Impuls für Donnerstag, 12.2.26

Losung
Ich tilge deine Missetat wie eine Wolke und deine Sünden wie den Nebel. Kehre dich zu mir, denn ich erlöse dich!
Jesaja 44,22

Lehrtext
Ihr wisst, dass Jesus Christus erschienen ist, damit er die Sünden wegnehme, und in ihm ist keine Sünde.
1.Johannes 3,5

Impuls für den Tag
Ich staune über Gottes Zusage: Er nimmt mir alles ab, was mich belastet – Schuld, Fehler, Versagen. In seiner Gegenwart verschwinden meine dunklen Wolken wie Nebel im Morgenlicht. Das befreit mich. Doch manchmal frage ich mich: Wenn mir alles vergeben ist, verliere ich dann nicht die Verantwortung? Könnte ich nicht einfach denken: „Es wird schon passen, Jesus hat ja für alles bezahlt“? Aber Vergebung ist für mich kein Freibrief. Sie ist ein Geschenk, das mich gerade deshalb zur Achtsamkeit ruft. Jesu Opfer macht mich nicht sorglos, sondern dankbar. Es nimmt mir die Scham, aber nicht die Aufgabe, ehrlich auf mich zu schauen. Ich werde nie fehlerlos sein, aber ich kann jeden Tag neu versuchen, liebevoller und wahrhaftiger zu leben – nicht aus Angst, sondern aus Liebe und Respekt vor Jesus. So wächst in mir ein glaubwürdiges Leben: nicht perfekt, aber getragen. Nicht makellos, aber auf dem Weg. Nicht schuldenfrei, aber frei genug, mich immer wieder neu Gott zuzuwenden. Der Friede Gottes, der größer ist als alles, was wir verstehen, bewahre unsere Herzen und Gedanken in Christus Jesus. Gott schenke uns Kraft, Klarheit und Liebe für jeden neuen Tag. Amen.

Christiane Ranft, Neugepülzig

Impuls für Mittwoch, 11.2.26

Losung
Ist nicht Ephraim mein teurer Sohn und mein liebes Kind? Denn sooft ich ihm auch drohe, muss ich doch seiner gedenken; darum bricht mir mein Herz, dass ich mich seiner erbarmen muss, spricht der HERR.
Jeremia 31,20

Lehrtext
Gott hat sein Volk nicht verstoßen, das er zuvor erwählt hat.
Römer 11,2

Impuls für den Tag
Seit ich selbst ein Kind habe, kann ich mir ansatzweise vorstellen, wie es Gott wohl mit uns, seinen Kindern, gehen muss: Ich möchte das Beste für mein Kind, und das ist nun mal nicht immer Zulassen oder Nachgeben… Manchmal kann ich als Erwachsene einfach besser einschätzen, was gut ist und was nicht (z.B. was den Schoko-Konsum angeht). In welche gefühlten Qualen ich mein Kind damit stürze und welches Bild es von mir in diesem Augenblick hat, kann man sich denken. Ich glaube, dass es uns Menschen mit Gott oft genauso geht: Wir legen unser Augenmerk auf das, was uns fehlt, auf unerfüllte Gebete oder die scheinbare Härte Gottes. Wir denken: „Wie kann er nur…“ — dabei gilt für ihn viel mehr als für irdische Eltern: Er ist unser unendlich liebevoller Vater, der uns nicht verstößt noch vergisst. Er hat eben die „Erwachsenen-Perspektive“ und wir die kindliche. Deshalb ist es nötig, ihm zu vertrauen. Konkret bedeutet das zum Beispiel, den Zusagen der Bibel Glauben zu schenken — manchmal entgegen dem eigenen Empfinden. Und vielleicht auf die Suche zu gehen nach Segensspuren im eigenen Leben, statt bei dem stehenzubleiben, was wir gern hätten. Wie gut, dass Gottes Erbarmen kein Ende hat!

Johanna Seidel, Moosheim

Impuls für Dienstag, 10.2.26

Losung
Jakob sprach:
HERR, ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und aller Treue, die du an deinem Knechte getan hast.
1. Mose 32, 11

Lehrtext
Paulus schreibt:
Mir ist Barmherzigkeit widerfahren, dass Christus Jesus an mir als Erstem alle Geduld erweise, zum Vorbild denen, die an ihn glauben sollten zum ewigen Leben.
1. Timotheus 1, 16

Impuls für den Tag
Das Internet gibt folgende Definition zu Geduld:
Geduld ist die Fähigkeit, in schwierigen oder lang andauernden Situationen ruhig, besonnen und ausdauernd zu bleiben, ohne in Stress oder Wut zu verfallen. Sie gilt als wertvolle Tugend, die Frustrationstoleranz erfordert und es ermöglicht, unerfüllte Wünsche oder Warten gelassen zu ertragen. Das Gegenteil – Ungeduld führt zu Hilflosigkeit, Unruhe und Frust.

Sind Sie ein geduldiger Mensch?
Zugegeben ich eher nicht, es gibt Menschen, bei denen bin ich sehr ungeduldig, so auch bei mir selbst.
Wie gut ist es da, dass Gott so geduldig mit uns ist, uns nicht hetzt oder drängelt, sondern an unserer Seite ist, alle Tage unseres Lebens. Und uns viele Erinnerungshilfen gibt, daran dass ER da ist. Er möchte unsere Aufmerksamkeit auf sich lenken.
Nutzen wir diese Angebote und blicken auf ihn.

Und wenn Gott so geduldig mit uns ist, könnten wir doch eigentlich auch geduldig sein, mit unseren Mitmenschen und mit uns selbst.
Ach, Gott hilf uns dabei. Amen.

Sandra Barthel, Raußlitz

Impuls für Montag, 9.2.2026

Losung
Wenn ein Fremdling bei euch wohnt in eurem Lande, den sollt ihr nicht bedrücken.
(3. Mose 19,33)

Lehrtext
Jesus spricht: Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete.
(Johannes 15,14)

Impuls für den Tag
Er hält mir sein Smartphone hin. Ich spreche hinein. Mit Google-Übersetzer kommen wir ins Gespräch. Er ist neu hier, fremd in der Stadt. Er dachte sich am Sonntag, den Gottesdienst zu besuchen. Nun stehen wir am Eingang zur Kirche. Er kommt aus Bulgarien und arbeitet hier im Logistikzentrum. Es fällt ihm alles noch schwer, vor allem die Sprache. Nun sitzt er in der Kirchenbank. Beim ersten Lied strahlt plötzlich sein Gesicht auf.
Das ist nun ein reichliches Jahr her. Häufig kam er zum Gottesdienst. Rechts und links von ihm ein paar Leute aus der Gemeinde. Sie unterhalten sich, während die Glocken draußen läuten. Das geht schon längst ohne Übersetzungshilfe. Seit einigen Wochen singt er hier im Chor mit. Er fühlt sich nicht mehr fremd, ein bisschen schon zu Hause.
„Die Fremden unter uns sollen nicht bedrückt werden“ – heißt es in der Bibel. Es ist ein Gesetz, das schon einige Tausend Jahre alt ist. Wir müssen uns das hin und wieder deutlich machen. So wie heute mit diesem Impuls. Denn so einfach wie bei unserem Chorsänger aus Bulgarien ist es nicht immer. Amen.

Pfarrer Heiko Jadatz | Roßwein

Impuls für Sonntag, 8.2.26

Losung
Der HERR hat Großes an uns getan; des sind wir fröhlich.
Psalm 126,3

Lehrtext
Sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk.
Apostelgeschichte 2,46-47

Impuls für den Tag
Von großartigen Leistungen sind wir begeistert. Zuletzt von den Spielen unserer Handball-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft, die die Einschaltquoten hochschnellen ließen. Meist sind solche Begeisterungsmomente kurzfristig und verfliegen nach der ersten Niederlage wieder.
Wie ist das, wenn jemand dauerhaft Großartiges leistet. Bei Menschen wohl kaum möglich. Bei Gott schon. Nur ist es meistens nicht so ganz offensichtlich wie bei einem Sportevent. Gottes Größe zeigt sich nicht einfach so. Oft muss man ihr nachspüren, das eigene Leben anschauen und genau entdecken, wo Gott etwas zum Guten gewendet hat. Oft muss man auf die Bewahrung schauen, die Gott uns zukommen ließ oder das Glück, das wir unverdient erleben durften. Gottes Größe ist kein Effekt, sondern eine Weltordnung. Und sie ist auch in Momenten des Leidens zu erleben, wie sie Jesus am Kreuz von Golgatha erlebt hat. Nicht alles ist großartig in unserem Leben. Aber Gott ist es. Das ist unser Halt und unsere Zuversicht als Christen.

Michael Karwounopoulos, Bad Urach

Impuls für Samstag, 7.2.2026

Losung
Seine Herrschaft wird groß und des Friedens kein Ende sein.
Jesaja 9,6

Lehrtext
Christus ist unser Friede.
Epheser 2,14

Impuls für den Tag
„Friede“: Wie soll er werden, wenn er nirgends zu gelingen scheint? Aber dieser ist ja gar nicht gemeint, dieser kaum haltbare „Weltfrieden“ der redlichen und unredlichen Verhandler. „Meinen Frieden gebe ich euch“, und seht: Der ist ganz leicht, kinderleicht, denn ein Kind ist uns ja geboren, ein Sohn uns geschenkt, der „Wunder-Rat“, der „Friede-Fürst“. Dem Kind wäre also zu folgen, dem Kind in uns: Alle unsere Vorbehalte sollten wir ablegen, unsere Verletzungen nicht nachtragen und unsere Ansprüche nicht vorwurfsvoll umherschleppen wie so eine Monstranz, bei uns selbst beginnen, friedlich und zu-frieden zu sein. Das klingt alles etwas „weltfremd“? Ja, sicher, wenn „Christus unser Friede sein soll“, denn dessen „Reich ist nicht von dieser Welt“ und den Frieden hat er nicht pompös im Blitzlichtgewitter gestiftet, sondern eben am Kreuz. Nur, wenn wir uns ganz aufgeben, uns ganz umformen lassen in neue Menschen, für die es nichts zu gewinnen gibt, weil sie ja schon alles haben, dann finden wir den wirklichen, den göttlichen Frieden: Jetzt, sofort und unmittelbar.
Es ist wirklich kinderleicht…

Friedemann Neef, Roßwein

Impuls für Freitag, 6.2.2026

Losung
Du, Herr, bist gerecht, wir aber müssen uns alle heute schämen.
Dan 9,7

Lehrtext
Der König wird ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht getan habt einem von diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan.
Mt 25,45

Impuls für den Tag
Mitten in einer Stadt schließt ein Mann die Tür seines Büros auf und stockt für Sekunden im Türrahmen. Er denkt an gestern, an die Kollegin, die „nur kurz reden“ wollte, an den Bettler vor dem Supermarkt, den er geübten umrundet hat. Weshalb er daran denken muss, weiß er nicht. Dennoch kommt ihm ein „hätte ich doch“ in den Sinn und sackt ins Herz – ein Quantum Scham. Eigentlich ist nichts passiert. Es ist nur eine kleine Bilanz von Unterlassungen, eine unsichtbare Liste versäumter Gesten. Doch vielleicht ist die Scham ein Licht, das weniger entlarvt, als vielmehr zeigt, was möglich wäre.
Ich kenne sie auch, die Namen, Gesichter, Gelegenheiten, die auf dem Weg durch den Tag zu Boden gefallen sind. Und ich kenne ebenso gut jene Scham. Doch ich glaube auch, dass Gottes Güte sich an jedem Abend daneben legt, neben mich und dich, und sagt: „Ich werde wieder da sein und auf dich hoffen.“ Darum will ich gern antworten: „Dann hilf mir morgen, dich nicht zu übersehen.“ Und es wird nach der Nacht ein neuer Tag beginnen, ein Tag nach der Scham, ein Tag mit neuem Licht, der leise, nur behutsam, aber beständig fragt: „Werden wir heute zueinander finden?“

Sebastian Schirmer, Leipzig

Impuls für Donnerstag, 5.2.2026

Losung
Bewahre mich, Gott; denn ich traue auf dich. Psalm 16,1

Lehrtext
Der Herr ist treu; der wird euch stärken und bewahren vor dem Bösen. 2.Thessalonicher 3,3

Impuls für den Tag
Psalm 16,1 hat seit Jahrhunderten unzählige Menschen ermutigt und getröstet. Es sind Worte, die von einer tiefen Sehnsucht nach Schutz und Geborgenheit sprechen – und von einem Vertrauen, das inmitten aller Unsicherheit Halt gibt.
In einer Welt, in der viele Stimmen um unsere Aufmerksamkeit ringen und Unsicherheit zum Alltag gehört, bleibt diese Bitte um Gottes Bewahrung aktuell. Sie lädt uns ein, unser eigenes Leben in den Blick zu nehmen: Wo sehnen wir uns nach Schutz? Wo fällt es uns schwer, zu vertrauen? Und wie kann der Glaube an Gott uns in all dem Orientierung geben?
Die Psalmen waren und sind Gebete voller Freude, Hoffnung, aber auch voller Angst und Zweifel. Sie spiegeln wider, was Glauben im Leben wirklich bedeutet.
Gegen Angst und Zweifel helfen mir, Lieder zu singen, wie dieses aus dem Evangelischen Gesangbuch (Nr. 171):
„Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott,
sei mit uns vor allem Bösen.
Sei Hilfe, sei Kraft, die Frieden schafft,
sei in uns, uns zu erlösen.“

Michael Tetzner, Frohburg

Impuls für Mittwoch, 4.2.2026

Losung
Wessen Zuversicht der HERR ist, der ist wie ein Baum, am Wasser gepflanzt, der seine Wurzeln zum Bach hin streckt. Er sorgt sich nicht, wenn ein dürres Jahr kommt, sondern bringt ohne Aufhören Früchte.
Jeremia 17,7.8

Lehrtext
Jesus spricht: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht.
Johannes 15,5

Impuls für den Tag
Seit Pfingsten 1984 steht sie da – viele Jahre in meiner Wohnung in Erfurt und seit 1990 hier in Roßwein – meine Konfirmationskerze. Und noch immer ist sie sehr schön und noch immer freue ich mich an ihr. Umzüge, Kälte, Wärme, Staub konnten ihr bisher nichts anhaben.
Aus Knetwachs – was damals etwas Besonderes war – ist sie mit einem goldenen Kreuz verziert. Um das Kreuz rankt sich ein Weinstock mit prächtigen blauen Trauben und saftig-grünen Blättern.
In goldenen Lettern steht mein Konfi-Spruch geschrieben: „Wer in mir bleibt, bringt viel Frucht.“ Ich glaube, damals fand ich die Kerze einfach nur wunderschön. Aber zurückblickend ist der Spruch so wahr und wertvoll.

Auch unsere Losung spricht davon, dass es einfach nur gut ist, wenn man wie ein Baum am Wasser gepflanzt ist und die Wurzeln immer wieder das frische lebendige Wasser aufnehmen können.
Ich bin meinen Eltern sehr dankbar, dass sie mich nah am Wasser des Lebens gepflanzt haben.
Amen.

Thomas Meyer, Roßwein

Impuls für Dienstag, 3.2.2026

Losung
Die Israeliten schrien zu dem HERRN und sprachen: Wir haben an dir gesündigt, denn wir haben unsern Gott verlassen.
Richter 10,10

Lehrtext
Johannes der Täufer sprach: Kehrt um! Denn nahe gekommen ist das Himmelreich.
Matthäus 3,2

Impuls für den Tag
Das liebe ich überhaupt nicht: Wenn ich schon einige Kilometer mit voll gepacktem Auto unterwegs bin in den Urlaub und auf der Autobahnauffahrt fällt mir ein, dass ich etwas Wichtiges oder dringend Notwendiges vergessen habe. Welche Mühe, die nächste Ausfahrt zu nehmen und den gleichen Weg zurück zu fahren und nochmal von zuhause loszufahren!
Die Bibel lädt uns wie mit der Losung heute immer wieder ein, unser mit Schuld voll gepacktes Leben neu zu denken. Das meint Johannes mit den zwei Wörtchen „Kehret um!“ Was tragen wir doch oft für Lasten mit uns herum: Kaputte Beziehungen, die Verfehlungen, die das Leben anderer zerstört haben, die Taten, die andere geschmerzt haben und das Vergessen von Gottes Wort.
Und doch lädt Gott immer wieder ein, das zu tun, was Überwindung kostet: Die Fahrt des Lebens nicht einfach weiter zu fahren, sondern umzudrehen. Das ist mühsam, aber notwendig. Ich tue es ungern, aber ich habe die Chance, dann das richtige Gepäck für mein Leben dabei zu haben. Fahren Sie nicht immer nur weiter, sondern überlegen Sie, wo sich Umkehr lohnt in Ihrem Leben.

Michael Karwounopoulos, Bad Urach