Impuls für Sonntag – Palmarum, 13. April 2025

Losung
Es übervorteile keiner seinen Nächsten, sondern fürchte dich vor deinem Gott. 3.Mose 25, 17

Lehrtext
Seid so unter euch gesinnt, wie es der Gemeinschaft in Christus Jesu entspricht.
Philipper 2, 5

Impuls für den Tag
Ein europäischer Forscher machte mit Kindern eines afrikanischen Stammes ein Spiel. Er stellte einen Korb mit Früchten an einen Baum und sagte: „Wer zuerst am Korb ist gewinnt alles Obst.“ Beim Startsignal fassten sich alle Kinder an den Händen, liefen gemeinsam los, setzten sich und genossen gemeinsam die Früchte. Der verblüffte Forscher fragte: „Warum hat nicht jeder von euch seine Chance genutzt?“ Die Kinder antworteten: „Ubuntu – Wie kann einer von uns froh sein, wenn alle anderen traurig sind?“ Ubuntu heißt in ihrer Kultur: „Ich bin, weil wir sind.“ Heute feiern wir in Hainichen einen besonderen Gottesdienst. Die Kirchgemeinden der Region von Mittweida bis Roßwein werden „Schwestern und vereinigen sich zu einer Region. Für alle eine Herausforderung. Aber die Ressourcen sinken. Nicht jedem schmeckt das. Wie soll das werden, wenn die Regionen immer größer werden? Bleibt da nicht vieles auf der Strecke? Wie sollen Beziehungen gepflegt, Gemeinde gelebt werden? Wichtige, verständliche Fragen. Ubuntu – vielleicht können wir davon lernen. Kirche Jesu Christi lebt vom gemeinsamen Glauben und vom Miteinander auch über Grenzen hinweg. Was wir daraus machen liegt an uns.

Bezirkskatechetin Angelika Schaffrin, Marbach

Impuls für Samstag,12. April 2025

Losung
Josua fiel auf sein Angesicht zur Erde nieder, betete an und sprach: Was sagt mein Herr seinem Knecht?
Josua 5,14

Lehrtext
Saul sprach: Herr, wer bist du? Der Herr sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgst; steh nun auf und stell dich auf deine Füße. Denn dazu bin ich dir erschienen, um dich zu erwählen zum Diener und zum Zeugen für das, was du gesehen hast und wie ich dir erscheinen will.
Apostelgeschichte 26,15-16

Impuls für den Tag
Josua und Saulus – sie liegen beide erstmal am Boden, ehe Gott mit ihnen spricht.
Vielleicht ist das eine Voraussetzung für Gottes Rede – ganz unten, ganz kleinlaut (also auch ganz still) zu sein, nichts mehr zu können (ausser, nur noch zu fallen oder sich fallen zu lassen), nichts mehr zu wollen? Wir sind ja sonst oft so ungeheuer laut – berauscht vom eigenen Getöse und von dem der Welt, taub von all’ den Geräuschen und Stimmen in uns, um uns herum: Wie sollte Gott da zu uns durchdringen können?
Trauen wir uns das: Zur Erde aufs Angesicht zu fallen? Es könnte uns von anderen ja leicht als Demütigung ausgelegt werden. Und auch in unseren eigenen Augen hätten wir dann wohl versagt….
Doch: Täte das nicht gerade gut – nichts mehr zu müssen, alles loslassen zu dürfen, zu spüren, wie der ganze Krampf nachlässt? Und erst von unten ist ein „Hinauf“ wieder möglich, erst, wenn der ganze abgestandene Mief hinaus ist, kann frische Luft, ein neuer Geist wehen.
Gott ist immer wieder frisch und neu und lädt uns ein, unser Leben zu renovieren.

Friedemann Neef, Roßwein

Impuls für Freitag, 11. April 2025

Losung
Dein Reich ist ein ewiges Reich, und deine Herrschaft währet für und für.
Psalm 145, 13

Lehrtext
Der Seher Johannes schreibt: Jedes Geschöpf, das im Himmel ist und auf Erden und unter der Erde und auf dem Meer und alles, was darin ist, hörte ich sagen: Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm sei Lob und Ehre und Preis und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit!
Offenbarung 5, 13

Impuls für den Tag
Sie war alt, als ich sie kennenlernte. Ihre Hände voller Falten, ihr Blick warm wie Tee im Winter. Wenn ich sie besuchte, war stets der Tisch gedeckt – Teller, Besteck, ein frisches Glas Wasser. Und immer ein Gedeck mehr.
„Für wen ist der Platz?“, fragte ich. „Man weiß nie, wer anklopft“, sagte sie.
Und dann erzählte sie von einem verregneten Nachmittag, als ein Wanderer ohne Schirm bei ihr strandete – tropfnass und verlegen. Sie winkte ihn herein, tat Suppe auf und schob ihm das wartende Gedeck hin, als wäre es das Natürlichste der Welt.
Der Wanderer ging, der Platz blieb. Immer gleich. Nie staubig, nie vergessen.
Auch viel später, als sie längst gegangen war, stand der Extra-Stuhl noch immer da. Leer und bereit.
Ich denke oft an diesen leeren Platz. An die offene Einladung. An eine liebevolle Hand, die wartet, ohne zu drängen. Auch mit Falten noch.
Vielleicht ist das Reich Gottes ja genauso: Nicht Mauern und Macht, nicht pompös und prunkvoll; sondern still, bereit, mit offener Tür und weitem Herzen und einem Tisch, der nie ganz voll ist; mit einem Platz, der bleibt; für dich, für immer.

Sebastian Schirmer, Leipzig

Impuls für Donnerstag,10. April 2025

Losung
In deiner Hand, HERR, steht es, jedermann groß und stark zu machen. 1.Chronik 29,12

Lehrtext
Beugt euch also demütig unter die starke Hand Gottes, damit er euch zu seiner Zeit erhöhe.
1.Petrus 5,6

Impuls für den Tag
Demut bedeutet nicht, sich selbst zu erniedrigen oder gering zu schätzen. Vielmehr ist es die Anerkennung unserer Abhängigkeit von Gott und die Bereitschaft, seine Führung und Weisheit anzunehmen. In einer Welt, in der Selbstverherrlichung und Stolz oft im Vordergrund stehen, erinnert uns die Demut daran, dass wahre Größe in der Anerkennung unserer eigenen Beschränktheit liegt.

Praktische Schritte zur Demut können diese sein:
• Selbstreflexion: Nehmen Sie sich Zeit, über Ihre Handlungen und Motivationen nachzudenken. Erkennen Sie Ihre Fehler und Schwächen an.
• Dankbarkeit: Seien Sie dankbar für die Segnungen und Herausforderungen in Ihrem Leben, da sie Ihnen helfen, zu wachsen und sich zu entwickeln.
• Dienst: Engagieren Sie sich für andere. Dies fördert die Demut und hilft Ihnen, sich auf das Wohl anderer Menschen zu konzentrieren.
• Gebet: Und bitten Sie Gott nicht zuletzt im Gebet um Führung und Weisheit. Geben Sie Ihre Sorgen und Ängste in seine Hände. Einen gesegneten Tag wünscht…

Michael Tetzner, Frohburg

 

Impuls für Mittwoch, 09. April 2025

Losung
Die auf den HERRN sehen, werden strahlen vor Freude, und ihr Angesicht soll nicht schamrot werden.
[Psalm 34,6]

Lehrtext
Jesus spricht: Ein Beispiel habe ich euch gegeben, damit ihr tut, wie ich euch getan habe.
[Johannes 13,15]

Impuls für den Tag
Meine Mutti liegt immer noch im Krankenhaus.
Zu ihren altersbedingten Leiden kommen immer neue Probleme dazu. Sie kann sich nicht mehr großartig bewegen, nicht mehr alleine essen, geschweige denn telefonieren, was sehr traurig ist. Sie ist sehr eingefallen und nur unser lebendiger Herr weiß, wie es weitergeht.
Ganz wunderbar ist es, dass sie keine Schmerzen mehr hat. Unser Herr ist so gnädig.

Dieser Tage waren wir wieder bei ihr. Sie lag auf dem Bett. Wir sangen, lasen ihr viele Genesungswünsche und Grüße vor und beteten mit ihr. Auch kamen wieder Bibelverse über ihre Lippen.

Aber am beruhigendsten und froh machend zu erleben ist: Sie strahlt. Sie sieht ganz auf den Herrn und weiß sich in seiner Gnade und Liebe geborgen, was auch kommen mag. Vielleicht ist dieses Strahlen schon ein Blick in Seine Herrlichkeit. Wir wissen es nicht, sind aber so dankbar und fahren dadurch getröstet wieder nach Hause zurück.
Amen.

Thomas Meyer aus Roßwein

Impuls für Dienstag, 08. April 2025

Losung
Der HERR, euer Gott, ist gnädig und barmherzig und wird sein Angesicht nicht von euch wenden, wenn ihr euch zu ihm bekehrt.
2.Chronik 30,9

Lehrtext
Jesus sprach zu Simon: Ich habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre. Und wenn du dann umkehrst, so stärke deine Brüder.
Lukas 22,32

Impuls für den Tag
Ich denke mit Entsetzen an die Bilder der inszenierten Übergabe der israelischen Geiseln durch die Hamas im Gazastreifen. Da waren vermummte Gestalten mit Gewehren zu sehen. Sie wollen nicht, dass ihre Gesichter erkannt werden, weil sie vielleicht Rache für ihr Tun erwarten. Wer sein Gesicht verhüllt, hat oft Angst. Täter sind es oft, die nicht wollen, dass ihre Gesichter erkannt werden.
Wie großartig, wenn es da einen Gott gibt, der sich offen uns Menschen zuwendet. Da redet die Bibel von einem Gott, der sich sehen lassen will, ja sogar Mensch wird. In Jesus sehen wir, wie Gott uns offen begegnet, ganz unverhüllt. Diese Offenheit erwartet Gott auch von uns. Er will nicht, dass wir unsere Schuld und unser Versagen verhüllen. Vor ihm kann man ja nichts verstecken. Er will, dass ich ihm frei begegne, ihm mein „Ja“ zu ihm offen sage. Und das ist die große Chance meines Lebens, dass ich einem allmächtigen Herrscher mein Leben offenlegen darf und er mir verspricht: Ich sehe dieses Leben in Gnade und Liebe an.

Michael Karwounopoulos/Bad Urach

Impuls für Montag, 07. April 2025

Losung
Der HERR schafft Gerechtigkeit und Recht allen, die Unrecht leiden.
Psalm 103,6

Lehrtext
Wer also weiß, wie er Gutes tun kann und es nicht tut, der macht sich schuldig.
Jakobus 4,17

Impuls für den Tag
Ich bin ein vollkommen unvollkommenes Wesen.
Mein Nächster sitzt auf der Straße mit offenen Händen, ich schau ihn nicht mal an und laufe vorbei in Gedanken nur bei mir.
Ich bin ein vollkommen unvollkommenes Wesen.
Meine Nächste sitzt allein auf dem Sofa und hat nicht mehr viel, klar könnte ich sie anrufen, aber die 10 Minuten hab ich grad nicht.
Ich bin ein vollkommen unvollkommenes Wesen.
Mein Nächster sehnt sich nach einem Ohr, das ihm zuhört, aber das strengt manchmal so sehr an, dass ich lieber weglaufe.
Ich bin ein vollkommen unvollkommenes Wesen.
Meine Nächste liebt mich und ich liebe sie, aber bin viel zu oft viel zu unfähig, das zu zeigen im Trott der Alltagsabarbeit.
Ich bin ein vollkommen unvollkommenes Wesen.
Mein nächster Einkauf wieder lieber günstig als nachhaltig, obwohl ich genug hätte, aber es für Eventualitäten spare, die nie eintreten werden.
Ich bin ein vollkommen unvollkommenes Wesen.
Ich bin nicht dumm. Ich weiß, wo ich Gutes tun kann. Und manchmal tu ich es auch. Viel zu oft tu ich es nicht. Wissentlich.
Kyrie eleison.

von Christian Stoll aus Rostock

Impuls für Sonntag, 06. April 2025

Losung
Die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus!
Jesaja 58, 7

Lehrtext
Der König wird den Gerechten zur Antwort geben: Amen, ich sage euch: Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.
Matthäus 25, 40

Impuls für den Tag
Für zwei Wochen war ein Kloster im Süden Deutschlands für mich ein zu Hause. Das Kloster lag mitten in der Stadt und doch war es eine Insel für Ruhe und Geborgenheit.
Eine der Schwestern, die schon lange in diesem Kloster lebte, hat mich beeindruckt. ‚Gästebetreuung‘ stand unter ihrem Namen auf dem kleinen Schild an ihrer Ordenstracht.
Gäste, dass waren ich und andere Tagungsgäste, aber auch Menschen, die Hilfe brauchten. Sie konnten kommen und Kraft tanken, bekamen eine warme Mahlzeit, ein Bett für die Nacht, ein offenes Ohr, jemand der mit ihnen betete, jemand der Zeit hatte… Sie bekamen das, was sie eben gerade brauchten, ohne erst lange zu erklären, warum sie in diese Situation gekommen sind. ‚Selbst schuld‘, bekamen sie nicht zu hören. Sie konnten einfach da sein. Und die Schwester war für sie da.
Auch unser Lehrtext heute fragt nicht nach dem ‚Warum‘. ‚Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.‘ Das sagt Jesus, der sich als Bruder zu den Menschen in Not stellt, auch zu uns. Fragen wir doch einmal weniger nach dem ‚Warum‘ sondern tun es einfach.

Sandra Barthel, Raußlitz

Impuls für Samstag, 05. April 2025

Losung
Der Herr macht barm und macht reich; er erniedrigt und erhöht.
1. Samuel 2,7

Lehrtext
Ich sage jedem Einzelnen von euch: Überschätzt euch nicht und traut euch nicht mehr zu, als angemessen ist. Strebt lieber nach nüchterner Selbsteinschätzung. Und zwar jeder so, wie Gott es für euch bestimmt hat- und wie es dem Maßstab des Glaubens entspricht.
Römer 12,3

Impuls für den Tag
Wem passiert das nicht manchmal- man denkt, dies oder jenes muss unbedingt heute noch erledigt werden und nur man selbst kann das tun?!
Meist merkt man ja auch erst im Vollzug, dass es zuviel war und im nachhinein kann man schlecht etwas ändern, denn die nächsten Aufgaben warten schon.
Im Lehrtext werden wir aufgefordert nüchtern unser Tun zu betrachten.
Eine ganz schöne Herausforderung!
Wir sind doch immer mit Herzblut dabei! Mir hilft dabei immer die Lebensweisheit von Berhard von Bernhard von Clairvaux. Er sagt:
„Wenn du vernünftig bist, erweise dich als Schale und nicht als Kanal, der fast gleichzeitig empfängt und weitergibt, während jene wartet, bis sie gefüllt ist… Auf diese Weise gibt sie das, was bei ihr überfließt, ohne eigenen Schaden weiter…
Ich möchte nicht reich werden, wenn du dabei leer wirst. Wenn du nämlich mit dir selbst schlecht umgehst, wem bist du dann gut? Wenn du kannst, hilf mir aus deiner Fülle, wenn nicht, schone dich.“
Das ist die Aufforderung gut und achtsam mit uns selber umzugehen und nach unseren Möglichkeiten nach dem Maßstab des Glaubens zu leben. Ein väterlicher Freund erklärte mir einmal:
„Wir sollen uns schon für unsere Nächsten aufopfern- aber langsam und mit Verstand.“
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen heute einen achtsamen Tag.

Claudia Tetzner , Frohburg

 

Impuls für Freitag; 04. April 2025

Losung
Er wird sich unser wieder erbarmen und alle unsere Sünden in die Tiefen des Meeres werfen.
Micha 7,19

Lehrtext
Wenn wir unsere Schuld eingestehen, ist Gott treu und gerecht: Er vergibt uns die Schuld und reinigt uns von allem Unrecht, das wir begangen haben.
1.Johannes 1,9

Impuls für den Tag
Es ist nun schon viele Jahre her – ich war damals etwa 11 Jahre alt. Meine älteren Geschwister durften unter der Woche mit meinem Vater zu sog. Evangelisationsabenden fahren.
Sie kamen spät nach Hause und waren begeistert von der modernen Musik, der Band und der vollen Kirche. Ich musste zuhause bleiben, war ja noch zu jung.
Doch an einem Abend durfte ich mitkommen. Am Ende der Veranstaltung lud der Prediger alle ein nach vorne zu kommen, zum Altar, um „Ja zu Jesus zu sagen“, wie er es ausdrückte.
Ich war aufgeregt, spürte im Innern: Das gilt mir. So stand ich auf und ging nach vorne.
Wir sprachen ein Gebet und nach der Veranstaltung sprach noch eine Mitarbeiterin mit mir. Wir lasen gemeinsam diesen Vers aus dem 1. Johannesbrief: „Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht und vergibt uns…“ – Inzwischen habe ich Theologie studiert, mir vieles angehört und reflektiert, manches auch relativiert. Doch seither begleitet mich dieser Vers und damit die innere Gewissheit: Gott hat mir vergeben durch Jesus, seinem Sohn. Das macht mich froh.

Renate Henke, Meißen