benedictus schon wissend besang: Dass unser Gott ja da ist, dass er uns längst besucht und erlöst hat.
Dieses Angebot steht also – besinnen wir uns auch darauf? Gerade jetzt am Eingang zur Karwoche wäre dazu eine gute Zeit. Denn Gott hat uns ja in Jesus Christus vor Augen gestellt, auf was es wirklich ankommt und dass Leiden und Kreuz und selbst der Tod eben nicht das letzte Wort sind, das in unsere Welt gesprochen ist.
Also können wir unser Lebenspäckchen willig annehmen, denn da ist doch immer ein Osterlicht am Ende jeder noch so finsteren Nacht.
Dass Sie das in Jesu Nachfolge erleben können, das wünsche ich Ihnen von Herzen!

Friedemann Neef, Roßwein

Impuls für Donnerstag, 30. März 2023

Losung
Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde.
Prediger 3,1

Lehrtext
Jesus nahm zu sich die Zwölf und sprach zu ihnen: Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn.
Lukas 18,31

Impuls für den Tag

Als Consti aus der Haustür war, hinter der ihr altes Leben lag, das aber nun nicht mehr ihr Zuhause sein konnte, fuhr sie gleich nochmal ins Büro – muss ja weitergehen; abends dann Party – ablenken, abschalten. Das oder anderes machen Menschen nach einschneidenden Erfahrungen. Und sicherlich hat alles in Maßen seine Berechtigung: Weitermachen und Abschalten brauchen Zeit. Lachen und Weinen auch. Gehen und Bleiben, Geboren werden und Sterben, Bauen und Abbrechen, Klagen und Tanzen… Alles hat seine Zeit, sagt der Prediger.
Die Frage ist nur, ob das alles in meinem Leben nur vorkommt, weil es mir widerfährt, oder ob ich mir die Zeit dafür nehme – es also tatsächlich „Zeit hat“ in meinem Leben. Dass Consti bereut und trotzdem froh sein kann – aber Einschneidendes immer Zeit haben will, vor allem zum Heilen.
Hat alles seine Zeit in deinem Leben? Auch die schweren Wege? Manchmal müssen die sein – so gern ich es anders hätte. Jesus kannte das, nicht erst im Garten Gethsemane. Ja, sogar Sterben hat seine Zeit, damit etwas Neues wachsen, damit es auferstehen kann. Passionszeit. Zeit für Schweres, damit das Leben leichter wird. Hast du Zeit?

von Pfarrer Sebastian Schirmer aus Leipzig

Impuls für Mittwoch, 29. März 2023

Losung
Lobt den HERRN, alle Völker! Rühmt ihn, ihr Nationen alle!
[Psalm 117,1]

Lehrtext
Die Menschen sprachen am Pfingsttag: Wir hören sie in unsern Sprachen die großen Taten Gottes verkünden.
[Apostelgeschichte 2,11]

Impuls für den Tag

Ein Kanon fiel mir beim Lesen der Losung sofort ein: ŒLobet und preiset, ihr Völker, den Herrn, freuet euch seiner und dienet ihm gern. All ihr Völker, lobet den Herrn. Es ist sicher einer der einfachsten, einprägsamsten und bekanntesten Kanons unseres christlichen Liedguts.
Hier sind alle Volker und Nationen aufgerufen, den lebendigen Gott zu loben. So ist auch der 117. Psalm, der kürzeste Psalm und zugleich das kürzeste Kapitel der Bibel, überschrieben. Trotz seiner Kürze vermittelt dieser Psalm eine wunderbare und klare Botschaft.
Gott wohnt im Lobpreis seines Volkes. IHN zu loben, sollte uns eine Herzensangelegenheit sein. IHN zu loben, bedeutet den Blick weg von uns selbst, hin auf unseren Schöpfer zu lenken. Er ist die Quelle unseres Lebens, von der wir uns stärken lassen sollten.
Und noch ein Gedanke: Wenn ich den Herrn ernstgemeint lobe, ist in dieser Zeit kein Platz für negative Gedanken, für böse Worte, für Fluchen, für Beleidigungen, für Selbstmitleid. Probieren wir es heute aus. Lasst uns den Kanon singen – er wird zum Ohrwurm werden und lassen wir uns durch dieses Loben von unserem HERRN beschenken. Amen.

Thomas Meyer aus Roßwein

Impuls für Dienstag, 28. März 2023

Losung
Er weiß, was für ein Gebilde wir sind; er gedenkt daran, dass wir Staub sind.
Psalm 103,14

Lehrtext
Wir tragen allezeit das Sterben Jesu an unserm Leibe, auf dass auch das Leben Jesu an unserm Leibe offenbar werde.
2.Korinther 4,10

Impuls für den Tag

Haben Sie vielleicht schon einmal mit Kindern oder Enkeln Sandburgen gebaut? Prächtige Gebilde stehen da manchmal am Strand, wenn Kinder und Erwachsene solche Burgen aus Sand bauen. Aber jeder weiß: Bei der nächsten größeren Welle kann das alles weg sein und man fängt wieder von vorne an zu bauen.
Dass Sandburgen nicht für die Ewigkeit gebaut werden, ist nicht schlimm. Aber wenn wir Menschen über unser Leben nachdenken und uns klar machen, wie vergänglich dieses Leben ist, kann das deprimierend sein. Wenn ich am Sarg eines Freundes stehe, der jung verstorben ist und seine Familie plötzlich zurück lässt, dann spüre ich, was der Psalmist hier meint.
Gut, dass da jenes andere Wort aus dem Korintherbrief beigefügt ist. Es redet auch davon, wie sterblich der Mensch ist, weiß aber auch darum, was bleibt: Das Leben Jesu in Gottes Ewigkeit, das mein Leben umfangen will und meinem sterblichen Körper Ewigkeit verschaffen will. Darüber freue ich mich im Glauben jeden Tag. Bei allem, was mir an Vergänglichem immer wieder begegnet.

Dekan Michael Karwounopoulos/Bad Urach